Archiv der Kategorie 'Periodika'

„Freikorps“ – der neue Ableger des Magazins „Landser“

An den Kiosken gibt es seit dem 15. September 2015 offenbar eine neue Variante des „Landser“-Magazins. Es nennt sich „FREIKORPS“ und erzählt wie „Landser“ auch militärische ‚Heldengeschichten‘. Diese aber nicht aus der Perspektive von Wehrmachtssoldaten, sondern aus der Sicht von Freikorps-Mitgliedern in der Zeit 1918 bis 1923.
Freikorps-Magazin Titel
Freikorps waren paramilitärische, rechtsradikale Einheiten aus nationalistischen Ex-Soldaten und Freiwilligen, die z.T. versuchten den Ersten Weltkrieg weiterzuführen oder Arbeiteraufstände blutig niederschlugen, letzteres oft im Auftrag der SPD.

Das Impressum dieser Publikation führt in die Schweiz zum Verlag Mediavari mit Sitz in Sarnen.
Freikorps-Magazin Impressum
Als Verantwortlicher wird ein Jürgen Weber genannt.
Frühere Recherchen des NDR-Medienmagazins „Zapp“ hatten ergeben, dass sich ahinter einer verwinkelten Strohmänner-Camouflage des Mediavari-Verlags eventuell der Verlag Lesen & Schenken des extrem rechten Verlegers Dietmar Munier versteckt.

Landser-Magazin ‚zur großen Armee abberufen‘ – Nachfolge-Projekt taucht auf

Kaum ist das Landser-Magazin eingestellt, schon schließt ein Ersatz-Magazin die Lücke an ‚Bedarf‘ an kriegsverherrlichenden Soldaten-Geschichten. Auf „Blick nach Rechts“ schreibt Anton Maegerle:

Im vergangenen September sind die soldatischen Groschenromane „Landser“ nach öffentlichen Protesten eingestellt worden – eine neue Reihe „Weltkrieg. Erlebnisberichte“ ist jetzt auf dem Markt.
Die kriegsverherrlichende Heftromanreihe „Der Landser“, ein pseudodokumentarisches Abenteuerheft für Weltkriegsbegeisterte, wurde nach öffentlichen Protesten im September 2013 eingestellt. Wenige Wochen später gingen neue Kriegsroman-Reihen mit dem Titel „Weltkrieg. Erlebnisberichte“ an den Start. Diese knüpfen unverhohlen am alten „Landser“ an.
5000 Ausgaben des „Landserheftes“, teilweise in einer Auflage von bis zu 500 000 Exemplaren hatte der Pabel-Moewig Verlag (Bauer Media Group) im Zeitraum von 1957 bis 2013 wöchentlich verbreitet. Im Sommer letzten Jahres veröffentlichte das renommierte Simon Wiesenthal Center (SWC) in Los Angeles eine Studie, in der dokumentiert wurde, dass in den soldatischen Groschenromanen der Holocaust und die Waffen-SS verharmlost sowie der Nationalsozialismus verherrlicht werde. Als Fazit forderte das SWC ein Verbot der „Landser-Hefte“, dem die Bauer Media Group schließlich durch Einstellung des „Landser“ zuvorkam.
Zu den Autoren der „Landser“-Serie gehörten unter anderem Kurt Ziesel und Wilhelm Tieke. Ziesel, Ex-NSDAP-Mitglied, arbeitete als Journalist von 1931 bis 1945 bei NS-Propagandablättern. Er war einer der Gründer der rechtsextremen „Gesellschaft für freie Publizistik“. Tieke war Ehrenmitglied des Waffen-SS-treuen Kameradenwerkes Korps Steiner.
Am 17. Dezember 2013 gingen die ersten Hefte der neuen Kriegsroman-Reihen „Weltkrieg. Erlebnisberichte“ in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien (Südtirol) und Luxemburg in den Handel. In den drei Reihen sollen alle zwei Wochen ein „Weltkrieg“-Originalband und je alle vier Wochen ein „Weltkrieg“-Doppelband und ein „Weltkrieg“-Flieger erscheinen. Weitere Reihen sind für dieses Jahr geplant.
[…] Erschienen sind seitdem unter anderem die Hefte „Krieg im Mittelmeer“ von Hajo Herrmann und „Luftschlacht von Oschersleben“ von Walther Dahl. Oberst a.D. Dahl wurde am 26. Januar 1945 von Hermann Göring zum Inspekteur der Tagjäger ernannt. Dahl gehörte später dem Funktionärsgremium „Freiheitlicher Rat“ im Umfeld der Deutschen Volksunion (DVU) an. Noch Anfang der 80er Jahre amtierte Dahl als Ehrenvorsitzender des „Unabhängigen Freundeskreises aller Waffengattungen“. Der im November 2010 im Alter von 97 Jahren verstorbene Oberst a.D. Hajo Herrmann war bis 1945 Inspekteur der Nachtjäger und Vertrauter Görings. Der über Jahrzehnte in Düsseldorf wohnhafte Rechtsanwalt Herrmann war eine der letzten noch lebenden Größen aus der NS-Zeit und damit ein vielgefragter Gesprächspartner in rechtsextremen Kreisen. Mehrfach trat der bekennende NPD-Wähler als Referent auf Veranstaltungen der DVU und der NPD in Erscheinung.

