Archiv der Kategorie 'Militarisierung der Gesellschaft '

IMI-Analyse zum Militarismus der AfD

Wendt als Soldat, Screenshot
Andre Wendt, AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen als Soldat in Afghanistan
(Bildquelle: Screenshot „AfD Sachsen Aktuell“ 10-2016)

Die „Informationsstelle Militarisierung“ (IMI) hat einen Beitrag von mir zur AfD „als Partei des (alten) deutschen Militarismus“ veröffentlicht. Hier der Link.

Quelle:
* Lucius Teidelbaum: Die AfD als Partei des (alten) deutschen Militarismus, in: IMI-Analyse 2016/17 (15. Juni 2016), http://www.imi-online.de/2016/06/15/die-afd-als-partei-des-alten-deutschen-militarismus/

Rechtspopulist ruft Bundeswehr zum Putsch auf

Der Ex-Linke, Querfront-Agitator und Rechtspopulist Jürgen Elsässer rief am 13. september 2015 in einem Beitrag als Chefredakteur des COMPACT-Magazins in einem „Aufruf an unsere Soldaten: Sichert die deutschen Grenzen!“ zum Putsch auf. In dem Aufruf heißt es wörtlich:

„Soldaten der Bundeswehr!
Bei Eurem Gelöbnis habt Ihr geschworen:
„Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“
Im Unterschied zur Wehrmacht im Dritten Reich seid Ihr nicht auf eine Person an der Spitze des Staates vereidigt – damals Adolf Hitler, aktuell Angela Merkel –, sondern auf das Volk insgesamt und die freiheitliche Ordnung, in der es lebt. Das heißt: In einer Situation, wo von der Staatsspitze selbst Gefahr für dieses Volk und seine Freiheit ausgeht, seid Ihr nicht mehr an Befehle dieser Staatsspitze gebunden.
Diese Situation ist jetzt erreicht. Über alle fatalen Entscheidungen der Bundesregierung in den letzten Jahren – etwa die sogenannte Euro-Rettung und die neue Frontstellung gegenüber Russland –, konnte man unterschiedlicher Meinung sein. Jedenfalls haben diese Entscheidungen Deutschland nicht unmittelbar bedroht und sind im Falle einer politischen Bewusstwerdung noch korrigierbar.
In der aktuellen Situation droht jedoch akute Gefahr für das Volk und den Staat, denen Ihr Treue geschworen hat. Mit der kürzlichen Entscheidung der Bundeskanzlerin zur bedingungslosen Öffnung unserer Grenzen wird die Existenz beider aufs Spiel gesetzt […]
Das heißt: Wir befinden uns bereits im Notstand. Die Bundesregierung hat die Kontrolle verloren – oder besser gesagt: absichtlich aus der Hand gegeben. Damit hat sie ihre Legitimität verloren! […] Die Bundesregierung löst durch die Stimulierung eines unkontrollierten Massenzustroms den Staat auf, hebt die staatliche Ordnung aus den Angeln! In dieser Situation kommt es auf Euch an, Soldaten der Bundeswehr: Erfüllt Euren Schwur und schützt das deutsche Volk und die freiheitliche Ordnung! Besetzt die Grenzstationen, vor allem die Grenzbahnhöfe, und schließt alle möglichen Übergänge vor allem von Süden. Wartet nicht auf Befehle von oben! Diskutiert die Lage mit Euren Kameraden und werdet selbst aktiv! Nur Ihr habt jetzt noch die Machtmittel, die von der Kanzlerin befohlene Selbstzerstörung zu stoppen.“

Quelle:
* Jürgen Elsässer: Aufruf an unsere Soldaten: Sichert die deutschen Grenzen!, 13.09.2015, https://juergenelsaesser.wordpress.com/2015/09/13/aufruf-an-unsere-soldaten-sichert-die-deutschen-grenzen/

Unkritischer Text der Bundeswehr zum „Eisernen Kreuz“

Auf der Homepage der Bundeswehr erschien ein unkritischer Text zum „Eisernen Kreuz“. Darin heißt es u.a. unter der Überschrift „Vereinnahmt vom NS-Regime“:
Bundeswehr Eisernkreuz

Vom Norddeutschen Bund bereits in der Kriegsflagge gezeigt, avancierte das Eiserne Kreuz im Gefolge des Deutsch-Französischen Krieges zum gesamtdeutschen Militärsymbol. In der Zwischenkriegszeit spielte es in der Heraldik der Reichswehr eine wichtige Rolle, aber auch in bei öffentlichen Auftritten rechtskonservativer Kriegerbünde.
Die Akzeptanz des ehemals preußischen Kreuzes als militärisches Nationalsymbol veranlasste die Machthaber nach 1935 zu seiner Adaption für die Gestaltung von Truppenfahnen der Wehrmacht und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Neustiftung des Eisernen Kreuzes. Seine nationalsozialistische Vereinnahmung war durch das Aufbringen eines Hakenkreuzes auf dem Avers augenfällig.
Dieser Missbrauch des Kreuzes der nationalsozialistischen Herrschaft und im Kontext des deutschen Vernichtungskrieges 1939 bis 1945 überlagerte für geraume Zeit den ursprünglichen Sinngehalt des Eisernen Kreuzes.

