Archiv der Kategorie 'Österreich'

Österreich: Ulrichsbergtreffen fand statt

Wie das rechte Onlinemagazin „Blaue Narzisse“ in einem Artikel schreibt fand vom 18. bis 19. September 2010 in Krumpendorf bei Klagenfurt in Kärnten (Österreich) die 50. Ulrichsberg-Gedenkfeier statt. Diese gibt es seit 1959, fiel aber letztes Jahr im offiziellen Rahmen aus.
Ausrichter war die Ulrichsberggemeinschaft, dessen Präsidenten Engelbert Tautscher auch die offizielle Begrüßung.
Das österreichische Bundesheer hat auf Grund von Protesten seine logistische und personelle Unterstützung zurückgezogen.
Laut „Blaue Narzisse“ sollen „rund 600 Teilnehmer zum Festakt nach Krumpendorf und am darauffolgenden Tag nach Herzogstuhl, wo die Hauptfeier in diesem Jahr stattfand“ gekommen sein. Gekommen waren Studentenverbindungen und FPÖ- bzw. FPK-Mitglieder, u.a. der Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch und der Vizekanzler a.D. Herbert Haupt.
„Blaue Narzisse“ berichtet auch von einem „am späten Tage abgehaltene Kameradschaftsabend“.
Möglicherweise handelt es sich dabei um das Treffen von SS-Veteranen im Hotel Krumpendorferhof im Rahmen des Ulrichsbergtreffen.

Lediglich 30 Gegendemonstranten protestierten gegen das Spektakel. Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr mehr Protest.

Quelle:
* „Blaue Narzisse Online“

Österreich: SS-Veteranen feiern mit ungarischen und österreichischen Neonazis

Das „ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands“ berichtet in einer Meldung:

Im Rahmen der Feier seines 60. Geburtstages hielt die Landesgruppe Steiermark-Südburgenland des Österreichischen Soldatenverbandes/Kameradschaft IV (K IV) am 6. Juni im ungarischen Dég eine Gedenkveranstaltung ab. Laut einem Bericht auf alpen-donau habe eine Abordnung der neonazistischen und paramilitärischen Ungarischen Nationalen Front (MNA) auf Einladung der K IV an dieser Veranstaltung teilgenommen. Die ungarischen Neonazis schreiben, dass sie „mit großer Sympathie empfangen“ und zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen worden seien.
Österreichische Neonazis berichten auf alpen-donau schon länger und voller Faszination angesichts der waffenstarrenden Kameraden von den zahlreichen Wehrsportübungen der MNA in vielen Regionen Ungarns. MNA-Führer István Györkös drohte öffentlich, dass „die neue Welt im Feuer, Schmutz und Blut geboren wird“ – worauf man sich (militärisch) vorbereite.
Die rechtsextreme K IV zählt u. a. den steirischen FPÖ-Abgeordneten Gerhard Kurzmann zu ihren Mitgliedern. Noch Anfang 2009 betonte er gegenüber der Wochenzeitung Falter, dass er „keinen Grund“ sehe, aus dem Traditionsverband der Waffen-SS auszutreten.

Eisernes Kreuz

Quelle:

* Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands: Ungarische Neonazis bei K IV, in: Neues von ganz rechts – Juni 2010, http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2010_06/k4.html

Österreich: FPÖ lässt den Macho heraus

In einem Interview mit dem Titel „Ohne männliche Eigenschaften funktioniert Militär nicht“ hat ein Vertreter der rechtspopulistischen FPÖ das Mobbing von Frauen geleugnet.
Der ehemalige FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Oberst, sowie Ersatzmitglied in der Bundesheer-Beschwerdekommission Dr. Reinhard Eugen Bösch aus Vorarlberg kommentierte die Ergebnisse einer aktuelle Mobbing-Studie, wonach jede zweite Frau wegen aggressiven Verhaltens männlicher Kollegen das Bundesheer wieder verläßt: „Mir sind solche Fälle nicht bekannt.“
Und führte weiter aus:
„Beim Militär handelt es sich um eine streng hierarchische, auf Befehl und Gehorsam aufgebaute Organisation, welche in der Lage sein muss, auftragsgemäß auch militärische Gewalt einzusetzen. Grundlage dazu sind traditionelle männliche Eigenschaften wie Gruppenbildung, Kameradschaft und Mut zur Auseinandersetzung. Ohne diese Elemente funktioniert „Militär“ nicht.“
Das Interview erschien auf der Homepage „www.unzensuriert.at“, der Homepage des FPÖ-Mandatras und strammrechten Burschenschaftlers Martin Graf.

