Archiv der Kategorie 'Veteranen & Reservisten '

Militärs bei der AfD Berlin

Die taz berichtete unlängst darüber dass die Berliner AfD bei den anstehenden Landtagswahlen auf „militärische Führungsstärke“ setzt.
Sie schreibt:

„Zum Spitzenkandidaten gekürt wurde wie erwartet der Landesvorsitzende Georg Pazderski, Offizier im Ruhestand. Auf Platz zwei folgt der Sprecher der AfD Lichtenberg, Karsten Woldeit, der außerdem der Wahlkampfkoordinator der Berliner AfD ist und ebenfalls jahrelang als Berufssoldat arbeitete.“

Quelle
* Im Stechschritt voran, taz, http://www.taz.de/!5294959/

Zwei NPD-Funktionäre aus Reservisten-Verband entlassen

Der NPD-Bundesvorsitzende Frank Franz und der NPD-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern werden ihren Rang als Reserve-Offiziere vermutlich demnächst verlieren. Der „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.“ (VdRBw) hat entsprechende Schritte eingeleitet:

Das SPD-nahe Informationsportal „Endstation Rechts“ berichtete am 10. Dezember:

Nicht wenige Rechtsextremisten sind stolz auf ihre Dienstzeit bei der Bundeswehr. Das trifft vermutlich auch auf den Vorsitzenden der NPD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, zu. Der 63-Jährige diente der „Truppe“ in den siebziger Jahren als Zeitsoldat, nachdem er seine Uhrmacherlehre abgeschlossen hatte. Später eröffnete der frühere Anhänger der verbotenen „Wiking Jugend“ einen kleinen Uhr- und Schmuckladen in Lübtheen im heutigen Landkreis Ludwigslust-Parchim. In die NPD trat Pastörs im Zuge des ersten Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht ein – und machte schnell Parteikarriere. […] Heute darf er sich Stabsunteroffizier der Reserve nennen.
Damit könnte es aber bald vorbei sein. Wie der NDR berichtet, habe der Wehrdisziplinaranwalt rechtliche Schritte gegen Pastörs eingeleitet, da der NPD-Kader seine nachwirkende Treuepflicht zur Verfassung verletzt habe. Damit schade er dem Ansehen der Bundeswehr, so der NDR weiter. […] Der sächsische Reservistenverband ging bereits 2011 gegen NPD-Anhänger in seinen Reihen vor. Die NSU-Mordserie habe den Verband in seinem Vorgehen bestärkt, hieß es damals. Betroffen war u. a. der damalige, mittlerweile verstorbene NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold.

Auch der NPD-Parteivorsitzende Frank Franz ist von ähnlichen Maßnahmen betroffen, wie „Endstation Rechts“ in einem Artikel am 19. Dezember 2015 berichtete:

Der Vorsitzende der rechtsextremen NPD, Frank Franz, machte selbst auf den Fall aufmerksam und ließ eine Pressemitteilung auf der Parteiseite veröffentlichen. Demzufolge hätte das Landesschiedsgericht der Landesgruppe Saarland Franz mit Beschluss vom 12. Dezember aus dem Reservistenverband der Deutschen Bundeswehr ausgeschlossen. Die Überschrift des NPD-Artikels erweckt jedoch den Eindruck, dass der Ausschluss auf einer Übereinkunft zwischen dem Verband und dem NPD-Politiker beruhe: „Parteivorsitzender Frank Franz und Verband der Reservisten trennen sich“. Der 37-Jährige, der von 1997 bis 2004 Soldat bei der Bundeswehr war, sei mehrere Jahre Mitglied des Verbands der Reservisten gewesen.

Frank Franz ließ zu seinem Ausschluss verlauten:

Ich war sehr gerne Soldat, weil ich schon immer die Auffassung vertreten habe, dass es die erste Pflicht eines wehrfähigen, jungen Mannes ist, seine Heimat, sein Volk und seinen Staat notfalls verteidigen zu können.

Quellen:
* Redaktion: Bundeswehr macht NPD-Fraktionschef Pastörs Ärger, 10. Dezember 2015, http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/npd/artikel/bundeswehr-macht-npd-fraktionschef-pastoers-aerger.html
* Oliver Cruzcampo: Reservistenverband der Bundeswehr wirft NPD-Chef raus, 19. Dezember 2015, http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/npd/artikel/bundeswehr-wirft-npd-chef-raus.html

NPD-Landtagswahlkandidat in Bundeswehr-Uniform

Der NPD-Kandidat für die baden-württembergische Landtagswahlen im März 2016 in den Wahlkreisen Freiburg II und Rottweil, Michael Kerber aus Villingen-Schwenningen, präsentiert sich mit einem Porträt-Fotos, auf dem er die Ausgehuniform der Bundeswehr trägt.