Angeblich

stand das Eiserne Kreuz nicht für Militarismus und obrigkeitliche Willkür, sondern im Gegensatz dazu für die staatsbürgerliche Pflicht und die Bereitschaft des Volkes, seine Rechte und Freiheiten zu verteidigen. Des Weiteren erinnerte es an die Legitimität einer bewaffneten Auflehnung gegen Unterdrückung und Tyrannei.

Das ist falsch! Das Eiserne Kreuz war immer ein militaristisches und nationalistisches Symbol. Als es 1813 entstand, kämpften nationalistisch motivierte Freiwillige gegen die französische Besatzung unter Napoleon. Die allermeisten dieser Freiwilligen zogen die Herrschaft des „eigenen“ Königs, der des „fremden“ Kaisers vor, die Art der Herrschaft an sich wurde kaum infrage gestellt.
Am Ende des Textes heißt es: „Die Bundeswehr hat sich seitdem oft gewandelt. Das Eiserne Kreuz ist aber ihr unverwechselbares Markenzeichen geblieben.“

Quelle:
* Vereinnahmt vom NS-Regime, http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYy9DsIwEIOfpQ9ArpGKKGxUXYCNBcqCrumpjcifwpUsPDzJgC15-WzDA7IdfvSMrL1DA3cYlD6MSYxpIoEvXskYeotEminSkxey5OBWhrmgvCMuyeRY55wjso8i-MimkDXGTISeYKhl38ld_Zf87reXc9fKpulP3bUchoizRRic3yhUC0Gwtk3HqvoBlfwj9g!!/

Neurechter Vordenker propagiert Soldaten-Ethos

Der „Wahlpreuße“ Götz Kubitschek ist Oberleutnant der Reserve, war 1998 als Leutnant der Reserve in Sarajevo stationiert und führte dort einen Einsatzzug des Bataillons für Operative Information und publizierte als Co-Autor über seine Erlebnisse während seines Bosnien-Einsatzes. Er wurde am 16. August 2001 aus einer Wehrübung entlassen und im April 2002 nach einer neurechten Kampagne für ihn rehabilitiert. Kubitschek gilt als Vordenker der so genannten „Neuen Rechten“, einer extrem rechten Strömung jenseits des Nationalsozialismus. Er gründete im Jahr 2000 zusammen mit Karlheinz Weißmann das „Institut für Staatspolitik“ (IfS), ist seit 2002 Geschäftsführer des Verlages Edition Antaios und war bis 2008 Leiter des „Institutes für Staatspolitik“. Folgendes Zitat von ihm vom 7. Oktober 2012 vom „Sezession“-Blog verdeutlicht anschaulich seine militärische Lebenshaltung:

Die jungen Leute sollen strammstehen, da, wo sie sind. Die sollen nicht hierherkommen und ihre Gehversuche vorzeigen, das interessiert uns nicht. Uns interessiert ihr dienstfähiges Gesicht, wir wollen sehen, ob sie Soldaten der Idee werden können, ja oder nein: der Idee der Nation oder der Tradition, der Reaktion oder der Nutzlosigkeit, des Ego non oder des Si vis pacem, para bellum. Wenn man sich gegen unsere Epoche stellt und sich dem Anspruch einer deutlich herausgemeißelten Gegen-Gestalt unterwirft: dem Widerständigen nämlich, braucht man keine Karriere zu machen: Man dient einfach, fertig, öffnet den Rotwein mit der Schere oder trinkt den teuersten Cognac, den man auftreiben kann – nie jedoch, weil »man das so macht« oder weil es ein Bild dafür gibt irgendwo, sondern weil man ist, wie man ist, heute, jetzt, schon immer. Denn dies gehört zum unverwechselbaren Stil der Ein-Mann-Kaserne, deren Tore aus Mangel an Versöhnung mit den gegenwärtigen Verhältnissen geschlossen wurden: Nur so kann darin an der Form und im Stil der EXPRESSIVEN LOSLÖSUNG gearbeitet werden.

Braune Namensgeber bei der Bundeswehr

Nicht nur die Kasernen der Bundeswehr haben braune Namenspaten. Ein sehr lesenswerter Artikel von Thorsten Stegemann untersucht beleuchtet die Hintergründe des Namensgebers des „Werner-Hahlweg-Preis“, der vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung verliehen wird.
Der Militärhistoriker Werner Hahlweg engagierte sich offenbar früh im „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund“ (NSDSt), trat im Juni 1933 in die SS ein und wurde 1936 Mitglied der NSDAP. Außerdem war Hahlweg 1937 im Auftrag der Danziger Gaupropagandaleitung der NSDAP an der Ausstellung „Das politische Danzig“ beteiligt. Im Jahr 1939 wurde er einberufen, habilitierte sich, nahm am Feldzug gegen die Sowjetunion teil und schaffte es 1942 zum Dozenten für Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Kriegsgeschichte, Heeres- und Waffenkunde. Ab 1943 war er im Heereswaffenamt und übernahm später ein nicht näher definiertes „Kommando in den besetzten Gebieten“. Für was bitteschön ist dieser Mann denn ein Vorbild?

