Archiv der Kategorie 'Veteranen & Reservisten '

Leserbrief in extrem rechter Zeitung bringt nach Jahrzehnten Licht ins Dunkel

Im Jahr 1982 stirbt Hans-Ullrich Rudel, höchstdekorierter Luftwaffenpilot im „Dritten Reich“, Ikone des Nationalsozialismus und des Nachkries-Rechtsextremismus.
Bundeswehrsoldaten in Uniform nehmen damals in Dornhausen an der Beerdigung des Altnazis und Wehrmachtfliegers Hans-Ullrich Rudel teil, die von insgesamt 2.500 Personen, vor allem aus dem rechten Spektrum, begleitet wird.
Während des Begräbnisses überflogen Bundeswehr-Kampfflugzeuge der Typen „Phantom“ und „Starfighter“ mehrfach im Tiefflug den Ort.

Nun äußerte sich in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“, dem Ex-DVU-Blatt, Nr 3 vom 11. Januar 2013 ein Lauftwaffen-Veteran in einem Leserbrief:

Sehr geehrter Dr. Frey!
In der National-Zeitung wurde ein interessanter Artikel über Oberst Rudel veröffentlicht. Ich selbst bin ehemaliger Starfighter- und Phantom-Pilot der Luftwaffe und kann mich noch sehr gut an
die Sache mit dem Überflug erinnern. Auch daran, wie verzweifelt die dem Primat der Politik unterworfene Luftwaffenführung die „Schuldigen“ gesucht hatte. Ich habe allerdings „Manschetten“ vor der Macht der Political Correctness, die die Gut-Menschen immer wieder dazu verleitet, Existenzen Andersdenkender zu vernichten. Das „Letzte Geleit“ des Überflugs in Flugformation „Missing Man“ beim Rudel-Begräbnis war eine Sache, die nicht geplant, noch weniger per Flugauftrag ausgegeben werden durfte, sondern die sich spontan unter den Formationsfliegern ergeben hatte, zumal Ort und Zeit des Begräbnisses kein „Geheimnis“ waren.
Denn jeder Luftwaffen-Pilot sah damals die Einsatzbereitschaft und die fliegerischen Leistungen
von Oberst Rudel als Vorbild. Das durfte allerdings damals schon in der Öffentlichkeit nicht laut gesagt werden, man hatte den „Fall Kruppi und Franke“ noch zu gut in Erinnerung.
R. Bockelmann, per E-Post

(Seite 12)

TV-Magazin berichtet über allerhand rechte Umtriebe in der Bundeswehr

Das TV-Magazin „Kontraste“ hat einen sehr sehenswerten Beitrag über rechte Umtriebe in der Bundeswehr erstellt. Darin erfährt der/die ZuschauerIn u.a., dass bei der Gedenkfeier der Bundeswehr zum Volkstrauertag – im Ehrenhain des Ausbildungszentrums Munster Bundeswehrsoldaten auch Kränze für Wehrmachtsdivisionen ablegen, darunter auch für berüchtigte Eliteeinheiten, ablegen. Genannt werden:
* die „Panzergrenadier-Division Großdeutschland“, die u.a. verantwortlich war für Massaker an dunkelhäutigen Soldaten der französischen Armee
* das Panzerkorps Feldherrnhalle, dass sich aus der Nazi-Schlägertruppe SA rekrutierte
Unter den Teilnehmer waren auch zahlreiche Veteranen der Wehrmacht und derWaffen SS und bereits am Vorabend gab es schon ein „Traditionstreffen“ im Offiziersheim der Bundeswehr.

Quelle:
* Caroline Walter und Gregor Witt: Unselige Traditionspflege bei der Bundeswehr, 29.11.12, http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_29_11/unselige_tradition.html

Bundeswehr-Reservist organisiert support für NSU-Unterstützer

Eine antifaschistische Recherchegruppe weist in einem Artikel darauf hin, dass ein Mitglied des Reservistenverbandes der Bundeswehr Solidarität mit dem NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben organisiert:

„Freiheit für Wolle“ steht auf dem T-Shirt, welches Oliver-Gerd Raninger (42) aus Wolfenbüttel auf einem Foto im Internet trägt. „Wolle“ – das ist der Spitzname von Ralf Wohlleben, der als mutmaßlicher NSU-Unterstützer derzeit in U-Haft sitzt und wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werden soll. Der ehemalige stellvertretender Landesvorsitzender der NPD in Thüringen soll die Waffe vom Typ „Ceska“ besorgt und weitergeleitet haben, mit der der so genannte „Nationalsozialistische Untergrund“  (NSU) seine Morde beging.
Oliver-Gerd Raninger, zeigt nicht nur Sympathien für Rechtsterroristen sondern ist auch selbst seit Jahren in der neonazistischen Szene aktiv. Er verfügt über gute Kontakte zu führenden Neonazis – insbesondere auch in den nordeuropäischen Ländern und ist einer der derjenigen, die hinter dem “Freundeskreis Gefangenenhilfe” stehen, der derzeit die Solidaritätskampagne für Ralf Wohlleben organisiert.
Raninger ist laut der Mitgliederzeitschrift “RK Report 2/2012″ vor kurzem in den „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.“ eingetreten und dort der „Reservisten Kameradschaft Braunschweigische Infanterie“ zugehörig. Für die Mitglieder werden laut der Webseite der „Kreisgruppe Braunschweig“ zur „Förderung Militärischer Fähigkeiten“ auch Schießtrainings mit „Handwaffen der Bundeswehr“ veranstaltet.

Quelle:
* Recherche38: Mitglied des Reservistenverbandes der Bundeswehr organisiert Solidarität mit NSU-Unterstützer, 13.11.2012, http://www.recherche38.info/2012/11/13/mitglied-des-reservistenverbandes-der-bundeswehr-organisiert-solidaritat-mit-nsu-unterstutzer/

NSU-Helfer André E. lernte Waffengebrauch bei Bundeswehr

Die „taz“ berichtet in einem Artikel:

Der Neonazi André E. war erst wenige Tage bei der Bundeswehr im thüringischen Gotha, da kommt einem Oberleutnant zu Ohren, dass sein neuer Panzerschütze politisch schwierige Ansichten vertritt. Er fragt André E., ob dieser ein „Anhänger rechtsextremem Gedankenguts“ sei. Der antwortet: „Ich denke nationalsozialistisch.“ Ob er rechtsextreme Tattoos habe, will der Oberleutnant von André E. weiter wissen. Ja, sagt der, unter anderem habe er „Blut und Ehre“ eintätowiert, „da ich die militärische Leitung der SS bewundere“.
Danach flog André E. nicht etwa aus der Bundeswehr, sondern durfte noch zehn Monate bis zum Ende seines Wehrdienstes im August 2000 bleiben.
Wenige Tage nach der Befragung begann die Schießausbildung. Der bekennende Nationalsozialist lernte das Ballern mit dem Sturmgewehr G3, der Pistole P8 und das Handgranatenwerfen – und wurde zum Gefreiten befördert.“
Weiter heißt es in dem Artikel:
„Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im November 2011 fanden die Beamten neben Nazi-Devotionalien auch André E.s Dienstzeugnis von der Bundeswehr. „Im Kameradenkreis war er anerkannt“, bescheinigte ihm der Kompaniechef darin. Für seinen weiteren Werdegang wünsche er ihm „alles Gute, viel Glück und Erfolg“.