Reservistenverband schaltet Anzeige in „Junger Freiheit“

Marschgruppe Hürtgenwald
Das „Hartmut-Mayer-Archiv“ (hma) über eine Anzeige in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“:

„Die „Kurhessische Marschgruppe Hürtgenwald“ nimmt in einer Todesanzeige in der „Jungen Freiheit“ (37-2015) Abschied von ihrem Angehörigen, dem Stabsgefreiten d. R. Bernd Vollmer. Dieser starb Ende August bei einem Fallschirmsprung in den Niederlanden den „Soldatentod“. Gelobt werden Vollmers Mut und seine „preußische Pflichterfüllung“. Unterzeichnet wurde die Todesanzeige von Marschgruppenführer Baumann. Die „Marschgruppe Hürtgenwald“ gehört der „Kreisgruppe Kurhessen“ des „Reservistenverbandes“ an.“

Die hessische „Marschgruppe Hürtgenwald“ war schon vorher in die Schlagzeilen geraten, weil ihr Leiter Otto Baumann per Email Beiträge aus dem Nazi-Hochglanzmagazin „Zuerst!“ verschickt hatte. Der Oberstleutnant der Reserve wurde auch von Kollegen als „deutschnational“ beschrieben. Baumann war SPD-Stadtverordneter in Witzenhausen scheint aber zur AfD gewechselt zu haben. Für einen Skandal sorgte auch, dass in der Reservistengruppe zeitweise mehrere Neonazis untergekommen waren.

Quelle:
* hma: „Soldatentod“ in der „JF“, Antifaschistische Nachrichten 20/Oktober 2015

Heidenheim: Rechter Reservist II

Im baden-württembergischen Heidenheim soll ein NPD-Kandidat aus dem Reservisten-Verband geworfen werden. Die Südwestpresse berichtete:

„Der Schnaitheimer Jens-Peter Riesner ist Orts- und Kreisbeauftrager des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und Mitglied im Reservistenverband. Jetzt will er für die NPD bei der Landtagswahl kandidieren. Die beiden Verbänden kündigen deshalb den Ausschluss an.
Der 51-jährige frühere Marinesoldat Riesner bestätigt auf Anfrage, dass er für die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD) kandidieren will. Er sei gerade dabei, die notwendigen Unterstützerunterschriften für eine Kandidatur zu sammeln. Seine Mitgliedschaft im Reservistenverband und seine Funktion im Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge sieht er nicht im Widerspruch zu seinem Engagement bei der rechtsextremen Partei: „Das beißt sich nicht“, so Riesner. Bevor man ihn ausschließe, müsse man noch viele andere ausschließen, meint der Schnaitheimer.
Roderich Kiesewetter, Präsident des Reservistenverbandes und Schriftführer im Bezirk Nordwürttemberg beim Volksbund Deutscher Kriegsgräbervorsorge ist hingegen entsetzt: Erst durch Recherchen der Heidenheimer Zeitung wurde er darauf aufmerksam, dass Jens-Peter Riesner Mitglied der NPD ist. „Gnadenlos und ganz schnell“ müsse dieser nun aus dem Reservistenverband ausgeschlossen werden, kündigt Kiesewetter an.“

Quelle:
* Silja Kummer: Kiesewetter will NPD-Kandidat loswerden, SWP, 29.07.2015, http://www.swp.de/heidenheim/lokales/heidenheim/Kiesewetter-will-NPD-Kandidat-loswerden;art1168893,3356547

Dresden: Rechter Reservist I

Der Reservistenverband Dresden reagiert auf Hetze gegen Flüchtlinge und einen Mordaufruf bei Facebook durch eines seiner Mitglieder durch Rauswurf.
Radio Dresden berichtete:

„Ein Mitglied des Verbandes hatte in einem Kommentar unter einem Beitrag zur Zeltstadt bei ‚Dresden Fernsehen‘ dazu aufgerufen, sich mit einem Maschinengewehr mit 1100 Schuss vor der Zeltstadt zu positionieren und die Flüchtlinge zu ermorden.
Der Mann werde aus dem Verband entfernt, teilte Landeschef Christoph Lötsch auf unsere Anfrage mit. Derzeit werde eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gefertigt, da der Mann den entsprechenden Kommentar nicht löschte.“

Quellen:
* Reservistenverband feuert Mitglied nach Mordaufruf, 30.07.2015, http://www.radiodresden.de/nachrichten/lokalnachrichten/reservistenverband-feuert-mitglied-nach-mordaufruf-1153041/
* Ausländerhetze bei Facebook! Reservist nach Mordaufruf gegen Flüchtlinge gefeuert, BILD, http://www.bild.de/regional/dresden/rechtsextremismus/reservistenverband-feuert-mitglied-nach-rechtsextremen-kommentar-bei-facebool-41999692.bild.html

Veteranen-Blatt „Soldat im Volk“ hat Betrieb eingestellt

Das rechtslastige und geschichtsrevisionistische Vereinsorgan „Soldat im Volk“ des Wehrmachtveteranen-Organisation „Verband deutscher Soldaten“ (VdS) wurde Ende letzten Jahres eingestellt.
Bei „Blick nach Rechts“ hieß es in einem sehr lesenswerten Analyse über „Soldat im Volk“:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.“
Auf der Homepage des „Verbandes Deutscher Soldaten“ findet sich folgender Eintrag vom 28. November 2013:
„So rufe ich Ihnen heute diese vier Worte zu, ohne dabei lächeln zu können. Es heißt, Abschied zu nehmen von unserer Verbandszeitung, die wir mangels Finanzmasse nicht länger herausgeben können, wenn nicht unerwarteter Geldregen eintrifft.
Vor fast 10 Jahren übernahm ich den Bundesvorsitz in scheinbar auswegsloser Situation; damals stand der VdS als berufsständische Vereinigung wegen der von Minister Struck verhängten Kontaktsperre zur Bundeswehr vor der Auflösungsfrage und war praktisch pleite. Ich bat Sie dann für die Fortsetzung der Arbeit um Spenden. Sie halfen seit 2004 mit insgesamt rund 150.000 Euro; namens des Bundesvorstandes kann ich Ihnen dafür auch heute gar nicht genug erneut dafür danken.
Die noch verbliebenen Mittel werden bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über die Kontaktsperre benötigt. Wer irgend kann, wird inständig um weitere Spenden gebeten, um die Zeit bis dahin durchstehen zu können. Sollte der Haushaltstopf durch glückliche Fügung die Wiederaufnahme von Soldat im Volk erlauben, wollen wir das gerne versuchen.
Der Verband deutscher Soldaten erkämpfte in den Anfangsjahren mit der 131-er Gesetzgebung die Kriegsopferversorgung. Zahllose VdS-Mitglieder bauten die neuen deutschen Streitkräfte mit auf und wirkten in besonderer Weise bei der Weitergabe soldatischer Tugenden und Traditionen an unsere jungen Soldaten mit.
Gegenwärtig erleben wir tief bestürzt, wie in der Bundeswehr die Erinnerung an unsere deutschen Armeen und deren Truppenteile gelöscht wird.
[…] In den letzten 10 Jahren widmete sich der VdS über Soldat im Volk besonders der Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

