Archiv der Kategorie 'Veteranen & Reservisten '

ehem. NATO-Kommandeur schreibt in neurechter Wochenzeitung

Michael Vollstedt (* 1943) ist Generalmajor a.D. Er war Major der Luftwaffe, diente elf Jahre im Bundesministerium der Verteidigung und diente bis 2000 sieben Jahre im Nato-Hauptquartier in Brüssel.
Seit geraumer Zeit schreibt er gelegentlich für die neurechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“.
In der aktuellen „Jungen Freiheit“ (30/2018) hat Michael Vollstedt einen Kommentar zum Nato-Gipfel am 11. und 12. Juli 2018 verfasst.
Michael Vollstedt JF-Autor
In diesen nennt er das russische Kaliningrad „Königsberg“ und kritisiert das die NATO vergessen hätte sich dem Thema Migration zu widmen:

„Vor allem das Thema Massenmigration hätte man aber nicht auslassen dürfen, denn eine ungezügelte Zuwanderung würde die südeuropäischen Bündnisstaaten destabilisieren und in der Folge die ganze Nato schwächen. Dies ist ein aktuelles, klares und substantielles Sicherheitsrisiko, das die Nato beschäftigen muß, so wie die Aktivitäten Rußlands gegenüber der Ukraine oder im Kaukasus.“

rechte Reservisten in Mecklenburg-Vorpommern

Die „taz“ berichtete:

„Was soll nur aus Jörg S. werden? Das ist der Versicherungsvertreter aus Rostock, ein Prepper, der sich auf den Untergang der Zivilisation vorbereitet und einst dem Militärischen Abschirmdienst der Bundeswehr auffiel, weil er beim rechtsextremen Thule-Netzwerk zu Besuch war.“

Jörg S. sollte rausgeworfen werden, doch:

„Ein Gericht entschied: Formfehler, Ausschluss ungültig. Und plötzlich ernannten dann andere Reservisten ausgerechnet Jörg S. zum Landesdelegierten. Der kündigte an, als Vorstandsmitglied zu kandidieren.“

Und weiter:

„Denn in dem gespaltenen Verband tobt seit Jahren ein offener Krieg. Der Landesvorsitzende Helge Stahn war auch in einem anderen Fall mit harter Hand vorgegangen. Er versucht seit Jahren, einen hauptamtlichen Mitarbeiter loszuwerden, dem vorgeworfen wird, Tausende rechtsextremistische Musikdateien auf einer dienstlichen Festplatte gespeichert zu haben. Der Mitarbeiter, der bis heute für den Verband arbeitet, kontert dagegen: Er werde vom Vorsitzenden gemobbt. Auch über diese „Festplattenaffäre“ hatte die taz ausführlich berichtet.
Das ist auch der Hintergrund, vor dem bereits die letzte Landesvorstandswahl juristisch angegriffen wurde. Am Samstag soll die Wahl, so hatte es ein Schiedsgericht empfohlen, nun also wiederholt werden. Der Ausgang ist wieder mal offen: Nach Informationen der taz sind derzeit neue Ausschlussschreiben unterwegs. Sie sollen auch verhindern, dass Jörg S. sich am Samstag zur Wahl stellen kann.“

Quelle:
* Christina Schmidt, Martin Kaul: Ein Prepper auf Reserve, taz, 22.06.18, http://www.taz.de/!5515049/

Mutmaßlicher Neonazi bleibt bei Reservistenverband

Obwohl Thomas K. hunderte rechten Dateien, darunter Hitlers „Mein Kampf“, NS-Reden und Musik-Dateien wie „Arisches Blut – Hitlers 100. Geburtstag.mp3“ auf der Festplatte hatte, durfte er Mitarbeiter des Verbands in Mecklenburg-Vorpommern bleiben. Er hatte seit 2011 diesen Posten inne.
Bereits 2013 ist dieser Umstand den Vorgesetzten von K. bekannt. Das „Bundesamt für Verfassungsschutz“ begutachtet sogar die Liste und stellt fest, dass es sich beim Ersteller der Liste um einen Spezialisten handelt.
Während der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern den Fall von K. problematisiert, war
offenbar die Bundesgeschäftsstelle nicht willens K. zu entlassen. Stattdessen wies die Bundesgeschäftsstelle im Januar 2014 die Mecklenburger an, die Festplattenwiederherstellung abzubrechen. Sie spricht 2014 zweimal mit K., bietet ihm eine Abfindung und Versetzung an, die dieser ablehnt. Er bleibt in seinem Amt.
Dabei wurden erst im Dezember 2017 drei Mitglieder des Reservistenverbandes ausgeschlossen, nachdem sie auf ihren Facebook-Seiten Hakenkreuze, antisemitische Parolen und volksverhetzende Aufrufe gepostet hatten.
In einem VICE-Artikel werden drei mögliche Erklärungen benannt:
„Der Mann ist entweder Neonazi. Oder er wurde Opfer einer Intrige. Oder aber er ist ein V-Mann.“
Bei einem dritten Treffen Ende Juni 2014, in Berlin kommt es zu einem Gespräch zwischen K. und Hans-Joachim Jungbluth, dem Justiziar des Reservistenverbands. Die taz zitiert aus einem Gesprächsprotokoll:

