Archiv der Kategorie 'Militaria '

Liederbuch mit einem Wehrmachtstext

In einem von Ministerpräsident Günther Oettinger mit herausgegebenen Bändchen mit dem Titel „Lied.Gut – Volkslieder und Schlager für fröhliche Stunden“ findet sich auf Seite 86 ein Lied, dass im Volksmund „Panzerlied“ genannt wurde. Eigentlich trägt es den Titel „Ob’s stürmt und schneit2 und hat derlei Kriegsverherrlichendes anzubieten wie „Voraus die Kameraden, im Kampf sind wir allein. So stoßen wir tief in die feindlichen Reih‘n“.
Nach Informationen der Lokalzeitungen „Mannheimer Morgen“ und der „Heilbronner Stimme“ sind etwa 2.000 Exemplare des Buches für die Kreisverbände gedacht.
Der SWR berichtet in einem Artikel:
„Aber auch nach dem Krieg war es stark verbreitet: „Das Lied stand zumindest 1991 noch im Liederbuch der Bundeswehr“, erklärt der Musikforscher. Der Text stamme von Oberstleutnant Kurt Wiehle und wurde nach Informationen des Archivs am 28. Juni 1933 gedichtet. In einer nicht im CDU-Büchlein abgedruckten Strophe des Liedes heißt es weiter: „Was gilt denn unser Leben für unsres Reiches Wehr? Für Deutschland zu sterben ist unsre höchste Ehr‘.““

Quelle
* CDU stampft Liederbuch mit Wehrmachtstext ein“, SWR, , http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=4689454/eteur/index.html

Neonazis besaßen Bundeswehr- Manöverpatronen

Zwei Mitglieder der „Autonomen Nationalisten Ahlen“ mussten sich unlängst vor Gericht verantworten, u.a. weil sie gegen das Waffengesetz verstoßen hatten. Die Polizei fand bei einer Hausdurchsuchung im März 2007 Manöverpatronen aus Bundeswehrbeständen.

Quelle:
* Straftaten mit rechtem Hintergrund?, 22.01.09, WDR

Nazi-Stiftung will evtl. alten DDR-Bunker kaufen

Unter Bezug auf einen Bericht der „Berliner Morgenpost“ berichtet NPD-Blog, dass der geplante Verkauf des ehemaligen DDR-Militärbunkers „Fuchsbau” bei Fürstenwalde (Oder-Spree) durch die „Bundesanstalt für Immobilienaufgaben“ (BIMA) an einen privaten Investor den Brandenburger Verfassungsschutz auf den Plan gerufen habe. Zu DDR-Zeiten war in dem Bunker die geheime Luftabwehr-Zentrale des Warschauer Paktes untergebracht. Viele der technischen Anlagen sollen noch voll funktionsfähig sein.
Als ein Kauf-Interessent sei ein Holzhändler aus Solingen (Nordrhein-Westfalen) aufgetaucht, den VS-Experten für einen Strohmann des NPD-Manns Andreas Molau halten. Molau wird nicht nur derzeit als heißer Anwärter auf den Posten des NPD-Vorsitzenden gehandelt, er ist auch „Deutschland-Beauftragter” der millionenschweren „Stiftung Kontinent Europa”. Immerhin beträgt der Preis für die 7.500 Quadratmeter große Immobilie mit 190 Hektar Waldfläche 1 Million Euro.
Molaus letzter Immobilienerwerbs-Versuch, das Rauener Gut Johannesberg, liegt lediglich drei Kilometer entfernt.