Waffen-SS-Veteran als Nazi-Zeitzeuge

Der Informationsdienst „Blick nach Rechts“ berichtet:

Unter dem Label „Treffen der Generationen“ organisieren Neonazis seit Jahren Veranstaltungen, bei denen Alt-Nazis dem Nachwuchs ihre „Lebenserinnerungen“, zumeist Kriegserinnerungen, präsentieren – jetzt auch im westfälischen Hamm.
Der lokale Kreisverband der Partei „Die Rechte“ (DR) organisierte das „1. Treffen der Generationen“, dem weitere Veranstaltungen mit den „letzten noch lebenden Zeitzeugen aus der Erlebnisgeneration“ folgen sollen. Nach Angaben der Veranstalter kamen „rund 50 Gäste aus allen Generationen und von verschiedenen Parteien und Organisationen“. Referent war der 90-jährige Kurt Barckhausen aus Kassel.
Mit 17 Jahren habe sich Barckhausen freiwillig zur Waffen-SS gemeldet, weiß der DR-Kreisverband zu berichten. Bei Kriegsende gehörte er demnach als Untersturmführer der 3. SS-Division „Totenkopf“ an. „Lebhaft“ habe Barckhausen über seine Zeit als Soldat in der „größten Freiwilligenarmee Europas“ berichtet, so „Die Rechte“. Auch sein Einsatz nach dem Mai 1945 imponiert den in der Worch-Partei organisierten Neonazis: Barckhausen habe „in Bedrängnis geratenen ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS“ gefälschte Entlassungspapiere besorgt und damit „einige Kameraden vor den alliierten Häschern retten“ können. „Stehende Ovationen“ gab es dem Veranstaltungsbericht zufolge für Barckhausens Bekenntnis, „dass er seinen Eid, den er als Soldat geschworen hat, bis heute nicht gebrochen hat“.

Quelle:
* ts: SS-Zeitzeugen, BnR, 04.12.2013

Ex-Luftwaffen-Oberst beim BND unter Rassismus-Verdacht

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in einem Artikel vom 22. März 2013:

„Der Bundesnachrichtendienst (BND) – der deutsche Geheimdienst, der im Ausland operiert – suspendierte in einem anderen Fall den Leiter seiner Mainzer Verbindungsstelle von seinem Posten und leitete gegen den Luftwaffen-Oberst der Reserve ein Disziplinarverfahren ein. Ihm werden unter anderem rechtspopulistische und islamfeindliche Äußerungen vorgeworfen.

Der Anwalt spricht von Mobbing
Der Beamte, der auch in Afghanistan im Einsatz war, soll angeblich ein Islamhasser sein. Das Bild des Bundespräsidenten soll er in der Dienststelle abgehängt und in die Besenkammer verbannt haben. Angeblich habe der Beamte bei Morgenbesprechungen gegen Ausländer polemisiert und gegen Politiker, die Deutschland in den Abgrund zögen. Auf Veranstaltungen verbreite er Untergangsszenarien.
Sein Anwalt Reinhard Mußgnug weist die Vorwürfe zurück. Der BND-Regierungsdirektor werde gemobbt, erklärt Mußgnug, der Ordinarius für Öffentliches Recht an der Uni Heidelberg ist. Der 62-Jährige weise „auf die bekannten Gefahren des Terrorismus und des Islamismus“ hin, schrieb Mußgnug dem BND. „Es mag sein, dass er diese Gefahren ernster nimmt als andere. Er übertreibt sie jedoch nicht.“ Ob er sich rechtspopulistisch äußere, müsse „dahingestellt bleiben“. Der BND-Mann denke und rede eher konservativ. Sein Mandant habe nur etwas gegen „Ultra-Islamisten wie die Taliban oder Salafisten“, sagt Mußgnug.“

Quelle:
* Hans Leyendecker und Tanjev Schultz: Rassistische Äußerungen Die Kreuzritter vom Verfassungsschutz, 22. März 2013, http://www.sueddeutsche.de/politik/rassistische-aeusserungen-die-kreuzritter-vom-verfassungsschutz-1.1630700

Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“

Bei „Blick nach Rechts“ ist eine sehr lesenswerte Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“ erschienen, worin es u.a. heißt:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

Leserbrief in extrem rechter Zeitung bringt nach Jahrzehnten Licht ins Dunkel

Im Jahr 1982 stirbt Hans-Ullrich Rudel, höchstdekorierter Luftwaffenpilot im „Dritten Reich“, Ikone des Nationalsozialismus und des Nachkries-Rechtsextremismus.
Bundeswehrsoldaten in Uniform nehmen damals in Dornhausen an der Beerdigung des Altnazis und Wehrmachtfliegers Hans-Ullrich Rudel teil, die von insgesamt 2.500 Personen, vor allem aus dem rechten Spektrum, begleitet wird.
Während des Begräbnisses überflogen Bundeswehr-Kampfflugzeuge der Typen „Phantom“ und „Starfighter“ mehrfach im Tiefflug den Ort.