„Er [Jungbluth, Anm. d. Red.] gibt das Wort „Hitler“ in die Suchmaschine ein und präsentiert Herrn K. bildlich die Masse der Dateien, die durch diesen Suchvorgang gefunden wurden. Darunter zählt er einige Dateien auf, wie z. B. Reden von Adolf Hitler, Beiträge über Hitler aus dem ZDF Fernsehen, Musikdateien einer Gruppe namens „Arisches Blut“. Ein paar Dateien spielte Herr Jungbluth kurz vor und stellt klar, dass es sich bei diesen Dateien nicht um verwerfliche Dateien handelt, er aber auch keine Notwendigkeit sieht, dass sich eine solche Art von Dateien in dieser Masse auf einer dienstlichen Festplatte befinden.“

Im Gespräch mit der taz wiegelt und streitet Jungbluth ab.

Ein bisher unbewiesenes Gerücht, gegen das sich K. auch mit juristischen Mitteln wehrt. Genau deswegen streitet sich K. derzeit mit seinem Arbeitgeber vor dem Landesarbeitsgericht in Rostock. Er selbst will Opfer einer Intrige sein und erzählt der Inlandsgeheimdienst habe versucht ihn anzuwerben.
K. ist immer noch im Bundeswehrverband. Wegen der Festplatten-Affäre sind inzwischen SPD-Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern aus dem Reservistenverband ausgetreten.

Über den Fall war auch Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter und von 2011 bis 2016 Präsident des Reservistenverbands, unterrichtet. Er selbst schreibt am 10. Oktober des Jahres 2014 laut taz in einer Email zur Einschützung des Bundes-Verfassungsschutzes: „Also echter Neo-Nazi oder ein Verfassungsschützer.“ Und: „Ebenso möglich ist es, dass er durch die Dienste bewusst geschützt wird.
Kiesewetter verließ den Reservistenverband im Juni 2016 im Groll. Die taz schreibt:

„Als Kiesewetter Anfang 2015 erfährt, dass zwei seiner Präsidiumskollegen im Reservistenverband für den Bundesnachrichtendienst tätig sind, fühlt er sich kompromittiert. Als er im September 2015 anregt, dass sich Reservisten in der Flüchtlingshilfe engagieren sollen, erhält er etliche Drohbotschaften und Hassnachrichten.“

Kiesewetter selbst sagte im September 2017: „Ich wollte nicht das moderne, freundliche Gesicht eines rückwärtsgewandten Verbands sein.“

Verwendete Quellen:
* Thomas Vorreyer: Wie ein mutmaßlicher Neonazi beim Reservistenverband der Bundeswehr bleiben darf, 22.01.18, https://www.vice.com/de/article/mbpn9n/wie-ein-mutmasslicher-neonazi-beim-reservistenverband-der-bundeswehr-bleiben-darf
* Martin Kaul, Christina Schmidt, Daniel Schulz: Arisches Blut.mp3, taz, 22.01.18, http://www.taz.de/!5475898/

Reservistenverband schloss drei Männer aus

Bereits im Dezember 2017 wurden drei Männer vom Reservistenverband ausgeschlossen, weil sie offenbar Hitler-Bilder und Pöbeleien gegen Juden bei Facebook gepostet zu hatten.
Es handelte sich um zwei Personen aus Mecklenburg-Vorpommern. Konkret ging es um Jens S. und seine Tochter, die bis zu ihrem Rausschmiss in der Reservisten-Kameradschaft „Nossentiner und Schwinzer Heide“ im Osten des Landkreises Ludwigslust-Parchim aktiv waren. Eine weitere Person kam aus Nordrhein-Westfalen.

Bisher durften bleiben durften aber offenbar fünf Mitglieder einer rechten Prepper-Gruppe Reservisten. Die Gruppe namens „Nordkreuz“ war in den Fokus der Behörden gerückt und es war zu Hausdurchsuchungen gekommen.

Verwendete Quellen:
* Jens Wolf: Extremismusverdacht gegen Bundeswehr-Reservisten, Nordkurier, 12.12.2017,
https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/extremismusverdacht-gegen-bundeswehr-reservisten-1230673812.html
* dpa: Reservistenverband schließt zwei Mitglieder aus, 12.12.2017, https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Reservistenverband-schliesst-zwei-Mitglieder-aus,bundeswehr1802.html

Reservistenverband schloss seit 2010 lediglich 32 rechtsextreme Mitglieder aus

Der Reservistenverband der Bundeswehr hat seit 2010 lediglich 32 ehemalige Soldaten wegen Rechtsextremismus ausgeschlossen.
Das ist in Anbetracht von über 100.000 Mitgliedern vergleichsweise wenig. Allein von den Hausdurchsuchungen bei einer rechten Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern unlängst waren fünf Reservisten betroffen.

