Archiv der Kategorie 'Traditionspflege'

Treffen der Generationen bei den Gebirgsjägern

Die früher einflussreichen Traditionsverbände von Wehrmacht und Waffen-SS sind zusammengeschrumpft oder ganz verschwunden. Nur wenige haben sich um einen Generationswechsel bemüht. Zu diesen wenigen gehört der „Kameradenkreis der Gebirgstruppe e.V.“, der als intergenerationeller Traditionsverband von Bundeswehr- und Wehrmachts-/Waffen-SS-Gebirgsjägern fungiert.
Dadurch hat der Kameradenkreis eine gute Anbindung an die Bundeswehr. Diese beteiligt sich im Mai regelmäßig an den seit 1957 auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald in Bayern stattfindenden Feiern. Besonders die in Mittenwald stationierten Bundeswehr-Gebirgsjäger beteiligen sich an den Feiern.

Der Einbezug der Bundeswehr-Gebirgsjäger wurde auch durch eine architektonische Erweiterung sichtbar gemacht. Ursprünglich bestand das Denkmal auf dem Hohen Brendten aus zwei Stelen, die an getöteten Gebirgsjäger im Ersten und im Zweiten Weltkrieg erinnern sollen. Dazu kam 2015 eine neue Stele für die getöteten Gebirgsjäger der Bundeswehr. Dieses wurde von einer Bundeswehr-Einheit zusammen mit dem Traditiosnverband eingeweiht. Im Kameradenkreis-Blatt „Die Gebirgstruppe“ 1/2015 hieß es dazu:

„Mit dem zusätzlichen Element, das für die Toten der Gebirgstruppe Bundeswehr steht und das wir bei der nächsten Brendtenfeier am 13.09.15 weihen wollen, werden wir jetzt auch optisch unser Denkmal erweitern, so dass wir neben den beiden Säulen, die für die Opfer der WK stehen, nun ein drittes, gleichrangiges, eigen-ständiges Element haben werden, in dem sich die Opfer der Bundeswehr widerspiegeln. Damit werden wir den uns aus der Satzung abzuleitenden Auftrag, ein Verein für die Gebirgsjäger von einst und jetzt zu sein, auch in Bezug auf das Gedenken an unsere Toten von einst und jetzt mit unserem erweiterten Denkmal erfüllen. Im Anschluss an die Heeresbergführerernennung veranstalteten der Kameradenkreis der Gebirgstruppe e.V. und die Gebirgsjägerbrigade 23 die Gedenkfeier am Hohen Brendten. Der Vorsitzende des Kameradenkreises, Horst-Dieter Buhrmester, begrüßte die anwesenden Soldaten und Gäste. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Brauksiepe, in diesem Jahr hochkarätiger Gast der Veranstaltung, ließ es sich nicht nehmen, bei der Kranzniederlegung teilzunehmen.“

Im Kameradenkreis-Blatt „Die Gebirgstruppe“ hieß es an anderer Stelle:

„Mit der heutigen Gebirgstruppe haben wir zu einer neuen Form des Gedenkens gefunden. Das Ehrenmal ist seit 2015 sichtbar auch zum Ehrenmal der Gebirgssoldaten der Bundeswehr umgestaltet. Zum zweiten Mal wird das Gedenken nun von einer militärischen Zeremonie der Truppe sowie einem Kameradschaftsabend mit den aktiven und ehemaligen Gebirgssoldaten und deren Gästen eingerahmt. Schon im letzten Jahr, bei sehr schlechtem Wetter, haben wir eine gute Resonanz gefunden.
Mein Aufruf an alle Mitglieder, die seit längerem nicht mehr den Weg zum Ehrenmal gefunden haben lautet: Halten Sie sich Mittwoch, den 24. Mai 2017, frei! Nehmen Sie teil am 60. Ehrentag des Denkmals und am zweiten Tag der Gebirgssoldaten.“

An anderer Stelle dagegen wird vom Kameradenkreis ein Rückzug aus gemeinsamen Veranstaltungen beklagt. Neben der Feier auf den Hohen Brendten bei Mittenwald gibt es auch noch ein Kreta-Gedenken in Bad Reichenhall, was an die NS-Besetzung der griechischen Insel durch Gebirgs- und Fallschirmjäger erinnern soll. In „Die Gebirgstruppe“ 2016 wird beklagt:

„Zum Kretagedenken 2015 stellte der 1. Vorsitzende fest, dass die Bundeswehr sich aus der Veranstaltung immer mehr zurückziehe, auch die Stadträte beteiligten sich neben dem Oberbürgermeister nur marginal. Noch 2011 bekannte sich der Stadtrat einstimmig in einer Resolution zur Kretabrücke und erweiterte das Gedenken zum Sinnbild der Völkerverständigung und Versöhnung. In diesem Jahr ist es 75 Jahre her, dass die vor Kreta auf See gefallenen Gebirgsjäger die damalige Garnison und die Stadt Bad Reichenhall erschütterten. Die Kameradschaft wird auch heuer im Mai mahnend daran erinnern. Noch ein Kreta-Veteran ist in unseren Reihen, das macht uns deutlich, dass nunmehr das Mahnmal für die Lebenden – wie es die Stadträte auf die Gedenktafel setzen ließen- der Kern eines jährlichen Gedenkens sein muss.“

(Seite 40)

Traditionserlass soll überarbeitet werden

Durch den Fall des Franco A. gab es zum einem bis zum 24. Mai 2017 die Bereinigung von Kasernen von Wehrmachtsdevotionalien, zum anderen wird derzeit auch der 35 Jahre alte Traditionserlass der Bundeswehr überarbeitet. Darüber berichtet der MDR:

„Die Bundeswehr stellt den Umgang mit ihren Traditionen auf den Prüfstand. In einem Workshop in der Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr sollen nun Soldaten, zivile Mitarbeiter und Fachleute die erste Überarbeitung des Traditionserlasses beginnen. Die Richtlinien von 1982 regeln unter anderem den Umgang mit dem Erbe der Wehrmacht. So heißt es in Punkt 6 des Erlasses, die deutschen Streitkräfte seien in den Nationalsozialismus „teils schuldhaft verstrickt, teils wurden sie schuldlos missbraucht.“ Ein Unrechtsregime wie das Dritte Reich könne Tradition nicht begründen. Erinnerungsstücke aus dieser Zeit müssten erkennbar im historischen Kontext ausgestellt werden.“
[…] Seit Erlass der Richtlinien vor 35 Jahren „wurde die deutsche Geschichte gesamtgesellschaftlich, aber gerade auch für die Bundeswehr durch nachhaltig wirkende Zäsur und Ereignisse fortgeschrieben“, teilte das Bundesverteidigungsministerium im Vorfeld des Workshops mit. Konkret steht die Veranstaltung unter dem Titel „Die Tradition der Bundeswehr im Kontext von europäischer Verteidigungsidentität und transatlantischer Sicherheitspartnerschaft“. Impulsvorträge am Vormittag widmen sich nationaler und internationaler militärischer Erinnerungskultur.“