Quelle:
* Anton Maegerle Unverhohlene Nachfolge, 26.03.2014, http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/unverhohlene-nachfolge

Veteranen-Blatt „Soldat im Volk“ hat Betrieb eingestellt

Das rechtslastige und geschichtsrevisionistische Vereinsorgan „Soldat im Volk“ des Wehrmachtveteranen-Organisation „Verband deutscher Soldaten“ (VdS) wurde Ende letzten Jahres eingestellt.
Bei „Blick nach Rechts“ hieß es in einem sehr lesenswerten Analyse über „Soldat im Volk“:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.“
Auf der Homepage des „Verbandes Deutscher Soldaten“ findet sich folgender Eintrag vom 28. November 2013:
„So rufe ich Ihnen heute diese vier Worte zu, ohne dabei lächeln zu können. Es heißt, Abschied zu nehmen von unserer Verbandszeitung, die wir mangels Finanzmasse nicht länger herausgeben können, wenn nicht unerwarteter Geldregen eintrifft.
Vor fast 10 Jahren übernahm ich den Bundesvorsitz in scheinbar auswegsloser Situation; damals stand der VdS als berufsständische Vereinigung wegen der von Minister Struck verhängten Kontaktsperre zur Bundeswehr vor der Auflösungsfrage und war praktisch pleite. Ich bat Sie dann für die Fortsetzung der Arbeit um Spenden. Sie halfen seit 2004 mit insgesamt rund 150.000 Euro; namens des Bundesvorstandes kann ich Ihnen dafür auch heute gar nicht genug erneut dafür danken.
Die noch verbliebenen Mittel werden bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über die Kontaktsperre benötigt. Wer irgend kann, wird inständig um weitere Spenden gebeten, um die Zeit bis dahin durchstehen zu können. Sollte der Haushaltstopf durch glückliche Fügung die Wiederaufnahme von Soldat im Volk erlauben, wollen wir das gerne versuchen.
Der Verband deutscher Soldaten erkämpfte in den Anfangsjahren mit der 131-er Gesetzgebung die Kriegsopferversorgung. Zahllose VdS-Mitglieder bauten die neuen deutschen Streitkräfte mit auf und wirkten in besonderer Weise bei der Weitergabe soldatischer Tugenden und Traditionen an unsere jungen Soldaten mit.
Gegenwärtig erleben wir tief bestürzt, wie in der Bundeswehr die Erinnerung an unsere deutschen Armeen und deren Truppenteile gelöscht wird.
[…] In den letzten 10 Jahren widmete sich der VdS über Soldat im Volk besonders der Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

DMZ fusioniert mit „Der Freiwillige“

Der Verlagskomplex des norddeutschen Rechtsextremisten Dietmar Munier hat die Waffen-SS-treue Zweimonatszeitschrift „Der Freiwillige“ geschluckt. Das knapp 60 Jahre lang erscheinende militärgeschichtliche Heft ist in dem Munier-Hausblatt „DMZ Zeitgeschichte“ aufgegangen.
Anfang des Jahres hatten Dietmar Munier, Patrick Agte (bisheriger Herausgeber des „Freiwilligen“)  und Guido Kraus (Chefredakteur „DMZ Zeitgeschichte“) in einem Schreiben kundgetan, dass das einstige Mitteilungsblatt der ehemaligen Soldaten der Waffen-SS mit der „DMZ Zeitgeschichte“ aus dem Hause Munier zusammengeführt wurde. Konkret heißt das, dass die bisherige Konzeption der im dritten Jahrgang vierteljährlich erscheinenden „DMZ Zeitgeschichte“ komplett beibehalten und von der einstigen Aufmachung und Gestaltung des „Freiwilligen“ nichts übernommen wurde. Das Ende des im 59. Jahrgang erscheinenden „Freiwilligen“, der bisherigen Leserschaft des Blattes als „Stärkung“ und Konzentration der Kräfte scheinbar schmackhaft gemacht, bedeutet insofern einen weiteren Ausbau des Munier-Verlagskomplexes, der sich in den letzten Jahren auch die langjährigen rechten Periodika „Nation& Europa“ und „Der Schlesier“ einverleibt hat.
Auf ihre geschichtsrevisionistische und NS-apoletische Lektüre hatten Leser/innen des „Freiwilligen“ seit dem vergangenen Sommer warten müssen. Erst im Februar dieses Jahres lieferte Patrick Agte, der Anfang 2000 den „Freiwilligen“ und den Munin-Verlag übernommen hatte, die Doppelausgabe für Juli/August und eine Gesamtausgabe für die Monate September, Oktober, November und Dezember 2013 nach.