Nun äußerte sich in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“, dem Ex-DVU-Blatt, Nr 3 vom 11. Januar 2013 ein Lauftwaffen-Veteran in einem Leserbrief:

Sehr geehrter Dr. Frey!
In der National-Zeitung wurde ein interessanter Artikel über Oberst Rudel veröffentlicht. Ich selbst bin ehemaliger Starfighter- und Phantom-Pilot der Luftwaffe und kann mich noch sehr gut an
die Sache mit dem Überflug erinnern. Auch daran, wie verzweifelt die dem Primat der Politik unterworfene Luftwaffenführung die „Schuldigen“ gesucht hatte. Ich habe allerdings „Manschetten“ vor der Macht der Political Correctness, die die Gut-Menschen immer wieder dazu verleitet, Existenzen Andersdenkender zu vernichten. Das „Letzte Geleit“ des Überflugs in Flugformation „Missing Man“ beim Rudel-Begräbnis war eine Sache, die nicht geplant, noch weniger per Flugauftrag ausgegeben werden durfte, sondern die sich spontan unter den Formationsfliegern ergeben hatte, zumal Ort und Zeit des Begräbnisses kein „Geheimnis“ waren.
Denn jeder Luftwaffen-Pilot sah damals die Einsatzbereitschaft und die fliegerischen Leistungen
von Oberst Rudel als Vorbild. Das durfte allerdings damals schon in der Öffentlichkeit nicht laut gesagt werden, man hatte den „Fall Kruppi und Franke“ noch zu gut in Erinnerung.
R. Bockelmann, per E-Post

(Seite 12)

TV-Magazin berichtet über allerhand rechte Umtriebe in der Bundeswehr

Das TV-Magazin „Kontraste“ hat einen sehr sehenswerten Beitrag über rechte Umtriebe in der Bundeswehr erstellt. Darin erfährt der/die ZuschauerIn u.a., dass bei der Gedenkfeier der Bundeswehr zum Volkstrauertag – im Ehrenhain des Ausbildungszentrums Munster Bundeswehrsoldaten auch Kränze für Wehrmachtsdivisionen ablegen, darunter auch für berüchtigte Eliteeinheiten, ablegen. Genannt werden:
* die „Panzergrenadier-Division Großdeutschland“, die u.a. verantwortlich war für Massaker an dunkelhäutigen Soldaten der französischen Armee
* das Panzerkorps Feldherrnhalle, dass sich aus der Nazi-Schlägertruppe SA rekrutierte
Unter den Teilnehmer waren auch zahlreiche Veteranen der Wehrmacht und derWaffen SS und bereits am Vorabend gab es schon ein „Traditionstreffen“ im Offiziersheim der Bundeswehr.

Quelle:
* Caroline Walter und Gregor Witt: Unselige Traditionspflege bei der Bundeswehr, 29.11.12, http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_29_11/unselige_tradition.html

Bundeswehr-Reservist organisiert support für NSU-Unterstützer

Eine antifaschistische Recherchegruppe weist in einem Artikel darauf hin, dass ein Mitglied des Reservistenverbandes der Bundeswehr Solidarität mit dem NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben organisiert:

„Freiheit für Wolle“ steht auf dem T-Shirt, welches Oliver-Gerd Raninger (42) aus Wolfenbüttel auf einem Foto im Internet trägt. „Wolle“ – das ist der Spitzname von Ralf Wohlleben, der als mutmaßlicher NSU-Unterstützer derzeit in U-Haft sitzt und wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werden soll. Der ehemalige stellvertretender Landesvorsitzender der NPD in Thüringen soll die Waffe vom Typ „Ceska“ besorgt und weitergeleitet haben, mit der der so genannte „Nationalsozialistische Untergrund“  (NSU) seine Morde beging.
Oliver-Gerd Raninger, zeigt nicht nur Sympathien für Rechtsterroristen sondern ist auch selbst seit Jahren in der neonazistischen Szene aktiv. Er verfügt über gute Kontakte zu führenden Neonazis – insbesondere auch in den nordeuropäischen Ländern und ist einer der derjenigen, die hinter dem “Freundeskreis Gefangenenhilfe” stehen, der derzeit die Solidaritätskampagne für Ralf Wohlleben organisiert.
Raninger ist laut der Mitgliederzeitschrift “RK Report 2/2012″ vor kurzem in den „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.“ eingetreten und dort der „Reservisten Kameradschaft Braunschweigische Infanterie“ zugehörig. Für die Mitglieder werden laut der Webseite der „Kreisgruppe Braunschweig“ zur „Förderung Militärischer Fähigkeiten“ auch Schießtrainings mit „Handwaffen der Bundeswehr“ veranstaltet.