Quelle:
* Bundeswehr überarbeitet Traditionserlass, MDR, 17.08.17, http://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/bundeswehr-ueberarbeitet-traditionserlass-100.html

Berliner Reservistenkameradschaft nennt sich nach Ritterkreuzträger

Die „Reservistenkameradschaft 14“ in der Landesgruppe Berlin ist seit dem 12. Mai 2004 nach dem Ritterkeuzträger Günter Halm (1922-2017) benannt.
Günther Halm Reservistenkameradschaft
Sie selbst schreibt auf ihrer Internet-Präsenz „Über Günter Halm, den Namensgeber“:

„Der Namensgeber unserer Reservistenkameradschaft verstarb am 26. September 2017. Günter Halm wurde 27. August 1922 in Elze/Niedersachsen geboren und wuchs in Hildesheim auf. Nach dem Besuch der Oberrealschule leistete er ein zweijähriges Praktikum als Vorbereitung auf das Studium ab. Im August 1941 kam die Einberufung zum Wehrdienst. Nach der Grundausbildung kam er im April 1942 zum Deutschen Afrika-Korps. Hier zeichnete er sich als Richtschütze einer Panzerabwehrkanone in mehreren Einsätzen mit besonderem Mut aus und dies vor allem in der Schlacht um die El-Alamein-Stellung, in der er sieben Kampfwagen der Briten abgeschossen und damit einen Durchbruch verhindert hatte. Schon mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet, verlieh Generalfeldmarschall Erwin Rommel im August 1942 dem damals 20-jährigen Grenadier das Ritterkreuz. Er war damit der jüngste Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht. Als Leutnant geriet er 1944 im Kessel von Falaise in alliierte Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Für ihn war an ein Studium in den Nachkriegsjahren nicht zu denken. So entschloss sich Günter Halm, zusammen mit seiner Ehefrau die Brennstoffhandlung seiner Schwiegereltern zu übernehmen, die er bis 1988 geführt und dann aus Altersgründen verkauft hatte.“

Unerwähnt bleibt dabei, dass der dieses Jahr verstorbene Halm auch Bundesvorsitzender der rechten „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR) war. Zur OdR verfügte das Verteidigungsministerium 1999 ein Kontaktverbot. Offenbar ist es trotzdem kein Problem, wenn eine Reservistenkameradschaft nach dem OdR-Vorsitzenden benannt ist.

Problematisches Bundeswehr-Liederbuch

Das seit 1991 existierende offizielle Bundeswehr-Liederbuch „Kameraden singt!“ wurde in jüngster Vergangenheit wegen seiner Inhalte kritisiert. So enthält es problematische Lieder wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“, das „Panzerlied“, „Das Westerwaldlied“ oder kolonialistische Lieder wie „Wie oft sind wir geschritten auf schmalem Negerpfad“.
Einige der Lieder stammen auch aus der NS-Zeit, etwa „Das Leben ist ein Würfelspiel, wir würfeln alle Tage“, ein Lied von 1943. Am Anfang heißt es darin: „Wir kämpfen für das Vaterland und glauben, dass wir siegen.“ und in einem Refrain „Wir sind die Herren der Welt, die Könige auf dem Meer.“ An einer Stelle ist die Rede von „unsrer Flagge, so rot wie das Blut“, womit wohl die Hakenkreuzfahne gemeint ist.

Aktive Soldaten verteidigen Wehrmachts-Bezug der Bundeswehr und kritisieren Verteidigungsministerin

In dem Text „Woher kommt die Bundeswehr und wo steht sie?“ kommentieren die Verfasser Jens Barthelmeß, Jan Hoffmann und Heiko H. Perlitz, „alle aktive Soldaten im Dienstgrad Oberstleutnant“, das aktuelle Vorgehen der Verteidigungsministerin.
In ihrem Kommentar machen sie sich stark für einen entpolitisierten Bezug auf die Wehrmacht, aus deren Erfahrungen bis heute gelernt werden könnte:

„Eine Antwort auf diese Frage könnte sein, dass junge Soldaten sich nicht auf die „12 dunkelsten Jahre unserer Geschichte“ beziehen, sondern auf die Kampferfahrung, die in knapp 6 Jahren dieser Zeit gesammelt wurde und bis heute international auch vielfältige Anerkennung findet.“

Die Trennung von Wehrmacht und NS-Politik ist aber eine zutiefst künstliche. Die Strategien im Kampf mit der Roten Armee sind immer auch unter dem Hintergrund des Rasse- und Vernichtungskrieges von Deutschland zu sehen, dessen ausführendes Organ eben auch die Wehrmacht war.
Kaum überraschend, kritisieren die drei Autoren auch die Kasernen-Aufräum-Aktion der Verteidigungsministerin und fordern:

„Die Ministerin muss sich bei der Bundeswehr entschuldigen!“

Generell kritisieren sie auch die „durchpazifizierte Gesellschaft“, wünschsen sich also offenbar eine stärker militarisierte Gesellschaft.
Von SoldatInnen fordern die Autoren Gehorsam und Opferbereitschaft bis zum Tode:

„Die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr haben mit ihren Vorgängern in den deutschen Armeen gemeinsam, in letzter Konsequenz auch das Leben bei der Auftragsdurchführung einsetzen und notfalls auch opfern zu müssen. Man muss deshalb erwarten können, dass Traditionslinien sich so bilden können und akzeptiert werden, die diese soldatische Besonderheit berücksichtigen. Dem ein oder anderen Stirnrunzeln in der Gesellschaft muss da gelassen, aber auch kontrovers begegnet werden.“

Reservistenverband schaltet Anzeige in „Junger Freiheit“

Marschgruppe Hürtgenwald
Das „Hartmut-Mayer-Archiv“ (hma) über eine Anzeige in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“:

„Die „Kurhessische Marschgruppe Hürtgenwald“ nimmt in einer Todesanzeige in der „Jungen Freiheit“ (37-2015) Abschied von ihrem Angehörigen, dem Stabsgefreiten d. R. Bernd Vollmer. Dieser starb Ende August bei einem Fallschirmsprung in den Niederlanden den „Soldatentod“. Gelobt werden Vollmers Mut und seine „preußische Pflichterfüllung“. Unterzeichnet wurde die Todesanzeige von Marschgruppenführer Baumann. Die „Marschgruppe Hürtgenwald“ gehört der „Kreisgruppe Kurhessen“ des „Reservistenverbandes“ an.“

Die hessische „Marschgruppe Hürtgenwald“ war schon vorher in die Schlagzeilen geraten, weil ihr Leiter Otto Baumann per Email Beiträge aus dem Nazi-Hochglanzmagazin „Zuerst!“ verschickt hatte. Der Oberstleutnant der Reserve wurde auch von Kollegen als „deutschnational“ beschrieben. Baumann war SPD-Stadtverordneter in Witzenhausen scheint aber zur AfD gewechselt zu haben. Für einen Skandal sorgte auch, dass in der Reservistengruppe zeitweise mehrere Neonazis untergekommen waren.

Quelle:
* hma: „Soldatentod“ in der „JF“, Antifaschistische Nachrichten 20/Oktober 2015

Dietl-Gedenkfeier in der Steiermark

Das antifaschistische Hartmut-Mayer-Archiv berichtet:

Aus Anlass des 70.Todestages des Wehrmacht-Generalobersten Eduard Dietl hat der “Österreichische Kameradschaftsbund“ (ÖKB) Ende Juni eine Gedenkfeier in der nordöstlichen Steiermark ausgerichtet. Etwa 200 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, die an der Stelle stattfand, wo Dietl am 23.Juni 1944 mit einem Flugzeug abgestürzt war. Unter den Teilnehmern befanden sich Abordnungen der „Kameradschaft Gebirgsjäger-Regiment 139“, des „Kärntner Abwehrkämpferbundes“ und der „Kameradschaft vom Edelweiß“. Einen vom Pfarrer der Gemeinde Waldbach geleiteten Gottesdienst gab es in diesem Jahr zum letzten Mal auf dieser Gedenkfeier. Der Pfarrgemeinderat von Waldbach hatte unlängst einhellig beschlossen, sein Mitwirken an der „problematischen“ Gedenkfeier für ein früheres Mitglied der NSDAP künftig einzustellen.“

PM des Rabatz-Bündnis: Sprengstoff bei Neonazi der Kameradschaft Berchtesgadner Land

Bad Reichenhall 2010
BILD: Benjamin Hager 8Glatze, mit Sonnenbrille) auf SS-Gedenken in Bad Reichenhall, Quelle: rabatz-Bündnis

Pressemitteilung 1/2014
25.03.2014
www.rabatz.tk
Sprengstoff bei Neonazi der Kameradschaft Berchtesgadner Land

rabatz: „Zivilgesellschaft muss endlich gegen rechte Aktivitäten aktiv werden“

Traunstein/Waging. Benjamin Hager, ein Aktivist der Neonazi-Kameradschaft Berchtesgadner Land wurde am 6. März 2014, wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Das rabatz-Bündnis fordert von der Zivilgesellschaft in der Region auf endlich gegen Neonazis aktiv zu werden.

Bei einer Hausdurchsuchung am 21. Dezember 2012 fanden Polizeibeamte bei dem 26-jährigen Waginger „Munition, Waffen, Sprengstoff und allerhand unerlaubte Pyrotechnik“[1]. Das Amtsgericht Traunstein hat nun am 6. März diesen Jahres den Neonazi wegen Erwerbs, Beförderung, Verkehrs und Umgang von und mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt[2]. Allerdings wurde die Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Vor Gericht wurde Benjamin Hager von dem neonazistischen Szenanwalt Frank Miksch (Fürth)[3] vertreten.
Bei einer Hausdurchsuchung am 21. Dezember 2012 fanden Polizeibeamte bei dem 26-jährigen Waginger „Munition, Waffen, Sprengstoff und allerhand unerlaubte Pyrotechnik“[1]. Das Amtsgericht Traunstein hat nun am 6. März diesen Jahres den Neonazi wegen Erwerbs, Beförderung, Verkehrs und Umgang von und mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt[2]. Allerdings wurde die Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Vor Gericht wurde Benjamin Hager von dem neonazistischen Szenanwalt Frank Miksch (Fürth)[3] vertreten.
Benjamin Hager ist laut dem a.i.d.a.-Archiv einer „der langjährigen Aktivisten des neonazistischen ‚Freien Netz Süd‘ (FNS). Er tritt in der Öffentlichkeit für die ‚Kameradschaft Berchtesgadener Land‘ sowie die ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ München auf“[4]. In der Vergangenheit nahm er auch auf der ultra rechten SS-Gedenkfeier in Bad Reichenhall teil. Dazu Anna Jade vom antifaschistischen rabatz-Bündnis:
„Der Vorfall zeigt erneut welche Gefahr von der Naziszene in der Region Chiemgau/ Berchtesgadner Land ausgeht. Das Reichenhaller SS-Gedenken ist ja schon lange als Treff von Alt- und Neonazis, Rechtsterroristen[5], Waffennarren[6] und Geschichtsrevisionisten bekannt. Jetzt zeigt sich auch, dass sich auch lokale Neonazis bewaffnen.“ Ihre Gewaltbereitschaft hat die Kameradschaft Berchtesgadner Land bereits mehrfach unter Beweis gestellt. So waren beispielsweise im November letzten Jahres Aktivisten der KS BGL wie Mathias Häuslmann und Alexander Donninger an den Neonazisübergriffen auf eine antirassistische Demonstration in Aachen beteiligt. Das rabatz-Bündnis fordert die
Zivilgesellschaft in der Region auf endlich gegen Neonazis aktiv zu werden. Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung: „Egal ob sich Neonazis im Pidinger Gasthaus „Altwirt“ zu einem sogenannten „Heimattreuen Volkstanz“ oder am Kugelbachparkplatz zum SS-Gedenken treffen, wir meinen Alt und Neonazis darf kein Millimeter Platz zugestanden werden. Die Bewohner*innen des Berchtesgadener Landes haben rechte Aktivitäten bereits zulange ignoriert- es wird Zeit zu handeln“.

