Archiv der Kategorie 'Österreich'

Österreich: V-Mann an Anschlag auf Moschee beteiligt?

Laut einer Meldung von Anfang Juli 2016 prüft das österreichische Bundesheer Vorwürfe, nach denen ein „informeller Mitarbeiter“ des Abwehramtes an einen Anschlag auf eine Grazer Moschee in der Nacht auf den 6. Mai beteiligt war.
Dabei hatte ein Mann hatte einen Schweinekopf im Außenbereich der Moschee befestigt und Schweineblut verschüttet

Quelle:
* APA: Anschlag auf Moschee in Graz: Bundesheer prüft Vorwürfe, 03.07.2016, http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/anschlag-auf-moschee-in-graz-bundesheer-prueft-vorwuerfe-203373/

Österreich: brauner Berufssoldat

Das Infoportal „Stoppt die Rechten“ berichtet:

Der im April vertagte Prozess gegen einen Berufssoldaten (43) aus Oberösterreich wegen NS-Wiederbetätigung wurde am Mittwoch, 9.12. ziemlich geräuschlos vor einem Salzburger Geschworenengericht fortgesetzt. Die ihm vorgeworfenen Delikte liegen schon lang, sehr lang zurück. Eine Strafverfolgung ist trotzdem möglich, weil die NS-Wiederbetätigung einen hohen Strafrahmen hat.
Zwischen 2002 und 2006 soll der Soldat mehrmals vor Kameraden das Horst-Wessel-Lied, das ursprünglich das Kampflied der SA und später die Parteihymne der Nazis wurde, angestimmt haben. Zwischen 2008 und 2010 soll er öfters mit dem Hitler-Gruß salutiert haben.
Der Angeklagte ließ die Vorwürfe schon beim Verhandlungstermin im April nicht gelten, bezeichnete sie als Intrige einiger Kollegen beim Bundesheer. In einem anderen Verfahren gegen einen Kollegen wegen Rauferei war er nämlich als Zeuge geladen. Die Vorwürfe gegen ihn seien deshalb als Retourkutsche zu betrachten.
Die Richterin ließ deshalb im April zur Ladung von fünfzehn Zeugen vertagen. Die mediale Berichterstattung über den Prozesstermin am Mittwoch fiel sehr dürftig aus. Über die Zeugenaussagen wurde nichts bekannt. Allerdings wurde der Angeklagte von dem Vorwurf, das Horst-Wessel-Lied gesungen zu haben, freigesprochen.
Das Urteil, 15 Monate bedingt auf drei Jahre, ist noch nicht rechtskräftig. Von einem Amtsverlust des Angeklagten sah die Richterin in ihrem Urteil ab (in einem Disziplinarverfahren könnte ihm der dennoch noch blühen).

Quelle:
* Salzburg: Ein brauner Soldat, 11. December 2015; http://www.stopptdierechten.at/2015/12/11/salzburg-ein-brauner-soldat/

Wien: Gedenken an Wehrmachtsflieger

Novotny-Totengedenken 2015
Das österreichische Newsportal „Stoppt die Rechten“ schreibt:

„Am Sonntag. 8. November, versammelten sich am Wiener Zentralfriedhof wieder einige Dutzend Rechtsextreme am Grab von Walter Nowotny, dem NS- Luftwaffenoffizier und Nationalsozialisten. 2003 hatte der Wiener Gemeinderat per Beschluss seinem Grab den Status eines Ehrengrabs aberkannt. Seither hat der „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“ die Grabpflege und die Aufmärsche der Rechtsextremen organisiert.
Stolz verkündet der „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“, dass er seit 2012 „vom österreichischen Innenministerium offiziell mit der Grabpflege beauftragt“ worden ist. Das muss man sich einmal vorstellen: die (rote) Gemeinde Wien entzieht auf Antrag der Grünen 2003 dem Grab des NSDAP-Parteimitglieds 2003 den Status des Ehrengrabs und 2012 entscheidet das schwarze Innenministerium, dass der „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“ mit der Pflege des Grabes beauftragt und dafür auch finanziell entschädigt wird. Ein paar Hundert Euro, so der Sprecher des Innenministeriums, würden dafür vom Innenministerium aufgewendet, erklärte dessen Sprecher 2012 dem ORF.
Dafür finden die Rechtsextremen und Neonazis, wenn sie am Todestag von Nowotny aufmarschieren, ein gepflegtes Grab vor!
Eingeladen wurden sie natürlich auch vom Verein. Mit Einladungsschreiben, die auch deutlich machen, dass da ein Krieger der Deutschen Wehrmacht des NS- Regimes geehrt wird:
„Vor 71 Jahren fiel Major Walter Nowotny im Kampf gegen amerikanische Bomber-verbände.
Das offizielle Österreich hat es bis zum heutigen Tage nicht der Mühe wert empfunden Walter Nowotny mit militärischen Ehren zu würdigen. Ganz im Gegenteil“ (Fehler im Original).
Die Vereinsobleute Gerhard Pendl und Johann Herzog (FPÖ Wien, 2. Präsident des Landtages) beschreiben den Abschuss des Flugzeuges von Nowotny, bei dem er am 8. November 1944 den Tod fand, in ihrem Flugblatt etwas verklärend:
„Am 8. November 1944 verblieb Major Walter Nowotny als höchstdekorierter Jagdflieger der Wehrmacht im Felde“.
Der FPÖ-Vize Johann Gudenus nennt das die „Pflichterfüllung eines Soldaten, der von der nationalsozialistischen Propaganda vereinnahmt und missbraucht“ wurde. Was da an Nowotnys Grab alljährlich stattfindet, ist natürlich ganz was anderes. Dafür sorgt schon die FPÖ, die nicht nur im Vereinsvorstand kräftig vertreten ist, sondern auch beim Aufmarsch am Grab. Neben einigen Neonazis und einem Kameraden, der mit Ledermantel und Lederstiefeln eine ganz besondere Erinnerung pflegen wollte, waren nicht nur einige FPÖ-Mandatare zu sehen, sondern in diesem Jahr zahlreiche Delegationen des Österreichischen Kameradschaftsbundes (Spitz/Donau, Korneuburg, Laa/Thaaya, Hollabrunn, Sierndorf, Guntramsdorf, Mistelbach und Langenlois).“