Quelle:

* Anton Maegerle: Geschichtsrevisionistische Fusion, Blick nach Rechts, 19.02.2014, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/geschichtsrevisionistische-fusion

Guter Text zur „DMZ Zeitgeschichte“

DMZ Zeitgeschichte
Von der Homepage „Endstation Rechts“:

Zu den in den Regalen der Bahnhofsbuchhandlungen unter der Rubrik „Geschichte“ angebotenen Zeitschriften hat sich 2012 mit „DMZ Zeitgeschichte“ ein neues Angebot gesellt, dessen Titel allgemein und unverfänglich klingt. Doch bereits mit seinem Namen täuscht es die Passanten, denn das Heft widmet sich nicht den vielfältigen Bereichen der Zeitgeschichte, sondern konzentriert sich auf ein einziges Thema. Dieses behandelt es zudem nicht aus einer populärwissenschaftlichen, sondern aus einer für Rechtsextremisten typischen Sicht. Die „DMZ Zeitgeschichte“ beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Verherrlichung der Waffen-SS. Ein Gastbeitrag.
Die einseitige Ausrichtung auf die nationalsozialistische Streitmacht der seit 2012 erscheinenden Zeitschrift „DMZ Zeitgeschichte“ verwundert allerdings angesichts des verlegerischen Hintergrundes nicht, denn das Heft ist ein Seitenprojekt der „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ). Bei ihr handelt es sich um ein 1995 entstandenes Magazin, das nach einer 2003 erfolgten Insolvenz vom Kieler Verleger Dietmar Munier übernommen wurde. Munier wiederum ist einer der wichtigsten Akteure der rechtsextremistischen Publizistik, der ein Zeitschriften- und Verlagsgeflecht um seinen „Arndt-Verlag“ und seinen Versandhandel „Lesen & Schenken“ betreibt. Die DMZ widmet sich seit der Übernahme einer Themenpalette, die sowohl die Bundeswehr und moderne Waffentechnik als auch die Wehrmacht und die Waffen-SS abdeckt. Während das Magazin dabei einerseits aktuelle wehrpolitische Themen nüchtern behandelt, verbreitet es andererseits beschönigende Artikel über die Streitkräfte des „Dritten Reiches“. Dadurch macht sich die DMZ für einen breiten Leserkreis interessant, der von nicht extremistisch eingestellten Personen mit einem generellen Interesse am Militärwesen bis hin zu Rechtsextremisten mit ihrer verklärenden Sicht auf den NS-Staat reicht. Da dies unter Verzicht auf eine offene rechtsextremistische Agitation erfolgt, schreckt die Zeitschrift die Laufkundschaft der Zeitschriftenhändler nicht ab, könnte jedoch aufgrund dieser Mäßigung für nicht wenige der am „Dritten Reich“ interessierten Leser auf Dauer zu langweilig sein.

Mit der „DMZ Zeitgeschichte“ richtet sich nun ein neues Blatt an die zuletzt genannten Personen. Dabei stellt die vierteljährlich erscheinende Schrift die Waffen-SS als militärische Eliteeinheit vor und sieht sie als Opfer einer angeblichen Desinformation, die deren öffentlichen Ruf negativ bestimmt. Dementsprechend beabsichtigt die Zeitschrift, der von ihr abgelehnten öffentlichen Meinung ihre Sicht entgegenzustellen und – nach eigener Aussage – vor allem Jugendliche anzusprechen. Im Aufbau verfügt sie über eine feste Struktur. Die einzelnen Rubriken enthalten hauptsächlich Schilderungen einstiger Kampfhandlungen, Vorstellungen wichtiger SS-Soldaten, Berichte über deren Ausrüstung sowie Interviews mit Veteranen. Inhaltlich entsprechen die Artikel der in der gemäßigten rechtsextremistischen Publizistik üblichen Ausrichtung. Dazu gehört – wie bei der DMZ – der Verzicht auf eine direkte rechtsextremistische Agitation. Stattdessen enthalten die Beiträge eine Kombination aus der Unterschlagung des ideologischen Hintergrundes der Waffen-SS mit der Betonung ihrer militärischen Leistungen. Gleichzeitig geht die Zeitschrift nicht auf deren in ganz Europa verübte Kriegsverbrechen und ihre Rolle im Holocaust ein, sondern stellt von alliierten Soldaten an ihren Angehörigen begangene Taten heraus. Dies geschieht etwa durch eine Berichterstattung über mehrere 1944/45 erfolgte Erschießungen gefangener SS-Soldaten durch amerikanische Soldaten, wobei unterschlagen wird, dass die alliierten Kombattanten unter dem Eindruck der massenhaften Verbrechen des „Dritten Reiches“ standen, derer sie unter anderem in den von ihnen befreiten Konzentrationslagern gewahr geworden waren.

Die Artikel über Kampfhandlungen beschreiben unter vor allem für die Waffen-SS besonders bedeutende Schlachten wie Charkow (1943) oder Budapest (1944/45). Dies erfolgt jeweils aus einer rein militärgeschichtlichen Perspektive. Ebenso werden bei der Vorstellung besonders erfolgreicher SS-Soldaten lediglich deren militärische Leistungen, nicht jedoch deren politische Werdegänge vorgestellt, sodass sie allein als Elitekrieger erscheinen. Die Berichte über deren ehemalige Ausrüstung bestehen aus sachlichen Beschreibungen von Waffen, Uniformen und Orden. Dies dürfte das Interesse von generell an Militaria interessierten Lesern wecken. Mit den verschiedenen Interviews ermöglicht „DMZ Zeitgeschichte“ nicht nur ehemaligen Veteranen, sich nach mehr als sechs Jahrzehnten öffentlich darzustellen, sondern präsentiert den von ihr erhofften jugendlichen Lesern Vorbilder.