André E., Jahrgang 1979, kommt aus Zwickau, stammt aber aus Johanngeorgenstadt. Er war Mitglied der Nazi-Gruppe „Brigade Ost“. Er soll angeblich Mitglied der 2009 verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) gewesen sein. Mit seinem Zwillingsbruder Maik E. besuchte er geheime Lager der „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“ in Thüringen.
Der (frühere?) Nazi-Skin soll seit mindestens 2001 NSU-Unterstützer gewesen sein. Er soll 2007 gemeinsam mit seiner Ehefrau das Propagandavideo hergestellt haben. Jedenfalls nutzten Zschäpe und Böhnhardt Bahncards, die auf die Namen von André und dessen Frau Susann ausgestellt waren, bezahlt wurden diese Karten von E.s Konto. Außerdem hat er für die drei Untergetauchten in der Zeit von 1999 bis 2000 eine Wohnung in einem Chemnitzer Plattenbau angemietet. E. betrieb den Nazi-Versand „Caput Mortuum“ (Deutsch: „Totenkopf“) für Szene-T-Shirts.

Quelle:
* Wolf Schmidt: SS-Fan am Sturmgewehr, 07.11.2012, http://www.taz.de/Neonazis-in-der-Bundeswehr/!105086/

Waffen-SS-Veteran tritt vor Neonazis auf

Am 13. Oktober 2012 trat der Waffen-SS-Freiwillige Ulrich Franz bei einer Neonazi-Rednerveranstaltung im Landkreis Altötting vor „gut 50 Zuschauer“ aus der rechten Szene auf. Franz hatte ab 1941 in der Waffen-SS-Division „Wiking” und später in der Waffen-SS-Division „Frundsberg” gedient.
Franz Ullrich von der Waffen-SS

Mindestens elf Personen im NSU-Umfeld dienten in der Bundeswehr

Wie die Medien berichten habe mindestens elf Personen im Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ in der Bundeswehr gedient und an damit das Waffenhandwerk gelernt. Das verweist darauf, dass in den 1990er Jahren bekennende Neonazis problemlos zur Bundeswehr gehen konnten. Das prominenteste Beispiel im NSU-Fall ist Mundlos, der sogar vom MAD befragt wurde (BraunzoneBw berichtete), offen zu seiner braunen Gesinnung stand, was aber folgenlos blieb. Im Gegenteil, Mundlos wurde sogar befördert, obwohl er mehrfach aufgefallen war. Zweimal! So war Mundlos u.a. nach einer Polizeikontrolle am 13. August 1994 in Chemnitz aufgefallen, weil er eine selbstgebastelte Visitenkarte mit dem Bild von Adolf Hitler mit sich führte. In seiner Wohnung entdeckten die Beamten NPD-Propagandamaterial und Hass-Musik. Wenige Tage nach der Durchsuchung war Mundlos durch das Singen von Nazi-Liedern in der Bad Frankenhäuser Kaserne erneut aufgefallen.
Wegen eines laufenden Strafverfahrens hätte damals eigentlich “ein Beförderungshemmnis” vorgelegen, so ein Vertreter der Behörden. In einem Artikel heißt es passend dazu: „Das Eingeständnis ist Bestandteil von neuen Akten, die eine seltsame Gleichgültigkeit der Truppe gegenüber der eindeutig radikalen Gesinnung des damals 21-Jährigen belegen.“

Quellen:
* Matthias Gebauer: NSU-Mörder Mundlos Wie die Bundeswehr den Neonazi gewähren ließ, 01.10.2012, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsu-moerder-wie-die-bundeswehr-uwe-mundlos-gewaehren-liess-a-858909.html
* Mindestens elf Personen aus dem NSU-Umfeld dienten in Bundeswehr, Thüringer Allgemeine, http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Mindestens-elf-Personen-aus-NSU-Umfeld-dienten-in-Bundeswehr-968368256

Lettland: Denkmal für Massenmord-Einheiten

Die NGO „Welt ohne Nazismus“ hat angesichts der Errichtung eines Denkmals an die Polizeibataillone in Lettland folgendes Statement veröffentlicht:

Am 14. September wurde in der lettischen Stadt Bauska in einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit der Vertreter der Stadt und der in der Regierungskoalition vertretenen Partei „Alles für Lettland“ (Visu Latvijai!) ein Denkmal eröffnet, der den Mitgliedern der drei Polizeibataillonen gewidmet ist, die die Stadt vor der „zweiten sowjetischen Okkupation“ beschützt hätten.
Die Organisatoren und die Erschaffer des Denkmals verschweigen zynischerweise, dass tatsächlich alle Militärformierungen, denen dieser Gedenkstein gewidmet ist, 1941-43 an Strafexpeditionen sowohl in Lettland als auch ausserhalb teilgenommen haben. Auf ihrem Gewissen lasten Leben von tausenden Menschen aus der Zivilbevölkerung in Dnipropetrovsk, Pskov, auf dem Gebiet Weissrusslands, als auch in der Umgebung der Stadt Bauska, in dem Wald von Likverteni wurden mehr als 2000 Juden, Einwohner von Bauska, erschossen. Auf dem Gewissen dieser Polizeibataillone ist die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung auch anderer lettischen Städte wie Riga und Ventspils. Später sind sie freiwillig in die lettische Division der Waffen SS eingetreten, wo sie unter den Fahnen der Hitlerarmee, unter dem Eid an Adolph Hitler, für das „Großdeutsche Reich“ kämpften.
Das Gedenken an die Soldaten dieser Formierungen ist auf dem wieder eröffneten Monument verewigt. Auf ihm ist der Spruch des früheren lettischen Diktators K. Ulmanis eingraviert: „Lettland muss ein Staat für die Letten sein“.
Zur Eröffnung des Gedenksteins wurden Schüler der Bauskischen Schulen eingeladen, die man am Beispiel der obengenannten nationalistischen Aussprüche erzieht, als auch am Beispiel der „Tapferkeit und Mutes“ der Soldaten der Hitlerarmee.
Man kann noch hinzufügen, dass vor vier Jahren die Stadtmunizipalität beschlossen hat aus dem Stadtpark ein Gedenkstein an die sowjetischen Soldaten – den Befreiern von Bauska zu entfernen. Am Tag des Sieges am 9. Mai ist es allen Schülern Lettlands verboten während der Unterrichtszeit zu den Denkmälern der sowjetischen Soldaten-Befreiern zu kommen.
Die internationale Menschenrechtsbewegung „Welt ohne Nazismus“, im Angesicht der Generalversammlung, die am 8-10. Oktober in Strassburg stattfinden wird, findet das, was in Bauska passiert, gefährlich, primitiv und absolut inakzeptabel für die heutige Gesellschaft.
Wir halten es für notwendig die Führung Lettlands und die Mitglieder des Munizipalitätes der Stadt Bauska an die UNO-Resolution Nr. 66/143 zu erinnern: „Beseitigung von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz“, in der eine tiefe Besorgnis über die „Verherrlichung der nazistischen Bewegung und ehemaligen Mitglieder der Organisation „Waffen-SS“, unter anderem mittels der Errichtung von Denkmälern und Memorials, Durchführung von öffentlichen Demonstrationen mit dem Ziel die nazistische Vergangenheit, nazistische Bewegung und Neonazismus zu verherrlichen, als auch durch die Erklärung der Mitglieder der Waffen-SS und derjenigen, die gegen die Antihitlerkoalition kämpften und mit der nazistischen Bewegung kollaborierten zu Teilnehmern an den nationalen Befreiungsbewegungen“.
Jedes Land und jedes Volk kann seine Helden sich selbst auswählen. Doch die Errichtung von solchen Monumenten und die Verherrlichung von Soldaten, die an Seite Hitlers gekämpft haben, beleidigt die Erinnerung an die millionenfache Opfer des nazistischen Regimes und beleidigt auch jene Völker, die unter dem germanischen Nazismus in den Jahren des Krieges gelitten haben. Das Volk Lettlands ist eines dieser Völker. Die Heroisierung der Verbrecher erschafft eine absolut umgekehrte Vorstellung der Geschichte unter der Jugend Lettlands und verharmlost die Verbrechen des Nazismus. Wir fordern von der lettischen Führung sofort die Falsifizierung der historischen Ereignisse und die Errichtung von solchen Memorialen zu unterlassen.
Wir fordern von der Munizipalität der Stadt Bauska das Denkmal, das die absolute Mehrheit der Menschen in verschiedenen Ländern der Welt, als auch die Letten selbst, beleidigt, zu demontieren.
Wir wenden uns an den Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland mit dem Aufruf die Frage über die Verherrlichung der nazistischen Verbrecher in Lettland bei der nächsten Sitzung des Ministerkomitees und bei der nächsten Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates zu besprechen.
Wir wenden uns an den Vorstand der OSZE, zu ihrem Generalsekretär Lamberto Zannier mit dem Aufruf allgemeingültige Richtlinien der OSZE über Fragen der Verherrlichung des Nazismus in Europa auszuarbeiten.
Wir wenden uns an den Generalsekretär der UNO Ban Ki-moon mit dem Aufruf, diese Frage auf der nächsten Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu besprechen. Wir rufen die Weltgemeinschaft auf, endlich die Aufmerksamkeit auf die Heroisierung der nazistischen Soldaten in Lettland zu wecken und einen Boykott der Regierung des Landes, zu erklären, mit deren Erlaubnis in Europa ein neuer Herd des Revanchismus und radikalen Nationalismus erglüht.
Unterschrieben von Boris Spiegel – Präsident des NGO „Welt ohne Nazismus“.

ÖSTERREICH: Teilnehmerzahlen bei Ulrichsberg-Treffen weit hinter den Erwartungen

Nach zwei Jahren Pause fand dieses Jahr am 16. September auf dem Ulrichsberg in Kärnten wieder das so genannte „Heimkehrertreffen“ statt. Hier versammelten sich wie zuvor Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen, Rechtspopulisten von der FPÖ und deutschnationale Burschenschafter.
Die Veranstalter hatten vollmundig verkündet, es würden bis zu 900 Gäste erwartet. In Wirklichkeit kamen aber nur 3-400 auf den Berg. Fotos zeigen leere Stuhlreihen. Das Treffen begann auch noch mit einiger Verspätung, weil es Schwierigkeiten mit dem Transport zur Gedenkstätte gab. Im Gegensatz zu den Vorjahren unterstützte das österreichische Bundesheer seit 2009 das Treffen nicht mehr mit Transport-Fahrzeugen oder auf andere Art.
Festredner war Herbert Belschan von Mildenburg, ein Waffen-SS-Veteran. Ursprünglich war der Auftritt von Mildenburg nach Protesten abgesagt worden. Laut Mitgliedern des „Arbeitskreises gegen den Kärntner Konsens“ soll der Vorsitzende der Ulrichsberggemeinschaft von einer bewussten Finte gesprochen haben, um die Medien zu beruhigen.
Auch Walter Graf, ein Vertreter der „Gedenkkameradschaft Walter Nowotny“ hielt eine Ansprache.

Quellen:
* APA/red, derStandard.at: Mitglied der Waffen-SS hielt doch Ansprache bei Ulrichsbergtreffen, 16. September 2012, http://derstandard.at/1347492645838/Mitglied-der-Waffen-SS-hielt-doch-Ansprache-bei-Ulrichsbergtreffen
* DÖW: Umstrittenes „Ulrichsbergtreffen“, Neues von ganz rechts – September 2012

AIDA-Archiv zum „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“

Beim AIDA-Archiv München findet sich auf der Homepage in einem Eintrag zum „29. September 2012“ ein sehr lesenswerter Text zum „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“:

Hemau: Landesversammlung des BSB 1874 e. V.
Der ultrarechte „Bayerische Soldatenbund 1874 e. V.“ (BSB) will seine „Landesversammlung 2012″ in Hemau im oberpfälzischen Landkreis Regensburg abhalten (11.30 Uhr, Tangrintel-Halle, August-Glöckner-Ring 1). Berichten der Lokalmedien zufolge soll bei der BSB-Versammlung der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Erlangen) ein Grußwort halten.
Der BSB, der in der Münchner Ernst-von-Bergmann-Kaserne seinen Sitz unterhält, wirkt als Dachverband von 1100 sogenannten „Kriegervereinen“ in Bayern (darunter auch der „Kriegerverein“ „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Hemau und Umgebung“ vor Ort). Bei den Zielen, so steht es auf der Homepage des BSB, sei man sich einig:
„In den Vorstellungen von Vaterland und Heimatliebe, im Bewusstsein, dem eigenen, dem deutschen Volk Treue zu schulden oder im Bekenntnis zum deutschen Soldatentum und seiner wechselvollen, insgesamt aber doch stolzen Geschichte herrscht ein hohes Maß an Übereinstimmung“. Im BSB fänden „Mitglieder aller Parteien und Strömungen, welche die deutsche Nation achten, die Leistungen und Opfer der Wehrmacht nicht leugnen und die Bundeswehr und ihre Soldaten mit Kopf und Herz bejahen“ eine Heimat.
Diese Apologie der NS-Wehrmacht ist kein Ausrutscher. Tatsächlich positioniert sich der BSB 1874 e. V. am rechten Rand: Regelmäßig werden in der Verbandszeitung „Treue Kameraden“ Artikel der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) und der ultrarechten „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ (PAZ) unverändert nachgedruckt. In vielen Ausgaben der BSB-Zeitschrift erscheinen Mitteilungen und Bilder des extrem rechten „Verband deutscher Soldaten“ (VdS), zu dem Angehörige der Bundeswehr seit 2004 keine Kontakte mehr unterhalten dürfen bzw. dessen Veranstaltungen sie nicht mehr unterstützen und besuchen dürfen. Für die Unterstützung durch den BSB und die Möglichkeit, so das „Kontaktverbot“ zu Bundeswehr-Angehörigen umgehen zu können, bedankt sich der extrem rechte „Verband deutscher Soldaten“ im Jahr 2012:
„Genau vor fünf Jahren suchten und fanden wir im BSB eine offizielle Vertretung unserer soldatischen Belange, nachdem uns dies durch den BW-Erlass ‚Kontaktverbot‘ nicht mehr möglich war. Die Verbandszeitschrift ‚Treue Kameraden‘ bildete nun für die VdS-Mitglieder im Landesverband Baden-Württemberg das Bindeglied zwischen Wehrmachtsangehörigen und Bundeswehrsoldaten.“
Im „Treue Kameraden“-Blatt des „Bayerischen Soldatenbunds“ ist geschichtsrevisionistische Propaganda nicht selten: In der Ausgabe September/Oktober 2010 durfte der bekannte Geschichtsrevisionist Alfred Schickel, Macher der extrem rechten „Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“ (ZFI), eineinhalb Seiten über die „Benesch-Dekrete“ publizieren. Und BSB-Präsident Jürgen Reichardt (Wörth) behauptete in der Ausgabe Mai/Juni 2012, bei „zahllosen Deutschen“ habe „das Geschichtsbild der SED, entstanden aus dem Klassenkampf“ die „Deutungshoheit übernommen“. „Man kenne, so Reichardt weiter, „endgültige Wahrheiten. Ob 1. Weltkrieg, Wehrmacht, 2. Weltkrieg, ob Luftkrieg, U-Boot-Krieg, Bombenopfer, Vertreibungs- oder Gebietsverluste – was nicht mit bitterer Anklage gegen die deutsche Seite verbunden wird, gilt als ‚revisionistisch‘, unzulässig.“
Ob es ein extrem rechtes Ideologiefragment gibt, das sich nicht in der BSB-Zeitschrift finden lässt? In der März/April-Ausgabe 2011 schreibt Bernd Huber vom „Salzburger Kameradschaftsbund“ beispielsweise eine ganze Seite über „Die neue Diktatur der ‚Politischen Korrektheit‘“, über Theodor Adorno “ als „geistige(n) Paten am Taufbecken der gesellschaftszerstörenden 68er Bewegung“ und über angeblich fehlende Meinungsfreiheit anhand der „mahnenden Beispiele“ „Thilo Sarrazin, der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (CDU), Brigadegeneral Reinhard Günzel und Bundespräsident Horst Köhler“.
In der „Treue Kameraden“-Ausgabe September/Oktober 2011 verfasste der „Junge Freiheit“-Autor Klaus Hammel eine „Nachbetrachtung“ zum „Fall Scheungraber“. Der ehemalige NS-Wehrmachtsoffizier Josef Scheungraber war im August 2009 vom Landgericht München wegen Mordes in 14 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden, eine Revision gegen das Urteil verwarf der Bundesgerichtshof ein gutes Jahr später. Scheungraber hat die Haftstrafe nie antreten müssen. Hammel beklagt, dass bei „solchen Prozessen gegen ‚NS-Täter‘“"sehr großzügig mit dem Geld des Steuerzahlers“ umgegangen würde, „NS-Täter“ setzt er dabei in Anführungszeichen.
Immer wieder sind Texte im Mitteilungsblatt des BSBs von Rassismus und Antiziganismus durchdrungen: Wiederum Klaus Hammel schrieb z. B. im Januar/Februar-Heft 2011 biologistisch davon, es läge „in der Natur des Menschen, sich von ‚Anderen‘ abzugrenzen und in überschaubaren Gegebenheiten leben zu wollen“.  Im „Treue Kameraden“-Heft Mai/Juni 2012 beklagte Jürgen Reichardt: „Althergebrachte Bezeichnungen oder Namen, im Deutschen seit alters gebräuchlich, gelten längst als diskriminierend, selbst wenn jemand Negermusik oder Zigeunerweisen liebt. Von Abstammung ist keine Rede mehr; ‚Wurzeln‘ hat jemand, selbst wenn er kaum deutsch spricht. Zuwanderer oder eingereiste Ausländer haben ‚Migrationshintergrund‘“. Im Juli/August 2011-Heft ließ Reichardt ein nationalistisches Gedicht Detlef von Liliencrons (1844-1909) abdrucken: „Ich bin geboren, deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches Denken eingestellt. Erst kommt mein Volk, und dann die vielen, erst meine Heimat, dann die Welt“.
Doch es geht noch schlimmer: Als Präsident des „Bayerischen Soldatenbunds“ wandte sich Jürgen Reichardt 2011 im Vorwort des Januar/Februar-Hefts an die Mitglieder und kritisierte den Paragraphen 130 des Strafgesetzbuch, der Volksverhetzung unter Strafe stellt, als, Zitat, „dehnbare(n) Gummiparagraph(en)“.


Quelle:

* http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3210:29-september-2012&catid=105:rechte-termine-sueden&Itemid=1216

Österreich: Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen-Treffen auf dem Ulrichsberg wiederbelebt

Das Magazin „Profil“ berichtet von einer Neuauflage des Treffens am Ulrichsberg in Kärnten:

Der neue Organisator Hermann Kandussi will der Veranstaltung zu alten Ehren verhelfen: „Wir wollen ein europaweites Gedenken für die Gefallenen und Heimkehrer schaffen.“
Tatsächlich ist die Veranstaltung auch ein Fixpunkt für ehemalige SS-Mitglieder und Rechtsextreme.