[1] http://www.heimatzeitung.de/lokales/berchtesgadener_land/1225814_Bewaehrung-fuer-Waginger-Sprengkoerper-Bastler.html
[2] http://www.endstation-rechts-bayern.de/2014/03/bewaehrungs-und-geldstrafen-fuer-bayerische-neonazis/
[3] Frank Miksch war laut a.i.d.a. in der Vergangenheit mehrfach bei Aufmärschen des Neonazi Netzwerkes „Freies Netz Süd“ anwesend, vgl. http://aida-archiv.org/index.php?option=com_content&view=article&id=3047:25-juni-2012&catid=226:2012-juni&Itemid=1367
[4] http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4459:6-maerz-2014&catid=248:maerz-2014
[5] 2011 waren bei dem SS-Gedenken in Bad Reichenhall auch die für den geplanten Bombenanschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Zentrums am Münchner Jakobsplatz als Rechtsterroristen verurteilten Martin Wiese und Karl-Heinz Statzberger anwesend, obwohl gegen die beiden ein gerichtliches Kontaktverbot verhängt worden war.
[6] Als die Polizei 2006 erstmals die Teilnehmer*innen der Reichenhaller SS-Gedenkfeier kontrollierte wurden neben Hakenkreuzfahnen auch Sprengmittel, Pistolen, Rauchbomben und andere Waffenteile bei den damals ca. 130 anwesenden Alt- und Neonazis (u.a. aus Deutschland, Frankreich, Italien und Dänemark) beschlagnahmt.

Veteranen-Blatt „Soldat im Volk“ hat Betrieb eingestellt

Das rechtslastige und geschichtsrevisionistische Vereinsorgan „Soldat im Volk“ des Wehrmachtveteranen-Organisation „Verband deutscher Soldaten“ (VdS) wurde Ende letzten Jahres eingestellt.
Bei „Blick nach Rechts“ hieß es in einem sehr lesenswerten Analyse über „Soldat im Volk“:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.“
Auf der Homepage des „Verbandes Deutscher Soldaten“ findet sich folgender Eintrag vom 28. November 2013:
„So rufe ich Ihnen heute diese vier Worte zu, ohne dabei lächeln zu können. Es heißt, Abschied zu nehmen von unserer Verbandszeitung, die wir mangels Finanzmasse nicht länger herausgeben können, wenn nicht unerwarteter Geldregen eintrifft.
Vor fast 10 Jahren übernahm ich den Bundesvorsitz in scheinbar auswegsloser Situation; damals stand der VdS als berufsständische Vereinigung wegen der von Minister Struck verhängten Kontaktsperre zur Bundeswehr vor der Auflösungsfrage und war praktisch pleite. Ich bat Sie dann für die Fortsetzung der Arbeit um Spenden. Sie halfen seit 2004 mit insgesamt rund 150.000 Euro; namens des Bundesvorstandes kann ich Ihnen dafür auch heute gar nicht genug erneut dafür danken.
Die noch verbliebenen Mittel werden bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über die Kontaktsperre benötigt. Wer irgend kann, wird inständig um weitere Spenden gebeten, um die Zeit bis dahin durchstehen zu können. Sollte der Haushaltstopf durch glückliche Fügung die Wiederaufnahme von Soldat im Volk erlauben, wollen wir das gerne versuchen.
Der Verband deutscher Soldaten erkämpfte in den Anfangsjahren mit der 131-er Gesetzgebung die Kriegsopferversorgung. Zahllose VdS-Mitglieder bauten die neuen deutschen Streitkräfte mit auf und wirkten in besonderer Weise bei der Weitergabe soldatischer Tugenden und Traditionen an unsere jungen Soldaten mit.
Gegenwärtig erleben wir tief bestürzt, wie in der Bundeswehr die Erinnerung an unsere deutschen Armeen und deren Truppenteile gelöscht wird.
[…] In den letzten 10 Jahren widmete sich der VdS über Soldat im Volk besonders der Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

Unkritischer Text der Bundeswehr zum „Eisernen Kreuz“

Auf der Homepage der Bundeswehr erschien ein unkritischer Text zum „Eisernen Kreuz“. Darin heißt es u.a. unter der Überschrift „Vereinnahmt vom NS-Regime“:
Bundeswehr Eisernkreuz

Vom Norddeutschen Bund bereits in der Kriegsflagge gezeigt, avancierte das Eiserne Kreuz im Gefolge des Deutsch-Französischen Krieges zum gesamtdeutschen Militärsymbol. In der Zwischenkriegszeit spielte es in der Heraldik der Reichswehr eine wichtige Rolle, aber auch in bei öffentlichen Auftritten rechtskonservativer Kriegerbünde.
Die Akzeptanz des ehemals preußischen Kreuzes als militärisches Nationalsymbol veranlasste die Machthaber nach 1935 zu seiner Adaption für die Gestaltung von Truppenfahnen der Wehrmacht und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Neustiftung des Eisernen Kreuzes. Seine nationalsozialistische Vereinnahmung war durch das Aufbringen eines Hakenkreuzes auf dem Avers augenfällig.
Dieser Missbrauch des Kreuzes der nationalsozialistischen Herrschaft und im Kontext des deutschen Vernichtungskrieges 1939 bis 1945 überlagerte für geraume Zeit den ursprünglichen Sinngehalt des Eisernen Kreuzes.

Angeblich

stand das Eiserne Kreuz nicht für Militarismus und obrigkeitliche Willkür, sondern im Gegensatz dazu für die staatsbürgerliche Pflicht und die Bereitschaft des Volkes, seine Rechte und Freiheiten zu verteidigen. Des Weiteren erinnerte es an die Legitimität einer bewaffneten Auflehnung gegen Unterdrückung und Tyrannei.