FPÖ pro Wehrpflicht
BILD: Die FPÖ setzt sich für die Wehrpflicht ein


Quelle:

* Interview: „Ohne männliche Eigenschaften funktioniert Militär nicht“, 28. Juli 2010, http://www.unzensuriert.at/001632-interview-ohne-m-nnliche-eigenschaften-funktoniert-milit-r-nicht

Österreich: Gedenken mit Freikorps-Anhängern

Das Hartmut-Mayer-arxhiv des VVN-BdA NRW berichtet:

Zu den Teilnehmern an der im November durchgeführten Gedenkfeier für den ehemaligen NS-Jagdflieger Walter Nowotny auf dem Wiener Zentralfriedhof gehörte auch eine Delegation der extrem rechten „Kameradschaft Freikorps Oberland – Bund Oberland“.
Vertreter des Traditionsverbandes des berüchtigten „Freikorps Oberland“ hatten noch im Sommer eine Einladung des „Österreichischen Kameradschaftsbundes“ nach Moosburg/Kärnten zur Teilnahme am Kaiser-Arnulf-Fest angenommen. Vor der Teilnahme am örtlichen Festumzug fand man noch die Gelegenheit eines gemeinsamen Gedenkens an dem Ort, an dem Jörg Haider tödlich verunglückt war. Daran nahm auch eine Klagenfurter Stadträtin teil, so „Kameradschaftsführer“ Jürgen Popp in „Der Oberländer“ (hma).

Quelle:
* Hartmut-Mayer-Archiv: Alte Kameraden, aus: Antifaschistische Nachrichten 25/Dezember 2009

Österreich: Bundesheer distanziert sich von nationalistischer Organisation

Die österreichische Armee will laut Pressemeldung zukünftig nicht mehr mit dem „Kärntner Abwehrkämpferbund“ (KAB) zusammenarbeiten. Der mitgliederstarke KAB versteht sich als deutschnationaler Interessens-Bewahrer in Kärnten gegenüber der slowenischen Minderheit. Die Bemühungen der slowenischen Minderheit um Sprach-Gerechtigkeit, beispielsweise auch bei der Verwendung der slowenischen Namen auf den Ortsschildern, werden als Vorform des Separatismus angesehen. Diese deutschnationalen Ängste existieren schon recht lange.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte es eine Abstimmung in Kärnten über den Zugehörigkeits-Wunsch der Bewohner zu Jugoslawien oder zu Österreich gegeben. Dabei verblieb ein Teil der slowenischen Bevölkerung als Minderheit bei Österreich. Im Zweiten Weltkrieg war es dann zu Zwangsdeportationen der slowenischen Minderheit in Kärnten durch die Nationalsozialisten gekommen. Aus der slowenischen Minderheit entstanden Partisanen-Einheiten, die aktiv Widerstand leisteten. Nach dem Krieg hatte beispielsweise der verstorbene Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann Haider den Konflikt beschworen, um so Stimmen der deutschsprachigen Mehrheit zu gewinnen.
Als der KAB-Chef Fritz Schretter am 10. Oktober in chauvinistischer Manier vor einer drohenden „Slowenisierung“ Südkärntens warnte, kündigte das Bundesheer in Kärnten die Zusammenarbeit auf. Bis dato hatte das Militär unter anderem die Musik bei Veranstaltungen gestellt.
Die Partei des verstorbenen Jörg Haider, das „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ), zeigte sich natürlich empört über diese Reaktion: „Das Bundesheer ist verpflichtet auch weiterhin ohne Wenn und Aber unsere heimattreuen Traditionsverbände und deren Mitglieder zu unterstützen“.

Quelle:
* Eurorex: Österreich: Bundesheer kündigt Zusammenarbeit mit Kärntner Abwehrkämpferbund auf, 23.10.2009, http://www.eurorex.info/2009/10/23/osterreich-bundesheer-kundigt-zusammenarbeit-mit-karntner-abwehrkampferbund-auf/

Österreich: Ulrichsberg-Feier im kleinen Rahmen

Nach Presseberichten haben 150 Rechte vor allem von der FPÖ und deren Umfeld sich an einer Kranzniederlegung beim umstrittenen Heimkehrerdenkmal beteiligt. Dagegen protestierten 60 AntifaschistInnen.
Doch neben der FPÖ-Wandertour scheint es noch weitere Besuchsgruppen auf dem Ulrichsberg gegeben zu haben. Die österreichische Presse veröffentlichte ein Bild, dass beweist das der wohl bekannteste österreichische Neonazi, Gottfried Küssel, auch auf dem Berg war. Eventuell sogar mit der FPÖ-Delegation.

Quellen:
* Fritz Kimeswenger: Neonazi Küssel am Ulrichsberg, „Kärntner Krone“, 22.09.09, http://www.krone.at/krone/S25/object_id__162650/hxcms/
* APA: FPÖ-Wandertag auf den Ulrichsberg ohne Zwischenfälle, 20.09.09, http://derstandard.at/fs/1252771755475/FPOe-Wandertag-auf-den-Ulrichsberg-ohne-Zwischenfaelle