Ulrichsberg-Treffen 2012
OBEN: Anzeige in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“

Quelle:
* Red: Ulrichsberg-Treffen soll heuer doppelt so groß werden. Veranstalter Kandussi erwartet bis zu 900 Besucher, 25.8.2012, http://www.profil.at/articles/1234/560/339822/ulrichsberg-ulrichsberg-treffen

Braune Tagung mit drei rechten Ex-Militärs

Sudholt-Zeitgespraech
Vom 5. bis zum 7. Oktober 2012 sollen im „Raum Halle/Weimar/Leipzig“ die Sudholt-Zeitgespräche zum Thema „Das Leben für die Freiheit – Die Epoche der Befreiungskriege“ stattfinden. Der Sudholt-Verlag ist ein extrem rechter Verlag aus Bayern. Als Referenten werden neben Bernd Rill, Prof. Jürgen Ziechmann, Albrecht Jebens, Günther Deschner, Walter Post und Dr. Helmut Simon auch die drei Ex-Militärs Christian E. O. Millotat Dr. Günther Roth (Brigadegeneral a.D.) und Dr. Heinz Magenheimer angekündigt:
* Dr. Heinz Magenheimer (* 1943) aus Österreich war Dozent an der österreichischen Landesverteidigungsakademie Wien („Institut für strategische Grundlagenforschung“) und vertritt die Präventivkriegs-These.
* Generalmajor a. D. Christian Otto Eduard Millotat (* 1943). Millotat diente 1963 bis 2004, war 13 Monate Stellvertreter des Kommandeurs der Kosovo Force in Pristina, war Stabsabteilungsleiter im Bundesverteidigungsministerium, leitender Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr und zuletzt als Sicherheitsbeauftragter für Bosnien und Herzegowina. Er war Beisitzer in der Clausewitz-Gesellschaft und Leiter ihres Süd-West Kreises. Millotat ist Autor bzw. Mitarbeiter in des extrem rechten Magazins „Deutschen Geschichte“ und ist Autor im „Druffel & Vowinckel“-Verlag („Eliten der Bundeswehr im Einsatz“, 30. Oktober 2008, Vorwort von General a.D. Dr. Klaus Reinhardt).
* Dr. Günther Roth ist laut Veranstaltungsankündigung ein ein Brigadegeneral a.D.

Österreich: Fallschirmjäger-Verein organisiert ein Gedenken an „Helden“ der Wehrmacht

Der „Verein Militärischer Fallschirmjäger Verbund Ostarrichi“ organisiert in Feldbach (Südsteiermark) ein Treffen zum Gedenken gefallener Wehrmachtssoldaten. Die „Kretafeier“ zog 2010 und 2011 etwa 200 Personen an, 2009 sind es nur 50 gewesen.
Für Zulauf soll nach Medienberichten Josef Paul Puntigam, Brigadier a. D., ehemaliger Infanteriechef des Österreichischen Bundesheeres und ehemaliger Kommandant der Jägerschule, gesorgt haben. Puntigam ist seit 2008 zum Präsidenten des Fallschirmjäger-Vereins. Außerdem ist Puntigam Mitglied der Studentenverbindung Tafelrunde Wiking und hat das Vorwort zu dem 2006 im extrem rechten Pour-le-Mérite-Verlag erschienene Bildband „Geheime Krieger“ verfasst. Der extrem rechten „Deutschen Militärzeitschrift“ stand er für die Ausgabe Nr. 52, Juli/August 2006 als Interviewpartner zur Verfügung.
Unter den Teilnehmenden befanden sich Bundesheerangehörige in Uniform ,Polizisten und Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft IV, der frühere Waffen-SS-Mitglieder angehören. Dem Heer wurde von offizieller Stelle die Teilnahme am Treffen in Feldbach untersagt. Deswegen dürfen Vereinsmitglieder bei ihren Veranstaltungen keine Uniform tragen.

Wie das Magazin „Falter“ herausgefunden hat, ist der Verein mehr als nur ein brauner Traditionsverband:

Die Soldaten sollen im Kampfanzug erscheinen, bei Polizisten ist die Uniform erwünscht. So steht es auf dem Anmeldeformular für den „Ersten Internationalen Hochgebirgsmarsch samt Schießen“, bei dem die Teilnehmer vergangenes Wochenende in der Gegend von Kaprun auf bis zu 2639 Metern Seehöhe durchs Gebirge marschierten. […] Der Milf-O klingt nicht nur militärisch, er ist auch straff organisiert und hat in den Bundesländern „Standortkommandanten“, „Kommandanten“ für die verschiedenen Bundesheerkasernen sowie für Polizei und die Justizwache und auch einen „Ansprechpartner für unsere deutschen Kameraden“. […] Oder die ausländischen Kameraden kommen zu Besuch nach Österreich. Der „bayerische Soldatenbund“ konnte auf einem Schießplatz in Niederösterreich „mit Großkalibergewehren der Marke Heckler & Koch SL 7 und Steyr AUG StG 77“ das Schießabzeichen des Milf-O „erringen“. Ermöglicht worden sei dies durch die „hervorragenden Kontakte“ eines Bundesheer-Vizeleutnants, der ebenfalls im Vorstand des Milf-O sitzt.
Überhaupt nützt dieser Verein Bundesheereinrichtungen, als wäre er Teil des Heeres, darf sich bei Tagen der offenen Tür in verschiedenen Kasernen präsentieren, hat in der „Heeresunteroffiziersakademie“ in Enns sogar eine eigene Informationsecke zur Verfügung gestellt bekommen.

Quellen:
* Kerstin Scheller, Gudrun Springer: Militärverein organisiert braune Feier, Der Standard, 21. August 2012, http://derstandard.at/1345164758910/Militaerverein-organisiert-braune-Feier
* Schießübungen für Ostarrichi?, 22. August 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/08/22/schiesubungen-fur-ostarrichi/
* Nina Horaczek: An die Gewehre, an die Gewehre!, aus FALTER 34/12, http://www.falter.at/falter/2012/08/21/an-die-gewehre-an-die-gewehre/

Neonazi-Reservisten vor Rauswurf

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet über die Anwendung eines neuen Beschlusses des Reservistenverbandes. Im November 2011 hatte der Reservistenverband auf Bundesebene festgelegt, dass eine Mitgliedschaft in der NPD sich nicht mit der Satzung des Verbandes verträgt.