Quelle:
* Recherche38: Mitglied des Reservistenverbandes der Bundeswehr organisiert Solidarität mit NSU-Unterstützer, 13.11.2012, http://www.recherche38.info/2012/11/13/mitglied-des-reservistenverbandes-der-bundeswehr-organisiert-solidaritat-mit-nsu-unterstutzer/

NSU-Helfer André E. lernte Waffengebrauch bei Bundeswehr

Die „taz“ berichtet in einem Artikel:

Der Neonazi André E. war erst wenige Tage bei der Bundeswehr im thüringischen Gotha, da kommt einem Oberleutnant zu Ohren, dass sein neuer Panzerschütze politisch schwierige Ansichten vertritt. Er fragt André E., ob dieser ein „Anhänger rechtsextremem Gedankenguts“ sei. Der antwortet: „Ich denke nationalsozialistisch.“ Ob er rechtsextreme Tattoos habe, will der Oberleutnant von André E. weiter wissen. Ja, sagt der, unter anderem habe er „Blut und Ehre“ eintätowiert, „da ich die militärische Leitung der SS bewundere“.
Danach flog André E. nicht etwa aus der Bundeswehr, sondern durfte noch zehn Monate bis zum Ende seines Wehrdienstes im August 2000 bleiben.
Wenige Tage nach der Befragung begann die Schießausbildung. Der bekennende Nationalsozialist lernte das Ballern mit dem Sturmgewehr G3, der Pistole P8 und das Handgranatenwerfen – und wurde zum Gefreiten befördert.“
Weiter heißt es in dem Artikel:
„Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im November 2011 fanden die Beamten neben Nazi-Devotionalien auch André E.s Dienstzeugnis von der Bundeswehr. „Im Kameradenkreis war er anerkannt“, bescheinigte ihm der Kompaniechef darin. Für seinen weiteren Werdegang wünsche er ihm „alles Gute, viel Glück und Erfolg“.

André E., Jahrgang 1979, kommt aus Zwickau, stammt aber aus Johanngeorgenstadt. Er war Mitglied der Nazi-Gruppe „Brigade Ost“. Er soll angeblich Mitglied der 2009 verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) gewesen sein. Mit seinem Zwillingsbruder Maik E. besuchte er geheime Lager der „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“ in Thüringen.
Der (frühere?) Nazi-Skin soll seit mindestens 2001 NSU-Unterstützer gewesen sein. Er soll 2007 gemeinsam mit seiner Ehefrau das Propagandavideo hergestellt haben. Jedenfalls nutzten Zschäpe und Böhnhardt Bahncards, die auf die Namen von André und dessen Frau Susann ausgestellt waren, bezahlt wurden diese Karten von E.s Konto. Außerdem hat er für die drei Untergetauchten in der Zeit von 1999 bis 2000 eine Wohnung in einem Chemnitzer Plattenbau angemietet. E. betrieb den Nazi-Versand „Caput Mortuum“ (Deutsch: „Totenkopf“) für Szene-T-Shirts.

Quelle:
* Wolf Schmidt: SS-Fan am Sturmgewehr, 07.11.2012, http://www.taz.de/Neonazis-in-der-Bundeswehr/!105086/

Waffen-SS-Veteran tritt vor Neonazis auf

Am 13. Oktober 2012 trat der Waffen-SS-Freiwillige Ulrich Franz bei einer Neonazi-Rednerveranstaltung im Landkreis Altötting vor „gut 50 Zuschauer“ aus der rechten Szene auf. Franz hatte ab 1941 in der Waffen-SS-Division „Wiking” und später in der Waffen-SS-Division „Frundsberg” gedient.
Franz Ullrich von der Waffen-SS

Mindestens elf Personen im NSU-Umfeld dienten in der Bundeswehr

Wie die Medien berichten habe mindestens elf Personen im Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ in der Bundeswehr gedient und an damit das Waffenhandwerk gelernt. Das verweist darauf, dass in den 1990er Jahren bekennende Neonazis problemlos zur Bundeswehr gehen konnten. Das prominenteste Beispiel im NSU-Fall ist Mundlos, der sogar vom MAD befragt wurde (BraunzoneBw berichtete), offen zu seiner braunen Gesinnung stand, was aber folgenlos blieb. Im Gegenteil, Mundlos wurde sogar befördert, obwohl er mehrfach aufgefallen war. Zweimal! So war Mundlos u.a. nach einer Polizeikontrolle am 13. August 1994 in Chemnitz aufgefallen, weil er eine selbstgebastelte Visitenkarte mit dem Bild von Adolf Hitler mit sich führte. In seiner Wohnung entdeckten die Beamten NPD-Propagandamaterial und Hass-Musik. Wenige Tage nach der Durchsuchung war Mundlos durch das Singen von Nazi-Liedern in der Bad Frankenhäuser Kaserne erneut aufgefallen.
Wegen eines laufenden Strafverfahrens hätte damals eigentlich “ein Beförderungshemmnis” vorgelegen, so ein Vertreter der Behörden. In einem Artikel heißt es passend dazu: „Das Eingeständnis ist Bestandteil von neuen Akten, die eine seltsame Gleichgültigkeit der Truppe gegenüber der eindeutig radikalen Gesinnung des damals 21-Jährigen belegen.“