Interessant ist was auch noch in dem Artikel berichtet wird:
„Dass sich die Reihe der unseligen Querverbindungen endlos fortsetzen ließe, liegt vor allem daran, dass sie permanent aktualisiert wird. So findet in diesen Tagen am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam, das als Dienststelle der Bundeswehr und Teil der Streitkräftebasis fungiert, ein Kolloquium mit dem Titel „Neue Perspektiven organisierter Gewalt“ statt.
Dort wird der Weg des Gerhard Graf von Schwerin „vom General der Panzertruppen zum Unternehmens- und Politikberater“ nachgezeichnet. Es geht aber auch um einen mentalitätsgeschichtlichen Vergleich zwischen dem Irak-Krieg und „Großbritanniens strategischem Bombenkrieg“ in den Jahren 1939 bis 1945 oder um „ethnic cleansing and hidden retribution in the Czechoslovak Army 1944-1952″.“

Quelle:
* Thorsten Stegemann: Die Altlasten der Bundeswehr, 21.06.2012, http://www.heise.de/tp/artikel/37/37133/1.html

Braunes Blatt im neueröffneten Bundeswehr-Museum

Eine Presse-Meldung berichtet darüber das im Shop des Dresdner Militärhistorischen Museums der Bundeswehr auch drei Exemplare des braunen Magazins „Deutsche Geschichte“ zum Kauf angeboten wurden.
In der Presse-Meldung heiß es:

Ein Historiker habe die Magazine Ende vergangener Woche entdeckt und das Verteidigungsministerium informiert, sagte Bangert weiter. Daraufhin seien diese sofort aus dem Verkehr gezogen worden.

Quelle:
* dapd-lsc: Rechtsextremen-Magazin in Militärhistorischem Museum angeboten, http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Rechtsextremen-Magazin-in-Militaerhistorischem-Museum-angeboten-artikel7893081.php

Braune Einsprengsel im olivgrünen Vorfeldgeflecht der Bundeswehr

Die rechtskonservative „Preussische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V.“ hat am 15. Januar 2012 in Berlin im Hilton-Hotel ihren Neujahrsempfang abgehalten. Dafür wurde auch in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ per Anzeige geworben. In dieser Anzeige wird auch Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, als Ehrengast angekündigt.
In einem Bericht in der „Preußisch Allgemeinen Zeitung“ vom 28.Januar zu dem Neujahrsempfang heißt es:

Als Ehrengast und Festredner begrüßte Tschapke den Wehrbeauftragten des Deutschen
Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP). Dieser bekannte sich in seiner Rede uneingeschränkt
zu den preußischen Tugenden. So führte er aus, Gehorsam und Pflichterfüllung seien einst die
Eckpfeiler der preußischen Armee gewesen und hätten auch für die Bundeswehr zu gelten.

JF-Anzeige Neujahrsempfang
Beim Neujahrsempfang waren neben der „Jungen Freiheit“ oder der ihr nahe stehenden „Bibliothek des Konservatismus“ auch der „Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V.“ und das „Wachbataillon beim Bundesminister der Verteidigung“ mit einem Stand vertreten.

Hamburg: Burschenschaft Germania, Militär und Bundeswehr

In einem lesenswerten Beitrag auf dem linken Informationsportal „Indymedia linksunten“ heißt es:

Wer Mitglied der Germania werden will, darf weder Frau noch offensichtlich „undeutsch“ sein, er kann aber Neonazi sein und er muss gedient haben. Denn bei den Waffenstudenten wird nicht nur die Verteidigung der Ehre bei der Mensur, sondern auch die des Vaterlandes mit der Waffe verlangt. So wundert es wenig, dass Alte Herren im Reservistenverband der Bundeswehr organisiert sind und Aktive an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) studieren. Auch Veranstaltungen widmet die Germania gerne soldatischen Themen.
So machte HSU-Student Martin D. im Juli 2010 seinen Fuxenvortrag zum Thema „private Söldnerfirmen“ und im November folgte dann Fux Jan-Mortimer B. mit dem Thema „Afghanistan – Der deutsche Versuch im ‚großen neuen Spiel’ zu bestehen – aus Sicht eines Truppenoffiziers“.
Die wichtigste Verbindung der Germanen zur Bundeswehr dürfte jedoch Oberstleutnant d. R. Ramon-Stefan Schmidt als Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. repräsentieren. Dass Kamerad Schmidt auch zum Vortrag des Naziideologen Schwab in sein Burschenhaus ging, ist nicht unwahrscheinlich. Immerhin war der Oberreservist bis 2009 auch stellvertretender Vorsitzender des Altherrenverbandes der Germania. Die Alten Herren haben durch ihre finanzielle, personelle und ideelle Unterstützung erheblichen Einfluss auf die Vorgänge im Germanenhaus. Ob sich der Genuss, oder auch nur die Duldung von Nazivorträgen allerdings mit der Verantwortung für 2.200 Reservisten aus Hamburg verträgt ist fraglich. Nazifreund Schmidt ist formell immerhin auch Vorsitzender von Hauptmann der Reserve Michael Neumann, besser bekannt als Hamburgs Innensenator.

Quelle:
* Felix Krebs: HH: Nazis, Burschen, Bundeswehr, 11.01.2012, http://linksunten.indymedia.org/de/node/53106

Kokettieren mit Waffen

Wie der Fall der Nazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ gezeigt hat, kokettieren Rechte gerne mit Waffen und benutzen sie auch zum Morden.
Dazu mal als Fundstück ein Screenshot-Bild vom ehemaligen Chefredakteur des „Deutschen Militärzeitschrift“, Manuel Ochsenreiter.