In der Reservistenkameradschaft Wetterau konnten zwei bekannte Neonazis unbehelligt an verschiedenen Reservisten-Wettkämpfen teilnehmen. Gegen die beiden sind nun Ausschlussverfahren eingeleitet worden. Die Reservistenkameradschaft selbst schweigt zu den Vorgängen.
Stefan F. aus Friedberg und Falko S. aus der Nähe von Aschaffenburg haben einiges gemeinsam. Eine Vorliebe für militärische Übungen etwa, die sie regelmäßig in der Reservistenkameradschaft Wetterau ausleben. Zusammen mit ihren Kameraden haben sie an verschiedenen Reservisten-Wettkämpfen mit Namen wie „wachsamer Keiler“ oder „Silbersee-Militärpatrouille“ teilgenommen. Diesem Hobby werden sie nicht mehr lange nachgehen können. Denn neben ihrem Engagement als Reservisten haben sie noch etwas gemeinsam – die rechtsextreme Gesinnung. Wie der Verband der Reservisten der Frankfurter Rundschau bestätigte, sind sowohl gegen Stefan F. als auch gegen Falko S. bereits Ausschlussverfahren eingeleitet worden.

NPD-Funktionär Schüssler

Quelle:
* Neonazis in Reservistenkameradschaft, http://www.fr-online.de/rhein-main/neonazis-in-reservistenkameradschaft-rechtsradikale-an-der-waffe,1472796,11639816.html

Braune Einsprengsel im olivgrünen Vorfeldgeflecht der Bundeswehr

Die rechtskonservative „Preussische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V.“ hat am 15. Januar 2012 in Berlin im Hilton-Hotel ihren Neujahrsempfang abgehalten. Dafür wurde auch in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ per Anzeige geworben. In dieser Anzeige wird auch Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, als Ehrengast angekündigt.
In einem Bericht in der „Preußisch Allgemeinen Zeitung“ vom 28.Januar zu dem Neujahrsempfang heißt es:

Als Ehrengast und Festredner begrüßte Tschapke den Wehrbeauftragten des Deutschen
Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP). Dieser bekannte sich in seiner Rede uneingeschränkt
zu den preußischen Tugenden. So führte er aus, Gehorsam und Pflichterfüllung seien einst die
Eckpfeiler der preußischen Armee gewesen und hätten auch für die Bundeswehr zu gelten.

JF-Anzeige Neujahrsempfang
Beim Neujahrsempfang waren neben der „Jungen Freiheit“ oder der ihr nahe stehenden „Bibliothek des Konservatismus“ auch der „Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V.“ und das „Wachbataillon beim Bundesminister der Verteidigung“ mit einem Stand vertreten.

Hamburg: Burschenschaft Germania, Militär und Bundeswehr

In einem lesenswerten Beitrag auf dem linken Informationsportal „Indymedia linksunten“ heißt es:

Wer Mitglied der Germania werden will, darf weder Frau noch offensichtlich „undeutsch“ sein, er kann aber Neonazi sein und er muss gedient haben. Denn bei den Waffenstudenten wird nicht nur die Verteidigung der Ehre bei der Mensur, sondern auch die des Vaterlandes mit der Waffe verlangt. So wundert es wenig, dass Alte Herren im Reservistenverband der Bundeswehr organisiert sind und Aktive an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) studieren. Auch Veranstaltungen widmet die Germania gerne soldatischen Themen.
So machte HSU-Student Martin D. im Juli 2010 seinen Fuxenvortrag zum Thema „private Söldnerfirmen“ und im November folgte dann Fux Jan-Mortimer B. mit dem Thema „Afghanistan – Der deutsche Versuch im ‚großen neuen Spiel’ zu bestehen – aus Sicht eines Truppenoffiziers“.
Die wichtigste Verbindung der Germanen zur Bundeswehr dürfte jedoch Oberstleutnant d. R. Ramon-Stefan Schmidt als Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. repräsentieren. Dass Kamerad Schmidt auch zum Vortrag des Naziideologen Schwab in sein Burschenhaus ging, ist nicht unwahrscheinlich. Immerhin war der Oberreservist bis 2009 auch stellvertretender Vorsitzender des Altherrenverbandes der Germania. Die Alten Herren haben durch ihre finanzielle, personelle und ideelle Unterstützung erheblichen Einfluss auf die Vorgänge im Germanenhaus. Ob sich der Genuss, oder auch nur die Duldung von Nazivorträgen allerdings mit der Verantwortung für 2.200 Reservisten aus Hamburg verträgt ist fraglich. Nazifreund Schmidt ist formell immerhin auch Vorsitzender von Hauptmann der Reserve Michael Neumann, besser bekannt als Hamburgs Innensenator.

Quelle:
* Felix Krebs: HH: Nazis, Burschen, Bundeswehr, 11.01.2012, http://linksunten.indymedia.org/de/node/53106

Auch in Hessen wollen Neonazis bei Reservisten an der Waffe trainieren

Wie die „hessenschau“ und „hessischer rundfunk“ (hr) berichtet tummeln sich auch in hessischen Reservisten-Verbänden Neonazis, die dort an der Waffe geschult werden. Ein hr-Reporter erkannte beim Einsatz auf einem Weihnachtsmarkt in Gertenbach (Werra-Meißner) Roman W., einen Neonazi, gegen den derzeit auch die Polizei ermittelt. Der Neonazi war mit anderen Reservisten der „Kurhessischen Marschgruppe Hürtgenwald“, Teil einer Reservistenkameradschaft, als ehrenamtlicher Verkehrsposten im Einsatz. Weil Roman W. nicht gedient hatte, trug er allerdings im Gegensatz zu den Anderen keine Uniform.
Roman W. hatte nimmt nicht nur an Neonazi-Aufmärschen teil und wird dem Umfeld der Neonazi-Kameradschaft „Freier Widerstand Kassel“ zugerechnet, er soll auch im September in Kassel Nazi-Parolen u.a. auf das Holocaust-Denkmal gesprüht haben. Eine Polizeistreife nahm ihn mit seinem Freund David R. auf frischer Tat fest. Gegen beide läuft deswegen derzeit ein Ermittlungsverfahren. Auch David R., der 2008 für die NPD kandidierte, macht in Kurhessen bei der Reservistenarbeit mit.
Beide Neonazis hätten eine Aufnahme in eine benachbarte Kameradschaft beantragt und seien in der Bewährungszeit gewesen, so die verantwortlichen Reservisten-Funktionäre.

Wehrsportübung Nazis
OBEN: Bild von Nazi-Waffentraining, gefunden 2005 auf der Nazi-Homepage „www.blodsfana.de“

Nach den Medien-Hinweisen wollen die Zuständigen nun reagieren und die Neonazis ausschließen. Bislang wurden 2010 sechs Neonazis in Hessen, meist erst nach Hinweisen, ausgeschlossen. Insgesamt sollen in den vergangenen zehn Jahren bundesweit bereits 57 Menschen ausgeschlossen worden sein.