Österreich: braune Nester in der Armee

Unter der Überschrift „Die Traditionspflege des Bundesheeres“ versucht ein knapper Kommentar in der Tageszeitung „Der Standart“ kritisch zu reflektieren, wie es mit dem Traditionsverständnis der österreichischen Armee, dem „Bundesheer“, aussieht. So wir auch im Zusammenhang mit der Beteiligung des Bundesheeres an der Ulrichsberg-Gedenkfeier von Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen konstatiert: „Gut möglich, dass da auch unbehelligte Kriegsverbrecher transportiert wurden.“
Unter Bezug auf einen Essay in der Österreichischen militärischen Zeitschrift (ÖMZ) von General i.R. Hubertus Trauttenberg und Hauptmann d.Res.i.R. Gerhard Vogl heißt es weiter:
„Die Traditionspflege und – wichtiger – die Mentalität der Offiziere orientierte sich jahrzehntelang an der Deutschen Wehrmacht – von unkritischer Anbetung der militärischen Leistungen und einem falschen Ehrbegriff („Eid geleistet“ ) bis zu klassisch neo-nazistischer Ideologie.
Erst in den letzten Jahren begann man zaghaft die Frage zu stellen, ob man einem verbrecherischen Regime gegenüber seinen Eid halten oder „seine Pflicht tun“ (Kurt Waldheim) muss; wurden Offiziere, die im Widerstand waren und starben, mit Kasernenbenennungen, Gedenktafeln etc. geehrt. Rechte Tendenzen im Heer gibt es immer noch (und schon wieder). Einer der engsten Mitarbeiter von Generalmajor Raffetseder (Militärkdo. OÖ) behauptete, die Ernennung von General Trauttenberg zum Adjutanten von Bundespräsident Klestil sei das „Werk einer jüdischen Lobby“ . Der Militärgeistliche Superior Siegfried Lochner, der die Absolventen der Militärakademie in Wr.Neustadt betreut (und H.-C. Strache firmte), behauptet, der von den Nazis ermordete Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter verdiene praktisch nicht seinen Status als christlicher Märtyrer, weil sich Hitlerdeutschland ab 1943 in einem „Verteidigungskrieg“ (!) befunden habe. Handlungsbedarf für Kardinal Schönborn.
Das Verteidigungsministerium war lange Zeit eine Domäne der ÖVP, die auf die ländlichen Kameradschaftsbünde Rücksicht nahm, und der FPÖ, die mehr als bedenkliche Kader (u.a. einen schlagenden „Olympen“ im Heeresnachrichtenamt) unterbrachte. Das Heer ist an sich in keinem guten Zustand. Es braucht nicht auch noch die Duldung oder gar Förderung rechtsextremer Tendenzen. Deswegen war die Absage an den Ulrichsberg so wichtig; nun sollte ein weiteres Vorgehen gegen diverse „Nester“ folgen.“

Quellen:

* Hans Rauscher: Die Traditionspflege des Bundesheeres, in: „Der standart“, 02.09.09, http://derstandard.at/fs/1250691754448/Die-Traditionspflege-des-Bundesheeres
* Siehe auch: Feiger Fortschritt: Veteranen der Waffen-SS feiern am Ulrichsberg 50-jähriges Jubiläum, 22.8.2009, http://www.profil.at/articles/0934/560/249316/feiger-fortschritt-veteranen-waffen-ss-ulrichsberg-50-jaehriges-jubilaeum

Nun doch noch Ulrichsberg-Feier?

Die politische Rechte in Österreich soll angeblich nach der Absage der 50. Ulrichsberg-Feier eine eigene Feier auf dem Ulrichsberg veranstalten. Ausrichter der Feier am 20. September ist u.a. die FPÖ-Kärnten. Diese jedoch fährt zurück. Laut der Homepage der FPÖ-Kärnten veranstaltet die FPÖ nun keine echte Ulrichsbergfeier, sondern „lediglich eine Kranzniederlegung im Namen von Franz Schwager und Harald Jannach“. Sie „freuen sich über jeden weiteren Teilnehmer“.

Quellen:
* DiePresse.com: Kärnten: FPÖ veranstaltet eigenes Ulrichsbergtreffen, 03.09.09, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/505855/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do
* Eurorex: Österreich: Neonazis mobilisieren zur Kranzniederlegung der FPÖ am Ulrichsberg, 13.09.2009, http://www.eurorex.info/2009/09/13/osterreich-neonazis-mobilisieren-zur-kranzniederlegung-der-fpo-am-ulrichsberg/
* Eurorex: Österreich: FPÖ-Chef bezeichnet Deserteure der Wehrmacht als Mörder, 13.09.2009, http://www.eurorex.info/2009/09/13/osterreich-fpo-chef-bezeichnet-deserteure-der-wehrmacht-als-morder/

Lesetipp: Ulrichsberg wegpusten

Die 30seitige Textsammlung „Ulrichsberg wegpusten“ des AK gegen den Kärntner Konsens 2009 enthält äußerst interessante Beiträge. Diese beziehen sich nur zum Teil auf direkt auf die Veteranenfeier auf dem Ulrichsberg in Kärnten, die sich dieses Jahr zum 50.ten Mal jährt bzw. die Gegenproteste, die sich zum 5.ten Mal jähren.
Es geht nicht nur um die deutschnationalen Burschenschaften als mutmaßliche Fortsetzer der Feier nach dem Aussterben der „Erlebnisgeneration“. Ein Beitrag beispielsweise widmet sich kritisch dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann und Austrofaschisten Jörg Haider und dessen Hetze gegen Slowenen, Asylbewerber und Linke.
Prädikat: Sehr lesenswert.