Das ist falsch! Das Eiserne Kreuz war immer ein militaristisches und nationalistisches Symbol. Als es 1813 entstand, kämpften nationalistisch motivierte Freiwillige gegen die französische Besatzung unter Napoleon. Die allermeisten dieser Freiwilligen zogen die Herrschaft des „eigenen“ Königs, der des „fremden“ Kaisers vor, die Art der Herrschaft an sich wurde kaum infrage gestellt.
Am Ende des Textes heißt es: „Die Bundeswehr hat sich seitdem oft gewandelt. Das Eiserne Kreuz ist aber ihr unverwechselbares Markenzeichen geblieben.“

Quelle:
* Vereinnahmt vom NS-Regime, http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYy9DsIwEIOfpQ9ArpGKKGxUXYCNBcqCrumpjcifwpUsPDzJgC15-WzDA7IdfvSMrL1DA3cYlD6MSYxpIoEvXskYeotEminSkxey5OBWhrmgvCMuyeRY55wjso8i-MimkDXGTISeYKhl38ld_Zf87reXc9fKpulP3bUchoizRRic3yhUC0Gwtk3HqvoBlfwj9g!!/

Gedenkveranstaltung für Wehrmachtsoberst in Berlin

Am 100. Geburtstag des hochdekorierten Wehrmachtsoberst Werner Mölders (* 1913) am 18. März hielten dessen Fans von der Mölders-Vereinigung eine Gedenkveranstaltung auf dem Invalidenfriedhof in Berlin ab. Die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Nr. 14-2013 berichtet über das Gedenken:

„Die auf dem Invalidenfriedhof versammelten ehemaligen Angehörigen der Bundesluftwaffe erwarteten dann wohl auch mit einiger Spannung die Ansprache des katholischen Militärdekans a.D. Heinz Hecker, der sich aus Ermangelung aktiver Militärgeistlicher bereit erklärt hatte, die Feier am Grabe Mölders zu gestalten. […] Im Anschluß an die Andacht versammelten sich die Teilnehmer im Haus des katholischen Militärbischofs. Mit großer Spannung wurden die Ausführungen des parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), des – wie er sich nannte – „Bürgers Schmidt“ erwartet.
Sein Auftritt, der politisch durchaus brisant ist, erschien den meisten wohl wie eine indirekte Zurücknahme der „Entnamung“ des Jagdgeschwaders 74. Schmidt wandt sich sichtlich zwischen
einer Anerkennung der militärischen Leistungen von Mölders und dem, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Was bleibt? Der Bürger Schmidt hatte einen Bürger in Uniform mitgebracht
– einen Oberstleutnant. Und so war dann doch noch die Bundeswehr leibhaftig vertreten. Mehr wagte diese Republik einem im Einsatz für sein Vaterland zu Tode gekommenen
hervorragenden Soldaten, den seine Untergebenen „Vati“ nannten, nicht an die Seite zu stellen.“

Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“

Bei „Blick nach Rechts“ ist eine sehr lesenswerte Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“ erschienen, worin es u.a. heißt:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

Leserbrief in extrem rechter Zeitung bringt nach Jahrzehnten Licht ins Dunkel

Im Jahr 1982 stirbt Hans-Ullrich Rudel, höchstdekorierter Luftwaffenpilot im „Dritten Reich“, Ikone des Nationalsozialismus und des Nachkries-Rechtsextremismus.
Bundeswehrsoldaten in Uniform nehmen damals in Dornhausen an der Beerdigung des Altnazis und Wehrmachtfliegers Hans-Ullrich Rudel teil, die von insgesamt 2.500 Personen, vor allem aus dem rechten Spektrum, begleitet wird.
Während des Begräbnisses überflogen Bundeswehr-Kampfflugzeuge der Typen „Phantom“ und „Starfighter“ mehrfach im Tiefflug den Ort.

Nun äußerte sich in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“, dem Ex-DVU-Blatt, Nr 3 vom 11. Januar 2013 ein Lauftwaffen-Veteran in einem Leserbrief:

Sehr geehrter Dr. Frey!
In der National-Zeitung wurde ein interessanter Artikel über Oberst Rudel veröffentlicht. Ich selbst bin ehemaliger Starfighter- und Phantom-Pilot der Luftwaffe und kann mich noch sehr gut an
die Sache mit dem Überflug erinnern. Auch daran, wie verzweifelt die dem Primat der Politik unterworfene Luftwaffenführung die „Schuldigen“ gesucht hatte. Ich habe allerdings „Manschetten“ vor der Macht der Political Correctness, die die Gut-Menschen immer wieder dazu verleitet, Existenzen Andersdenkender zu vernichten. Das „Letzte Geleit“ des Überflugs in Flugformation „Missing Man“ beim Rudel-Begräbnis war eine Sache, die nicht geplant, noch weniger per Flugauftrag ausgegeben werden durfte, sondern die sich spontan unter den Formationsfliegern ergeben hatte, zumal Ort und Zeit des Begräbnisses kein „Geheimnis“ waren.
Denn jeder Luftwaffen-Pilot sah damals die Einsatzbereitschaft und die fliegerischen Leistungen
von Oberst Rudel als Vorbild. Das durfte allerdings damals schon in der Öffentlichkeit nicht laut gesagt werden, man hatte den „Fall Kruppi und Franke“ noch zu gut in Erinnerung.
R. Bockelmann, per E-Post

(Seite 12)

TV-Magazin berichtet über allerhand rechte Umtriebe in der Bundeswehr

Das TV-Magazin „Kontraste“ hat einen sehr sehenswerten Beitrag über rechte Umtriebe in der Bundeswehr erstellt. Darin erfährt der/die ZuschauerIn u.a., dass bei der Gedenkfeier der Bundeswehr zum Volkstrauertag – im Ehrenhain des Ausbildungszentrums Munster Bundeswehrsoldaten auch Kränze für Wehrmachtsdivisionen ablegen, darunter auch für berüchtigte Eliteeinheiten, ablegen. Genannt werden:
* die „Panzergrenadier-Division Großdeutschland“, die u.a. verantwortlich war für Massaker an dunkelhäutigen Soldaten der französischen Armee
* das Panzerkorps Feldherrnhalle, dass sich aus der Nazi-Schlägertruppe SA rekrutierte
Unter den Teilnehmer waren auch zahlreiche Veteranen der Wehrmacht und derWaffen SS und bereits am Vorabend gab es schon ein „Traditionstreffen“ im Offiziersheim der Bundeswehr.