Quelle:
* Besuch bei Nazi-Novotnys Grab, 11.10.15, http://www.stopptdierechten.at/2015/11/10/besuch-bei-nazi-nowotnys-grab/

Dietl-Gedenkfeier in der Steiermark

Das antifaschistische Hartmut-Mayer-Archiv berichtet:

Aus Anlass des 70.Todestages des Wehrmacht-Generalobersten Eduard Dietl hat der “Österreichische Kameradschaftsbund“ (ÖKB) Ende Juni eine Gedenkfeier in der nordöstlichen Steiermark ausgerichtet. Etwa 200 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, die an der Stelle stattfand, wo Dietl am 23.Juni 1944 mit einem Flugzeug abgestürzt war. Unter den Teilnehmern befanden sich Abordnungen der „Kameradschaft Gebirgsjäger-Regiment 139“, des „Kärntner Abwehrkämpferbundes“ und der „Kameradschaft vom Edelweiß“. Einen vom Pfarrer der Gemeinde Waldbach geleiteten Gottesdienst gab es in diesem Jahr zum letzten Mal auf dieser Gedenkfeier. Der Pfarrgemeinderat von Waldbach hatte unlängst einhellig beschlossen, sein Mitwirken an der „problematischen“ Gedenkfeier für ein früheres Mitglied der NSDAP künftig einzustellen.“

Bundeswehr-Fallschirmjäger a.D. sprach 2012 auf rechten Kreta-Gedenken in Österreich

Landser - Angriff auf Kreta

Auch im eingestellten Magazin „Der Landser“ wurde dem deutschen Überfall auf Kreta gehuldigt

Aus dem Grazer Magazin „Enterhaken“ Nr. 25:

Seit knapp 60 Jahren treffen sich jährlich um den 20.Mai, den Jahrestag des deutschen Überfalls auf Kreta 1941, Veteranen von Gebirgsjäger- und Fallschirmjägereinheiten in Gniebing, nahe Feldbach in der Südoststeiermark. Hier wird sowohl der Eroberung Kretas durch deutsche Truppen gedacht wie auch der Eroberung der von der Roten Armee schon befreiten Stadt Feldbach durch Fallschirmjäger und Waffen-SS im Jahr 1945.
Veranstaltungsort ist die Karnerhöhe in der Gemeinde Gniebing. Das Denkmal, das im Zentrum des Aufmarsches steht, besteht aus einer 13 Meter hohen Steinsäule, auf der ein Adler im Sturzflug sitzt, auf dem Denkmal selbst sind mehrere Tafeln angebracht, darunter eine mit der Widmung: “Hier kämpften und fielen in den ersten Apriltagen des Schicksalsjahres 1945 deutsche Fallschirmjäger. Getreu ihrem Eid und Gehorsam der beschworenen Pflicht.”
In den letzten 5 Jahren schwankte die TeilnehmerInnenzahl stark. Nahmen 2008 nur ca. 30 Personen teil, waren es 2011 und 2012 rund 200. Die TeilnehmerInnen, darunter Burschenschafter und Mitglieder der KIV, der Veteranenorganisation der Waffen-SS, marschieren mit Musik, KranzträgerInnen und Fahnenabordnungen als “Schweigemarsch” zum Denkmal. Kamerad betrauert die Toten, ehrt den Heldenkampf und versichert sich gegenseitig „ewiger“ und „wahrer“ Werte. Doch welche zwei Operationen des „Dritten Reiches“ werden „gefeiert“?