* Download: http://u-berg.lnxnt.org/materialien/ubergbroschuere2009_web.pdf

Österreich: erst Ulrichsberg ohne Armee und dann Totalausfall

An dem seit 1958 stattfindenden Treffen von Wehrmachtssoldaten und Angehörige der Waffen-SS auf dem Ulrichsberg in Kärnten dürfen Angehörige des österreichischen Bundesheers nicht teilnehmen. Das hat der österreichische Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) dem Bundesheer verboten, weil es dort zu wenig Distanz zu NS-Gedankengut gebe. Das fällt dem Verteidigungsminister relativ spät ein, nachdem sich Bundesheer und österreichische Politiker über Jahrzehnte an der Feier beteiligt hatten.
Wirklich konsequent ist das Verbot ohnehin nicht. Laut Nachrichtenmeldung erlaubte Darabos, dass Soldaten in ihrer Freizeit an dem Treffen teilnehmen.

Inzwischen wurde das für den 20. September geplante 50. Ulrichsberg-Treffen erst einmal ganz abgesagt, soll aber bald in einer Halle nachgeholt werden. Offiziell wurden die Proteste von Gegnern des Treffens als Grund für die Absage benannt. Aber es dürfte auch die Absage des Militärs, dass bisher Musik und den Shuttle-Transport stellte, und die Anzeige gegen den geschäftsführenden Obmann (Vorsitzenden) der Ulrichsberg-Gemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, wegen NS-Wiederbetätigung (konkret wegen Verkauf von NS-Devotionalien) eine Rolle gespielt haben. Präsident Rudolf Gallob (SPÖ) und Obmann Peter Steinkellner traten zwischenzeitlich zurück.
Wenig überraschend: Die beiden rechtspopulistischen Parteien FPÖ und BZÖ bedauerten die Absage.

Hintergrund: Der Dachverband „Verein für die Heimkehrergedenkstätte Ulrichsberg“ (Ulrichsberggesellschaft) mit Sitz in Klagenfurt richtet die alljährliche Ulrichsberg-Gedenkfeier aus. Die Generalversammlung der Ulrichsberg-Gemeinschaft besteht aus den Vertretern von 40 Mitgliedsvereinen. Darin sind u.a. vertreten: die „Kameradschaft der Ritterkreuzträger“, die „Kameradschaft ehemaliger Gebirgsjäger“, die Vertriebenenlobby „Volksdeutschen Landsmannschaften“ (VLÖ), der „Österreichische Kameradschaftsbund“ oder der deutschnationale „Kärntner Abwehrkämpferbund“.

Quellen:
* Bundesheer darf nicht zum Wehrmacht-Treffen, in: „Der Focus“, 25.08.09, http://www.focus.de/politik/ausland/ns-gedankengut-bundesheer-darf-nicht-zum-wehrmacht-treffen_aid_429364.html
* Klaus Höfler: Ulrichsbergtreffen abgesagt: „Berg kann ja nichts dafür“, 27.08.09, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/504453/index.do?from=gl.home_politik
* red/APA: Veranstalter sagen Ulrichsberg-Treffen ab, in: „Der Standart“, 27. August 2009, http://derstandard.at/fs/1250691370275/Kaernten-Veranstalter-sagen-Ulrichsberg-Treffen-ab
* Walter Fanta, Valentin Sima (Hg.): „Stehst mitten drin im Land“. Das europäische Kameradentreffen auf dem Kärntner Ulrichsberg von den Anfängen bis heute; Klagenfurt 2003, 195-203
* DÖW: Nazi-Devotionalienhändler in Ulrichsberggemeinschaft, Neues von ganz rechts – Juli 2009, http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/2009_07/ulrichsberg.html

Österreich: Soldaten im Kosovo nach Hitlergruß entlassen

Ein 41jähriger Unteroffizier und sechs weitere Berufssoldaten aus der österreichischen Kaserne Pinkafeld im Burgenland wurden entlassen, weil sie im Februar 2009 bei einer Feier im Camp Casablanca im Kosovo Hitlergrüße gezeigt und „Lieder mit nationalsozialistischen Passagen“ (OÖ-Nachrichten) gesungen hatten. Diese Aktivitäten fallen in Österreich unter das so genannte „Verbotsgesetz“, dass eine NS-Wiederbetätigung verbietet.