Manuel Ochsenreiter bewaffnet

Auch in Hessen wollen Neonazis bei Reservisten an der Waffe trainieren

Wie die „hessenschau“ und „hessischer rundfunk“ (hr) berichtet tummeln sich auch in hessischen Reservisten-Verbänden Neonazis, die dort an der Waffe geschult werden. Ein hr-Reporter erkannte beim Einsatz auf einem Weihnachtsmarkt in Gertenbach (Werra-Meißner) Roman W., einen Neonazi, gegen den derzeit auch die Polizei ermittelt. Der Neonazi war mit anderen Reservisten der „Kurhessischen Marschgruppe Hürtgenwald“, Teil einer Reservistenkameradschaft, als ehrenamtlicher Verkehrsposten im Einsatz. Weil Roman W. nicht gedient hatte, trug er allerdings im Gegensatz zu den Anderen keine Uniform.
Roman W. hatte nimmt nicht nur an Neonazi-Aufmärschen teil und wird dem Umfeld der Neonazi-Kameradschaft „Freier Widerstand Kassel“ zugerechnet, er soll auch im September in Kassel Nazi-Parolen u.a. auf das Holocaust-Denkmal gesprüht haben. Eine Polizeistreife nahm ihn mit seinem Freund David R. auf frischer Tat fest. Gegen beide läuft deswegen derzeit ein Ermittlungsverfahren. Auch David R., der 2008 für die NPD kandidierte, macht in Kurhessen bei der Reservistenarbeit mit.
Beide Neonazis hätten eine Aufnahme in eine benachbarte Kameradschaft beantragt und seien in der Bewährungszeit gewesen, so die verantwortlichen Reservisten-Funktionäre.

Wehrsportübung Nazis
OBEN: Bild von Nazi-Waffentraining, gefunden 2005 auf der Nazi-Homepage „www.blodsfana.de“

Nach den Medien-Hinweisen wollen die Zuständigen nun reagieren und die Neonazis ausschließen. Bislang wurden 2010 sechs Neonazis in Hessen, meist erst nach Hinweisen, ausgeschlossen. Insgesamt sollen in den vergangenen zehn Jahren bundesweit bereits 57 Menschen ausgeschlossen worden sein.

Quellen:
* hessenschau-Recherche: Neonazis bei hessischen Reservisten, http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&key=standard_document_43328520
* clm: Einsatz bei Weihnachtsmarkt: Rechtsextreme halfen Reservisten, 07.12.11, http://www.hna.de/nachrichten/werra-meissner-kreis/witzenhausen/neonazis-halfen-schloss-1521164.html

Militärpfarrer schreibt in neurechten Blatt

Im typisch nationalistischen Duktus beklagt der Ulrich Kronenberg, der als Militärseelsorger
Soldaten der Bundeswehr im Feldlager von Kabul (Afghanistan) betreute, in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (Nr. 47/2011), dass Tod von Soldaten in der Bundesrepublik nicht mehr ausreichend gewürdigt werde und versucht dabei dem Soldatentod noch einen Sinn zu geben:

Das deutsche Volk hat allen Grund, sich in Ehrfurcht und Demut vor seinen toten Söhnen zu verneigen, anstatt in „höflichem Desinteresse“ zu verharren und die trauernden Angehörigen zu vergessen. Das ist mein Wunsch zum Volkstrauertag 2011.


Quelle:

* Ulrich Kronenberg: Volkstrauertag. Anteilnahme statt Phrasen, in: „Junge Freiheit“ Nr. 47/2011

Volkstrauertag in München: Burschenschafter, Ritterkreuzträger und die Bundeswehr

Robert Andreasch vom AIDA-Archiv in München hat einen informativen Artikel über den diesjährigen Volkstrauertag in München veröffentlicht:

Zusammen mit bekannten ultrarechten Organisationen wie der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ ehemaliger Wehrmachts- und Waffen-SS-Angehöriger und der völkischen „Burschenschaft Danubia“ gestalteten Bundeswehr und Bundespolizei die Veranstaltung zum Volkstrauertag im Münchner Hofgarten. Im Publikum anwesend: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
Bei einer vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ mitinitiierten Veranstaltung zum Volkstrauertag kam es am Sonntag, 13. November 2011, im Hofgarten an der Staatskanzlei zu einer bemerkenswerten Allianz: Bundespolizeidirektion und Bundeswehr gestalteten den Trauerzug und die Kranzniederlegung gemeinsam mit ultrarechten Gruppen wie der „Burschenschaft Danubia“ oder der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR).
In den Stunden vor der Gedenkfeier war der Ablauf von den Staatsorganen gemeinsam mit den Aktivisten der rechten Gruppen besprochen und eingeübt worden. Sympathisant_innen der beteiligten Ultrarechten hatten zudem im Vorfeld Eintrittskarten für die Veranstaltung ausgehändigt bekommen. Im Publikum, das diesem Aufzug beiwohnte, befand sich auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