In einem längeren Bericht auf dem Blog des „AK Hinterland“ wird aus der Ansprache eines Oberleutnant a.D. der Bundeswehr Jochen Haupt von 2012 zitiert, der als Repräsentant des „Bundes Deutscher Fallschirmjäger“ vor Ort war eine Rede hielt:

Am Fallschirmjägerehrenmal in Feldbach/Steiermark fand ich folgende Inschrift: ‚Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben.‘ Dem heutigen deutschen Durchschnittsbürger ist das Wort Vaterland zumindest suspekt, für ihn spielt das Vaterland keine große Rolle mehr. Militärische Tugenden werden argwöhnig beäugt, Einsatz für das Vaterland erscheint heute vielen nach Jahrzehnten der Sicherheit und des Wohlergehens eher lächerlich. Umso mehr ist davon auszugehen, dass für die Mehrzahl der hier in Gottes Frieden ruhenden Deutschen Fallschirmjäger das Vaterland in ihren Wertevorstellungen ganz vorn stand. Über 4.500 meist ganz junge Männer, viele unter 20 Jahre alt, gaben ihr junges Leben für ihre Überzeugungen.

Dass diese Überzeugungen nationalsozialistischer Art waren, wird nicht erwähnt.

* Mehr unter: http://akhinterland.wordpress.com

Österreich: Ehemaliger Berufssoldat und Rechtspopulist aktiv als Waffenschieber

Das Infoportal „Stoppt die Rechten“ berichtet:

Das ist ja eine Bombenüberraschung im Neuen Jahr! Wie die Tageszeitung „Österreich“ in ihrer Ausgabe vom 8. Jänner 2013 meldet, wurde der Linzer FPÖ-Politiker Robert H. in Untersuchungshaft genommen, weil er jahrelang als Waffenschieber tätig gewesen sein soll.
„Österreich“ beschreibt Robert H. als FPÖ-Politiker, Ex-Gemeinderat, ehemaligen Berufssoldaten und Gründer des Vereins WIKUL, der auch eine Führungsrolle im Witikobund habe.


Quelle:

* Linz: Freiheitliche Bombenüberraschung!, 9. January 2013, http://www.stopptdierechten.at/2013/01/09/linz-freiheitliche-bombenuberraschung/

ÖSTERREICH: Teilnehmerzahlen bei Ulrichsberg-Treffen weit hinter den Erwartungen

Nach zwei Jahren Pause fand dieses Jahr am 16. September auf dem Ulrichsberg in Kärnten wieder das so genannte „Heimkehrertreffen“ statt. Hier versammelten sich wie zuvor Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen, Rechtspopulisten von der FPÖ und deutschnationale Burschenschafter.
Die Veranstalter hatten vollmundig verkündet, es würden bis zu 900 Gäste erwartet. In Wirklichkeit kamen aber nur 3-400 auf den Berg. Fotos zeigen leere Stuhlreihen. Das Treffen begann auch noch mit einiger Verspätung, weil es Schwierigkeiten mit dem Transport zur Gedenkstätte gab. Im Gegensatz zu den Vorjahren unterstützte das österreichische Bundesheer seit 2009 das Treffen nicht mehr mit Transport-Fahrzeugen oder auf andere Art.
Festredner war Herbert Belschan von Mildenburg, ein Waffen-SS-Veteran. Ursprünglich war der Auftritt von Mildenburg nach Protesten abgesagt worden. Laut Mitgliedern des „Arbeitskreises gegen den Kärntner Konsens“ soll der Vorsitzende der Ulrichsberggemeinschaft von einer bewussten Finte gesprochen haben, um die Medien zu beruhigen.
Auch Walter Graf, ein Vertreter der „Gedenkkameradschaft Walter Nowotny“ hielt eine Ansprache.

Quellen:
* APA/red, derStandard.at: Mitglied der Waffen-SS hielt doch Ansprache bei Ulrichsbergtreffen, 16. September 2012, http://derstandard.at/1347492645838/Mitglied-der-Waffen-SS-hielt-doch-Ansprache-bei-Ulrichsbergtreffen
* DÖW: Umstrittenes „Ulrichsbergtreffen“, Neues von ganz rechts – September 2012

Österreich/BRD: rechter Verein mit Kontakten zur Bundeswehr

Diesem Blog wurde Material zugespielt, was die Verbindung des österreichischen Brigadier a.D., über dessen rechten Verein „Militär-Fallschirmspringer Verbundes Ostarrichi“ und seine Aktivitäten „Braunzone Bundeswehr“ bereits berichtete, zur Bundeswehr belegt. In einem „1.Führungsbrief“ des Brigadier i.R. Josef Paul Puntigam hieß es demnach:

Die Zusammenarbeit mit dem Bundesheer wird intensiviert werden. Aber auch die deutsche Bundeswehr hat großes Interesse an uns. Selbst höchste Offiziere der Bundeswehr haben an uns Gefallen gefunden. Meine Kontakte zur Infanterieschule Hammelburg, zur LL/LT-Schule Altenstadt und zur Offiziersschule in Dresden tragen Früchte! 2012 besuchen wir die Führungsakademie in Hamburg.