Quelle:
* Reservistenverband schließt 32 rechtsextreme Mitglieder aus, 24. Oktober 2017, http://www.deutschlandfunk.de/bundeswehr-reservistenverband-schliesst-32-rechtsextreme.2932.de.html?drn:news_id=807324

Treffen der Generationen bei den Gebirgsjägern

Die früher einflussreichen Traditionsverbände von Wehrmacht und Waffen-SS sind zusammengeschrumpft oder ganz verschwunden. Nur wenige haben sich um einen Generationswechsel bemüht. Zu diesen wenigen gehört der „Kameradenkreis der Gebirgstruppe e.V.“, der als intergenerationeller Traditionsverband von Bundeswehr- und Wehrmachts-/Waffen-SS-Gebirgsjägern fungiert.
Dadurch hat der Kameradenkreis eine gute Anbindung an die Bundeswehr. Diese beteiligt sich im Mai regelmäßig an den seit 1957 auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald in Bayern stattfindenden Feiern. Besonders die in Mittenwald stationierten Bundeswehr-Gebirgsjäger beteiligen sich an den Feiern.

Der Einbezug der Bundeswehr-Gebirgsjäger wurde auch durch eine architektonische Erweiterung sichtbar gemacht. Ursprünglich bestand das Denkmal auf dem Hohen Brendten aus zwei Stelen, die an getöteten Gebirgsjäger im Ersten und im Zweiten Weltkrieg erinnern sollen. Dazu kam 2015 eine neue Stele für die getöteten Gebirgsjäger der Bundeswehr. Dieses wurde von einer Bundeswehr-Einheit zusammen mit dem Traditiosnverband eingeweiht. Im Kameradenkreis-Blatt „Die Gebirgstruppe“ 1/2015 hieß es dazu:

„Mit dem zusätzlichen Element, das für die Toten der Gebirgstruppe Bundeswehr steht und das wir bei der nächsten Brendtenfeier am 13.09.15 weihen wollen, werden wir jetzt auch optisch unser Denkmal erweitern, so dass wir neben den beiden Säulen, die für die Opfer der WK stehen, nun ein drittes, gleichrangiges, eigen-ständiges Element haben werden, in dem sich die Opfer der Bundeswehr widerspiegeln. Damit werden wir den uns aus der Satzung abzuleitenden Auftrag, ein Verein für die Gebirgsjäger von einst und jetzt zu sein, auch in Bezug auf das Gedenken an unsere Toten von einst und jetzt mit unserem erweiterten Denkmal erfüllen. Im Anschluss an die Heeresbergführerernennung veranstalteten der Kameradenkreis der Gebirgstruppe e.V. und die Gebirgsjägerbrigade 23 die Gedenkfeier am Hohen Brendten. Der Vorsitzende des Kameradenkreises, Horst-Dieter Buhrmester, begrüßte die anwesenden Soldaten und Gäste. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Brauksiepe, in diesem Jahr hochkarätiger Gast der Veranstaltung, ließ es sich nicht nehmen, bei der Kranzniederlegung teilzunehmen.“

Im Kameradenkreis-Blatt „Die Gebirgstruppe“ hieß es an anderer Stelle:

„Mit der heutigen Gebirgstruppe haben wir zu einer neuen Form des Gedenkens gefunden. Das Ehrenmal ist seit 2015 sichtbar auch zum Ehrenmal der Gebirgssoldaten der Bundeswehr umgestaltet. Zum zweiten Mal wird das Gedenken nun von einer militärischen Zeremonie der Truppe sowie einem Kameradschaftsabend mit den aktiven und ehemaligen Gebirgssoldaten und deren Gästen eingerahmt. Schon im letzten Jahr, bei sehr schlechtem Wetter, haben wir eine gute Resonanz gefunden.
Mein Aufruf an alle Mitglieder, die seit längerem nicht mehr den Weg zum Ehrenmal gefunden haben lautet: Halten Sie sich Mittwoch, den 24. Mai 2017, frei! Nehmen Sie teil am 60. Ehrentag des Denkmals und am zweiten Tag der Gebirgssoldaten.“

An anderer Stelle dagegen wird vom Kameradenkreis ein Rückzug aus gemeinsamen Veranstaltungen beklagt. Neben der Feier auf den Hohen Brendten bei Mittenwald gibt es auch noch ein Kreta-Gedenken in Bad Reichenhall, was an die NS-Besetzung der griechischen Insel durch Gebirgs- und Fallschirmjäger erinnern soll. In „Die Gebirgstruppe“ 2016 wird beklagt:

„Zum Kretagedenken 2015 stellte der 1. Vorsitzende fest, dass die Bundeswehr sich aus der Veranstaltung immer mehr zurückziehe, auch die Stadträte beteiligten sich neben dem Oberbürgermeister nur marginal. Noch 2011 bekannte sich der Stadtrat einstimmig in einer Resolution zur Kretabrücke und erweiterte das Gedenken zum Sinnbild der Völkerverständigung und Versöhnung. In diesem Jahr ist es 75 Jahre her, dass die vor Kreta auf See gefallenen Gebirgsjäger die damalige Garnison und die Stadt Bad Reichenhall erschütterten. Die Kameradschaft wird auch heuer im Mai mahnend daran erinnern. Noch ein Kreta-Veteran ist in unseren Reihen, das macht uns deutlich, dass nunmehr das Mahnmal für die Lebenden – wie es die Stadträte auf die Gedenktafel setzen ließen- der Kern eines jährlichen Gedenkens sein muss.“

(Seite 40)