„Traditionsgemeinschaft“
Die „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ besteht unter diesem Namen seit 1955, davor gab es die „Gemeinschaft der Ritterkreuzträger“. Der Name bezieht sich auf die nationalsozialistische Tapferkeitsauszeichnung: Infolge des Polenfeldzugs verlieh Adolf Hitler persönlich über 7000 „Ritterkreuz“-Auszeichnungen zum „Eisernen Kreuz“. 438 dieser militärischen Orden erhielten Mitglieder der SS und Waffen-SS, z. B. der Kriegsverbrecher und SS-Obergruppenführer Josef „Sepp“ Dietrich. Konnten zunächst nur Träger eines „Ritterkreuzes“ oder des sogenannten „Militärverdienstkreuzes“ Mitglied der OdR werden, nimmt die Organisation heute auch Sympathisant_innen auf. Joachim Philipp aus Unterschleißheim ist stellvertetender Vorsitzender der OdR.
Die militaristische „Ordensgemeinschaft“ spricht das nationalsozialistische Deutschland von der Schuld am Zweiten Weltkrieg frei. Im Juni 1993 hieß es in der organisationsinternen Zeitschrift „Ritterkreuz“: „Das Beharren bundesdeutscher Lehrstuhlinhaber und verbeamteter Historiker auf der Legende am deutschen Überfall auf die Sowjetunion weitet sich zum peinlichsten Desaster der Nachkriegsgeschichte aus“.  Auf ihrer Jubiläumsveranstaltung im Jahr 2004 traten Reinhard Günzel, Dauerreferent der rechten Szene, sowie der Geschichtsrevisionist Gerd Schultze-Rhonhof auf, der in seinem Buch „Der Krieg, der viele Väter hatte“ ebenfalls die deutsche Kriegsschuld relativiert. Mitglieder der OdR standen in der Vergangenheit mit der extremen Rechten in Verbindung, z. B. über das Düsseldorfer Mitglied Hajo Herrmann, Multiaktivist in der deutschen Neonaziszene, oder bei der jährlichen SS-apologetischen Gedenkfeier auf dem Kärntner Ullrichsberg.

Schwarz-weiß-rot
1999 erließ Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping ein Kontaktverbot für Soldat_innen der Bundeswehr gegenüber der OdR, da diese von Leuten geführt werde, „die sehr nahe am Rechtsradikalismus sind, zum Teil direkt drin“. Für Beerdigungen und Kranzniederlegungen werden heute teilweise wieder Ausnahmeregelungen getroffen, z. B. dergestalt, dass Kränze der OdR von Bundeswehrsoldat_innen statt von den OdR-Delegierten niedergelegt werden. Im Hofgarten trugen Bundeswehrsoldaten den Kranz der OdR, der mit einer Kranzschlaufe (Aufschrift: „Traditionsgemeinschaft des Eisernen Kreuzes – Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“) in schwarz-weiß-rot, den Farben von Kaiserreich und Nationalsozialismus sowie einem „Eisernen Kreuz“ dekoriert war. Nur einen Meter dahinter folgten die beiden Delegierten der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ ihrem Kranz.

„Heldengedenken“
Aber die OdR war nicht die einzige ultrarechte Organisation, die unter den Augen von Innenminister Herrmann am Sonntag Vormittag im Hofgarten vertreten war. Im offiziellen Trauerzug der Veranstaltenden und unter den in Formation Angetretenen befanden sich auch Mitglieder des „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ sowie Vertreter Münchner Burschenschaften, darunter „Chargen“ (in Phantasieuniformen gekleidete Funktionäre) der bis ins neonazistische Spektrum hinein verwobenen „Burschenschaft Danubia“. Die Münchner Burschenschaft „Cimbria“ hatte die Volkstrauertagsveranstaltung gar unter der aus dem Nationalsozialismus stammenden Bezeichnung „Heldengedenken“ in ihrem Semesterprogramm eingetragen.

„Kameradenkreis“
Beim „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ handelt es sich um eine Organisation, in der sich sowohl ehemalige Mitglieder von Gebirgsjägereinheiten der NS-Wehrmacht und der Waffen-SS als auch ehemalige und aktive Mitglieder der Bundeswehrgebirgstruppe organisieren. Ehrenpräsident der Vereinigung war der in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen verurteilte General a. D. Hubert Lanz.

„Danubia“
Die „Danubia“ gehört zu den am weitesten rechtsaußen angesiedelten studentischen „Burschenschaften“ überhaupt. Sie ist Teil der völkischen „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) deutscher und österreichischer Burschenschaften, die zuletzt im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) rassebiologische Aufnahmekriterien festschreiben lassen wollte. Das Haus der „Danubia“ in der Möhlstraße im Münchner Stadtteil Bogenhausen wird auch von Mitgliedern der neonazistischen „Kameradschaft München“ besucht.
Ein führendes Mitglied der Neonazitruppe soll nach Informationen des a.i.d.a.-Archivs in der letzten Zeit sogar unter der Danubia-Adresse gemeldet gewesen sein. Die neonazistische „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ hat in Kooperation mit Burschenschaftern der Danubia in deren Haus ein oberbayerisches „Regionaltreffen“ abgehalten. Das Referentenprogramm der Burschenschaft in den letzten Jahren liest sich wie das „Who is who“ der extrem rechten Szene. Im Mai 2011 hatte die „Danubia“ z. B. den „nationalrevolutionären“ Publizisten Jürgen Schwab (Nürnberg) als Vortragenden eingeladen. Schwab, der regelmäßig Texte auf der Homepage des neonazistischen „Freien Netz Süd“ veröffentlicht, war wenige Tage vorher, am 1. Mai, zusammen mit dem stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Karl Richter beim Neonaziaufmarsch in Heilbronn als Redner aufgetreten.