Ostarrichi
Der zitierte „1. Führungsbrief“, welcher ein Jahr auf deren Homepage stand, ist inzwischen wieder verschwunden.

Österreich: Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen-Treffen auf dem Ulrichsberg wiederbelebt

Das Magazin „Profil“ berichtet von einer Neuauflage des Treffens am Ulrichsberg in Kärnten:

Der neue Organisator Hermann Kandussi will der Veranstaltung zu alten Ehren verhelfen: „Wir wollen ein europaweites Gedenken für die Gefallenen und Heimkehrer schaffen.“
Tatsächlich ist die Veranstaltung auch ein Fixpunkt für ehemalige SS-Mitglieder und Rechtsextreme.

Ulrichsberg-Treffen 2012
OBEN: Anzeige in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“

Quelle:
* Red: Ulrichsberg-Treffen soll heuer doppelt so groß werden. Veranstalter Kandussi erwartet bis zu 900 Besucher, 25.8.2012, http://www.profil.at/articles/1234/560/339822/ulrichsberg-ulrichsberg-treffen

Österreich: Fallschirmjäger-Verein organisiert ein Gedenken an „Helden“ der Wehrmacht

Der „Verein Militärischer Fallschirmjäger Verbund Ostarrichi“ organisiert in Feldbach (Südsteiermark) ein Treffen zum Gedenken gefallener Wehrmachtssoldaten. Die „Kretafeier“ zog 2010 und 2011 etwa 200 Personen an, 2009 sind es nur 50 gewesen.
Für Zulauf soll nach Medienberichten Josef Paul Puntigam, Brigadier a. D., ehemaliger Infanteriechef des Österreichischen Bundesheeres und ehemaliger Kommandant der Jägerschule, gesorgt haben. Puntigam ist seit 2008 zum Präsidenten des Fallschirmjäger-Vereins. Außerdem ist Puntigam Mitglied der Studentenverbindung Tafelrunde Wiking und hat das Vorwort zu dem 2006 im extrem rechten Pour-le-Mérite-Verlag erschienene Bildband „Geheime Krieger“ verfasst. Der extrem rechten „Deutschen Militärzeitschrift“ stand er für die Ausgabe Nr. 52, Juli/August 2006 als Interviewpartner zur Verfügung.
Unter den Teilnehmenden befanden sich Bundesheerangehörige in Uniform ,Polizisten und Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft IV, der frühere Waffen-SS-Mitglieder angehören. Dem Heer wurde von offizieller Stelle die Teilnahme am Treffen in Feldbach untersagt. Deswegen dürfen Vereinsmitglieder bei ihren Veranstaltungen keine Uniform tragen.

Wie das Magazin „Falter“ herausgefunden hat, ist der Verein mehr als nur ein brauner Traditionsverband:

Die Soldaten sollen im Kampfanzug erscheinen, bei Polizisten ist die Uniform erwünscht. So steht es auf dem Anmeldeformular für den „Ersten Internationalen Hochgebirgsmarsch samt Schießen“, bei dem die Teilnehmer vergangenes Wochenende in der Gegend von Kaprun auf bis zu 2639 Metern Seehöhe durchs Gebirge marschierten. […] Der Milf-O klingt nicht nur militärisch, er ist auch straff organisiert und hat in den Bundesländern „Standortkommandanten“, „Kommandanten“ für die verschiedenen Bundesheerkasernen sowie für Polizei und die Justizwache und auch einen „Ansprechpartner für unsere deutschen Kameraden“. […] Oder die ausländischen Kameraden kommen zu Besuch nach Österreich. Der „bayerische Soldatenbund“ konnte auf einem Schießplatz in Niederösterreich „mit Großkalibergewehren der Marke Heckler & Koch SL 7 und Steyr AUG StG 77“ das Schießabzeichen des Milf-O „erringen“. Ermöglicht worden sei dies durch die „hervorragenden Kontakte“ eines Bundesheer-Vizeleutnants, der ebenfalls im Vorstand des Milf-O sitzt.
Überhaupt nützt dieser Verein Bundesheereinrichtungen, als wäre er Teil des Heeres, darf sich bei Tagen der offenen Tür in verschiedenen Kasernen präsentieren, hat in der „Heeresunteroffiziersakademie“ in Enns sogar eine eigene Informationsecke zur Verfügung gestellt bekommen.