Quellen:
* Matthias Gebauer: NSU-Mörder Mundlos Wie die Bundeswehr den Neonazi gewähren ließ, 01.10.2012, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsu-moerder-wie-die-bundeswehr-uwe-mundlos-gewaehren-liess-a-858909.html
* Mindestens elf Personen aus dem NSU-Umfeld dienten in Bundeswehr, Thüringer Allgemeine, http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Mindestens-elf-Personen-aus-NSU-Umfeld-dienten-in-Bundeswehr-968368256

Lettland: Denkmal für Massenmord-Einheiten

Die NGO „Welt ohne Nazismus“ hat angesichts der Errichtung eines Denkmals an die Polizeibataillone in Lettland folgendes Statement veröffentlicht:

Am 14. September wurde in der lettischen Stadt Bauska in einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit der Vertreter der Stadt und der in der Regierungskoalition vertretenen Partei „Alles für Lettland“ (Visu Latvijai!) ein Denkmal eröffnet, der den Mitgliedern der drei Polizeibataillonen gewidmet ist, die die Stadt vor der „zweiten sowjetischen Okkupation“ beschützt hätten.
Die Organisatoren und die Erschaffer des Denkmals verschweigen zynischerweise, dass tatsächlich alle Militärformierungen, denen dieser Gedenkstein gewidmet ist, 1941-43 an Strafexpeditionen sowohl in Lettland als auch ausserhalb teilgenommen haben. Auf ihrem Gewissen lasten Leben von tausenden Menschen aus der Zivilbevölkerung in Dnipropetrovsk, Pskov, auf dem Gebiet Weissrusslands, als auch in der Umgebung der Stadt Bauska, in dem Wald von Likverteni wurden mehr als 2000 Juden, Einwohner von Bauska, erschossen. Auf dem Gewissen dieser Polizeibataillone ist die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung auch anderer lettischen Städte wie Riga und Ventspils. Später sind sie freiwillig in die lettische Division der Waffen SS eingetreten, wo sie unter den Fahnen der Hitlerarmee, unter dem Eid an Adolph Hitler, für das „Großdeutsche Reich“ kämpften.
Das Gedenken an die Soldaten dieser Formierungen ist auf dem wieder eröffneten Monument verewigt. Auf ihm ist der Spruch des früheren lettischen Diktators K. Ulmanis eingraviert: „Lettland muss ein Staat für die Letten sein“.
Zur Eröffnung des Gedenksteins wurden Schüler der Bauskischen Schulen eingeladen, die man am Beispiel der obengenannten nationalistischen Aussprüche erzieht, als auch am Beispiel der „Tapferkeit und Mutes“ der Soldaten der Hitlerarmee.
Man kann noch hinzufügen, dass vor vier Jahren die Stadtmunizipalität beschlossen hat aus dem Stadtpark ein Gedenkstein an die sowjetischen Soldaten – den Befreiern von Bauska zu entfernen. Am Tag des Sieges am 9. Mai ist es allen Schülern Lettlands verboten während der Unterrichtszeit zu den Denkmälern der sowjetischen Soldaten-Befreiern zu kommen.
Die internationale Menschenrechtsbewegung „Welt ohne Nazismus“, im Angesicht der Generalversammlung, die am 8-10. Oktober in Strassburg stattfinden wird, findet das, was in Bauska passiert, gefährlich, primitiv und absolut inakzeptabel für die heutige Gesellschaft.
Wir halten es für notwendig die Führung Lettlands und die Mitglieder des Munizipalitätes der Stadt Bauska an die UNO-Resolution Nr. 66/143 zu erinnern: „Beseitigung von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz“, in der eine tiefe Besorgnis über die „Verherrlichung der nazistischen Bewegung und ehemaligen Mitglieder der Organisation „Waffen-SS“, unter anderem mittels der Errichtung von Denkmälern und Memorials, Durchführung von öffentlichen Demonstrationen mit dem Ziel die nazistische Vergangenheit, nazistische Bewegung und Neonazismus zu verherrlichen, als auch durch die Erklärung der Mitglieder der Waffen-SS und derjenigen, die gegen die Antihitlerkoalition kämpften und mit der nazistischen Bewegung kollaborierten zu Teilnehmern an den nationalen Befreiungsbewegungen“.
Jedes Land und jedes Volk kann seine Helden sich selbst auswählen. Doch die Errichtung von solchen Monumenten und die Verherrlichung von Soldaten, die an Seite Hitlers gekämpft haben, beleidigt die Erinnerung an die millionenfache Opfer des nazistischen Regimes und beleidigt auch jene Völker, die unter dem germanischen Nazismus in den Jahren des Krieges gelitten haben. Das Volk Lettlands ist eines dieser Völker. Die Heroisierung der Verbrecher erschafft eine absolut umgekehrte Vorstellung der Geschichte unter der Jugend Lettlands und verharmlost die Verbrechen des Nazismus. Wir fordern von der lettischen Führung sofort die Falsifizierung der historischen Ereignisse und die Errichtung von solchen Memorialen zu unterlassen.
Wir fordern von der Munizipalität der Stadt Bauska das Denkmal, das die absolute Mehrheit der Menschen in verschiedenen Ländern der Welt, als auch die Letten selbst, beleidigt, zu demontieren.
Wir wenden uns an den Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland mit dem Aufruf die Frage über die Verherrlichung der nazistischen Verbrecher in Lettland bei der nächsten Sitzung des Ministerkomitees und bei der nächsten Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates zu besprechen.
Wir wenden uns an den Vorstand der OSZE, zu ihrem Generalsekretär Lamberto Zannier mit dem Aufruf allgemeingültige Richtlinien der OSZE über Fragen der Verherrlichung des Nazismus in Europa auszuarbeiten.
Wir wenden uns an den Generalsekretär der UNO Ban Ki-moon mit dem Aufruf, diese Frage auf der nächsten Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu besprechen. Wir rufen die Weltgemeinschaft auf, endlich die Aufmerksamkeit auf die Heroisierung der nazistischen Soldaten in Lettland zu wecken und einen Boykott der Regierung des Landes, zu erklären, mit deren Erlaubnis in Europa ein neuer Herd des Revanchismus und radikalen Nationalismus erglüht.
Unterschrieben von Boris Spiegel – Präsident des NGO „Welt ohne Nazismus“.