Insgesamt lenkt die Zeitschrift durch ihre Berichterstattung davon ab, dass es sich bei der Waffen-SS nicht um eine Streitmacht wie andere auch handelte, sondern um eine vom Nationalsozialismus durchdrungene Parteiarmee der NSDAP, die als Instrument in einem rassistischen Vernichtungskrieg diente. Somit verherrlicht sie einerseits die Truppe und präsentiert andererseits insbesondere jungen Rechtsextremisten ein historisches Ideal für deren eigene Lebensgestaltung. Dietmar Munier hat mit der „DMZ Zeitgeschichte“ sein publizistisches Angebot erweitert. Das Magazin ist dadurch Teil eines unauffälligen Expansionsprozesses, der die starke Stellung des norddeutschen Verlegers im rechtsextremistischen Publikationswesen festigt.

Quelle:
* Elmar Vieregge: Das Magazin „DMZ Zeitgeschichte“ und die Verherrlichung der Waffen-SS am Zeitschriftenkiosk, 18. Mai 2013, http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=8253:das-magazin-%E2%80%9Edmz-zeitgeschichte%E2%80%9C-und-die-verherrlichung-der-waffen-ss-am-zeitschriftenkiosk&Itemid=773

Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“

Bei „Blick nach Rechts“ ist eine sehr lesenswerte Analyse des rechten Blatts „Soldat im Volk“ erschienen, worin es u.a. heißt:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

DMZ Nr. 87 vom Mai/Juni 2012 erschienen

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 87 vom Mai/Juni 2012 ist erschienen.
DMZ Nr. 87 a
Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Major Dr. Thomas Müller, Schweizer Militärexperte
DMZ Nr. 87 b
Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem Nazi-Magazin „Zuerst!“
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“
* dem rechten Blatt „Zur Zeit“
* Venatus-Messer
* dem Militaria-Magazin
* History-Films
* dem Atlas-Verlag

DMZ Nr. 86 vom März/April 2012 erschienen

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 86 vom März/April 2012 ist erschienen.
DMZ Nr. 86
In dieser DMZ-Ausgabe geht es u.a. um die Waffen-SS-Division „Das Reich“.
DMZ Nr. 86 - Freiheitskämpfer
Der ehemalige DMZ-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter berichtet von seiner Teilnahme an einer Konferenz in Teheran. Auf der Konferenz trat auch der iranische Autokrat Ahmadinedschad auf. Es sollen insgesamt 1.000 Personen aus 57 Ländern teilgenommen haben.
DMZ Nr. 86 - Teheran-Konferenz

Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Andreas Engelbrecht, der Direktor für „Maritime Security“ beim „International Security Network“ (ISN).

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem Nazi-Magazin „Zuerst!“
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“
* dem rechten Blatt „Zur Zeit“
* dem extrem rechten Versand Kienesberger
* Venatus-Messer
* dem Militaria-Magazin

Braunes Blatt im neueröffneten Bundeswehr-Museum

Eine Presse-Meldung berichtet darüber das im Shop des Dresdner Militärhistorischen Museums der Bundeswehr auch drei Exemplare des braunen Magazins „Deutsche Geschichte“ zum Kauf angeboten wurden.
In der Presse-Meldung heiß es:

Ein Historiker habe die Magazine Ende vergangener Woche entdeckt und das Verteidigungsministerium informiert, sagte Bangert weiter. Daraufhin seien diese sofort aus dem Verkehr gezogen worden.

Quelle:
* dapd-lsc: Rechtsextremen-Magazin in Militärhistorischem Museum angeboten, http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Rechtsextremen-Magazin-in-Militaerhistorischem-Museum-angeboten-artikel7893081.php

Bundeswehr-Studimagazin fest in neurechter Hand

Die neue Ausgabe von „campus“, der „Zeitschrift des studentischen Konvents“ der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München ist erschienen. Die letzte Ausgabe von „campus“ war umstritten, weil der neue Chefredakteur, Oberleutnant Martin Böcker aus München, und mehrere weitere Mitarbeiter der rechten Strömung der „Neuen Rechten“ zuzuordnen sind (BraunzoneBw berichtete), die sich an der antidemokratischen „Konservativen Revolution“ orientiert. So trat Böcker als Autor für die neurechten Online-Formate „Blaue Narisse“ und „Sezession“-Blog (seit 3. Dezember 2009) und die Print-Formate „Sezession“ und „Junge Freiheit“ in Erscheinung. Böckers politische Orientierung schlug sich auch massiv inhaltlich im ersten Heft unter seiner Ägide als Chefredakteur nieder, in dem sich u.a. eine Anzeige des extrem rechten Thinktanks „Instituts für Staatspolitik“. Trotz laut gewordener Kritik konnte sich Böcker auf dem Posten als Chefredakteur halten.

campus 02-2011

Die zweite „campus“-Ausgabe unter Böckers Verantwortung trägt das Titelthema „Offizierskorps und Gesellschaft – Wer nicht redet, wird nicht gehört“.
Der Chefredakteur Martin Böcker beklagt in seinem Leitartikel unter der Überschrift „Wirkung geht vor Deckung“ die „Marginalisierung des Soldaten“ und fordert den (politisch) eigenmächtigen Soldaten, der sich als Teil der Elite versteht. Als Gewährsmann wird der Rechtsschreiber Gerd-Klaus Kaltenbrunner und dessen Elite-Definition herangezogen. Mit Verweis auf Kaltenbrunner wird sich auf dessen Absage an die „„humanitaristischen Werten“ wie „Mündigkeit, Emanzipation, Gleichheit“. Martin Böcker nennt diese Werte, „Werte, die in einer funktionierenden Armee nicht im selben Maße umgesetzt
werden können, wie in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft – auch und gerade, wenn die Armee diese Gesellschaft schützt.“ Böcker beendet seinen Leitartikel mit der Forderung:

Dazu müssen deutsche Offiziere aus dem Schatten der reinen Funktions-Elite heraustreten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs beanspruchen, in Teilen also selbst Elite werden.