Reservisten mit an rechter Gruppe beteiligt

Am 28. August 2017 durchsuchten Polizeibeamte im Raum Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern unter Anleitung des Generalbundesanwalts sechs Häuser und Geschäftsräume. Durch Recherchen im Fall von Franco A. waren sie auf eine rechte Gruppe von Preppern, Leute die sich auf den Staatszerfall vorbereiten, aufmerksam geworden.
Bei den Durchsuchungen fanden sie auch Listen mit rund 5.000 Personen, darunter rund 100 Politiker*innen, samt Adressen und Bildern. Die Personen sind vor allem Linke, Flüchtlingshelfer*innen oder Beteiligte an Wohnprojekten. Ein Teil der Daten könnte von einem Polizisten über seinen Dienstcomputer beschafft worden sein.
Die Vermutung: Es könnte sich um Feindlisten handeln.

Die Durchsuchten gehörten alle zu der Messenger-Prepper-Gruppe „Nordkreuz“. Zu der 30köpfigen Gruppe gehören auch ein Kriminaloberkommissar, ein LKA-Beamter und ein Rechtsanwalt. Einige sind AfD-Mitglieder. Auffälligerweise sind fünf der sechs Durchsuchten in derselben Ortsgruppe des Reservistenverbandes der Bundeswehr. Im Bericht der taz heißt es:

„Nach Informationen von taz und NDR sind fünf der Personen, die im Rahmen der Ermittlungen in den Fokus geraten sind, in der Reservistenkameradschaft beim Fliegerhorst Laage organisiert. Das ist ein Flugplatz der Bundeswehr und seit 1993 Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“.
Drei der Personen – zwei Zeugen und einer der Beschuldigten, bei dem die Namensliste gefunden wurde – sind Mitglied in der Reservistenarbeitsgemeinschaft Schießsport Schwerin-Hagenow. In solchen Gruppen wird etwa mit Pistolen oder Karabinern geschossen oder mit der zivilen Variante des Sturmgewehrs G3.“

Reservisten-Kameradschaft Fliegerhorst Laage
Offenbar scheinen sie hier die Waffen-Benutzung zu trainieren, um im Fall eines Staatszerfalls kämpfen zu können.

Aufmerksam auf die Gruppe geworden waren die Ermittlungsbehörden durch einen Reserveoffizier. Die Ostseezeitung schreibt:

„Beim Schießen treffen die Bundeswehr-„Prepper“ auch auf Horst S., den Major der Reserve mit den vielen Handy-Kontakten. S. war bis zum vergangenen März Vizelandeschef des Reservistenverbandes von Mecklenburg-Vorpommern. Sie tauschen ihre Gewehre untereinander aus. Der Major bewundert die Ordonanzwaffen des Rostocker Anwalts, historische halbautomatische Karabiner, Kaliber 7,62. Man versteht sich. „Wir haben alle eine gesunde konservative Einstellung“, sagt Horst S. Zusammen gehen sie sogar schießen auf der Schießsportanlage Schwerin-Hagenow – unter dem Dach des Reservistenverbands.“

Laut taz gilt Horst S. „als entscheidende Brücke zwischen zwei Verfahren, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Rechtsterroristen und Soldaten Franco A. – und die Erstürmung der Häuser in Mecklenburg-Vorpommern.“
Der Reserveoffizier war in den Fokus des MAD geraten „aufgrund seiner möglichen Nähen zu rechter Ideologie und Strukturen“. Die Ostseezeitung schreibt:

„Dabei gerät Horst S. ins Visier des Bundeswehr-Geheimdienstes MAD. Wenige Wochen nach der Verhaftung des Oberleutnants klingelt bei ihm zu Hause in Krakow am See das Telefon. Das Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern bittet zum Rapport nach Schwerin. Brigadegeneral Gerd Kropf stellt unbequeme Fragen und konfrontiert ihn mit belastenden Details. Horst S. gibt zu, über das rechtsextremistische Thule-Seminar Bücher über die Waffen-SS gekauft zu haben, angeblich um mehr über seinen Großvater, einen ehemaligen SS-Mann, zu erfahren. Damit hält er die Sache für erledigt – eine trügerische Fehleinschätzung. MAD und Bundesverfassungsschutz weiten ihre Ermittlungen aus – und stoßen auf den „Prepper“-Chat.“

Quellen
* Reservisten im Verdacht, taz, 15.09.17, http://taz.de/Rechte-Terrorzelle-in-Meck-Pomm/!5448278/
* Jörg Köpke/RND: Mecklenburg und die Eiserne Reserve, Ostseezeitung, 15.09.17, http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Politik/Mecklenburg-und-die-Eiserne-Reserve

Berliner Reservistenkameradschaft nennt sich nach Ritterkreuzträger

Die „Reservistenkameradschaft 14“ in der Landesgruppe Berlin ist seit dem 12. Mai 2004 nach dem Ritterkeuzträger Günter Halm (1922-2017) benannt.
Günther Halm Reservistenkameradschaft
Sie selbst schreibt auf ihrer Internet-Präsenz „Über Günter Halm, den Namensgeber“:

