Archiv der Kategorie 'Luftwaffe'

Ex-Luftwaffen-Oberst beim BND unter Rassismus-Verdacht

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in einem Artikel vom 22. März 2013:

„Der Bundesnachrichtendienst (BND) – der deutsche Geheimdienst, der im Ausland operiert – suspendierte in einem anderen Fall den Leiter seiner Mainzer Verbindungsstelle von seinem Posten und leitete gegen den Luftwaffen-Oberst der Reserve ein Disziplinarverfahren ein. Ihm werden unter anderem rechtspopulistische und islamfeindliche Äußerungen vorgeworfen.

Der Anwalt spricht von Mobbing
Der Beamte, der auch in Afghanistan im Einsatz war, soll angeblich ein Islamhasser sein. Das Bild des Bundespräsidenten soll er in der Dienststelle abgehängt und in die Besenkammer verbannt haben. Angeblich habe der Beamte bei Morgenbesprechungen gegen Ausländer polemisiert und gegen Politiker, die Deutschland in den Abgrund zögen. Auf Veranstaltungen verbreite er Untergangsszenarien.
Sein Anwalt Reinhard Mußgnug weist die Vorwürfe zurück. Der BND-Regierungsdirektor werde gemobbt, erklärt Mußgnug, der Ordinarius für Öffentliches Recht an der Uni Heidelberg ist. Der 62-Jährige weise „auf die bekannten Gefahren des Terrorismus und des Islamismus“ hin, schrieb Mußgnug dem BND. „Es mag sein, dass er diese Gefahren ernster nimmt als andere. Er übertreibt sie jedoch nicht.“ Ob er sich rechtspopulistisch äußere, müsse „dahingestellt bleiben“. Der BND-Mann denke und rede eher konservativ. Sein Mandant habe nur etwas gegen „Ultra-Islamisten wie die Taliban oder Salafisten“, sagt Mußgnug.“

Quelle:
* Hans Leyendecker und Tanjev Schultz: Rassistische Äußerungen Die Kreuzritter vom Verfassungsschutz, 22. März 2013, http://www.sueddeutsche.de/politik/rassistische-aeusserungen-die-kreuzritter-vom-verfassungsschutz-1.1630700

Burschenschaft setzt sich für Wehrmachtsflieger und Ritterkreuzträger ein

Anti-Mölders
Der 1941 tödlich verunglückte Werner Mölders war ein Ritterkreuzträger und flog auch für die „Legion Condor“ Einsätze auf Seiten des faschistischen Putschisten und späteren Diktators Franco.
In der Bundeswehr gehörte Mölders als vermeintlich unpolitischer Leistungsträger lange zu den Traditionslinien.
Jagdgeschwader Mölders

Im Internet sind interne Mitteilungen aus dem korporierten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ aufgetaucht. In den Mitteilunge findet sich auch ein „Dringlichkeitsantrag von Rheinfranken Marburg betreffend die Tilgung des Names des Wehrmachts-Jagdfliegers Oberst Werner Mölders bei der Bundeswehr“ aus dem Jahr 2005.
In einem Brief, enthalten im Protokoll der Verhandlungen des Burschentages 2005, an den damaligen Verteidigungsminister Peter Struck heißt es u.a.

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
die Deutsche Burschenschaft, die Gemeinschaft deutscher Burschenschaften, die aus der in Jena
gegründeten Burschenbewegung von 1815 hervorgegangen sind oder sich zu ihr bekennen,
[…]
* die sich in ihrer jetzt 190-jährigen Geschichte stets zum Prinzip der Wehrhaftigkeit
bekannt hat,
* in deren Reihen zahlreiche Reserveoffiziere sind,
hat sich auf ihrem diesjährigen Burschentag in Eisenach, ihrem obersten Beschlußorgan,
eingehend mit Ihrer Entscheidung vom 28. Januar 2005 befaßt. Danach haben Sie, Herr
Minister, entschieden (wie der Presse vom Folgetag zu entnehmen war), daß der Jagdflieger Werner Mölders nicht mehr Namensgeber der Bundeswehrkaserne in Visselhövede in Niedersachsen und des in Neuburg an der Donau stationierten Jagdgeschwaders 74 der Bundesluftwaffe sein soll.
[…]
Auch nach gründlicher Auswertung aller uns zu diesem Thema zugänglichen Unterlagen sehen
wir uns nicht in der Lage, die ergangene Entscheidung nachzuvollziehen. Das liegt daran, daß
bisher wichtige Einzelheiten nicht veröffentlicht worden sind. Nachfolgend möchten wir unter
Beschränkung auf das Wesentliche diejenigen Punkte ansprechen, in denen unseres Erachtens
eine umfassende Unterrichtung der Öffentlichkeit nicht nur wünschenswert, sondern
erforderlich erscheint.
[…]
Wir hoffen, daß Sie, sehr geehrter Herr Minister, nicht zu diesen gehören und wünschen Ihnen
den Mut und die Bereitschaft, getroffene Entscheidungen aufgrund sachlicher Kritik zu
überprüfen und erforderlichenfalls zu ändern.