Quellen:
* hessenschau-Recherche: Neonazis bei hessischen Reservisten, http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&key=standard_document_43328520
* clm: Einsatz bei Weihnachtsmarkt: Rechtsextreme halfen Reservisten, 07.12.11, http://www.hna.de/nachrichten/werra-meissner-kreis/witzenhausen/neonazis-halfen-schloss-1521164.html

Volkstrauertag in München: Burschenschafter, Ritterkreuzträger und die Bundeswehr

Robert Andreasch vom AIDA-Archiv in München hat einen informativen Artikel über den diesjährigen Volkstrauertag in München veröffentlicht:

Zusammen mit bekannten ultrarechten Organisationen wie der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ ehemaliger Wehrmachts- und Waffen-SS-Angehöriger und der völkischen „Burschenschaft Danubia“ gestalteten Bundeswehr und Bundespolizei die Veranstaltung zum Volkstrauertag im Münchner Hofgarten. Im Publikum anwesend: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
Bei einer vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ mitinitiierten Veranstaltung zum Volkstrauertag kam es am Sonntag, 13. November 2011, im Hofgarten an der Staatskanzlei zu einer bemerkenswerten Allianz: Bundespolizeidirektion und Bundeswehr gestalteten den Trauerzug und die Kranzniederlegung gemeinsam mit ultrarechten Gruppen wie der „Burschenschaft Danubia“ oder der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR).
In den Stunden vor der Gedenkfeier war der Ablauf von den Staatsorganen gemeinsam mit den Aktivisten der rechten Gruppen besprochen und eingeübt worden. Sympathisant_innen der beteiligten Ultrarechten hatten zudem im Vorfeld Eintrittskarten für die Veranstaltung ausgehändigt bekommen. Im Publikum, das diesem Aufzug beiwohnte, befand sich auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

„Traditionsgemeinschaft“
Die „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ besteht unter diesem Namen seit 1955, davor gab es die „Gemeinschaft der Ritterkreuzträger“. Der Name bezieht sich auf die nationalsozialistische Tapferkeitsauszeichnung: Infolge des Polenfeldzugs verlieh Adolf Hitler persönlich über 7000 „Ritterkreuz“-Auszeichnungen zum „Eisernen Kreuz“. 438 dieser militärischen Orden erhielten Mitglieder der SS und Waffen-SS, z. B. der Kriegsverbrecher und SS-Obergruppenführer Josef „Sepp“ Dietrich. Konnten zunächst nur Träger eines „Ritterkreuzes“ oder des sogenannten „Militärverdienstkreuzes“ Mitglied der OdR werden, nimmt die Organisation heute auch Sympathisant_innen auf. Joachim Philipp aus Unterschleißheim ist stellvertetender Vorsitzender der OdR.
Die militaristische „Ordensgemeinschaft“ spricht das nationalsozialistische Deutschland von der Schuld am Zweiten Weltkrieg frei. Im Juni 1993 hieß es in der organisationsinternen Zeitschrift „Ritterkreuz“: „Das Beharren bundesdeutscher Lehrstuhlinhaber und verbeamteter Historiker auf der Legende am deutschen Überfall auf die Sowjetunion weitet sich zum peinlichsten Desaster der Nachkriegsgeschichte aus“.  Auf ihrer Jubiläumsveranstaltung im Jahr 2004 traten Reinhard Günzel, Dauerreferent der rechten Szene, sowie der Geschichtsrevisionist Gerd Schultze-Rhonhof auf, der in seinem Buch „Der Krieg, der viele Väter hatte“ ebenfalls die deutsche Kriegsschuld relativiert. Mitglieder der OdR standen in der Vergangenheit mit der extremen Rechten in Verbindung, z. B. über das Düsseldorfer Mitglied Hajo Herrmann, Multiaktivist in der deutschen Neonaziszene, oder bei der jährlichen SS-apologetischen Gedenkfeier auf dem Kärntner Ullrichsberg.

Schwarz-weiß-rot
1999 erließ Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping ein Kontaktverbot für Soldat_innen der Bundeswehr gegenüber der OdR, da diese von Leuten geführt werde, „die sehr nahe am Rechtsradikalismus sind, zum Teil direkt drin“. Für Beerdigungen und Kranzniederlegungen werden heute teilweise wieder Ausnahmeregelungen getroffen, z. B. dergestalt, dass Kränze der OdR von Bundeswehrsoldat_innen statt von den OdR-Delegierten niedergelegt werden. Im Hofgarten trugen Bundeswehrsoldaten den Kranz der OdR, der mit einer Kranzschlaufe (Aufschrift: „Traditionsgemeinschaft des Eisernen Kreuzes – Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“) in schwarz-weiß-rot, den Farben von Kaiserreich und Nationalsozialismus sowie einem „Eisernen Kreuz“ dekoriert war. Nur einen Meter dahinter folgten die beiden Delegierten der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ ihrem Kranz.

„Heldengedenken“
Aber die OdR war nicht die einzige ultrarechte Organisation, die unter den Augen von Innenminister Herrmann am Sonntag Vormittag im Hofgarten vertreten war. Im offiziellen Trauerzug der Veranstaltenden und unter den in Formation Angetretenen befanden sich auch Mitglieder des „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ sowie Vertreter Münchner Burschenschaften, darunter „Chargen“ (in Phantasieuniformen gekleidete Funktionäre) der bis ins neonazistische Spektrum hinein verwobenen „Burschenschaft Danubia“. Die Münchner Burschenschaft „Cimbria“ hatte die Volkstrauertagsveranstaltung gar unter der aus dem Nationalsozialismus stammenden Bezeichnung „Heldengedenken“ in ihrem Semesterprogramm eingetragen.

„Kameradenkreis“
Beim „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ handelt es sich um eine Organisation, in der sich sowohl ehemalige Mitglieder von Gebirgsjägereinheiten der NS-Wehrmacht und der Waffen-SS als auch ehemalige und aktive Mitglieder der Bundeswehrgebirgstruppe organisieren. Ehrenpräsident der Vereinigung war der in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen verurteilte General a. D. Hubert Lanz.

„Danubia“
Die „Danubia“ gehört zu den am weitesten rechtsaußen angesiedelten studentischen „Burschenschaften“ überhaupt. Sie ist Teil der völkischen „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) deutscher und österreichischer Burschenschaften, die zuletzt im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) rassebiologische Aufnahmekriterien festschreiben lassen wollte. Das Haus der „Danubia“ in der Möhlstraße im Münchner Stadtteil Bogenhausen wird auch von Mitgliedern der neonazistischen „Kameradschaft München“ besucht.
Ein führendes Mitglied der Neonazitruppe soll nach Informationen des a.i.d.a.-Archivs in der letzten Zeit sogar unter der Danubia-Adresse gemeldet gewesen sein. Die neonazistische „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ hat in Kooperation mit Burschenschaftern der Danubia in deren Haus ein oberbayerisches „Regionaltreffen“ abgehalten. Das Referentenprogramm der Burschenschaft in den letzten Jahren liest sich wie das „Who is who“ der extrem rechten Szene. Im Mai 2011 hatte die „Danubia“ z. B. den „nationalrevolutionären“ Publizisten Jürgen Schwab (Nürnberg) als Vortragenden eingeladen. Schwab, der regelmäßig Texte auf der Homepage des neonazistischen „Freien Netz Süd“ veröffentlicht, war wenige Tage vorher, am 1. Mai, zusammen mit dem stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Karl Richter beim Neonaziaufmarsch in Heilbronn als Redner aufgetreten.