„Der Namensgeber unserer Reservistenkameradschaft verstarb am 26. September 2017. Günter Halm wurde 27. August 1922 in Elze/Niedersachsen geboren und wuchs in Hildesheim auf. Nach dem Besuch der Oberrealschule leistete er ein zweijähriges Praktikum als Vorbereitung auf das Studium ab. Im August 1941 kam die Einberufung zum Wehrdienst. Nach der Grundausbildung kam er im April 1942 zum Deutschen Afrika-Korps. Hier zeichnete er sich als Richtschütze einer Panzerabwehrkanone in mehreren Einsätzen mit besonderem Mut aus und dies vor allem in der Schlacht um die El-Alamein-Stellung, in der er sieben Kampfwagen der Briten abgeschossen und damit einen Durchbruch verhindert hatte. Schon mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet, verlieh Generalfeldmarschall Erwin Rommel im August 1942 dem damals 20-jährigen Grenadier das Ritterkreuz. Er war damit der jüngste Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht. Als Leutnant geriet er 1944 im Kessel von Falaise in alliierte Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Für ihn war an ein Studium in den Nachkriegsjahren nicht zu denken. So entschloss sich Günter Halm, zusammen mit seiner Ehefrau die Brennstoffhandlung seiner Schwiegereltern zu übernehmen, die er bis 1988 geführt und dann aus Altersgründen verkauft hatte.“

Unerwähnt bleibt dabei, dass der dieses Jahr verstorbene Halm auch Bundesvorsitzender der rechten „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR) war. Zur OdR verfügte das Verteidigungsministerium 1999 ein Kontaktverbot. Offenbar ist es trotzdem kein Problem, wenn eine Reservistenkameradschaft nach dem OdR-Vorsitzenden benannt ist.

Identitären-Aktivist übernimmt Schulung im Reservistenverband der Bundeswehr

Vortrag Deutsche Identität
Wie das Infoportal „Endstation Rechts“ berichtet, war Sebastian Zeilinger aus Bayern Anfang Mai 2017 an einer Schulung der Landesgruppe Niedersachsen des Reservistenverband der Bundeswehr als Referent zum Thema „Deutsche Identität“ beteiligt. Zeilinger ist seit Anfang 2016 stellvertretender Vorsitzender der extrem rechten „Identitären Bewegung“ (IB) und IB-Landeschef in Bayern.
Mit einem Beitrag war er in dem braungrünen Blatt „Umwelt&Aktiv“ (2-2009) vertreten.

Militärs bei der AfD Berlin

Die taz berichtete unlängst darüber dass die Berliner AfD bei den anstehenden Landtagswahlen auf „militärische Führungsstärke“ setzt.
Sie schreibt:

„Zum Spitzenkandidaten gekürt wurde wie erwartet der Landesvorsitzende Georg Pazderski, Offizier im Ruhestand. Auf Platz zwei folgt der Sprecher der AfD Lichtenberg, Karsten Woldeit, der außerdem der Wahlkampfkoordinator der Berliner AfD ist und ebenfalls jahrelang als Berufssoldat arbeitete.“

Quelle
* Im Stechschritt voran, taz, http://www.taz.de/!5294959/

Zwei NPD-Funktionäre aus Reservisten-Verband entlassen

Der NPD-Bundesvorsitzende Frank Franz und der NPD-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern werden ihren Rang als Reserve-Offiziere vermutlich demnächst verlieren. Der „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.“ (VdRBw) hat entsprechende Schritte eingeleitet:

Das SPD-nahe Informationsportal „Endstation Rechts“ berichtete am 10. Dezember:

Nicht wenige Rechtsextremisten sind stolz auf ihre Dienstzeit bei der Bundeswehr. Das trifft vermutlich auch auf den Vorsitzenden der NPD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, zu. Der 63-Jährige diente der „Truppe“ in den siebziger Jahren als Zeitsoldat, nachdem er seine Uhrmacherlehre abgeschlossen hatte. Später eröffnete der frühere Anhänger der verbotenen „Wiking Jugend“ einen kleinen Uhr- und Schmuckladen in Lübtheen im heutigen Landkreis Ludwigslust-Parchim. In die NPD trat Pastörs im Zuge des ersten Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht ein – und machte schnell Parteikarriere. […] Heute darf er sich Stabsunteroffizier der Reserve nennen.
Damit könnte es aber bald vorbei sein. Wie der NDR berichtet, habe der Wehrdisziplinaranwalt rechtliche Schritte gegen Pastörs eingeleitet, da der NPD-Kader seine nachwirkende Treuepflicht zur Verfassung verletzt habe. Damit schade er dem Ansehen der Bundeswehr, so der NDR weiter. […] Der sächsische Reservistenverband ging bereits 2011 gegen NPD-Anhänger in seinen Reihen vor. Die NSU-Mordserie habe den Verband in seinem Vorgehen bestärkt, hieß es damals. Betroffen war u. a. der damalige, mittlerweile verstorbene NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold.