Quelle:
* Caroline Walter und Gregor Witt: Unselige Traditionspflege bei der Bundeswehr, 29.11.12, http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_29_11/unselige_tradition.html

Waffen-SS-Veteran tritt vor Neonazis auf

Am 13. Oktober 2012 trat der Waffen-SS-Freiwillige Ulrich Franz bei einer Neonazi-Rednerveranstaltung im Landkreis Altötting vor „gut 50 Zuschauer“ aus der rechten Szene auf. Franz hatte ab 1941 in der Waffen-SS-Division „Wiking” und später in der Waffen-SS-Division „Frundsberg” gedient.
Franz Ullrich von der Waffen-SS

Lettland: Denkmal für Massenmord-Einheiten

Die NGO „Welt ohne Nazismus“ hat angesichts der Errichtung eines Denkmals an die Polizeibataillone in Lettland folgendes Statement veröffentlicht:

Am 14. September wurde in der lettischen Stadt Bauska in einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit der Vertreter der Stadt und der in der Regierungskoalition vertretenen Partei „Alles für Lettland“ (Visu Latvijai!) ein Denkmal eröffnet, der den Mitgliedern der drei Polizeibataillonen gewidmet ist, die die Stadt vor der „zweiten sowjetischen Okkupation“ beschützt hätten.
Die Organisatoren und die Erschaffer des Denkmals verschweigen zynischerweise, dass tatsächlich alle Militärformierungen, denen dieser Gedenkstein gewidmet ist, 1941-43 an Strafexpeditionen sowohl in Lettland als auch ausserhalb teilgenommen haben. Auf ihrem Gewissen lasten Leben von tausenden Menschen aus der Zivilbevölkerung in Dnipropetrovsk, Pskov, auf dem Gebiet Weissrusslands, als auch in der Umgebung der Stadt Bauska, in dem Wald von Likverteni wurden mehr als 2000 Juden, Einwohner von Bauska, erschossen. Auf dem Gewissen dieser Polizeibataillone ist die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung auch anderer lettischen Städte wie Riga und Ventspils. Später sind sie freiwillig in die lettische Division der Waffen SS eingetreten, wo sie unter den Fahnen der Hitlerarmee, unter dem Eid an Adolph Hitler, für das „Großdeutsche Reich“ kämpften.
Das Gedenken an die Soldaten dieser Formierungen ist auf dem wieder eröffneten Monument verewigt. Auf ihm ist der Spruch des früheren lettischen Diktators K. Ulmanis eingraviert: „Lettland muss ein Staat für die Letten sein“.
Zur Eröffnung des Gedenksteins wurden Schüler der Bauskischen Schulen eingeladen, die man am Beispiel der obengenannten nationalistischen Aussprüche erzieht, als auch am Beispiel der „Tapferkeit und Mutes“ der Soldaten der Hitlerarmee.
Man kann noch hinzufügen, dass vor vier Jahren die Stadtmunizipalität beschlossen hat aus dem Stadtpark ein Gedenkstein an die sowjetischen Soldaten – den Befreiern von Bauska zu entfernen. Am Tag des Sieges am 9. Mai ist es allen Schülern Lettlands verboten während der Unterrichtszeit zu den Denkmälern der sowjetischen Soldaten-Befreiern zu kommen.
Die internationale Menschenrechtsbewegung „Welt ohne Nazismus“, im Angesicht der Generalversammlung, die am 8-10. Oktober in Strassburg stattfinden wird, findet das, was in Bauska passiert, gefährlich, primitiv und absolut inakzeptabel für die heutige Gesellschaft.
Wir halten es für notwendig die Führung Lettlands und die Mitglieder des Munizipalitätes der Stadt Bauska an die UNO-Resolution Nr. 66/143 zu erinnern: „Beseitigung von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz“, in der eine tiefe Besorgnis über die „Verherrlichung der nazistischen Bewegung und ehemaligen Mitglieder der Organisation „Waffen-SS“, unter anderem mittels der Errichtung von Denkmälern und Memorials, Durchführung von öffentlichen Demonstrationen mit dem Ziel die nazistische Vergangenheit, nazistische Bewegung und Neonazismus zu verherrlichen, als auch durch die Erklärung der Mitglieder der Waffen-SS und derjenigen, die gegen die Antihitlerkoalition kämpften und mit der nazistischen Bewegung kollaborierten zu Teilnehmern an den nationalen Befreiungsbewegungen“.
Jedes Land und jedes Volk kann seine Helden sich selbst auswählen. Doch die Errichtung von solchen Monumenten und die Verherrlichung von Soldaten, die an Seite Hitlers gekämpft haben, beleidigt die Erinnerung an die millionenfache Opfer des nazistischen Regimes und beleidigt auch jene Völker, die unter dem germanischen Nazismus in den Jahren des Krieges gelitten haben. Das Volk Lettlands ist eines dieser Völker. Die Heroisierung der Verbrecher erschafft eine absolut umgekehrte Vorstellung der Geschichte unter der Jugend Lettlands und verharmlost die Verbrechen des Nazismus. Wir fordern von der lettischen Führung sofort die Falsifizierung der historischen Ereignisse und die Errichtung von solchen Memorialen zu unterlassen.
Wir fordern von der Munizipalität der Stadt Bauska das Denkmal, das die absolute Mehrheit der Menschen in verschiedenen Ländern der Welt, als auch die Letten selbst, beleidigt, zu demontieren.
Wir wenden uns an den Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland mit dem Aufruf die Frage über die Verherrlichung der nazistischen Verbrecher in Lettland bei der nächsten Sitzung des Ministerkomitees und bei der nächsten Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates zu besprechen.
Wir wenden uns an den Vorstand der OSZE, zu ihrem Generalsekretär Lamberto Zannier mit dem Aufruf allgemeingültige Richtlinien der OSZE über Fragen der Verherrlichung des Nazismus in Europa auszuarbeiten.
Wir wenden uns an den Generalsekretär der UNO Ban Ki-moon mit dem Aufruf, diese Frage auf der nächsten Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu besprechen. Wir rufen die Weltgemeinschaft auf, endlich die Aufmerksamkeit auf die Heroisierung der nazistischen Soldaten in Lettland zu wecken und einen Boykott der Regierung des Landes, zu erklären, mit deren Erlaubnis in Europa ein neuer Herd des Revanchismus und radikalen Nationalismus erglüht.
Unterschrieben von Boris Spiegel – Präsident des NGO „Welt ohne Nazismus“.

ÖSTERREICH: Teilnehmerzahlen bei Ulrichsberg-Treffen weit hinter den Erwartungen

Nach zwei Jahren Pause fand dieses Jahr am 16. September auf dem Ulrichsberg in Kärnten wieder das so genannte „Heimkehrertreffen“ statt. Hier versammelten sich wie zuvor Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen, Rechtspopulisten von der FPÖ und deutschnationale Burschenschafter.
Die Veranstalter hatten vollmundig verkündet, es würden bis zu 900 Gäste erwartet. In Wirklichkeit kamen aber nur 3-400 auf den Berg. Fotos zeigen leere Stuhlreihen. Das Treffen begann auch noch mit einiger Verspätung, weil es Schwierigkeiten mit dem Transport zur Gedenkstätte gab. Im Gegensatz zu den Vorjahren unterstützte das österreichische Bundesheer seit 2009 das Treffen nicht mehr mit Transport-Fahrzeugen oder auf andere Art.
Festredner war Herbert Belschan von Mildenburg, ein Waffen-SS-Veteran. Ursprünglich war der Auftritt von Mildenburg nach Protesten abgesagt worden. Laut Mitgliedern des „Arbeitskreises gegen den Kärntner Konsens“ soll der Vorsitzende der Ulrichsberggemeinschaft von einer bewussten Finte gesprochen haben, um die Medien zu beruhigen.
Auch Walter Graf, ein Vertreter der „Gedenkkameradschaft Walter Nowotny“ hielt eine Ansprache.