Als Interviewpartner stand dem Magazin der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld zur Verfügung, dessen Gast-Vortragsreihe in Trier auf Grund seines vulgären Antifeminismus und Sexismus nach Protesten abgebrochen werden musste (BraunzoneBw berichtete).
Auf die Frage „Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung deutscher Offiziere?“ antwortet van Creveld:

Ihre Offiziere haben Angst. Und das auch aus guten Gründen, schließlich kann der kleinste Fehler zur Folge haben, dass er als „Extremist“ gebrandmarkt und wie ein wildes Tier zur Strecke gebracht wird. Das Ergebnis ist, dass man keine Bundeswehr-Einrichtung betreten kann, ohne sofort mit diesem Geruch von Bürokratie, politischer Korrektheit und Unterwürfigkeit konfrontiert zu werden.

Unter dem Titel „Entschieden für die Tapferkeit“ schreibt Böckers Gesinnungsgenosse Lars Kempf über Tapferkeit „nicht nur ein pathetischer Anspruch an den Soldaten, sondern“ als „ethisches Fundament.“ Kempf will im Kampf das Nachdenken ausgeschaltet wissen:

So relevant die Fragen nach Gewissen und Verantwortlichkeit im Vorfeld sein mögen, führen sie im Gefecht selbst bloß zu Irritationen und stiften Verwirrung.

Zu der Bundeswehr-Werbekampagne „Wir. Dienen. Deutschland“ hat Böcker einen lobenden Kommentar verfasst:

Diese implizit vermittelte Erkenntnis [Deutschland zu dienen] bringt dem Soldaten die Achtung entgegen, die der irgenwie eher so pazifistische Bionade-Intellektuelle nicht aufbringen kann. […] Vielleicht könnte dieser Zusammenhang, würde er in der Kampagne deutlicher hervorgebracht, nicht nur für den Dienst in den Streitkräften, sondern auch für den Dienst der Streitkräfte werben.

Fazit: So genannte „Neue Rechte“, Sympathiegänger der antidemokratischen „Konservativen Revolution“, haben das Studimagazin an einer Universität gekapert, an der etwa die Hälfte des deutschen Offiziersnachwuchses ausgebildet wird. Die rechte Wortergreifungsstrategie im Rahmen des geschriebenen Wortes schlägt sich auch inhaltlich nieder. Ganz unverhohlen und vor allem offenbar auch ohne dabei aufgehalten zu werden arbeitet eine rechte Jungoffiziers-Riege an der rechten, politischen Verschiebung ihrer Offizierskameraden.

Kokettieren mit Waffen

Wie der Fall der Nazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ gezeigt hat, kokettieren Rechte gerne mit Waffen und benutzen sie auch zum Morden.
Dazu mal als Fundstück ein Screenshot-Bild vom ehemaligen Chefredakteur des „Deutschen Militärzeitschrift“, Manuel Ochsenreiter.

Manuel Ochsenreiter bewaffnet

DMZ Nr. 84 vom November/Dezember 2011 und DMZ-Sonderausgabe zu Fallschirmjägern erschienen

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 84 vom November/Dezember ist 2011 erschienen.
DMZ Nr. 84

Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Khaled al-Kassamani (* 1970), Funktionär der „Syrisch Sozialen Nationalistischen Partei“ (SSNP) im Libanon, die 2005 einer von der syrischen Baath-Partei unter Assad geführten Einheitsfront beigerteten ist. Die „Syrische Soziale Nationalistische Partei“ (SSNP) wurde von einem Hitlerverehrer gegründet. Ihre Mitglieder träumen von einem großsyrischen Reich, das den Libanon, Zypern, Jordanien, Kuwait, Teile von Ägypten und der Türkei und natürlich Israel einschließt.
Als Parteisymbol verwendet sie eine Art Hakenkreuz und Mitglieder singen auf die Melodie von „Deutschland, Deutschland über alles“ eine arabische Hymne „Gegrüßet seist Du, Syrien …“ und sollen auch den faschistischen Gruß verwenden.
SSNP

Das Interview führte der ehemalige DMZ-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter. Dieser hat aus offenkundiger Sympathie diesen syrischen Faschisten interviewt. Auch dessen Verbündeten Assad, den syrischen Machthaber, skizziert Ochsenreiter in seinem Artikel „Syrien im Würgegriff“ als eine Art von Außen bedrängten Landesvater. In Wahrheit ist Assad gerade verantwortlich für die blutige Niederschlagung eines unbewaffneten Aufstandes. Die Schätzungen gehen inzwischen von mehreren tausend Toten aus.
Syrien im Würgegriff

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“.
* dem Scherzers Militärverlag aus Sachsen.
* dem extrem rechten Tübinger Grabert-Verlag.
* Venatus-Messer
* dem Militaria-Magazin

Darüber hinaus ist ein DMZ-Sonderheft zum Thema „Fallschirmjäger“ erschienen.
DMZ-Sonderheft Fallschirmjäger
Dem DMZ-Sonderheft liegt auch eine CD bei, dass drei Lieder enthält: 1. „Rot scheint die Sonne“, 2. „Fallschirmjäger greifen an“ und 3. „Es war ein verwegenes Jagen“)

In dem, in Bundeswehr-Fallschirmjäger-Kreisen inoffiziell bis heute gern gesungenen Lied „Fallschirmjäger greifen an“, heißt es:

Hurra, wir starten, hurra, wir starten, / wenn die erste Morgensonne scheint, / Fallschirmjäger, Fallschirmjäger / gehen ran an den Feind!