Auch der NPD-Parteivorsitzende Frank Franz ist von ähnlichen Maßnahmen betroffen, wie „Endstation Rechts“ in einem Artikel am 19. Dezember 2015 berichtete:

Der Vorsitzende der rechtsextremen NPD, Frank Franz, machte selbst auf den Fall aufmerksam und ließ eine Pressemitteilung auf der Parteiseite veröffentlichen. Demzufolge hätte das Landesschiedsgericht der Landesgruppe Saarland Franz mit Beschluss vom 12. Dezember aus dem Reservistenverband der Deutschen Bundeswehr ausgeschlossen. Die Überschrift des NPD-Artikels erweckt jedoch den Eindruck, dass der Ausschluss auf einer Übereinkunft zwischen dem Verband und dem NPD-Politiker beruhe: „Parteivorsitzender Frank Franz und Verband der Reservisten trennen sich“. Der 37-Jährige, der von 1997 bis 2004 Soldat bei der Bundeswehr war, sei mehrere Jahre Mitglied des Verbands der Reservisten gewesen.

Frank Franz ließ zu seinem Ausschluss verlauten:

Ich war sehr gerne Soldat, weil ich schon immer die Auffassung vertreten habe, dass es die erste Pflicht eines wehrfähigen, jungen Mannes ist, seine Heimat, sein Volk und seinen Staat notfalls verteidigen zu können.

Quellen:
* Redaktion: Bundeswehr macht NPD-Fraktionschef Pastörs Ärger, 10. Dezember 2015, http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/npd/artikel/bundeswehr-macht-npd-fraktionschef-pastoers-aerger.html
* Oliver Cruzcampo: Reservistenverband der Bundeswehr wirft NPD-Chef raus, 19. Dezember 2015, http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/npd/artikel/bundeswehr-wirft-npd-chef-raus.html

NPD-Landtagswahlkandidat in Bundeswehr-Uniform

Der NPD-Kandidat für die baden-württembergische Landtagswahlen im März 2016 in den Wahlkreisen Freiburg II und Rottweil, Michael Kerber aus Villingen-Schwenningen, präsentiert sich mit einem Porträt-Fotos, auf dem er die Ausgehuniform der Bundeswehr trägt.

Reservistenverband schaltet Anzeige in „Junger Freiheit“

Marschgruppe Hürtgenwald
Das „Hartmut-Mayer-Archiv“ (hma) über eine Anzeige in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“:

„Die „Kurhessische Marschgruppe Hürtgenwald“ nimmt in einer Todesanzeige in der „Jungen Freiheit“ (37-2015) Abschied von ihrem Angehörigen, dem Stabsgefreiten d. R. Bernd Vollmer. Dieser starb Ende August bei einem Fallschirmsprung in den Niederlanden den „Soldatentod“. Gelobt werden Vollmers Mut und seine „preußische Pflichterfüllung“. Unterzeichnet wurde die Todesanzeige von Marschgruppenführer Baumann. Die „Marschgruppe Hürtgenwald“ gehört der „Kreisgruppe Kurhessen“ des „Reservistenverbandes“ an.“

Die hessische „Marschgruppe Hürtgenwald“ war schon vorher in die Schlagzeilen geraten, weil ihr Leiter Otto Baumann per Email Beiträge aus dem Nazi-Hochglanzmagazin „Zuerst!“ verschickt hatte. Der Oberstleutnant der Reserve wurde auch von Kollegen als „deutschnational“ beschrieben. Baumann war SPD-Stadtverordneter in Witzenhausen scheint aber zur AfD gewechselt zu haben. Für einen Skandal sorgte auch, dass in der Reservistengruppe zeitweise mehrere Neonazis untergekommen waren.

Quelle:
* hma: „Soldatentod“ in der „JF“, Antifaschistische Nachrichten 20/Oktober 2015

Heidenheim: Rechter Reservist II

Im baden-württembergischen Heidenheim soll ein NPD-Kandidat aus dem Reservisten-Verband geworfen werden. Die Südwestpresse berichtete:

„Der Schnaitheimer Jens-Peter Riesner ist Orts- und Kreisbeauftrager des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und Mitglied im Reservistenverband. Jetzt will er für die NPD bei der Landtagswahl kandidieren. Die beiden Verbänden kündigen deshalb den Ausschluss an.
Der 51-jährige frühere Marinesoldat Riesner bestätigt auf Anfrage, dass er für die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD) kandidieren will. Er sei gerade dabei, die notwendigen Unterstützerunterschriften für eine Kandidatur zu sammeln. Seine Mitgliedschaft im Reservistenverband und seine Funktion im Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge sieht er nicht im Widerspruch zu seinem Engagement bei der rechtsextremen Partei: „Das beißt sich nicht“, so Riesner. Bevor man ihn ausschließe, müsse man noch viele andere ausschließen, meint der Schnaitheimer.
Roderich Kiesewetter, Präsident des Reservistenverbandes und Schriftführer im Bezirk Nordwürttemberg beim Volksbund Deutscher Kriegsgräbervorsorge ist hingegen entsetzt: Erst durch Recherchen der Heidenheimer Zeitung wurde er darauf aufmerksam, dass Jens-Peter Riesner Mitglied der NPD ist. „Gnadenlos und ganz schnell“ müsse dieser nun aus dem Reservistenverband ausgeschlossen werden, kündigt Kiesewetter an.“

Quelle:
* Silja Kummer: Kiesewetter will NPD-Kandidat loswerden, SWP, 29.07.2015, http://www.swp.de/heidenheim/lokales/heidenheim/Kiesewetter-will-NPD-Kandidat-loswerden;art1168893,3356547