Quellen:
* APA/red, derStandard.at: Mitglied der Waffen-SS hielt doch Ansprache bei Ulrichsbergtreffen, 16. September 2012, http://derstandard.at/1347492645838/Mitglied-der-Waffen-SS-hielt-doch-Ansprache-bei-Ulrichsbergtreffen
* DÖW: Umstrittenes „Ulrichsbergtreffen“, Neues von ganz rechts – September 2012

AIDA-Archiv zum „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“

Beim AIDA-Archiv München findet sich auf der Homepage in einem Eintrag zum „29. September 2012“ ein sehr lesenswerter Text zum „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“:

Hemau: Landesversammlung des BSB 1874 e. V.
Der ultrarechte „Bayerische Soldatenbund 1874 e. V.“ (BSB) will seine „Landesversammlung 2012″ in Hemau im oberpfälzischen Landkreis Regensburg abhalten (11.30 Uhr, Tangrintel-Halle, August-Glöckner-Ring 1). Berichten der Lokalmedien zufolge soll bei der BSB-Versammlung der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Erlangen) ein Grußwort halten.
Der BSB, der in der Münchner Ernst-von-Bergmann-Kaserne seinen Sitz unterhält, wirkt als Dachverband von 1100 sogenannten „Kriegervereinen“ in Bayern (darunter auch der „Kriegerverein“ „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Hemau und Umgebung“ vor Ort). Bei den Zielen, so steht es auf der Homepage des BSB, sei man sich einig:
„In den Vorstellungen von Vaterland und Heimatliebe, im Bewusstsein, dem eigenen, dem deutschen Volk Treue zu schulden oder im Bekenntnis zum deutschen Soldatentum und seiner wechselvollen, insgesamt aber doch stolzen Geschichte herrscht ein hohes Maß an Übereinstimmung“. Im BSB fänden „Mitglieder aller Parteien und Strömungen, welche die deutsche Nation achten, die Leistungen und Opfer der Wehrmacht nicht leugnen und die Bundeswehr und ihre Soldaten mit Kopf und Herz bejahen“ eine Heimat.
Diese Apologie der NS-Wehrmacht ist kein Ausrutscher. Tatsächlich positioniert sich der BSB 1874 e. V. am rechten Rand: Regelmäßig werden in der Verbandszeitung „Treue Kameraden“ Artikel der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) und der ultrarechten „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ (PAZ) unverändert nachgedruckt. In vielen Ausgaben der BSB-Zeitschrift erscheinen Mitteilungen und Bilder des extrem rechten „Verband deutscher Soldaten“ (VdS), zu dem Angehörige der Bundeswehr seit 2004 keine Kontakte mehr unterhalten dürfen bzw. dessen Veranstaltungen sie nicht mehr unterstützen und besuchen dürfen. Für die Unterstützung durch den BSB und die Möglichkeit, so das „Kontaktverbot“ zu Bundeswehr-Angehörigen umgehen zu können, bedankt sich der extrem rechte „Verband deutscher Soldaten“ im Jahr 2012:
„Genau vor fünf Jahren suchten und fanden wir im BSB eine offizielle Vertretung unserer soldatischen Belange, nachdem uns dies durch den BW-Erlass ‚Kontaktverbot‘ nicht mehr möglich war. Die Verbandszeitschrift ‚Treue Kameraden‘ bildete nun für die VdS-Mitglieder im Landesverband Baden-Württemberg das Bindeglied zwischen Wehrmachtsangehörigen und Bundeswehrsoldaten.“
Im „Treue Kameraden“-Blatt des „Bayerischen Soldatenbunds“ ist geschichtsrevisionistische Propaganda nicht selten: In der Ausgabe September/Oktober 2010 durfte der bekannte Geschichtsrevisionist Alfred Schickel, Macher der extrem rechten „Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“ (ZFI), eineinhalb Seiten über die „Benesch-Dekrete“ publizieren. Und BSB-Präsident Jürgen Reichardt (Wörth) behauptete in der Ausgabe Mai/Juni 2012, bei „zahllosen Deutschen“ habe „das Geschichtsbild der SED, entstanden aus dem Klassenkampf“ die „Deutungshoheit übernommen“. „Man kenne, so Reichardt weiter, „endgültige Wahrheiten. Ob 1. Weltkrieg, Wehrmacht, 2. Weltkrieg, ob Luftkrieg, U-Boot-Krieg, Bombenopfer, Vertreibungs- oder Gebietsverluste – was nicht mit bitterer Anklage gegen die deutsche Seite verbunden wird, gilt als ‚revisionistisch‘, unzulässig.“
Ob es ein extrem rechtes Ideologiefragment gibt, das sich nicht in der BSB-Zeitschrift finden lässt? In der März/April-Ausgabe 2011 schreibt Bernd Huber vom „Salzburger Kameradschaftsbund“ beispielsweise eine ganze Seite über „Die neue Diktatur der ‚Politischen Korrektheit‘“, über Theodor Adorno “ als „geistige(n) Paten am Taufbecken der gesellschaftszerstörenden 68er Bewegung“ und über angeblich fehlende Meinungsfreiheit anhand der „mahnenden Beispiele“ „Thilo Sarrazin, der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (CDU), Brigadegeneral Reinhard Günzel und Bundespräsident Horst Köhler“.
In der „Treue Kameraden“-Ausgabe September/Oktober 2011 verfasste der „Junge Freiheit“-Autor Klaus Hammel eine „Nachbetrachtung“ zum „Fall Scheungraber“. Der ehemalige NS-Wehrmachtsoffizier Josef Scheungraber war im August 2009 vom Landgericht München wegen Mordes in 14 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden, eine Revision gegen das Urteil verwarf der Bundesgerichtshof ein gutes Jahr später. Scheungraber hat die Haftstrafe nie antreten müssen. Hammel beklagt, dass bei „solchen Prozessen gegen ‚NS-Täter‘“"sehr großzügig mit dem Geld des Steuerzahlers“ umgegangen würde, „NS-Täter“ setzt er dabei in Anführungszeichen.
Immer wieder sind Texte im Mitteilungsblatt des BSBs von Rassismus und Antiziganismus durchdrungen: Wiederum Klaus Hammel schrieb z. B. im Januar/Februar-Heft 2011 biologistisch davon, es läge „in der Natur des Menschen, sich von ‚Anderen‘ abzugrenzen und in überschaubaren Gegebenheiten leben zu wollen“.  Im „Treue Kameraden“-Heft Mai/Juni 2012 beklagte Jürgen Reichardt: „Althergebrachte Bezeichnungen oder Namen, im Deutschen seit alters gebräuchlich, gelten längst als diskriminierend, selbst wenn jemand Negermusik oder Zigeunerweisen liebt. Von Abstammung ist keine Rede mehr; ‚Wurzeln‘ hat jemand, selbst wenn er kaum deutsch spricht. Zuwanderer oder eingereiste Ausländer haben ‚Migrationshintergrund‘“. Im Juli/August 2011-Heft ließ Reichardt ein nationalistisches Gedicht Detlef von Liliencrons (1844-1909) abdrucken: „Ich bin geboren, deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches Denken eingestellt. Erst kommt mein Volk, und dann die vielen, erst meine Heimat, dann die Welt“.
Doch es geht noch schlimmer: Als Präsident des „Bayerischen Soldatenbunds“ wandte sich Jürgen Reichardt 2011 im Vorwort des Januar/Februar-Hefts an die Mitglieder und kritisierte den Paragraphen 130 des Strafgesetzbuch, der Volksverhetzung unter Strafe stellt, als, Zitat, „dehnbare(n) Gummiparagraph(en)“.


