Archiv der Kategorie 'GSG 9'

GSG9–Heldenmythisierung

Auf dem Privatsender Sat 1 ging die zweite Staffel der „TV-Serie GSG 9“ an den Start. Dabei handelt es sich um eine starke Idealisierung dieser Elitetruppe. Die „Antiterrorismuseinheit“ untersteht der deutschen Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz) und wurde in Vergangenheit bereits mehrmals im Ausland eingesetzt. Durch Einsatz, Ausbildung und Ausrüstung hat die GSG 9 eher die Charakteristika einer Armee- als einer Polizei-Einheit.
Sowohl beim damaligen Bundesgrenzschutz, als auch beim GSG 9 konkret kam es immer wieder zu rechten Tendenzen. So arbeitete der GSG 9 – Gründer Ulrich K. Wegener an dem 2005 erschienen Buch „Geheime Krieger“ mit, dass im Pour-le-Merite-Verlag des rechtsextremen Verlegers Dietmar Munier erschien.
Kritische Töne sind in der Sat1-Serie wohl kaum zu finden.
Unter der Überschrift „Die Helden sind zurück“ wird die Serie wie folgt beschrieben:

„Immer das Beste geben“ – dieses Motto haben die Männer der Elite-Einheit der Bundespolizei und ihre Einsatzleitung verinnerlicht. Sie sind darauf trainiert, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun. Immer wieder aufs Neue riskieren sie dabei ihr Leben. Unheil zu verhindern – das ist ihr Beruf und ihre Berufung. Das Privatleben steht dabei immer an zweiter Stelle.
Sie sind perfekt ausgebildet, körperlich topfit und handeln nach einem Ehrenkodex: die Männer der GSG 9. Terrorismus, organisiertes Verbrechen – fast täglich muss sich die Elitetruppe mit der wachsenden Bedrohung auseinander setzen. Ein extremer Job, der sich nach Feierabend nicht einfach abschalten lässt.“
[…]
„In ihren Einsätzen müssen sie Bomben aufspüren und entschärfen, Anschläge mit tödlichen Viren verhindern, Attentäter ausschalten, Geiselnahmen durch gezielten Zugriff beenden und viele weitere brisante Situationen meistern. Um den Job zu bekommen, hat jeder von ihnen ein intensives und hartes Training, ein langes und noch härteres Auswahlverfahren und schließlich eine Spezialausbildung absolvieren müssen. Nur die Besten der Besten qualifizieren sich für die Einheit.“

Quelle: http://www.sat1.de/filme_serien/gsg9/

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe November-Dezember

DMZ und Co. Die Ausgabe November-Dezember 2007 der DMZ ist in den vergangenen Tagen erschienen.
Dieses auch von rechten Bundeswehr-Soldaten gelesene Magazin hatte in dieser Ausgabe Anzeigen von: dem rechten Aula-Verlag (Österreich), der rechtsradikalen Zeitung „Zur Zeit“ (Österreich), dem Deutsche-Stimme-Verlag (NPD-Parteiverlag in Riesa), dem rechtsextremen Bublies-Verlag (Schnellbach), dem Tiroler Heimatbund (Nürnberg), aber auch dem renommierter Militaria-Verlag Bernard & Graefe aus Bonn. Bernard & Graefe publizierte auch zwei Bücher des Wehrmachtsgenerals Erich von Mannstein („Soldat im 20. Jahrhundert“, „Verlorene Siege“)
Die Interviews in dieser Ausgabe bestätigen erneut die rechtsextreme Ausrichtung des Blattes.
Der emeritierte Professor Bernd Rabehl war 2007 Kandidat für die rechtspopulistische Wählervereinigung „Bremen muss leben“ und sorgte in Österreich für Furore als er beim „Turmkommers“, einer Veranstaltung deutschnationaler Burschenschafter, auftrat. Rabehl kommt in der DMZ auf 6 Seiten Interview ausführlich zu Wort.
Ebenfalls zu Wort kommt der Generalbundesanwalt a.D. Alexander von Stahl, der der Hausanwalt der ultrarechrechten „Jungen Freiheit“ ist. Von Stahl gilt als verantwortlich für die „Anti-Terror-Aktion“ in Bad Kleinen 1993 durch den Bundesgrenzschutz.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Mitte Oktober 2007
Quelle: Erstsichtung