Quelle:
* Robert Andreasch: Rechtsum im Hofgarten, 27. November 2011, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2604:rechtsum-im-hofgarten&catid=41:parteien-und-organisationen&Itemid=151

Rommel kein Nazi-Opfer, sondern Nazi-Täter

Zitate aus dem lesenswerten Artikel „Generalabrechnung“ über den Kult um Rommel in Heidenheim:

„Sicher ist: Er war ein heftiger Bewunderer Hitlers und hat den Aufstieg der Nationalsozialisten ausdrücklich begrüßt. Er befehligte eine Panzerdivison beim Angriffskrieg gegen Frankreich, ab Februar 1941 bekämpfte er in Libyen und Ägypten die britischen Truppen, zeitweise mit Erfolg. Hitler protegierte Rommel, innerhalb von nur elf Jahren stieg dieser vom Major zum Generalfeldmarschall auf. Hitlers Vertrauen dankte Rommel mit Ergebenheit.
Sicher ist auch, dass Rommel kein Antisemit war. Er hat allerdings nie öffentlich gegen judenfeindliche NS-Politik protestiert. Als er sich – spätestens im Frühsommer 1944 nach der erfolgreichen Invasion der Alliierten in der Normandie – zumindest innerlich von Hitler distanzierte, tat er das keinesfalls aus moralischen Gründen. Ihn störte nicht der Diktator, sondern dessen Erfolglosigkeit.“

„Heidenheim ist nicht die einzige deutsche Stadt, die noch an Erwin Rommel erinnert. 22 Straßen und Wege tragen seinen Namen, 15 davon in Baden-Württemberg, dazu zwei Kasernen der Bundeswehr. Das liegt ganz wesentlich an zwei Mythen. Der erste lautet: Rommel führte einen sauberen, ritterlichen Krieg, verhielt sich auch dem Feind gegenüber anständig. Der zweite besagt, Rommel habe mit dem Widerstand sympathisiert, sei gar in die Pläne der Attentäter um Claus Schenk Graf von Stauffenberg involviert gewesen. Beides muss heute stark bezweifelt werden.“

„Am 14.10.1944 wurde Rommel als Verschwörer gegen Hitler zum Selbstmord gezwungen.
Ganz falsch ist das nicht, bloß irreführend. Tatsächlich fuhren an besagtem Tag zwei hochrangige Generäle zu Rommels Anwesen. Sie konfrontierten ihn mit Aussagen verhörter Widerstandskämpfer, die seinen Namen genannt hatten. Rommel bestritt jede Beteiligung, wurde aber vor die Wahl gestellt: Suizid oder Anklage vor dem Volksgerichtshof. Er entschied sich für die Zyankalikapsel. Dass er wirklich von dem Bombenanschlag vom 20. Juli wusste, gilt heute als unwahrscheinlich. Auch die Witwe und Sohn Manfred, später Oberbürgermeister von Stuttgart, haben das nach Kriegsende bezeugt.“

Quelle:
* Generalabrechnung, 13.11.2011, http://www.tagesspiegel.de/zeitung/generalabrechnung/5827484.html

Frauenfeindlichkeit ist doch kein Kavaliersdelikt: Uni Trier schmeißt Militärhistoriker raus

Die Gast-Professur dieses Wintersemester von Prof. Dr. Martin van Creveldt für das „Historisch-Kulturwissenschaftliche Zentrum“ der Uni Trier ist nach Protesten infolge eines skandalösen Vortrages vorzeitig beendet worden. Martin van Creveldt kommt aus Israel, wo er bis zu seiner Emeritierung 2008 Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem war. Martin van Creveldt gilt Kritikern als Wehrmachts-Apologet und flirtete in Vergangenheit häufiger mit der extremen Rechten in Deutschland. Er ist regelmäßiger Autor für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“, schrieb aber bereits auch schon für die extrem rechte „Deutsche Militärzeitschrift“ und das neurechte Strategieblatt „Sezession“. Zudem gilt er als „Ikone der Zeitschrift eigentümlich frei“, einem rechtsliberalen Magazin. Als Referent trat er bereits beim 8. Berliner Kolleg (Dezember 2004) des neurechten „Institut für Staatspolitik“ in Erscheinung.

Martin van Creveldt soll sich in Trier während seines Vortrags massiv frauenfeindlich geäußert haben. Ein Blog zitiert in u.a. mit folgenden Worten:

„Wie bei der feministischen Literatur zu diesen Themen hängt alles davon ab, wie sehr manche Damen Sex hassen”

(über Vergewaltigungen)

„Sie sind es, die dann auf die Wiederkehr der Männer warteten, für ihr Überleben beteten, sie mit offenen Schenkeln willkommen hießen, wenn sie heimkehrten”

„alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten”

Hochschulgruppen nannten die Thesen von Martin van Creveldt „frauenfeindlich, militaristisch, antiisraelisch, vulgärwissenschaftlich und methodisch primitiv“. Nach den Protesten wurde van Crevelds Vertrag als Gastdozent nach nur einer Vorlesung „wegen gegenseitiger Vorbehalte“ aufgelöst.