Quelle:

* http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3210:29-september-2012&catid=105:rechte-termine-sueden&Itemid=1216

Österreich: Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen-Treffen auf dem Ulrichsberg wiederbelebt

Das Magazin „Profil“ berichtet von einer Neuauflage des Treffens am Ulrichsberg in Kärnten:

Der neue Organisator Hermann Kandussi will der Veranstaltung zu alten Ehren verhelfen: „Wir wollen ein europaweites Gedenken für die Gefallenen und Heimkehrer schaffen.“
Tatsächlich ist die Veranstaltung auch ein Fixpunkt für ehemalige SS-Mitglieder und Rechtsextreme.

Ulrichsberg-Treffen 2012
OBEN: Anzeige in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“

Quelle:
* Red: Ulrichsberg-Treffen soll heuer doppelt so groß werden. Veranstalter Kandussi erwartet bis zu 900 Besucher, 25.8.2012, http://www.profil.at/articles/1234/560/339822/ulrichsberg-ulrichsberg-treffen

Österreich: Fallschirmjäger-Verein organisiert ein Gedenken an „Helden“ der Wehrmacht

Der „Verein Militärischer Fallschirmjäger Verbund Ostarrichi“ organisiert in Feldbach (Südsteiermark) ein Treffen zum Gedenken gefallener Wehrmachtssoldaten. Die „Kretafeier“ zog 2010 und 2011 etwa 200 Personen an, 2009 sind es nur 50 gewesen.
Für Zulauf soll nach Medienberichten Josef Paul Puntigam, Brigadier a. D., ehemaliger Infanteriechef des Österreichischen Bundesheeres und ehemaliger Kommandant der Jägerschule, gesorgt haben. Puntigam ist seit 2008 zum Präsidenten des Fallschirmjäger-Vereins. Außerdem ist Puntigam Mitglied der Studentenverbindung Tafelrunde Wiking und hat das Vorwort zu dem 2006 im extrem rechten Pour-le-Mérite-Verlag erschienene Bildband „Geheime Krieger“ verfasst. Der extrem rechten „Deutschen Militärzeitschrift“ stand er für die Ausgabe Nr. 52, Juli/August 2006 als Interviewpartner zur Verfügung.
Unter den Teilnehmenden befanden sich Bundesheerangehörige in Uniform ,Polizisten und Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft IV, der frühere Waffen-SS-Mitglieder angehören. Dem Heer wurde von offizieller Stelle die Teilnahme am Treffen in Feldbach untersagt. Deswegen dürfen Vereinsmitglieder bei ihren Veranstaltungen keine Uniform tragen.

Wie das Magazin „Falter“ herausgefunden hat, ist der Verein mehr als nur ein brauner Traditionsverband:

Die Soldaten sollen im Kampfanzug erscheinen, bei Polizisten ist die Uniform erwünscht. So steht es auf dem Anmeldeformular für den „Ersten Internationalen Hochgebirgsmarsch samt Schießen“, bei dem die Teilnehmer vergangenes Wochenende in der Gegend von Kaprun auf bis zu 2639 Metern Seehöhe durchs Gebirge marschierten. […] Der Milf-O klingt nicht nur militärisch, er ist auch straff organisiert und hat in den Bundesländern „Standortkommandanten“, „Kommandanten“ für die verschiedenen Bundesheerkasernen sowie für Polizei und die Justizwache und auch einen „Ansprechpartner für unsere deutschen Kameraden“. […] Oder die ausländischen Kameraden kommen zu Besuch nach Österreich. Der „bayerische Soldatenbund“ konnte auf einem Schießplatz in Niederösterreich „mit Großkalibergewehren der Marke Heckler & Koch SL 7 und Steyr AUG StG 77“ das Schießabzeichen des Milf-O „erringen“. Ermöglicht worden sei dies durch die „hervorragenden Kontakte“ eines Bundesheer-Vizeleutnants, der ebenfalls im Vorstand des Milf-O sitzt.
Überhaupt nützt dieser Verein Bundesheereinrichtungen, als wäre er Teil des Heeres, darf sich bei Tagen der offenen Tür in verschiedenen Kasernen präsentieren, hat in der „Heeresunteroffiziersakademie“ in Enns sogar eine eigene Informationsecke zur Verfügung gestellt bekommen.

Quellen:
* Kerstin Scheller, Gudrun Springer: Militärverein organisiert braune Feier, Der Standard, 21. August 2012, http://derstandard.at/1345164758910/Militaerverein-organisiert-braune-Feier
* Schießübungen für Ostarrichi?, 22. August 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/08/22/schiesubungen-fur-ostarrichi/
* Nina Horaczek: An die Gewehre, an die Gewehre!, aus FALTER 34/12, http://www.falter.at/falter/2012/08/21/an-die-gewehre-an-die-gewehre/