Quellen:
* Kerstin Scheller, Gudrun Springer: Militärverein organisiert braune Feier, Der Standard, 21. August 2012, http://derstandard.at/1345164758910/Militaerverein-organisiert-braune-Feier
* Schießübungen für Ostarrichi?, 22. August 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/08/22/schiesubungen-fur-ostarrichi/
* Nina Horaczek: An die Gewehre, an die Gewehre!, aus FALTER 34/12, http://www.falter.at/falter/2012/08/21/an-die-gewehre-an-die-gewehre/

Österreich: FPÖ beschäftigte sich mit Kosovo-Konflikt

Die rechtspopulistische FPÖ beschäftigt sich unter Beteiligung von Militär-Experten mit dem Kosovo-Konflikt:
FPÖ zum Kosovo-Konflikt

Österreich: „Kreta-Gedenken“ diesmal ohne Bundesheer?

Die österreichische Zeitung „Der Standart“ berichtet über eine umstrittene Gedenkveranstaltung in Gniebing in der Steiermark:

Am Samstag soll im steirischen Gniebing (Bezirk Feldbach) wieder eine Gedenkveranstaltung stattfinden, zu der die Vereine Kameradschaft vom Edelweiß, der Militär Fallschirmspringer Verbund-Ostarrichi und der Bund ehemaliger Fallschirmjäger einladen. Zumindest von 2009 bis 2011 nahmen dort auch Rekruten und Offiziere des Bundesheers teil, wie Fotos, die die Veteranenvereine online stellten, beweisen.
Laut Einladungstext von 2011 gedenkt man dem Überfall der Wehrmacht auf Kreta 1941 und dem als „heldenhaft“ bezeichneten Kampf gegen die Alliierten im Frühling 1945 im Raum Feldbach.
Dass das Bundesheer an Veranstaltungen teilnimmt, bei denen des NS-Regimes gedacht wird, ist durch den sogenannten Traditionserlass verboten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte dem Standard bisher nur die Teilnahme junger Soldaten im Vorjahr, erklärte diese aber damit, dass „eines 2010 verstorbenen jungen Bundesheersoldaten, der aus Feldbach stammte, gedacht wurde“. Ob dabei „gegen einschlägige Bestimmungen des Bundesheers verstoßen wurde, wird umgehend untersucht werden“, heißt es weiter. Für heuer ist die Teilnahme von Bundesheerangehörigen jedenfalls verboten. Grün-Abgeordneter Harald Walser, der das Gedenken mit jungen Soldaten aufdeckte, reicht das nicht: „Wieder reagiert der Minister nur mit Einzelweisung, es braucht nachhaltige Lösungen.“

Quellen:
* cms: Veteranenfeier: Ministerium prüft Teilnahme von Heer, Der Standart, 18. Mai 2012, http://derstandard.at/1336697148336/Steiermark-Veteranenfeier-Ministerium-prueft-Teilnahme-von-Heer
* Gniebing (Stmk) / Hörsching (OÖ) : Rechte Umtriebe beim Heer, 18. May 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/05/18/gniebing-stmk-horsching-oo-rechte-umtriebe-beim-heer/

Österreich: Armeeuniformen müssen draußen bleiben

Auf dem umstrittenen Ball des „Wiener Korporationsring“ (WKR), einem Verbund deutschnationaler Studentenverbindungen, sollen dieses Jahr keine Träger von Uniformen des österreichischen Bundesheeres auftreten dürfen. Das österreichische Blatt „Die Presse“ berichtet, dass der Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) keine Uniform am WKR-Ball in der Hofburg erlaubt. „Man wolle nicht den Anschein erwecken, dass das Heer extreme Rechte unterstützt.“
Dieses Jahr findet der WKR-Ball am 27. Januar, am Auschwitz-Befreiungstag statt. Am Rande des Balls, ohnehin ein elitäres Stelldichein, treffen sich Mitglieder der extremen Eurorechten zur besseren Vernetzung. Dieses Jahr sind u.a. Bruno Gollnisch vom französischen „Front National“.

Quellen:
* APA: Verbot für Heeres-Uniform auf Burschenschafter-Ball, 11.01.2012, „Die Presse“, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/723106/Verbot-fuer-HeeresUniform-auf-BurschenschafterBall
* apa/red: Ausgehuniform verboten, 11. Jänner 2012, http://www.news.at/articles/1202/11/316252/wkr-ball-ausgehuniform

Österreich: Soldat wegen Hitlergruß verurteilt

In Österreich wurde ein Soldat verurteilt, der als 20jähriger Gefreiter des Bundesheeres im Jahr 2000 in Bosnien Hitler-Gruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen hatte.
Nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes hatte sich der Verurteilte freiwillig zum Auslandseinsatz nahe der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gemeldet. Schon während des Assistenzeinsatzes im Burgenland im Mai 2010 hatte er sich eine Tätowierung am rechten Oberarm machen lassen, so ließ er sich SS-Runen und die Abkürzung ABK („Arische Bruderschaft Kärnten“) stechen. In Sarajevo kam dann noch „Blut und Ehre“ dazu. Bei einer Geburtstagsfeier am 17. November 2010 war es dann zu dem Hitlergruß gekommen. Bei der Heimfahrt mit einem Bundesheerfahrzeug soll der Verurteilte dann auch noch einen Kameraden mit Migrationshintergrund mit den Worten „Du Ausländersau, ich bring euch alle um“ beschimpft haben.