Quelle:
* Robert Andreasch: Rechtsum im Hofgarten, 27. November 2011, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2604:rechtsum-im-hofgarten&catid=41:parteien-und-organisationen&Itemid=151

Na Endlich! Neonazis raus aus dem Reservistenverband!

Wie die Medien berichten wurden acht extreme Rechte, mehrheitlich NPD-Mitglieder, aus dem Reservistenverband der Bundeswehr in Sachsen, der insgesamt 1.600 Mitglieder hat, entfernt:

Der sächsische Reservistenverband der Bundeswehr hat sich nach der mutmaßlichen Neonazi-Mordserie von acht Mitgliedern getrennt, die in der NPD oder der rechtsextremen Szene aktiv sind.
Neben dem Landtagsabgeordneten Winfried Petzold, der in der Leipziger Odermannstraße ein Bürgerbüro betreibt, sind darunter auch weitere NPD-Kader aus der Region.

Durch ihre Mitgliedschaft im Reservisten war es den Rechten erlaubt Waffen zu besitzen. Insgesamt sollen Sachsens Rechte im Besitz von über 150 Schusswaffen sein.

Quelle:
* Robert Nößler: Leipziger NPD-Funktionäre nach Neonazi-Morden aus Reservistenverband
ausgeschlossen, 23.11.11, http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/leipziger-npd-funktionaere-nach-neonazi-mordserie-aus-reservistenverband-ausgeschlossen/r-mitteldeutschland-a-114661.html

Reservisten beim Neujahrsempfang eines rechten Vereins in Berlin

Die „Preussische Gesellschaft Berlin-Brandenburg“ ist politisch strammrechts einzuordnen. Sie lädt immer wieder extrem rechte Referenten ein und ihr Vize-Präsident ist Dr. Erik Lehnert, der seit September 2008 Geschäftsführer des extrem rechten Thinktanks „Instituts für Staatspolitik“ (IfS) ist. In der Preussischen Gesellschaft tummeln allerhand Reaktionäre, Kaisertreue, Rechtskonservative und auch extreme Rechte. In solchen Kreisen existiert eine starke Liebe zum Militär.
Das zeigen auch die Bilder vom Neujahrsempfang. Auf denen finden sich nicht nur diverse Uniformierte, es sieht auch so aus als ob der Reservistenverband einen eigenen Stand beim Neujahrsempfang hatte.
Jahresempfang Preussischer Gesellschaft a
Jahresempfang Preussische Gesellschaft b

Quellen:
* Homepage der „Preussischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg“
* APABIZ-Dossier zur „Preussische Gesellschaft Berlin-Brandenburg“, www.apabiz.de/archiv/material/Profile/Preussische%20Gesellschaft%20Berlin-Brandenburg.htm

Reservistenverband statt Wehrsportgruppe

Wie die Tageszeitung „taz“ berichtet haben beim Reservistenverband der Deutschen Bundeswehr Mitglieder und Funktionäre der NPD Schießübungen auch mit Waffen aus dem Bundeswehrbestand abgehalten.
Ein Beispiel wäre der Reservist Gerd Fritzsche, der parteilose Kreistagsabgeordnete für die NPD im Kreistag des Landkreises Leipzig sitzt. Auch der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold sowie Sachsens NPD-Landesvize Helmut Herrmann aus Leipzig sollen mit Fritsche im Leipziger Schützenhof beim „Kurz- oder Langwaffenschießen“ Übungen absolviert haben.
Diese Fakten wurde durch einen Hcak interner NPD-Emails bekannt. In diesen heißt es u.a. in der Email eines NPD-Mitglieds:
„Dank meiner Hilfe haben Herrmann, Petzold und seine Frau auch Waffenbesitzkarten und entsprechende Waffen (Pistolen und Gewehre) durch den Reservistenverband der Bundeswehr in Leipzig erhalten.“

Der Verband der Reservisten der Bundeswehr bestätigte gegenüber der Presse offiziell, dass zwei der drei in der E-Mail erwähnten Personen bei ihm Mitglied sind. Der Reservistenverband gab sich gegenüber kritischen Fragen der Presse machtlos. Denn wer Mitglied bei der Reservistenorganisation ist, kann auch eigene Gäste mit zu den Schießübungen mitbringen.

Die Linkspartei-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz stellte die Frage:

Für mich stellt sich auch die Frage, ob hier nur die Spitze eines Eisberges sichtbar wird und die Bewaffnung der NPD über die genannten drei Personen hinausgeht.

In einer PM der NPD-Sachsen vom 7. Oktober heißt es:

Leipzigs NPD-Chef und ein NPD-Landtagsabgeordneter haben Waffenbesitzkarten über den Reservistenverband der Bundeswehr erhalten – Und wo ist das Problem?“ und es wird der betroffene NPD-Funktionär Helmut Herrmann mit folgenden Worten zitiert: „Ich bin stolz darauf, dem Reservistenverband als Feldwebel der Reserve anzugehören und habe meinen Dienst in der Nationalen Volksarmee – konkret im Luftsturmregiment 1 – in bester Erinnerung.

Quellen:
* Neonazis im Reservistenverband Rechtsextreme ballern mit, in: taz, 07.10.2011, https://www.taz.de/Neonazis-im-Reservistenverband/!79536/
* Pressemitteilung der MdL Köditz: Waffen für NPD-Funktionäre vom Reservistenverband der
Bundeswehr? Klärungsbedarf – auch für Verfassungsschutz, http://linksfraktionsachsen.de/index.php?section=news&cmd=details&newsid=1694
* Jürgen Kochinke und Kai Kollenberg: NPD-Kader am Schießstand. Interner Streit deckt Mitgliedschaft von Funktionären bei Reservistenverband der Bundeswehr auf, in: „Leipziger Volkszeitung Online“, http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0858_reservisten_npd.htm
* NPD-Kader kommen über Reservistenverband an Waffenbesitzkarten, MDR 1 Radio Sachsen, http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0858_reservisten_npd.htm
* Pressemitteilung der NPD-Sachsen: Medienhysterie um nationaldemokratische Sportschützen, 07.10.2011