Und im Refrain heißt es unter Bezug auf Siege der deutschen Wehrmacht:

Narvik, Rotterdam, Korinth / Und das heiße Kreta sind / Stätten unserer Siege! / Ja, wir greifen immer an, / Fallschirmjäger gehen ran, / Sind bereit, zu wagen!

Quellen:
* DMZ Nr. 8?
* DMZ-Sonderausgabe zum Thema „Fallschirmjäger“

„Deutsche Militärzeitschrift“ unter neuer Führung

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) hat seit Mitte dieses Jahres einen neuen Chefredakteur. Für den alten Chefredakteur, Manuel Ochsenreiter (* 1976), sprang ein gewisser Michael Kraus ein. Der Burschenschafter Ochsenreiter, der seit Ende 2004 DMZ-Chefredakteur war, wirkt aber weiterhin als Autor mit. Ochsenreiter ist nun aber vor allem als Chefredakteur des Nazi-Magazins „Zuerst!“ tätig.
Michael Kraus, DMZ-Chefredakteur

Antifeministischer Vortrag in Kiel

Das Rechtsaußen-Blatt „Junge Freiheit“ Nummer 31-32/2011 berichtet von dem Vortrag von Martin van Creveldt in Kiel. Er trat dort für die „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“ und den „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr“ an der Hermann-Ehlers-Akademie auf, dem Ableger der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Schleswig-Holstein. Er referierte vor allem über den Inhalt seines Buches „Das Wesen des Krieges“, dass in deutscher Übersetzung im äußerst rechtslastigen Ares-Verlag aus Österreich erschienen ist. Das Publikum bestand angeblich aus 100 Menschen, darunter auch drei Generale. Die „Junge Freiheit“ gibt auch van Creveldts antifeministischen Aussagen zum Thema Frauen in den Streitkräften wieder:

Eine Nation könne zwar auch ohne eine Kriegskultur noch über Streitkräfte verfügen, doch seien solche Streitkräfte höchstens noch „wilde Haufen ohne Manneszucht, ohne soldatische Regeln, die kaum noch kämpfen, sondern höchstens Greuel verursachen“. Am schlimmsten aber sei es, wenn die Streitkräfte Opfer des Feminismus würden.

Das solche rechten Töne von Martin van Creveldt kommen überrascht Kennen nicht. Der Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem gilt als Wehrmachts-Apologet und war Autor für die rechten Blätter „Junge Freiheit“ (regelmäßig), „Deutsche Militär-Zeitschrift“ und Sezession, zudem gilt er als „Ikone der Zeitschrift eigentümlich frei.“
Er war im Dezember 2004 auch schon bei dem extrem rechten „Institut für Staatspolitik“ zu Gast.

Quellen:
* „Junge Freiheit“ 31-32/2011
* Frank Brendle: „In Kameradschaft treu“. Die Bundeswehr zwischen Tradition und Reform, in: „Antifaschistisches Info-Blatt“ Nr. 77 – 4/2007, Seite 9

Neurechte Offiziere an Bundeswehruni in München

Martin Böcker aus München war anfangs Betreiber des rechten Interview-Blogs „www.dasgespraech.de“ und schrieb später für rechte Blätter wie „Junge Freiheit“ und „Sezession“. Boeckers bei Sezession Zudem nahm er auch an einer Kranzniederlegung am Grab des rechten Vordenkers Oswald Spengler teil. Außerdem gibt er bereitwillige zu, er besuche regelmäßig „guten Gewissens“ Veranstaltungen des ultrarechten thinktanks „Institut für Staatspolitik“ (IfS).

Nun sorgte Böcker für Furore. Er ist nämlich nicht nur Student an der Bundeswehr-Universität in München, sondern auch der neue Chefredakteur des Studierenden-Magazins seiner Universität.
Campus 1-2011
In der Ausgabe Nr. 131 des Magazins „Der Rechte Rand“ findet sich in dem Artikel „Rechtsum im »Institut für Staatspolitik«“ (Seite 22) von Robert Andreasch folgender Abschnitt:

Eines hat [Martin] Böcker freilich mit [Götz] Kubitschek gemeinsam: Jener war, was Böcker noch ist: Soldat, das heißt genauer studierender Offizier an der Universität der Bundeswehr (Fachbereich Staats- und Sozialwissenschaften) in Neubiberg bei München. Zusammen mit Leutnant zur See Felix Springer (Autor für »Sezession« und JF) und […] Larsen K[…] (Autor in JF und »Blaue Narzisse«) bildet Böcker den Kern der Münchner IfS-Aktivisten. Das rechte Trio stellt keine Ausnahme dar: Ein größerer Trupp von Soldaten/Studierenden der Bundeswehruniversität besucht zusammen mit Burschenschafter regelmäßig rechte Veranstaltungen in München, ob von der »Bürgerbewegung Pax Europa« oder beispielsweise von »Politically Incorrect«.