ÖSTERREICH: Teilnehmerzahlen bei Ulrichsberg-Treffen weit hinter den Erwartungen

Nach zwei Jahren Pause fand dieses Jahr am 16. September auf dem Ulrichsberg in Kärnten wieder das so genannte „Heimkehrertreffen“ statt. Hier versammelten sich wie zuvor Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen, Rechtspopulisten von der FPÖ und deutschnationale Burschenschafter.
Die Veranstalter hatten vollmundig verkündet, es würden bis zu 900 Gäste erwartet. In Wirklichkeit kamen aber nur 3-400 auf den Berg. Fotos zeigen leere Stuhlreihen. Das Treffen begann auch noch mit einiger Verspätung, weil es Schwierigkeiten mit dem Transport zur Gedenkstätte gab. Im Gegensatz zu den Vorjahren unterstützte das österreichische Bundesheer seit 2009 das Treffen nicht mehr mit Transport-Fahrzeugen oder auf andere Art.
Festredner war Herbert Belschan von Mildenburg, ein Waffen-SS-Veteran. Ursprünglich war der Auftritt von Mildenburg nach Protesten abgesagt worden. Laut Mitgliedern des „Arbeitskreises gegen den Kärntner Konsens“ soll der Vorsitzende der Ulrichsberggemeinschaft von einer bewussten Finte gesprochen haben, um die Medien zu beruhigen.
Auch Walter Graf, ein Vertreter der „Gedenkkameradschaft Walter Nowotny“ hielt eine Ansprache.

Quellen:
* APA/red, derStandard.at: Mitglied der Waffen-SS hielt doch Ansprache bei Ulrichsbergtreffen, 16. September 2012, http://derstandard.at/1347492645838/Mitglied-der-Waffen-SS-hielt-doch-Ansprache-bei-Ulrichsbergtreffen
* DÖW: Umstrittenes „Ulrichsbergtreffen“, Neues von ganz rechts – September 2012

AIDA-Archiv zum „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“

Beim AIDA-Archiv München findet sich auf der Homepage in einem Eintrag zum „29. September 2012“ ein sehr lesenswerter Text zum „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“:

Hemau: Landesversammlung des BSB 1874 e. V.
Der ultrarechte „Bayerische Soldatenbund 1874 e. V.“ (BSB) will seine „Landesversammlung 2012″ in Hemau im oberpfälzischen Landkreis Regensburg abhalten (11.30 Uhr, Tangrintel-Halle, August-Glöckner-Ring 1). Berichten der Lokalmedien zufolge soll bei der BSB-Versammlung der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Erlangen) ein Grußwort halten.
Der BSB, der in der Münchner Ernst-von-Bergmann-Kaserne seinen Sitz unterhält, wirkt als Dachverband von 1100 sogenannten „Kriegervereinen“ in Bayern (darunter auch der „Kriegerverein“ „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Hemau und Umgebung“ vor Ort). Bei den Zielen, so steht es auf der Homepage des BSB, sei man sich einig:
„In den Vorstellungen von Vaterland und Heimatliebe, im Bewusstsein, dem eigenen, dem deutschen Volk Treue zu schulden oder im Bekenntnis zum deutschen Soldatentum und seiner wechselvollen, insgesamt aber doch stolzen Geschichte herrscht ein hohes Maß an Übereinstimmung“. Im BSB fänden „Mitglieder aller Parteien und Strömungen, welche die deutsche Nation achten, die Leistungen und Opfer der Wehrmacht nicht leugnen und die Bundeswehr und ihre Soldaten mit Kopf und Herz bejahen“ eine Heimat.
Diese Apologie der NS-Wehrmacht ist kein Ausrutscher. Tatsächlich positioniert sich der BSB 1874 e. V. am rechten Rand: Regelmäßig werden in der Verbandszeitung „Treue Kameraden“ Artikel der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) und der ultrarechten „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ (PAZ) unverändert nachgedruckt. In vielen Ausgaben der BSB-Zeitschrift erscheinen Mitteilungen und Bilder des extrem rechten „Verband deutscher Soldaten“ (VdS), zu dem Angehörige der Bundeswehr seit 2004 keine Kontakte mehr unterhalten dürfen bzw. dessen Veranstaltungen sie nicht mehr unterstützen und besuchen dürfen. Für die Unterstützung durch den BSB und die Möglichkeit, so das „Kontaktverbot“ zu Bundeswehr-Angehörigen umgehen zu können, bedankt sich der extrem rechte „Verband deutscher Soldaten“ im Jahr 2012:
„Genau vor fünf Jahren suchten und fanden wir im BSB eine offizielle Vertretung unserer soldatischen Belange, nachdem uns dies durch den BW-Erlass ‚Kontaktverbot‘ nicht mehr möglich war. Die Verbandszeitschrift ‚Treue Kameraden‘ bildete nun für die VdS-Mitglieder im Landesverband Baden-Württemberg das Bindeglied zwischen Wehrmachtsangehörigen und Bundeswehrsoldaten.“
Im „Treue Kameraden“-Blatt des „Bayerischen Soldatenbunds“ ist geschichtsrevisionistische Propaganda nicht selten: In der Ausgabe September/Oktober 2010 durfte der bekannte Geschichtsrevisionist Alfred Schickel, Macher der extrem rechten „Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“ (ZFI), eineinhalb Seiten über die „Benesch-Dekrete“ publizieren. Und BSB-Präsident Jürgen Reichardt (Wörth) behauptete in der Ausgabe Mai/Juni 2012, bei „zahllosen Deutschen“ habe „das Geschichtsbild der SED, entstanden aus dem Klassenkampf“ die „Deutungshoheit übernommen“. „Man kenne, so Reichardt weiter, „endgültige Wahrheiten. Ob 1. Weltkrieg, Wehrmacht, 2. Weltkrieg, ob Luftkrieg, U-Boot-Krieg, Bombenopfer, Vertreibungs- oder Gebietsverluste – was nicht mit bitterer Anklage gegen die deutsche Seite verbunden wird, gilt als ‚revisionistisch‘, unzulässig.“
Ob es ein extrem rechtes Ideologiefragment gibt, das sich nicht in der BSB-Zeitschrift finden lässt? In der März/April-Ausgabe 2011 schreibt Bernd Huber vom „Salzburger Kameradschaftsbund“ beispielsweise eine ganze Seite über „Die neue Diktatur der ‚Politischen Korrektheit‘“, über Theodor Adorno “ als „geistige(n) Paten am Taufbecken der gesellschaftszerstörenden 68er Bewegung“ und über angeblich fehlende Meinungsfreiheit anhand der „mahnenden Beispiele“ „Thilo Sarrazin, der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (CDU), Brigadegeneral Reinhard Günzel und Bundespräsident Horst Köhler“.
In der „Treue Kameraden“-Ausgabe September/Oktober 2011 verfasste der „Junge Freiheit“-Autor Klaus Hammel eine „Nachbetrachtung“ zum „Fall Scheungraber“. Der ehemalige NS-Wehrmachtsoffizier Josef Scheungraber war im August 2009 vom Landgericht München wegen Mordes in 14 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden, eine Revision gegen das Urteil verwarf der Bundesgerichtshof ein gutes Jahr später. Scheungraber hat die Haftstrafe nie antreten müssen. Hammel beklagt, dass bei „solchen Prozessen gegen ‚NS-Täter‘“"sehr großzügig mit dem Geld des Steuerzahlers“ umgegangen würde, „NS-Täter“ setzt er dabei in Anführungszeichen.
Immer wieder sind Texte im Mitteilungsblatt des BSBs von Rassismus und Antiziganismus durchdrungen: Wiederum Klaus Hammel schrieb z. B. im Januar/Februar-Heft 2011 biologistisch davon, es läge „in der Natur des Menschen, sich von ‚Anderen‘ abzugrenzen und in überschaubaren Gegebenheiten leben zu wollen“.  Im „Treue Kameraden“-Heft Mai/Juni 2012 beklagte Jürgen Reichardt: „Althergebrachte Bezeichnungen oder Namen, im Deutschen seit alters gebräuchlich, gelten längst als diskriminierend, selbst wenn jemand Negermusik oder Zigeunerweisen liebt. Von Abstammung ist keine Rede mehr; ‚Wurzeln‘ hat jemand, selbst wenn er kaum deutsch spricht. Zuwanderer oder eingereiste Ausländer haben ‚Migrationshintergrund‘“. Im Juli/August 2011-Heft ließ Reichardt ein nationalistisches Gedicht Detlef von Liliencrons (1844-1909) abdrucken: „Ich bin geboren, deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches Denken eingestellt. Erst kommt mein Volk, und dann die vielen, erst meine Heimat, dann die Welt“.
Doch es geht noch schlimmer: Als Präsident des „Bayerischen Soldatenbunds“ wandte sich Jürgen Reichardt 2011 im Vorwort des Januar/Februar-Hefts an die Mitglieder und kritisierte den Paragraphen 130 des Strafgesetzbuch, der Volksverhetzung unter Strafe stellt, als, Zitat, „dehnbare(n) Gummiparagraph(en)“.


Quelle:

* http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3210:29-september-2012&catid=105:rechte-termine-sueden&Itemid=1216

Österreich: Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen-Treffen auf dem Ulrichsberg wiederbelebt

Das Magazin „Profil“ berichtet von einer Neuauflage des Treffens am Ulrichsberg in Kärnten:

Der neue Organisator Hermann Kandussi will der Veranstaltung zu alten Ehren verhelfen: „Wir wollen ein europaweites Gedenken für die Gefallenen und Heimkehrer schaffen.“
Tatsächlich ist die Veranstaltung auch ein Fixpunkt für ehemalige SS-Mitglieder und Rechtsextreme.

Ulrichsberg-Treffen 2012
OBEN: Anzeige in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“

Quelle:
* Red: Ulrichsberg-Treffen soll heuer doppelt so groß werden. Veranstalter Kandussi erwartet bis zu 900 Besucher, 25.8.2012, http://www.profil.at/articles/1234/560/339822/ulrichsberg-ulrichsberg-treffen