Dresden: Rechter Reservist I

Der Reservistenverband Dresden reagiert auf Hetze gegen Flüchtlinge und einen Mordaufruf bei Facebook durch eines seiner Mitglieder durch Rauswurf.
Radio Dresden berichtete:

„Ein Mitglied des Verbandes hatte in einem Kommentar unter einem Beitrag zur Zeltstadt bei ‚Dresden Fernsehen‘ dazu aufgerufen, sich mit einem Maschinengewehr mit 1100 Schuss vor der Zeltstadt zu positionieren und die Flüchtlinge zu ermorden.
Der Mann werde aus dem Verband entfernt, teilte Landeschef Christoph Lötsch auf unsere Anfrage mit. Derzeit werde eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gefertigt, da der Mann den entsprechenden Kommentar nicht löschte.“

Quellen:
* Reservistenverband feuert Mitglied nach Mordaufruf, 30.07.2015, http://www.radiodresden.de/nachrichten/lokalnachrichten/reservistenverband-feuert-mitglied-nach-mordaufruf-1153041/
* Ausländerhetze bei Facebook! Reservist nach Mordaufruf gegen Flüchtlinge gefeuert, BILD, http://www.bild.de/regional/dresden/rechtsextremismus/reservistenverband-feuert-mitglied-nach-rechtsextremen-kommentar-bei-facebool-41999692.bild.html

Veteranen-Blatt „Soldat im Volk“ hat Betrieb eingestellt

Das rechtslastige und geschichtsrevisionistische Vereinsorgan „Soldat im Volk“ des Wehrmachtveteranen-Organisation „Verband deutscher Soldaten“ (VdS) wurde Ende letzten Jahres eingestellt.
Bei „Blick nach Rechts“ hieß es in einem sehr lesenswerten Analyse über „Soldat im Volk“:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.“
Auf der Homepage des „Verbandes Deutscher Soldaten“ findet sich folgender Eintrag vom 28. November 2013:
„So rufe ich Ihnen heute diese vier Worte zu, ohne dabei lächeln zu können. Es heißt, Abschied zu nehmen von unserer Verbandszeitung, die wir mangels Finanzmasse nicht länger herausgeben können, wenn nicht unerwarteter Geldregen eintrifft.
Vor fast 10 Jahren übernahm ich den Bundesvorsitz in scheinbar auswegsloser Situation; damals stand der VdS als berufsständische Vereinigung wegen der von Minister Struck verhängten Kontaktsperre zur Bundeswehr vor der Auflösungsfrage und war praktisch pleite. Ich bat Sie dann für die Fortsetzung der Arbeit um Spenden. Sie halfen seit 2004 mit insgesamt rund 150.000 Euro; namens des Bundesvorstandes kann ich Ihnen dafür auch heute gar nicht genug erneut dafür danken.
Die noch verbliebenen Mittel werden bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über die Kontaktsperre benötigt. Wer irgend kann, wird inständig um weitere Spenden gebeten, um die Zeit bis dahin durchstehen zu können. Sollte der Haushaltstopf durch glückliche Fügung die Wiederaufnahme von Soldat im Volk erlauben, wollen wir das gerne versuchen.
Der Verband deutscher Soldaten erkämpfte in den Anfangsjahren mit der 131-er Gesetzgebung die Kriegsopferversorgung. Zahllose VdS-Mitglieder bauten die neuen deutschen Streitkräfte mit auf und wirkten in besonderer Weise bei der Weitergabe soldatischer Tugenden und Traditionen an unsere jungen Soldaten mit.
Gegenwärtig erleben wir tief bestürzt, wie in der Bundeswehr die Erinnerung an unsere deutschen Armeen und deren Truppenteile gelöscht wird.
[…] In den letzten 10 Jahren widmete sich der VdS über Soldat im Volk besonders der Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

Waffen-SS-Veteran als Nazi-Zeitzeuge

Der Informationsdienst „Blick nach Rechts“ berichtet:

Unter dem Label „Treffen der Generationen“ organisieren Neonazis seit Jahren Veranstaltungen, bei denen Alt-Nazis dem Nachwuchs ihre „Lebenserinnerungen“, zumeist Kriegserinnerungen, präsentieren – jetzt auch im westfälischen Hamm.
Der lokale Kreisverband der Partei „Die Rechte“ (DR) organisierte das „1. Treffen der Generationen“, dem weitere Veranstaltungen mit den „letzten noch lebenden Zeitzeugen aus der Erlebnisgeneration“ folgen sollen. Nach Angaben der Veranstalter kamen „rund 50 Gäste aus allen Generationen und von verschiedenen Parteien und Organisationen“. Referent war der 90-jährige Kurt Barckhausen aus Kassel.
Mit 17 Jahren habe sich Barckhausen freiwillig zur Waffen-SS gemeldet, weiß der DR-Kreisverband zu berichten. Bei Kriegsende gehörte er demnach als Untersturmführer der 3. SS-Division „Totenkopf“ an. „Lebhaft“ habe Barckhausen über seine Zeit als Soldat in der „größten Freiwilligenarmee Europas“ berichtet, so „Die Rechte“. Auch sein Einsatz nach dem Mai 1945 imponiert den in der Worch-Partei organisierten Neonazis: Barckhausen habe „in Bedrängnis geratenen ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS“ gefälschte Entlassungspapiere besorgt und damit „einige Kameraden vor den alliierten Häschern retten“ können. „Stehende Ovationen“ gab es dem Veranstaltungsbericht zufolge für Barckhausens Bekenntnis, „dass er seinen Eid, den er als Soldat geschworen hat, bis heute nicht gebrochen hat“.