Der genannte Martin Böcker ist nun der neue Chefredakteur der Studierendenzeitung „Campus“ Organ des Studentischen Konvents an der Bundeswehr-Universität in München.
Bereits im Editorial von „Campus“ kündigen der Oberleutnant und seine Gesinnungsgenossen an, den Schutz der Pressefreiheit „werden wir schamlos ausnutzen.“

Böcker nennt auch den „Dienst“ der Frauen in der Bundeswehr „dankenswert, edel und gut“, schreibt aber zugleich von „der misslungenen Integration der Frau in den Streitkräften“. Im Heft führt der Redakteur und Leutnant zur See, Felix Springer, diese antifeministische These weiter aus:

Unbestritten ist, dass sich die körperlichen Anlagen männlicher und weiblicher Soldaten grundlegend unterscheiden, damit auch die reale Leistungsfähigkeit. […] In der militärischen Ausbildung sind entweder doppelte Maßstäbe oder eine Absenkung des allgemeinen Leistungsniveaus die Folge. Beides wirkt negativ auf den Kampfwert

Die Auswirkungen der Neubesetzung des Chefpostens bei „Campus“ zeigen sich sogleich. Das IfS konnte eine ganzseitige Anzeige in dem Magazin schalten.
Immerhin: Die Uni-Präsidentin erklärte laut „Süddeutsche“ eine Anzeige wie die des „Instituts für Staatspolitik“ werde es in Campus nicht mehr geben.
Doch Böcker ist nicht der einzige braune Passagier an Bord von „Campus“. So berichtet das AIDA-Archiv:

Doch Martin Böcker ist nicht allein bei „Campus“ eingestiegen: Mindestens ein weiterer „Campus“-Redakteur ist als Autor für „Sezession“ tätig, ein dritter schreibt für die extrem rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und das IfS-nahe Online-Portal „Blaue Narzisse“.

Quellen:
* Maria Holzmüller Bundeswehr: Rechtsruck im Uni-Magazin Rechter Aktivist leitet Zeitung an Bundeswehr-Uni, 14.07.2011, http://www.sueddeutsche.de/karriere/bundeswehr-rechtsruck-im-uni-magazin-rechter-aktivist-leitet-zeitung-an-bundeswehr-uni-1.1120199 & http://www.sueddeutsche.de/karriere/bundeswehr-rechtsruck-im-uni-magazin-rechter-aktivist-leitet-zeitung-an-bundeswehr-uni-1.1120199-2
* DWK/rb: Rechter Aktivist lenkt Zeitung an Bundeswehr-Uni, 14.07.2011, http://www.welt.de/regionales/muenchen/article13487682/Rechter-Aktivist-lenkt-Zeitung-an-Bundeswehr-Uni.html
* Robert Andreasch: Skandal an Bundeswehr-Uni in Neubiberg, AIDA-Archiv, 14. Juli 2011, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2444:skandal-an-bundeswehr-uni-in-neubiberg-&catid=43:weitere-rechte-aktivitn&Itemid=151
* Andreas Speit: Lufthoheit über den Seminaren, taz, 18.07.2011, http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2011%2F07%2F18%2Fa0027&cHash=fb013a5a50

Deutsche Militärzeitschrift (DMZ) Nr. 82 vom Juli/August 2011 erschienen

DMZ Nr. 82
In der aktuellen DMZ schreibt u.a. Rolf Michaelis über skandinavischen Waffen-SS-Freiwillige.

DMZ über Srebrenica
OBEN: Auch das Massaker von Srebrenica wird in der aktuellen DMZ als „angeblich“ geleugnet.

Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Hector Torres (* 1968), Leutnant der Reserve der US-Spezialeinheit Navy-SEALs.

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“.
* dem Scherzers Militärverlag aus Sachsen.
* dem Militaria-Magazin.
* dem „Nation Europa“-Nachfolger „Zuerst!“.
* dem extrem rechten Tübinger Grabert-Verlag.
* dem DVD-Verlag „History Films“

Quelle:
* DMZ Nr. 82

NVA-Kameradschaft verteidigt Wehrmacht

In der extrem rechten „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 82 findet sich folgender Leserbrief:
DMZ-Leserbrief

Verteuflung muß aufhören
Wir, die Angehörigen des Kameradschaftsbunds Dresden-Löbtau der ehemaligen 7. Panzerdivision der NVA, beobachten mit Interesse die Umgestaltung des Militärhstorischen Museums in Dresden. Uns liegt am Herzen, daß auch das Kapitel Deutsche Wehrmacht nicht zu kurz kommt. Leider darf man sich wohl über die Darstellung dieses Kapitels deutscher Militärgeschichte keine Illusionen machen. Wir sind – genau wie die DMZ – der Überzeugung, daß die kollektive Verteufelung endlich ein Ende haben muß! Vielleicht kann die Deutsche Militärzeitschrift sich dieses Themas annehmen , wenn das Museum am 14. Oktober 2011 neueröffnet wird.