Quelle:
* http://www.nachrichten.at/nachrichten/ticker/Bundesheer-Kosovo-Nationalsozialismus-Wiederbetaetigung-Burgenland;art449,241252

Österreich: SSler gedenken in Rechnitz mit

Bei der alljährlichen Gedenkfeier des Österreichischen Kameradschaftsbundes am Grab eines unbekannten Soldaten nahe Rechnitz gedachte auch die SS mit. Unter den abgelegten Kränzen fand sich auch ein Kranz mit der Aufschrift „Seine Ehre hieß Treue“. Eine Abwandlung eines alten SS-Wahlspruches.
Zeugen berichteten der Presse, dass der Kranz von der SS-Veteranenorganisation (Kameradschaft IV, Bezirksgruppe Südburgenland) stammte.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Rechnitz von Nationalsozialisten ein Massaker an etwa 200 ungarischen Juden verübt. Das Verbrechen ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Quelle:
* Europaticker: Grüne verurteilen Tat und fordern Aufklärung. SS-Sprüche bei Gedenkfeier am Geschriebenstein, 16.11.08, http://www.umweltruf.de/news/111/news0.php3?nummer=19751

Österreich: Hitlergruß in Kaserne ohne wirkliche Folgen

Zwei Ex-Rekruten (20, 22) standen wegen eines Hitlergruß vor dem Salzburger Landgericht, der gefilmt und danach auf Youtube gestellt wurde. Die zwei Vorarlberger Soldaten hatten im September 2007 ihr „Abrüstervideo“, also ein Video vom Ende der Dienstzeit, gedreht. Dabei waren sie betrunken gewesen („Haben eine Gaudi gehabt und gesoffen“). Die Anklage lautete auf „nationalsozialistische Wiederbetätigung“.
Doch das Ganze war keinesfalls ein „Alkoholausrutscher“, was immer noch schlimm genug wäre. Die Presse berichtet davon, dass der 20jährige Hauptangeklagte seine rechtsextreme Ideologie im Bundesheer mit Nazi-Tattoos (u.a. Hakenkreuz, den SS-Totenkopf und die Zahl 18 – steht für A.H., also Adolf Hitler) offen zur Schau getragen hätte. Vor Gericht will der Angeklagte die Szene bereits vor einem Jahr verlassen haben. Der 22-jährige Zweitangeklagte ist den Behörden auch einschlägig bekannt gewesen. Er hat bereits eine 7monatige Bewährungsstrafe wegen Nazi-Schmierereien. Auch er will inzwischen aus der Szene raus sein.
Den beiden drohten bei einer Verurteilung, Strafen zwischen einem und zehn Jahre Haft.
Wegen „nationalsozialistischer Wiederbetätigung“ erhielt der 20jährige Hauptangeklagte eine nicht rechtskräftige Zusatzfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung. Der 21-jährige Zweitangeklagte wurde rechtskräftig freigesprochen.
Das Gerichtsurteil hat auch Auswirkungen auf den Ausgang des Disziplinarverfahrens im Bundesheer. Dort droht ihnen noch zusätzlich eine Ersatzgeldstrafe.

Quellen:

* Markus Peherstorfer: Ex-Rekruten wegen Hitlergruß vor Gericht, 30. Oktober 2008, http://derstandard.at/Text/?id=1225358708576
* Video mit „Heil Hitler“: Haftstrafe und Freispruch für zwei Rekruten, 30.10.2008, http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/1606785/index.do

Ullrichsberg-Feiern und der Protest dagegen

Am 21. September 2008 fand auf dem Ullrichsberg bei Klagenfurt/Celovec in Kärnten/Koroška (Österreich) die Ulrichsbergfeier von Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen und jüngeren Sympathisanten statt. Es war nicht nur die 50. Ullrichsbergfeier, es war auch das österreichische Gedenkjahr an 70 Jahre an die Annexion Österreiches durch NS-Deutschland. Laut AFP nahmen 500 Personen an der Feier teil, darunter auch Neonazis und Burschenschaften. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Österreich sondern auch aus Deutschland, den USA oder den Niederlanden.
Die begleitende Blasmusik wurde wie immer vom Bundesheer gestellt.
Bundesheerund Wehrmachtsveteranen
Doch auch Protest regte sich. So gab es von den Kritikern des „AK gegen den Kärntner Konsens“ einen Infopoint in der Innenstadt von Klagenfurt, einen Antifaschistischer Stadtspaziergang mit ca. 150 TeilnehmerInnen und ein Zeitzeuginnengespräch mit Katja Sturm-Schnabl, dem Mitglied einer von den Nazis zwangsdeportierten Familie.
Der Protest am Ort selbst wurde von militanten Nazis angegriffen. Laut Pressemitteilung wurde am Vormittag des 20.09. „eine Gruppe AntifaschistInnen in Krumpendorf/Kriva Vrba von etwa 15-20 vermummten Neonazis angegriffen, als sie versuchte eine Aktion am Bootsanlegesteg durchzuführen, um gegen den vormittäglichen Schiffsausflug der Ulrichsberggemeinschaft zu protestieren. Einige Personen mussten mit Verletzungen im Gesicht ins Krankenhaus gebracht werden.“
Auch sonst scheinen die rechten Gegner vor nichts zurückzuschrecken, am 19.09. ging schon eine Bombendrohung gegen einen AktivistInnen-Bus des AK gegen den Kärntner Konsens ein.