NPD-Chef bleibt im Bundeswehrverband

Wie die NPD auf ihrer Homepage verlauten läßt, darf ihr Chef Udo Voigt im
Bundeswehrverband bleiben. Voigt hat bis heute den Rang eines Hauptmannes der Reserve inne und war 1972-84 Soldat und Offizier der Luftwaffe. NPD-Mitglied war er dazu immer parallel, er war bereits 1968 in die braune Partei eingetreten.

Quelle:
* NPD-Blog: NPD-Chef Voigt bleibt weiter im Bundeswehrverband, 04.11.08, http://npd-blog.info/?p=2389

Luftwaffenoberst und RECHTSanwalt

Das Autorenkollektiv „Redok“ schreibt in einem seiner jüngsten Berichte über den Bonner Rechtsanwalt Claus Plantiko. Der ehemalige Luftwaffen-Oberstleutnant Plantiko wurde im Zivilleben Rechtsanwalt und Abgeordneter im Bonner Stadtrat. Als Anwalt darf er aber seit kurzem nicht mehr auftreten. Zuvor war Plantiko aufgefallen, weil den Ex-Rechtsterroristen Manfred Roeder, verteidigt hatte. Bei seinen Auftritten vor Gericht schlug Plantiko anscheinend mehrfach über die Strenge und beleidigte Richter, u.a. auch mit NS-relativierenden Bezeichnungen. Da er der Rechtsanwaltskammer Köln nicht nachkam und wegen der Vorfälle eine psychatrische Untersuchung mitmachte, entzog ihm die Kammer schließlich die Anwaltszulassung. Diese Maßnahme wurde vor dem BGH bestätigt.

Quelle: redok: Rechtsextremisten / Vor Gericht Zulassung entzogen, 04.02.2008, http://www.redok.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1007&Itemid=38

Offizier soll in Afghanistan Gebrauch von der Peitsche gemacht haben

Ein Luftwaffenoffizier wird derzeit verdächtigt in Afghanistan Untergebene mißhandelt zu haben. Derzeit ermittelt jedenfalls die Staatsanwaltschaft Flensburg gegen einen Stabsoffizier der Luftwaffe wegen dieser Vorwürfe. Laut SPIEGEL werden dem Major „verbale Entgleisungen und Tätlichkeiten“ zu Last gelegt, darunter, so der SPIEGEL, einen Angriff mit Peitsche auf Offizierskollegen. Die Sache ins Rollen gebracht hatten erst Berichte von Heimgekehrten und nicht etwa Beschwerden.
Der Beschuldigte gehört dem Tornado-Aufklärungsgeschwader „Immelmann“ im schleswig-holsteinischen Jagel an und Major leitete laut SPIEGEL-ONLINE bis Anfang November den für die Flugzeugwartung zuständigen Bereich „Einsatzunterstützung“ auf dem Flugplatz Masar-i-Scharif in Afghanistan.

Bei der Bezeichnung „Immelmann“ scheint es sich um einen Traditionsnamen zu handeln, den es auch in der Hitler-Luftwaffe bereits gab. Vor über 30 Jahren, im Jahre 1976, war schon einmal ein Aufklärungsgeschwader SI „Immelmann“ in den Focus der Presseöffentlichkeit geraten. Damals war herausgekommen, dass Hans-Ulrich Rudel, höchstdekorierter Kampfflieger Hitlers und umtriebiger Altnazi, mit anderen Ehemaligen des Aufklärungsgeschwader SI „Immelmann“ vom Aufklärungsgeschwader 51 der Bundeswehr zum Kameradschaftstreffen in die Kaserne des Fliegerhorstes Berngarten bei Freiburg eingeladen wurde. Nachdem dass ans Licht gekommen war mussten die beiden ranghöchsten Offiziere der Luftwaffe, Bundeswehrgeneralleutnant Walter Krupinski und Stabschef Karl-Heinz Franke, gehen.

+++ Ergänzung +++
Max Immelmann war ein Jagdflieger im ersten Weltkrieg, der 15 „Luftsiege“ errang bevor er 1916 abstürzte. Im zu Ehren wurden 1935 und 1961 Einheiten in Wehrmacht bzw. Bundeswehr benannt.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Anfang November 2007 bzw. Anfang Dezember 2007
Quelle:
DDP: Luftwaffenoffizier soll Soldaten mit Peitsche misshandelt haben, in: SPIEGEL ONLINE vom 01.12.07, http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,520802,00.html

Ehrte die Bundeswehr einen Wehrmachtsflieger?

Die Jugendorganisation der rechtspopulistischen Partei FPÖ in Österreich, Ring freier Jugend (RfJ) berichtet auf ihrer Homepage, dass die Bundeswehr auch den Wehrmachtsflieger Nowotny geehrt hätte.

Die Deutsche Bundeswehr hat beispielsweise noch bis vor zwei Jahren zum Todestag von Walter Nowotny bei der Absturzstelle in Epe bei Osnabrück regelmäßig Kranzniederlegungen veranstaltet. Durch die Auflösung des dortigen Luftwaffenstützpunktes am Flughafen Achmer wurde diese Tradition aufgegeben. Selbst die bundesrepublikanische Politik konnte nachweislich Auskunft des Verteidigungsministeriums keine Bedenken gegenüber einer Huldigung der militärischen Taten Nowotnys sehen.

Diese Angabe ist unbestätigt.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: 2007
Quelle: Homepage des „Ring freier Jugend“