Neurechter Vordenker kritisiert die „Feminisierung der Armee“ in Offiziersblatt

Der neurechte Vordenker Dr. Erik Lehnert, Geschäftsführer des extrem rechten „Instituts für Staatspolitik“ (im Selbstanspruch ein „Reemtsma-Institut von rechts“) mit Sitz in Schnellroda (Sachsen-Anhalt), konnte unlängst in der Zeitschrift „Marineforum“ Ausgabe 7/8 2011 zum Thema „Gleichstellung um jeden Preis? Einsatz von Frauen in Kampfeinheiten“ schreiben. Lehnert beschreibt in seinem Beitrag, der offenbar eine Kurzversion seiner IfS-Studie „Die Frau als Soldat – der Gorch Fock-Skandal, Minister zu Guttenberg und der Einsatz von Frauen in den Streitkräften“ darstellt, die Transformation der Bundeswehr und kritisiert dabei vor allem den zunehmenden Zugang von Frauen zu den Streitkräften.
Er schreibt u.a.:

Seither ist die Armee das Experimentierfeld einer Gleichheitsideologie, mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Zu denen nicht zuletzt der Tod der Kadettin auf dem Segelschulschiff Gorch Fock im November 2010 gehört.

Frauen spricht er qua biologischer Voraussetzung die Möglichkeit zum Militärdienst ab:

Obwohl der große technologische Fortschritt viele Entbehrungen und Strapazen, die Soldaten über Jahrhunderte ertragen mussten, erleichtert hat, bleibt der Kampfeinsatz immer noch eine außergewöhnliche physische und psychische Herausforderung. Die Natur hat Frauen und Männer diesbezüglich unterschiedlich ausgestattet.

Denn den Frauen fehle es am aggressiv machenden Testosteron-Hormon:
„Mit Blick auf die Tatsache, dass Kampf und Krieg ein gewisses Maß an Aggression erfordert, sind die meisten Frauen in dieser Hinsicht denkbar ungünstig ausgestattet.“
Lehnert folgert, dass die „Feminisierung der Streitkräfte“ inhuman sei und die zwei tödlich verunglückten Gorch Fock-Kadettinen Opfer weiblicher Umstände, also selber Schuld, seien:

Unter Absehung von der Realität wurde den jungen Frauen vorgegaukelt, ihr Geschlecht sei nur eine Konstruktion und es bedürfe nur der Überwindung dieses Vorurteils, um es den Männern in allen Belangen gleichzutun. Insofern sind die beiden verunglückten Kadettinnen (2008, 2010) Opfer einer Ideologie, die aus vermeintlich guter Absicht die Konsequenzen solcher »Gleichberechtigung« verschwiegen hat.

Spiegel-Online nennt Lehnerts Text treffend einen „erstaunliche[n] Rückfall in sexistische Denkmuster“. Das neben dem Inhalt auch schon der Autor an sich ein Skandal ist, erwähnt Spiegel-Online leider nicht. Immerhin gelang es dem Geschäftsführer eines extrem rechten thinktanks in dem Fachblatt der Marine-Offizier-Vereinigung (Auflage: 8.500 Exemplare) einen Artikel zu platzieren.
Auch nach der Kritik am Artikelinhalt, verteidigte der Chefredakteur Jürgen Kratzmann gegenüber Spiegel-Online den Beitrag und lehte Wert darauf, dass es bei dem Beitrag „auch nicht ansatzweise“ um eine „Verhöhnung“ der tödlich verunglückten Kadettin gehe.

Quellen:
* Marine-Magazin verunglimpft Frauen an Bord, 08.07.2011, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773161,00.html
* Joachim Zepelin: Soldatinnen fallen leichter, 07.07.2011
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:bundeswehr-soldatinnen-fallen-leichter/60075426.html

Deutsche Militärzeitschrift (DMZ) Nr. 81 vom Mai/Juni 2011 erschienen

DMZ Nr. 81 a
In dieser DMZ-Ausgabe finden sich u.a. in der Kategorie „Landser erzählen“ der Neuabdruck eines Textes aus dem Wehrmachts-Verlag von 1943 und ein Artikel des DMZ-Chefredakteurs Manuel Ochsenreiter, in dem er sich eindeutig auf der Seite des Diktators Gaddafis positioniert.

Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Dr. Dimitry Chmelnizki (* 1953), ein russischer Geschichtsrevisionist.
DMZ Nr. 81 b
Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“.
* dem Scherzers Militärverlag aus Sachsen.
* der SS-Ehemaligen-Zeitschrift „Der Freiwillige“.

Generalmajor mockiert sich in Rechtsaußenblatt über „Ausländer für die Bundeswehr“

Der Michael Vollstedt ist Generalmajor a. D. Schreibt in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Ausgabe 08/2011 vom 18. Februar 2011 in einem Kurzkommentar:

Ist es schon Verzweiflung, wenn der Minister nun an die Anwerbung von Ausländern für unsere Streitkräfte denkt – nach dem Motto: Was beim Fußball geht, funktioniert auch bei den Soldaten? Was für eine Armee wird das dann: ausgerichtet auf internationale Krisenintervention, chronisch unterfinanziert, niemals auf Soll-Stärke, mit auf das Grundgesetz vereidigten Ausländern? Stein, Hardenberg, Scharnhorst, Gneisenau alle vergessen? Man hofft, es ist nur ein schlechter Traum.