Quellen:
* AFP: Waffen-SS-Veteranen an Wehrmachtdenkmal in Österreich geehrt, http://afp.google.com/article/ALeqM5jFeByDCDPiU7UMPz5bqFAhlGZG7g
* Flora Eder: Mörder richten nicht, in: Jungle World Nr. 39, 25. September 2008, http://jungle-world.com/artikel/2008/39/23858.html
* Homepage: http://www.u-berg.at/2008/index.htm
* Blog-Erlebnisbericht: Wo gings hier zum Ulrichsberg?, http://wutimbauch.wordpress.com/2008/09/21/wo-gings-hier-zum-ulrichsberg/
* Walter Fanta, Valentin Sima (Hg.): „Stehst mitten drin im Land“. Das europäische Kameradentreffen auf dem Kärntner Ulrichsberg von den Anfängen bis heute; Klagenfurt 2003, besonders: Seite 80-83

Dokumentiert: Ullrichsberg-Treffen mit Nazi-Beteiligung

BraunzoneBw dokumentiert einen Text des AK gegen der Kärntner Konsens vom 25.08.2008:

Neonazis kündigen Besuch am Ulrichsberg an!

Zur diesjährigen Ulrichsbergfeier in Klagenfurt/Celovec kündigen schon jetzt neonazistische Gruppen ihr Kommen im Internet an. Im rechtsextremen „Thiazi-Forum“ (im Nazi-Jargon: „Germanische Weltnetzgemeinschaft“) wird schon kräftig die Werbetrommel gerührt. Das dreitägige Programm wird als „Super Gelegenheit zum Kontakte knüpfen und alte Kameraden kennen zu lernen!“ angepriesen.

Wie in jedem Jahr stellt die Gemeinde Krumpendorf/Kriva Vrba ihren Kursaal für den rechtsextremen „Kameradschaftsabend“ zur Verfügung. Dieser wurde bislang von der „Kameradschaft IV“, der Veteranenorganisation der (Waffen-) SS ausgerichtet. Laut der Ankündigung der Neonazis werden sich bekannte rechtsextreme Gruppen dort einfinden, z.B. die „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS“ (HIAG) sowie der neonazistische „Freundeskreis Halbe“, welcher in Brandenburg alljährlich Neonazi-Aufmärsche organisiert. Auch die Teilnahme von (FPÖ-) PolitikerInnen wird erwartet.

„Neonazis am Ulrichsberg sind keine Randerscheinung, sondern gehörten schon immer zum Gesamtbild des Treffens“, betont Josefine Broz vom AK gegen den Kärntner Konsens und führt weiter aus: „Zum 50sten Jubiläum der Grundsteinlegung des Denkmals am Ulrichsberg erwarten wir eine noch regere Teilnahme von Rechtsextremen aus ganz Europa.“

Am Berg tummeln sich jedes Jahr Spitzen der kärntner und österreichischen Politik – gemeinsam mit Personen, die ihre Weltanschauung offen als „nationalsozialistisch“ bezeichnen.
Trotz dieserErkenntnisse wird das Ulrichsbergtreffen auch heuer wieder durch das Bundesheer logistisch unterstützt werden.

Der AK gegen den Kärntner Konsens fordert deshalb weiterhin die sofortige Abschaffung des Ulrichsbergtreffens.

Der AK gegen der Kärntner Konsens stellt dem rechtsextremen kärntner Erlebniswochenende auch dieses Jahr antifaschistische Aktionstage entgegen.

Quelle:
* Homepage: http://www.u-berg.at

Hitlergruß von österreichischen Soldaten mit Folgen

Ein Hitler-Gruß von zwei Soldaten aus Vorarlberg in einer Salzburger Kaserne führt zu einer Anklage wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung.
Ein 20-jähriger hatte 2007 während seines Grundwehrdienstes in der Salzburger Schwarzenbergkaserne „Heil Hitler“ geschrien und den Hitlergruß gezeigt. Die Sache war herausgekommen, weil sein Kompagnon und Mitangeklagter die Szene mit einer Handy-Kamera gefilmt diese dann auf der Internet-Plattform „YouTube“ gelandet waren.

Quelle:
* APA/Red.: Nazi-Videos: Ex-Rekruten angeklagt, DiePresse.com, 09.06.08, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/389582/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do

Braune Lektüre beim österreichischen Militär

Aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage an die Präsidentin des Nationalrates von Österreich vom 6. März betreffs „revisionistische Literatur in der Österreichischen Militärbibliothek (ÖMB)“ ergibt sich, dass in der ÖMB allerhand braune Werke liegen.