Quelle:
* Will die “Stiftung Kontinent Europa” den “Fuchsbau” kaufen?, http://npd-blog.info/?p=2685

Fundstück: alter Nazi-Kontakt zu Bundeswehr

Der bekannte Nazi-Aussteiger Ingo Hasselbach berichtet in seinem Buch über interessante Kontakte zwischen Rechtsextremisten und Bundeswehr, die auf 1990 zurückdatieren:

Schon zwei Jahre zuvor, im Sommer des Jahres 1990, war ich von dem Hamburger Neonazi Thomas Wulff zu einem Treffen der ganz besonderen Art eingeladen worden. Jürgen Rieger, ein in der »Szene« nicht unbekannter Rechtsanwalt, hatte ein Treffen auf Bundeswehrgelände für Liebhaber militärhistorischer Fahrzeuge angemeldet. Seltsamerweise erschienen die Teilnehmer alle in Tarnuniformen. Viele von ihnen kamen in alten Wehrmachtsfahrzeugen angereist. Rieger teilte die ungefähr sechzig Anwesenden in zwei Gruppen auf. Beide Gruppen fuhren fuhren in unterschiedlichen Richtungen los, um sich an einem ausgemachten Punkt wiederzutreffen. Die Fahrt ging querfeldein, durch Schlammlöcher und über Stock und Stein, für manche sicher ein Gefühl wie auf dem Rußland-Feldzug. Am Treffpunkt angekommen, verließen wir die Fahrzeuge und begannen mit verschiedenen Schießübungen. Die Bundeswehr hatte dem Verein für militärische Fahrzeuge großzügig Schreckschußmunition zur Verfügung gestellt. Später schossen wir mit Luftgewehren auf Zielscheiben. Fünf Bundeswehrsoldaten hatten sich uns zugesellt und nahmen am Zielschießen teil. Der Gewinner, ein Mitglied der »Nationalen Liste«, erhielt von der Bundeswehr einen zwar alten aber funktionstüchtigen Karabiner überreicht. Zum Abend wurden wir in die Kaserne zu einer Grillparty mit Freibier eingeladen. Nachdem wir uns bei dieser Gelegenheit ordentlich betrunken hatten, schliefen wir auch in der Kaserne. Dreißig der Teilnehmer trugen die Tarnuniform des österreichischen Bundesheers, die der Tarnuniform der SS aus dem Zweiten Weltkrieg gleicht.
[…]
Am nächsten Morgen wurden wir wie Soldaten von einer Fanfare geweckt. Wir frühstückten auch gemeinsam mit den Soldaten und wurden zum anschließenden Frühsport eingeladen. Die Bundeswehrangehörigen waren von uns begeistert. Wie rechts wir waren, hatten sie vielleicht gar nicht bemerkt. [Anmerkung: sehr unwahrscheinlich] Diese Treffen von Liebhabern militärhistorischer Fahrzeuge auf Bundeswehrgelände sollen regelmäßig in Putlos bei Hamburg stattfinden, ich war nur dieses eine Mal dabei.

Quelle:
* Ingo Hasselbach, Winfried Bonengel: Die Abrechnung. Ein Neonazi steigt aus, Berlin 4. Auflage 2005, Seite 103 und 104

Nazirelikte in Bundeswehrkaserne

In der Berliner Julius-Leber-Kaserne finden sich bis heute Symbole aus der Nazi-Zeit.
Ein Emblem mit Reichsadler über einem Kaminsims im Offiziersheim die Initialen „RGG“ für Regiment General Göring. Die 1935 von Hermann Göring aufgestellte Fallschirmjäger-Panzerdivision war u. a. an der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto und Massakern in Italien beteiligt.
Das besonders Brisante: Das Offiziersheim ist offizieller Tagungsort des Verteidigungsministeriums.