Trotzdem der Angeklagte eine Tätowierung entfernen ließ wurde er 18 Monaten Haft verurteilt, wovon er sechs mindestens absitzen muss.

Quelle:
* APA: Nach Hitler-Gruß. Soldat wegen Wiederbetätigung zu 18 Monaten verurteilt, 12. Dezember 2011, http://derstandard.at/1323222842393/Nach-Hitler-Gruss-Soldat-wegen-Wiederbetaetigung-zu-18-Monaten-verurteilt

Österreich: Nur 100 Personen bei Ulrichsberg-Feier

Der österreichische „Standard“ berichtet unter der Überschrift „Gedenkveranstaltung im Konzerthaus wurde zum Flop“, dass nur etwa 100 Personen am sn der Ersatzveranstaltung für das rechte Soldaten- und Veteranentreffen am Ulrichsberg im Klagenfurter Konzerthaus zusammenfanden.

Einblicke in die Treffen in den vergangenen Jahren (alle Bilder sind Screenshots aus der Film-Doku der U-Berg-Gruppe) :
Ulrichsberg 1979 a
OBEN: Ulrichsberg 1979 mit österr. Bundesheer

Ulrichsberg 1979 b
OBEN: Ulrichsberg 1979, Wehrmachts- oder SS-Veteranen

Ulrichsberg 1979 c
OBEN: Ulrichsberg 1979, SS-Obersturmführer

Ulrichsberg d
OBEN: Ulrichsberg 2005, Mithilfe des Bundesheeres

Ulrichsberg 2005 b
OBEN: Ulrichsberg 2005, Krumpendorf-Abend der SS-Veteranen

Ulrichsberg 2005 c
OBEN: Ulrichsberg 2005, Krumpendorf-Abend der SS-Veteranen

Quelle:
* APA: Ulrichsbergtreffen in Klagenfurt mit nur 100 Besuchern, 18. September 2011, http://derstandard.at/1315006655624/Ulrichsbergtreffen-in-Klagenfurt-mit-nur-100-Besuchern

Österreich: 51. Ulrichsberg-Gedenkfeier

Das Hartmut-Mayer-Archiv schreibt:

Österreich/Klagenfurt. Die „Ulrichsberggemeinschaft“, die seit vielen Jahren unter dem Einfluß von Akteuren der SS-Veteranenorganisation „Kameradschaft IV“ steht, mobilisiert zu ihrer „51.Ulrichsberg-Gedenkfeier“ am 17. und 18.September in Kärnten. Am Samstag beginnt die Auffahrt zum Ulrichsberg um 13 Uhr. Nach einer Feier, die um 16.30 Uhr endet, findet abends ein „Heimatabend“ im Kursaal Krampendorf statt. Am Sonntag soll ab 10 Uhr eine große Festveranstaltung im Klagenfurter Konzerthaus stattfinden und später ein Festabend mit Musikbegleitung im Hotel Rosenheim in Krumpendorf. Beworben wird die Veranstaltung u.a. in der „Deutschen Nationalzeitung“.

Waffen-SS-Ikone der Neonazis verstorben

Herbert Schweiger aus Mürzzurchlag in der Steiermark (Österreich) ist am 5. Juli im Alter von 87 Jahren verstorben. Schweiger galt nach dem „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ als „die graue Eminenz der deutsch-österreichischen Neonazi-Szene“. Schweiger, Jahrgang 1924, meldete sich als 17jähriger 1941 freiwillig zur Waffen-SS. Dort diente er als Untersturmführer bei den Pionieren in der „Leibstandarte-SS Adolf Hitler”und war auf der SS-Junkerschule Braunschweig.

Im Jahr 1953 war er der steirische Landesobmann des „Verbandes der Unabhängigen“ (VdU), dem Vorgänger der FPÖ. 1956 trat er als Spitzenkandidat der Nachfolgepartei FPÖ in Graz an, später gründete er die Landesorganisation Steiermark der neonazistischen „Nationaldemokratischen Partei“ (NDP). Anfang der 1960er Jahre unterstützte er aktiv den Bombenterror in Südtirol.
Er stand in Kontakte mit diversen neonazistischen Organisationen und war langjähriger Funktionär des „Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“.
Viermal wurde Schweiger in Österreich wegen des Verstoßes gegen das NS-Wiederbetätigungsgesetz inhaftiert.
Schweiger war Vorsitzender des extrem rechten Verein „Deutsch-Russische Friedensbewegung Europäischen Geistes“. Seine Motivation für die Gründung dieses Vereines erläutert er in dem NPD-Hausblatt „Deutsche Stimme“ vor zwei Jahren als er sagte:

Geopolitisch betrachtet kann uns nur eine Partnerschaft mit Russland vor einer demographischen Überflutung durch die anschwellenden Bevölkerungsmassen Asiens und Afrikas retten.