Folgende Bücher wurden in den Kalenderjahren 2005 bis 2007 gekauft und stammen aus extrem rechten Verlagen:
* Sutkus, Bruno: Im Fadenkreuz: Tagebuch eines Scharfschützen; Munin Verlag; 2005
(angekauft 2005). Dienstexemplar.
* Kannicht, Joachim: Ideologie gegen Wehrmacht-Tradition: wohin treibt die Bundeswehr
* Die Politik bestimmt die Richtung; Grabert Verlag; 2005 (angekauft 2005).
* Meiser, Hans: Das Tribunal: der größte Justiz-Skandal der Weltgeschichte; Grabert
Verlag; 2005 (angekauft 2006). Dienstexemplar.
* Zemella, Günter: Moral Bombing: die Chronologie des Luftterrors 1939-45; Grabert
Verlag; 2006 (angekauft 2006).
* Brinkmann, Karl: Grundfehler der Relativitätstheorie; Hohenrain Verlag; 1988 (angekauft
2005).
* Motzkuhn, Robert: Der Kampf um das Öl: Weltvorräte, Ölmultis und wir; Hohenrain
Verlag; 2005 (angekauft 2006). Dienstexemplar.
* Schneider, Reinhard: Die Kaiserliche Schutz- und Polizeitruppe für Afrika:
Felduniform; Ausrüstung; Bewaffnung; Druffel & Vorwinckel-Verlag; 2005 (angekauft
2006).
* Eppich, Martin: Abgehauen: Als blinder Passagier 1947 auf der „Queen Mary“ von
Southampton nach New York; Druffel & Vorwinckel-Verlag; 2007 (angekauft 2008)
* Melisch, Richard: Der letzte Akt: die Kriegserklärung der Globalisierer an alle Völker
der Welt; Hohenrain Verlag; 2007 (angekauft 2008). Dienstexemplar.

Insgesamt wird angegeben man habe vom Grabert-Verlag in der Zeit von 1971 bis 2008 49 Bücher erworben (Ankauf bzw. Schenkung), wovon 4 Exemplare wieder entfernt worden wären.

Quelle:
* Anfragebeantwortung: Rechtsextreme, rechtsrevisionistische und deutsch-revanchistische Literatur wird keinesfalls systematisch beschafft, sondern dient ausschließlich – wenn erforderlich – als Quelle einer kritischen wehrwissenschaftlichen Forschung, 3738/AB XXIII. GP – Anfragebeantwortung, eingelangt am 05.05.2008

Dokumentation: Mittenwald-Protest-Aufruf 2008

„Aufruf 2008
„Berg frei!“ werden wir am 3. und 4. Mai 2008 wieder alten und jungen Gebirgsjägern in Mittenwald entgegen rufen. „Berg frei!“ ist nicht als Gruß unter Wanderern gemeint, es heißt kurz und schlicht: „Haut ab! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“ Über 50 Jahre lang treffen sich jährlich zu Pfingsten einige tausend aktive und ehemalige Gebirgsjäger aus Bundeswehr und Wehrmacht. Dieses Jahr ist alles etwas anders, denn der Kameradenkreis musste das Gebirgstreffen auf Anfang Mai verlegen. Aufgrund der Proteste gegen die Mörder unterm Hakenkreuz blieben zu Pfingsten die Touristen im oberbayerischen Mittenwald aus.
Wir rufen auch in diesem Jahr wieder zu Protesten gegen das Traditionstreffen in Mittenwald auf. Kommt am 3. und 4. Mai 2008 und „Geben wir ihnen den Rest! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“
Das Treffen des Kameradenkreises der Gebirgsjäger in Oberbayern ist das größte Soldatentreffen Deutschlands. Neben Abordnungen der Bundeswehr nehmen an dem Traditionstreffen auch revisionistische und faschistische Organisationen teil, u.a. die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger.
Die Gebirgsjäger gedenken all derer, die sie als “Opfer” stilisieren, unter Anderem Angehörige der Wehrmacht oder der Mussolini treuen “Divisione Monterosa”, aber auch in Afghanistan gestorbener Bundeswehrsoldaten.
Mit von der Partie ist auch die bayerische Politprominenz. Im vergangenen Jahr hielt der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, selbst Mitglied der CSU und des „Kameradenkreises der Gebirgsjäger“, die Festrede zum fünfzigsten Jubiläum des Kriegsdenkmals auf dem Hohen Brendten. 2008 wird voraussichtlich Minister Jung in Mittenwald erwartet. Unter den Gästen des Kameradenkreises tummeln sich stets zahlreiche Kriegsverbrecher, z.B. aus der 1. Gebirgsdivision, die für die Wehrmachtsmassaker in Kommeno und Kephallonia verantwortlich waren.
Doch für den Kameradenkreis der Gebirgstruppe wird die Luft auf dem Hohen Brendten immer dünner, nicht nur weil die Wehrmachtsangehörigen wegsterben. Im November 2007 eröffnete der römische Militärstaatsanwalt Antonio Intelisano ein Ermittlungsverfahren wegen des Wehrmachtsmassakers 1943 an Tausenden italienischen Offizieren und Soldaten der italienischen Division “Acqui” auf der griechischen Insel Kephallonia. Ein Teilnehmer des Kameradentreffens, Josef Scheungraber, wurde 2006 vom Militärgericht in La Spezia in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Aktuell hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage wegen Mordes gegen den in Ottobrunn bei München lebenden 89-jährigen Scheungraber erhoben. Als Befehlshaber war er für die grausame Ermordung von 14 Menschen im Juni 1944 in dem toskanischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) verantwortlich. Seine Einheit hatte als „Vergeltung“ gegen Partisanenangriffe 15 Zivilisten in ein Bauerhaus gesperrt und es gesprengt. Alle im Haus bis auf einen 15-jährigen Jungen starben. Auch in diesem Jahr wird so manches „Lebenslang“ gegen Angehörige des Kameradenkreises wegen in Italien verübter Kriegsverbrechen gefällt. Trotzdem können die Mörder unterm Edelweiß in ihren Betten sterben, schließlich wurde bis heute kein Gebirgsjäger von einem deutschen Gericht verurteilt.
Der von den Deutschen geführte Krieg zur Zeit des Nationalsozialismus war ein Vernichtungskrieg – gerade in Osteuropa. Deshalb ist er mit keinem anderen Krieg zu vergleichen. Trotzdem ist Krieg ohne Mord, Vergewaltigung und Raub nicht zu denken. Im Oktober 2006 wurde öffentlich bekannt, dass Gebirgsjäger aus Mittenwald in Afghanistan mit Totenschädeln posierten. Sie gehören zur Elitetruppe der Bundeswehr, die seit Mitte der 1990er Jahre an Auslandseinsätzen beteiligt ist. Als Bestandteil der Krisenreaktionskräfte und des Kommandos Spezialkräfte werden sie in der EU-Interventionstruppe eingesetzt. Die Totenschändung geht einher mit den hinreichend bekannten Formen von sexualisierter Gewalt, die wir aus zahlreichen Kriegen kennen. Sexualisierte Gewalt gedeiht erst recht in patriarchalen Strukturen. Auch diese Art der Gebirgsjäger-Traditionspflege gehört zu Mittenwald, dem „Standort der Totenschänder.“
Seit unserer ersten Intervention in Mittenwald 2002 ist das politische und öffentliche Interesse an der Bestrafung von NS-Kriegsverbrechern und der Verhinderung von Veteranenveranstaltung von Wehrmacht und Waffen-SS stark gewachsen. Im vergangnen Jahr gab es an zahlreichen Orten im In- und Ausland Proteste gegen NS-Mörder und ihre Veranstaltungen. Im Dezember vergangenen Jahres protestierten antifaschistische Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Österreich in elf deutschen Städten und in Hopfgarten/Österreich gegen NS-Kriegsverbrecher, die u. a. an Massakern an der italienischen Zivilbevölkerung in Marzabotto, Sant’Anna di Stazzema und Civitella im Sommer und Herbst 1944 beteiligt waren und in Italien verurteilt wurden. In Mittenwald werden wir wieder dagegen protestieren, dass die Soldaten des NS-Vernichtungskrieges ihre Tradition ungestört an die Soldaten der Bundeswehr weitergeben können. Wir werden es nicht dulden, dass deutsche Soldaten zu „Opfern“ umgelogen werden sollen – weder in Mittenwald, noch in Bad Reichenhall, noch sonst wo. Das Militär hat keine Zukunft, es ist Garant einer Gegenwart, die jeder emanzipatorischen Politik entgegensteht.
Mord verjährt nicht –Verurteilung der Kriegsverbrecher – Entschädigung aller NS-Opfer! – Bundeswehr – wegtreten! Für Entnazifizierung und Entmilitarisierung Mittenwalds!
Geben wir ihnen den Rest! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“