Quellen:
* Zitate nach : http://www.16vor.de/index.php/2011/10/18/wenn-ich-menschen-sage-meine-ich-manner/
* Wenn Männer sich schlagen, erregt das die Frauen, 02.11.2011, in: „Welt Online“, http://www.welt.de/kultur/history/article13693394/Wenn-Maenner-sich-schlagen-erregt-das-die-Frauen.html#

Antifeministischer Vortrag in Kiel

Das Rechtsaußen-Blatt „Junge Freiheit“ Nummer 31-32/2011 berichtet von dem Vortrag von Martin van Creveldt in Kiel. Er trat dort für die „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“ und den „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr“ an der Hermann-Ehlers-Akademie auf, dem Ableger der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Schleswig-Holstein. Er referierte vor allem über den Inhalt seines Buches „Das Wesen des Krieges“, dass in deutscher Übersetzung im äußerst rechtslastigen Ares-Verlag aus Österreich erschienen ist. Das Publikum bestand angeblich aus 100 Menschen, darunter auch drei Generale. Die „Junge Freiheit“ gibt auch van Creveldts antifeministischen Aussagen zum Thema Frauen in den Streitkräften wieder:

Eine Nation könne zwar auch ohne eine Kriegskultur noch über Streitkräfte verfügen, doch seien solche Streitkräfte höchstens noch „wilde Haufen ohne Manneszucht, ohne soldatische Regeln, die kaum noch kämpfen, sondern höchstens Greuel verursachen“. Am schlimmsten aber sei es, wenn die Streitkräfte Opfer des Feminismus würden.

Das solche rechten Töne von Martin van Creveldt kommen überrascht Kennen nicht. Der Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem gilt als Wehrmachts-Apologet und war Autor für die rechten Blätter „Junge Freiheit“ (regelmäßig), „Deutsche Militär-Zeitschrift“ und Sezession, zudem gilt er als „Ikone der Zeitschrift eigentümlich frei.“
Er war im Dezember 2004 auch schon bei dem extrem rechten „Institut für Staatspolitik“ zu Gast.

Quellen:
* „Junge Freiheit“ 31-32/2011
* Frank Brendle: „In Kameradschaft treu“. Die Bundeswehr zwischen Tradition und Reform, in: „Antifaschistisches Info-Blatt“ Nr. 77 – 4/2007, Seite 9

Estland: Waffen-SS-Veteranen hielten Gedenk-Demo ab

Am 30. Juli 2011 haben sich in Sinimiae (Estland) noch lebende Mitglieder der 20. (estnischen) Waffen-SS-Division versammelt. Es gab auch eine antifaschistische Gegenkundgebung.
Diese Veteranen-Versammlungen werden regelmäßig auch von Weltkriegs-Veteranen aus Lettland und Finnland besucht.
Sinimiae ist der Ort an dem 1944 eine größere Schlacht zwischen den Deutschen und ihren Verbündeten und der Roten Armee stattfand.

SS-Treffen Sinimiae a

SS-Treffen Sinimiae b

SS-Treffen Sinimiae c

Quellen:

* Recurrences of Nazism: Estonian Waffen-SS vets hold another rally, 30. Juli 2011, http://english.ruvr.ru/2011/07/30/53951198.html
* News-Meldung: http://rt.com/news/ss-division-celebration-activists/

Deutschnationale Bundeswehr-Aktive und –Reservisten mit Rocker-Attitüde

Wolfsgarde Srennshot
Den eigentümlichen Namen „Wolfsgarde“ trägt eine Gruppe von Personen, die wie Motorrad-Rocker („Wir sind Soldaten, wollen ein bißchen Rocker sein“) auftreten und für eine Mitgliedschaft eine militärische Ausbildung voraussetzen. Laut ihrer Homepage besteht die Gruppe mit Anschrift in Oberhausen aus Bundeswehr-Soldaten und Ex- Bundeswehr-Soldaten:

Wir sind eine Armee-Club Bruderschaft, deren Mitglieder aus Reservisten oder -angehörigen und ehemaligen Bundeswehrangehörigen besteht, repräsentierend, Heer, Luftwaffe, Marine.

Diese „Wolfsgarde Bruderschaft Deutschland“ behauptet 1965 in Kassel in der  Fuldatal Fritz Erlen Kaserne gegründet worden zu sein, als Nachfolger der „Ehrenkreuz Reuß Bruderschaft“.

Nun wäre das alles nichts Besonderes würde die „Wolfsgarde“ auf ihrer Homepage nicht deutlich deutschnationale Töne anschlagen:

Wir denken deutsch, wir träumen deutsch. Selbst unsere Ängste, Gebete und Hoffnungen sind in keiner anderen Sprache. Wir lieben auch in deutsch, sind geboren in Deutschland, leben und arbeiten in Deutschland und werden vermutlich auch dort sterben. Wir dienten in einer Verteidigungs- und Friedenssicherungsarmee, wurden auf das deutsche Grundgesetz vereidigt. Es gabt [Fehler im Original] die Wehrpflicht in unserem Land, aber egal, ob einer unserer Soldaten sein Leben verliert, der sich verpflichtet hat oder seinen Wehrdienst ableistet, so hat er doch den Auftrag unsere Werte zu verteidigen. Daher ist ein offenes Wort an all die hirnlosen Spinner, die uns in eine Nazi-Schublade stecken wollen, hier unumgänglich.