Aus dem März 2009 ist folgendes Zitat von Schweiger überliefert:

Der Jude von der Wall Street ist verantwortlich für die derzeitige Weltwirtschaftskrise. Es ist heute dasselbe wie 1929, als 90 Prozent des Geldes in der Hand des Juden war. Hitler hatte damals die richtigen Lösungen.

Quellen:
* Die “Große Armee” wird immer größer und größer…, 6. Juli 2011, http://www.stopptdierechten.at/2011/07/06/die-grose-armee-wird-immer-groser-und-groser/
* APA: „Graue Eminenz“ der Neonazi-Szene ist tot, 06.07.2011, http://diepresse.com/home/politik/zeitgeschichte/675668/Graue-Eminenz-der-NeonaziSzene-ist-tot?_vl_backlink=/home/politik/zeitgeschichte/index.do
* Horst Freires: „Zur Großen Armee abberufen“, 08.07.11, http://www.bnr.de/content/ae-zur-grossen-armee-abberufen-ae
* hma: Schweiger tot

Österreich: die Spur führt ins Bundesheer

Die Nazi-Homepage „alpen-donau.info“ ist die wichtigste neonazistische Homepage für Österreich. In den vergangenen Tagen sind Hintergrundinformationen über die Macher bekannt geworden, die teilweise in die österreichische Armee, das Bundesheer, führen.
So schreibt die Newspage „tt.com“:

Nicht zuletzt soll ein 21-Jähriger dazugehören, der die Theresianische Militärakademie besucht haben soll. Letzterer dürfte auch einer der Hauptgründe sein, warum sich das Abwehramt – offenbar nicht in Absprache mit dem BVT – so für den Fall interessiert.

Und das Blatt „Der Standart“ schreibt:

Nach Erkenntnissen des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) traten diese wiederholt bei mehreren Veranstaltungen auf, darunter beim Ulrichsberg-Treffen 2009 und beim sogenannten Dresdner Trauermarsch. Am Ulrichsberg war der Sohn des Ex-BVT-Beamten übrigens in einer Ausgehuniform des Bundesheeres erschienen.

Auch die „Kleine Zeitung“ aus Kärnten berichtet über den Fall:

Ein 22-jähriger Kärntner wird verdächtigt, hinter der rechtsextremen “alpendonau”-Seite zu stecken. Der Villacher fiel schon beim Ulrichsbergtreffen auf. Nur eine einzige Bundesheeruniform war beim letzten Treffen am Ulrichsberg im September 2009 zu sehen. Eine Uniform zu viel – denn auf Weisung von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) musste sich das Bundesheer von der “Gedenkveranstaltung” fernhalten. Der damals 21-jährige Milizsoldat Benjamin F. aus Villach verweigerte den Befehl des Ministers und präsentierte sich für alle Anwesenden sichtbar in seiner grauen Ausgehuniform. […] Benjamin F. blieb weiterhin Teil des Milizheeres – und ist es heute noch. Kein Ausrutscher Im Zuge der Ermittlungen um die rechtsextreme Website “alpen-donau.info” wird jetzt klar, dass der Auftritt von Benjamin F. am Ulrichsberg wohl nicht unter die Kategorie Ausrutscher fällt. Wie das Nachrichtenmagazin “News” in seiner donnerstägigen Ausgabe berichtet, wird Benjamin F. verdächtigt, sich im engsten Kreis der Homepagebetreiber zu befinden. Das ginge aus Ermittlungsunterlagen über die Hauptverdächtigen der Nazi-Website hervor. In den Akten soll auch vermerkt sein, dass Benjamin F. während einer Heeresübung mehrmals die Hand zum Hitlergruß gehoben hätte. Dieser Vorfall habe aber keine Konsequenzen verursacht, möglicherweise deshalb, weil der Vater von Benjamin F. zum damaligen Zeitpunkt beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) tätig war.

Quellen:
* Neonazi-Homepage: Ein Fall für die Korruptionsstaatsanwaltschaft, http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/1655551-6/neonazi-homepage-ein-fall-f%C3%BCr-die-korruptionsstaatsanwaltschaft.csp
* Die Hintermänner der Neonazi-Homepage, 08. November 2010, http://derstandard.at/1288659807831/Hintergrund-Die-Hintermaenner-der-Neonazi-Homepage
* Josef Puschitz: Milizsoldat in Nazi-Netz verstrickt, 11.11.2010, http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/2551896/milizsoldat-nazi-netz-verstrickt.story