Quelle:
* http://mittenwald.blogsport.de/aufruf-2008/

Wehrmachtsflieger in Wien aufgetreten

Nach Angaben der Antifaschistischen Nachrichten 08 vom April 2008 ist Ende März der Ex-Jagdflieger Oberst a.D. Hajo Hermann (95) im Wiener „Haus der Heimat“ aufgetreten. Organisiert wurde die Veranstaltung vom FPÖ-nahen „Neuen Klub“. Hermann trat in Vergangenheit auch schon für DVU und NPD auf die Bühne. Unter den Teilnehmern fanden sich auch einige österreichische Militärs wie der Generalinspekteur des österreichischen Bundesheeres, Karl Majcen, und Oberst a.D. John Graf Gudenus.

Quelle:
* Hma: Ex-Jagdflieger im „Haus der Heimat“, aus: Antifaschistische Nachrichten 08/April 2008, http://www.nrw.vvn-bda.de/hma/an_2008_08.htm

Wehrmachtsflieger-Ehrung in Wien

In Wien kam es wie in den Jahren zuvor am 11. November auf dem Wiener Zentralfriedhof zu einer Gedenkveranstaltung für den 1944 abgestürzten NS-Jagdflieger Walter Nowotny. Noowotny war vor und nach seinem Tod vom Regime zur Ikone ausgebaut worden. Die Veranstaltung war im Gegensatz zu den vergangenen Jahren mit 100 Personen eher schwach besucht. Dafür gaben sich allerhand honorige Personen die Ehre: Walter Graf, der Bezirksobmann des ÖVP-nahen Kameradschaftsbund Spitz an der Donau, einige Landtagsabgeordnete der FPÖ und der Wiener FPÖ-Stadtrat Johann Herzog. Ebenso kam der Alt-Rechte Leo Malleczek (98), seit 1940 Obmann der Wiener akademischen Turnerschaft Danubo-Markomania.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: 11. November
Quelle: Hma: Nowotny-Ehrung in Wien, www.nrw.vvn-bda.de/hma/an_2007_25.htm