Die Gruppe bedient den üblichen, rechten Schlussstrich-Diskurs:

Wir haben genug davon das uns eingehämmert wird, das in Deutschland als Deutscher geboren zu werden, automatisch Arschloch heißt. Wir gewähren uns einfach die Frechheit einen gesunden Patriotismus auch wieder fühlen zu dürfen.

Die „Wolfsgarde“ vertritt mit ihrem Motto „Stolz, Ehre, Treue – Vaterland und Freundschaft“ eine Mischung aus soldatischen und nationalistischen Einstellungen. Das ihr Motto an die Waffen-SS-Parole „Ruhm und Ehre“ erinnert wird ignoriert.

Diese Kleinstgruppe ist ein gutes Beispiel dafür das im Umfeld der Bundeswehr rechte, nationalistische und männerbündische Gruppen existieren, die nicht nazistisch sind und sich als weitgehend unpolitisch verstehen („Deutschland ist unser Vaterland. Das hat mit Nazi sein genauso viel zu tun, wie Schlampen und Hurenböcke mit Anstand, nämlich nix !“).

„Afghanistankonferenz“ bei Burschenschaft in Würzburg

Am 18. April fand bei der Burschenschaft Adelphia in Würzburg eine so genannte „Afghanistankonferenz“ statt, an der nach Eigenangabe 40 Personen teilnahmen. Die Burschenschaft Adelphia ist ein rechter Männerbund, der Mitglied in dem sehr rechten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) ist. Bei dieser „Afghanistankonferenz“ traten der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Spatz und Oberstleutnant Carsten Spiering auf, die zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr referierten.
In einem Bericht heißt es, dass Carsten Spiering, der ehemalige Pressesprecher von Oberst Klein, „von dessen innerer Zerrissenheit in den entscheidenden Minuten des Angriffs auf die beiden gestohlenen Tanklaster. Als überzeugter Christ sei es für ihn eine besondere Überwindung gewesen, diesen Angriff zu befehlen, welcher aus militärischer Sicht allerdings alternativlos und somit absolut notwendig gewesen sei […]“.

Diese eindeutige Pro-Bundeswehr-Veranstaltung illustriert erneut das Nähe-Verhältnis zwischen Bundeswehr und Studentenverbindungen auf das der Arbeitskreis „Braunzone Bundeswehr“ bereits früher in einem Artikel in dem IMI-Magazin „Ausdruck“ ausführlicher eingegangen ist.

Auf dem Haus der Burschenschaft Adelphia Würzburg fanden in Vergangenheit auch immer wieder Vorträge mit rechtslastigen Referenten statt. So referierte bei einer DB-internen Tagung vom 11. bis zum 13. März 2011 auf dem Haus der Adelphia zum Thema „Lage in Deutschland“ auch auch Harald Seubert, der kooptierter Beisitzer im deutschnationalen „Studienzentrum Weikersheim“ und seit 2010 Präsident des ultrarechten „Preußeninstituts“ ist. Am 6. Dezember 2007 referierte der Burschenschaftler und CSU-Funktionär Hannes Kaschkat zum Thema „Berufsfreiheit und Staatskontrolle. (am Beispiel B! Danubia München und Sascha Jung)“. Kaschkat wurde 1997 stellvertretender Vorsitzender des extrem rechten Vereins „Unser Land – Wissenschaftliche Stiftung für Deutschland“ und ist oder war Vizepräsident der „Gesellschaft für die Einheit Deutschlands e.V.“ (GED).

Quelle:
* Michael Christl: „Afghanistankonferenz“ auf dem Adelphenhaus in Würzburg, 01.04.11

Generalmajor mockiert sich in Rechtsaußenblatt über „Ausländer für die Bundeswehr“

Der Michael Vollstedt ist Generalmajor a. D. Schreibt in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Ausgabe 08/2011 vom 18. Februar 2011 in einem Kurzkommentar:

Ist es schon Verzweiflung, wenn der Minister nun an die Anwerbung von Ausländern für unsere Streitkräfte denkt – nach dem Motto: Was beim Fußball geht, funktioniert auch bei den Soldaten? Was für eine Armee wird das dann: ausgerichtet auf internationale Krisenintervention, chronisch unterfinanziert, niemals auf Soll-Stärke, mit auf das Grundgesetz vereidigten Ausländern? Stein, Hardenberg, Scharnhorst, Gneisenau alle vergessen? Man hofft, es ist nur ein schlechter Traum.

Extrem rechte Burschenschaft mit Nähe zur Bundeswehr-Uni in Hamburg

Auf dem linken Newsportal Indymedia erschien ein Bericht, in dem es u.a. heißt:

Am kommenden Mittwoch soll Oberst Uwe Hartmann, Leiter des Studentenbereichs der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) auf dem Haus der schlagenden Verbindung zum Thema „Der Soldat in Politik und Gesellschaft“ vortragen. Einen Teil des Publikums dürfte der Oberst schon kennen, denn unter Hamburgs Waffenstudenten befinden sich besonders viele Studenten der HSU. Schließlich schwören diese anachronistischen Männerbünde nicht für ihre persönliche Ehre mit dem Säbel, sondern auch für das Vaterland mit der Waffe zu kämpfen.

Quelle:
* Felix Krebs: Oberst, Weihbischof und Neonazis, 05.12.2010, http://de.indymedia.org/2010/12/295746.shtml