Alle Jahre wieder: braune Heldenverehrung in Wien

Am 8. November findet auf dem Wiener Zentralfriedhof wie jedes Jahr eine Gedenkzeremonie für den 1944 gestorbenen Piloten Walter Nowotny, Jahrgang 1920, statt. Nowotny war ein Jagdflieger der deutschen Luftwaffe mit hoher Trefferquote, d.h. er hatte im Zweiten Weltkrieg auf der Seite Nazi-Deutschlands Erfolge zu verzeichnen.
Diese „Leistung“ macht Nowotny zu einer idealen „Stahlgestalt“. Beim Prinzip „Stahlgestalt“ werden Einzelpersonen der deutschen Wehrmacht her genommen, die im Kampf besonders gute „Leistungen“ erbracht haben. Diese „Leistungen“ werden entpolitisiert und entkontextualisiert als vorbildhaft dargestellt. Die Träger dieser „Leistungen“, „Stahlgestalten“, stehen meist nicht in einem direkten Zusammenhang mit NS-Verbrechen und sind damit vermeintlich ohne Schuld. Das ist natürlich Unsinn, gute Leistungen in einem Krieg auf der Seite eines verbrecherischen Staates bedeuteten, dass dieser länger Bestand hatte und in diesem Fall seinen Rasse- und Vernichtungskrieg im Osten weiterführen konnte. Außerdem waren die „Stahlgestalten“ des NS-Staates immer auch von der NS-Propaganda aufgebaute Vorbilder. Die Jugend und andere Soldaten wurde angehalten ihnen nachzueifern.
Das auch Nowotny ein Werbeträger für den Nationalsozialismus war erkennt man gut an dem Bericht über seine Beerdigung im „Völkischen Beobachter“. Das ideologische NS-Organ „Völkischer Beobachter“ schreibt am 17. November 1944 über die Beerdigung von Walter Nowotny unter dem Titel „Abschied von Walter Nowotny, dass Hitler einen Kranz sandte („Der Kranz des Führers beim Staatsakt in Wien“) und das auch der „Reichsjugendführer“ Baldur von Schirach anwesend war. In der im „Völkischen Beobachter“ wiedergegebenen Trauerrede heißt es: „Du bist als Nationalsozialist und Offizier unbeirrt Deinen Weg gegangen, ein bedingungsloser, fanatischer Kämpfer, erfüllt von dem Wissen um den Endsieg: Du warst getreu bis in den Tod.“
Anti-Nowotny
In den vergangenen Jahren nahmen an dem Nowotny-Gedenken Mitglieder des „Österreichischen Kameradschaftsbundes“ (ÖKB) teil. Der ÖKB ist eine Veteranenvereinigung und hat nach Eigenangaben eine konstante Mitgliederzahl von 250.000 Aktiven, von denen mittlerweile über zwei Drittel keine (Welt-)Kriegsteilnehmer mehr sind.
Die meisten Teilnehmer kamen aber wohl von der FPÖ-Jugendorganisation „Ring Freiheitlicher Jugend Österreich“, dem „Ring Freiheitlicher Studenten“ und den deutschnationalen Studentenverbindungen (insbesondere Burschenschaften). Daneben nahmen auch Mitglieder des neonazistischen „Bund freier Jugend“ (BfJ) teil bzw. organisierten ein eigenes Gedenken.
Seit 2003 wird die Haupt-Veranstaltung organisiert durch den FPÖ-nahen „Verein zur Pflege des Grabes von Walter Nowotny“. Dieser wurde im Juli 2003 von Stadtrat Johann Herzog (FPÖ-Stadtrat), Hans-Jörg Jenewein (FPÖ-Kommunalpolitiker) und Walter Seledec (ORF-Chefredakteur) gegründet. Obmann (Vorsitzender) ist (war?) der Wiener Professor und Burschenschaftler Gerhard Pendl.

Österreicher: ehemaliger Unteroffizier wegen Hitlergruß bei Auslandseinsatz verurteilt

In einem so genannten „Wiederbetätigungsprozess“ (Wiederbetätigung im Nationalsozialismus ist in Österreich ein Straftatbestand) gegen einen 42jährigen Unteroffizier wurde eine Strafe von drei Monaten verhängt. Der Angeklagte hatte während eines Auslandseinsatzes im Kosovo mehrfach den Hitlergruß gezeigt und bei einer Feier auf dem Stützpunkt ein T-Shirt mit einem Smiley mit Hitlerbart und Seitenscheitel getragen. Etwa 150 Dateien auf dem Laptop des Angeklagten enthielten zudem laut Anklage verbotene Lieder, Reden und Bilder, die unter anderem Soldaten beim Hitlergruß zeigten.
Vor Gericht äußerte sich der ehemalige Offizier wie folgt: „Vom Soldatentum her war das in der Wehrmacht schon eine andere Liga, als das, wo Österreich jetzt spielt“.
Dem Unteroffizier war bei dem Auslandseinsatz ein Halbzug mit 18 Mann unterstellt.

Quelle:
* Ex-Unteroffizier wegen Hitlergruß verurteilt, 08.10.2010, http://dokmz.wordpress.com/2010/10/08/ex-unteroffizier-wegen-hitlergru-verurteilt/