Quellen:
* Nazi-Initialen in Bundeswehrkaserne, 19.08.2008, http://blog.rbb-online.de/roller/abendschaublog/entry/nazi_initialen_in_bundeswehrkaserne
* Julius-Leber-Kaserne Empörung über Nazi-Relikt in Berliner Kaserne, 19.08.2008, http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/08/20/empoerung-ueber-nazi-relikte/in-berliner-kaserne.html
* Nazi-Wappen im Offiziersheim, „Berliner Zeitung“

Blutiges Eisernes Kreuz

Gerade wird in der Politik eine Debatte geführt, ob man den Orden „Eisernes Kreuz“ nicht wieder einführen könnte. Befürworter finden sich vor allem im Verteidigungsministerium und in der Bundeswehr.
Der Historiker Dieter Pohl vom Münchner Institut für Zeitgeschichte belegt nun an Hand von neu ausgewerteten Akten, daß dieser Orden auch an Verantwortliche für Holocaust-Massaker verliehen wurde.
Beispiele wären die SS-Offiziere Rudolf Lange (verantwortlich für den Mord an 60.000 Juden) und Friedrich Jeckeln (verantwortlich u.a. für das das Massaker von Babi Jar).
Ebenso wurde auch Jürgen Stroop, der Zerstörer des Warschauer Ghettos, mit dem „Eisernen Kreuz“ ausgezeichnet. Damit dürfte feststehen dass das EK keine „Auszeichnung“ darstellt.
Aber auch ohne die einzelnen blutigen Verleihungs-Beispiele war das EK immer eines, ein Zeichen und Mittel des deutschen Militarismus.
zerkratztes EK

Quelle:
* Dieter Pohl: Orden für Massenmord, ZEIT ONLINE 24/2008 S. 92, http://www.zeit.de/2008/24/Eisernes-Kreuz

Klotzige Wehrmachtsmemorabilia zum Verkauf

Laut einer Meldung des Hartmut-Mayer-Archivs hat die bulgarische Armee damit begonnen alter Panzer aus deutscher Produktion zu versteigern. Vor über 60 Jahren hatte das mit Hitler-Deutschland verbündete Bulgarien über 200 Kampf- und Jagdpanzer geliefert bekommen.
Für Wehrmachts- und andere Nazi-Hinterlassenschaften existiert weltweit eine zahlungskräftige Szene von Sammlern. Diese Sammler sind nicht selten glühende Fans der militärischen und zivilen Kultur des „Dritten Reiches“, auch wenn sie das selbst oft unpolitisch interpretieren.

Quelle: hma: Sammlerfreuden, http://www.nrw.vvn-bda.de/hma/an_2008_06.htm

Bundeswehr-Zubehör bei rechten Waffennarr gefunden

Bei Wismar hatten Anfang März Staatsschutz-Mitarbeiter bei einem Rechtsextremisten ein größeres Waffenarsenal (u.a. eine scharfe Granate, zwei Maschinenpistolen, ein Karabiner, …) und eine Hakenkreuzfahne sicher gestellt. Des Weiteren fanden die Ermittler laut einem Artikel auf der redok-Homepage auch Bundeswehr-Zubehör in größerer Menge:

Gefunden wurden auch Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der Bundeswehr im Wert von 5.000 Euro.

Quelle: Olaf Meyer: Waffenlager ausgehoben, 05.03.08, http://www.redok.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1045&Itemid=38

Wehrmacht nicht zackig, sondern gezackt

Laut den Antifaschistischen Nachrichten (AN) finden sich im Jahreskatalog „Lesen & Schenken“ 2008 des rechtsextremen Kieler „ARNDT-Buchdienst/Europa-Buchhandlung“ auch frankierte Briefumschläge mit der Motivreihe „Große deutsche Soldaten“. Das sind Porträts der Wehrmachts-Generalobersten Eduard Dietl und Heinz Guderian, der Generalfeldmarschalle Erwin Rommel und Erich von Manstein sowie die Jagdflieger Walter Nowotny und Erich Hartmann.
Diese Briefmarken gehen laut AN auf einem Service der Deutschen Post zurück, wonach Firmen fertige Briefumschläge mit offiziell aufgedruckten Briefmarken selbst gestalten dürfen.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Ende Oktober 2007
Quelle: hma: Braune Briefmarken, aus: Antifaschistische Nachrichten 22/November 2007, http://www.nrw.vvn-bda.net/hma/an_2007_22.htm