Quelle:
* ts: SS-Zeitzeugen, BnR, 04.12.2013

Ex-Luftwaffen-Oberst beim BND unter Rassismus-Verdacht

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in einem Artikel vom 22. März 2013:

„Der Bundesnachrichtendienst (BND) – der deutsche Geheimdienst, der im Ausland operiert – suspendierte in einem anderen Fall den Leiter seiner Mainzer Verbindungsstelle von seinem Posten und leitete gegen den Luftwaffen-Oberst der Reserve ein Disziplinarverfahren ein. Ihm werden unter anderem rechtspopulistische und islamfeindliche Äußerungen vorgeworfen.

Der Anwalt spricht von Mobbing
Der Beamte, der auch in Afghanistan im Einsatz war, soll angeblich ein Islamhasser sein. Das Bild des Bundespräsidenten soll er in der Dienststelle abgehängt und in die Besenkammer verbannt haben. Angeblich habe der Beamte bei Morgenbesprechungen gegen Ausländer polemisiert und gegen Politiker, die Deutschland in den Abgrund zögen. Auf Veranstaltungen verbreite er Untergangsszenarien.
Sein Anwalt Reinhard Mußgnug weist die Vorwürfe zurück. Der BND-Regierungsdirektor werde gemobbt, erklärt Mußgnug, der Ordinarius für Öffentliches Recht an der Uni Heidelberg ist. Der 62-Jährige weise „auf die bekannten Gefahren des Terrorismus und des Islamismus“ hin, schrieb Mußgnug dem BND. „Es mag sein, dass er diese Gefahren ernster nimmt als andere. Er übertreibt sie jedoch nicht.“ Ob er sich rechtspopulistisch äußere, müsse „dahingestellt bleiben“. Der BND-Mann denke und rede eher konservativ. Sein Mandant habe nur etwas gegen „Ultra-Islamisten wie die Taliban oder Salafisten“, sagt Mußgnug.“

Quelle:
* Hans Leyendecker und Tanjev Schultz: Rassistische Äußerungen Die Kreuzritter vom Verfassungsschutz, 22. März 2013, http://www.sueddeutsche.de/politik/rassistische-aeusserungen-die-kreuzritter-vom-verfassungsschutz-1.1630700

Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“

Bei „Blick nach Rechts“ ist eine sehr lesenswerte Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“ erschienen, worin es u.a. heißt:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

Leserbrief in extrem rechter Zeitung bringt nach Jahrzehnten Licht ins Dunkel

Im Jahr 1982 stirbt Hans-Ullrich Rudel, höchstdekorierter Luftwaffenpilot im „Dritten Reich“, Ikone des Nationalsozialismus und des Nachkries-Rechtsextremismus.
Bundeswehrsoldaten in Uniform nehmen damals in Dornhausen an der Beerdigung des Altnazis und Wehrmachtfliegers Hans-Ullrich Rudel teil, die von insgesamt 2.500 Personen, vor allem aus dem rechten Spektrum, begleitet wird.
Während des Begräbnisses überflogen Bundeswehr-Kampfflugzeuge der Typen „Phantom“ und „Starfighter“ mehrfach im Tiefflug den Ort.

Nun äußerte sich in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“, dem Ex-DVU-Blatt, Nr 3 vom 11. Januar 2013 ein Lauftwaffen-Veteran in einem Leserbrief:

Sehr geehrter Dr. Frey!
In der National-Zeitung wurde ein interessanter Artikel über Oberst Rudel veröffentlicht. Ich selbst bin ehemaliger Starfighter- und Phantom-Pilot der Luftwaffe und kann mich noch sehr gut an
die Sache mit dem Überflug erinnern. Auch daran, wie verzweifelt die dem Primat der Politik unterworfene Luftwaffenführung die „Schuldigen“ gesucht hatte. Ich habe allerdings „Manschetten“ vor der Macht der Political Correctness, die die Gut-Menschen immer wieder dazu verleitet, Existenzen Andersdenkender zu vernichten. Das „Letzte Geleit“ des Überflugs in Flugformation „Missing Man“ beim Rudel-Begräbnis war eine Sache, die nicht geplant, noch weniger per Flugauftrag ausgegeben werden durfte, sondern die sich spontan unter den Formationsfliegern ergeben hatte, zumal Ort und Zeit des Begräbnisses kein „Geheimnis“ waren.
Denn jeder Luftwaffen-Pilot sah damals die Einsatzbereitschaft und die fliegerischen Leistungen
von Oberst Rudel als Vorbild. Das durfte allerdings damals schon in der Öffentlichkeit nicht laut gesagt werden, man hatte den „Fall Kruppi und Franke“ noch zu gut in Erinnerung.
R. Bockelmann, per E-Post

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