Archiv der Kategorie 'Fallschirmjäger'

Bundeswehr-Fallschirmjäger a.D. sprach 2012 auf rechten Kreta-Gedenken in Österreich

Landser - Angriff auf Kreta

Auch im eingestellten Magazin „Der Landser“ wurde dem deutschen Überfall auf Kreta gehuldigt

Aus dem Grazer Magazin „Enterhaken“ Nr. 25:

Seit knapp 60 Jahren treffen sich jährlich um den 20.Mai, den Jahrestag des deutschen Überfalls auf Kreta 1941, Veteranen von Gebirgsjäger- und Fallschirmjägereinheiten in Gniebing, nahe Feldbach in der Südoststeiermark. Hier wird sowohl der Eroberung Kretas durch deutsche Truppen gedacht wie auch der Eroberung der von der Roten Armee schon befreiten Stadt Feldbach durch Fallschirmjäger und Waffen-SS im Jahr 1945.
Veranstaltungsort ist die Karnerhöhe in der Gemeinde Gniebing. Das Denkmal, das im Zentrum des Aufmarsches steht, besteht aus einer 13 Meter hohen Steinsäule, auf der ein Adler im Sturzflug sitzt, auf dem Denkmal selbst sind mehrere Tafeln angebracht, darunter eine mit der Widmung: “Hier kämpften und fielen in den ersten Apriltagen des Schicksalsjahres 1945 deutsche Fallschirmjäger. Getreu ihrem Eid und Gehorsam der beschworenen Pflicht.”
In den letzten 5 Jahren schwankte die TeilnehmerInnenzahl stark. Nahmen 2008 nur ca. 30 Personen teil, waren es 2011 und 2012 rund 200. Die TeilnehmerInnen, darunter Burschenschafter und Mitglieder der KIV, der Veteranenorganisation der Waffen-SS, marschieren mit Musik, KranzträgerInnen und Fahnenabordnungen als “Schweigemarsch” zum Denkmal. Kamerad betrauert die Toten, ehrt den Heldenkampf und versichert sich gegenseitig „ewiger“ und „wahrer“ Werte. Doch welche zwei Operationen des „Dritten Reiches“ werden „gefeiert“?

In einem längeren Bericht auf dem Blog des „AK Hinterland“ wird aus der Ansprache eines Oberleutnant a.D. der Bundeswehr Jochen Haupt von 2012 zitiert, der als Repräsentant des „Bundes Deutscher Fallschirmjäger“ vor Ort war eine Rede hielt:

Am Fallschirmjägerehrenmal in Feldbach/Steiermark fand ich folgende Inschrift: ‚Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben.‘ Dem heutigen deutschen Durchschnittsbürger ist das Wort Vaterland zumindest suspekt, für ihn spielt das Vaterland keine große Rolle mehr. Militärische Tugenden werden argwöhnig beäugt, Einsatz für das Vaterland erscheint heute vielen nach Jahrzehnten der Sicherheit und des Wohlergehens eher lächerlich. Umso mehr ist davon auszugehen, dass für die Mehrzahl der hier in Gottes Frieden ruhenden Deutschen Fallschirmjäger das Vaterland in ihren Wertevorstellungen ganz vorn stand. Über 4.500 meist ganz junge Männer, viele unter 20 Jahre alt, gaben ihr junges Leben für ihre Überzeugungen.

Dass diese Überzeugungen nationalsozialistischer Art waren, wird nicht erwähnt.

* Mehr unter: http://akhinterland.wordpress.com

Österreich: „Kreta-Gedenken“ diesmal ohne Bundesheer?

Die österreichische Zeitung „Der Standart“ berichtet über eine umstrittene Gedenkveranstaltung in Gniebing in der Steiermark:

Am Samstag soll im steirischen Gniebing (Bezirk Feldbach) wieder eine Gedenkveranstaltung stattfinden, zu der die Vereine Kameradschaft vom Edelweiß, der Militär Fallschirmspringer Verbund-Ostarrichi und der Bund ehemaliger Fallschirmjäger einladen. Zumindest von 2009 bis 2011 nahmen dort auch Rekruten und Offiziere des Bundesheers teil, wie Fotos, die die Veteranenvereine online stellten, beweisen.
Laut Einladungstext von 2011 gedenkt man dem Überfall der Wehrmacht auf Kreta 1941 und dem als „heldenhaft“ bezeichneten Kampf gegen die Alliierten im Frühling 1945 im Raum Feldbach.
Dass das Bundesheer an Veranstaltungen teilnimmt, bei denen des NS-Regimes gedacht wird, ist durch den sogenannten Traditionserlass verboten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte dem Standard bisher nur die Teilnahme junger Soldaten im Vorjahr, erklärte diese aber damit, dass „eines 2010 verstorbenen jungen Bundesheersoldaten, der aus Feldbach stammte, gedacht wurde“. Ob dabei „gegen einschlägige Bestimmungen des Bundesheers verstoßen wurde, wird umgehend untersucht werden“, heißt es weiter. Für heuer ist die Teilnahme von Bundesheerangehörigen jedenfalls verboten. Grün-Abgeordneter Harald Walser, der das Gedenken mit jungen Soldaten aufdeckte, reicht das nicht: „Wieder reagiert der Minister nur mit Einzelweisung, es braucht nachhaltige Lösungen.“

Quellen:
* cms: Veteranenfeier: Ministerium prüft Teilnahme von Heer, Der Standart, 18. Mai 2012, http://derstandard.at/1336697148336/Steiermark-Veteranenfeier-Ministerium-prueft-Teilnahme-von-Heer
* Gniebing (Stmk) / Hörsching (OÖ) : Rechte Umtriebe beim Heer, 18. May 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/05/18/gniebing-stmk-horsching-oo-rechte-umtriebe-beim-heer/

DMZ Nr. 84 vom November/Dezember 2011 und DMZ-Sonderausgabe zu Fallschirmjägern erschienen

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 84 vom November/Dezember ist 2011 erschienen.
DMZ Nr. 84

Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Khaled al-Kassamani (* 1970), Funktionär der „Syrisch Sozialen Nationalistischen Partei“ (SSNP) im Libanon, die 2005 einer von der syrischen Baath-Partei unter Assad geführten Einheitsfront beigerteten ist. Die „Syrische Soziale Nationalistische Partei“ (SSNP) wurde von einem Hitlerverehrer gegründet. Ihre Mitglieder träumen von einem großsyrischen Reich, das den Libanon, Zypern, Jordanien, Kuwait, Teile von Ägypten und der Türkei und natürlich Israel einschließt.
Als Parteisymbol verwendet sie eine Art Hakenkreuz und Mitglieder singen auf die Melodie von „Deutschland, Deutschland über alles“ eine arabische Hymne „Gegrüßet seist Du, Syrien …“ und sollen auch den faschistischen Gruß verwenden.
SSNP

Das Interview führte der ehemalige DMZ-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter. Dieser hat aus offenkundiger Sympathie diesen syrischen Faschisten interviewt. Auch dessen Verbündeten Assad, den syrischen Machthaber, skizziert Ochsenreiter in seinem Artikel „Syrien im Würgegriff“ als eine Art von Außen bedrängten Landesvater. In Wahrheit ist Assad gerade verantwortlich für die blutige Niederschlagung eines unbewaffneten Aufstandes. Die Schätzungen gehen inzwischen von mehreren tausend Toten aus.
Syrien im Würgegriff

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“.
* dem Scherzers Militärverlag aus Sachsen.
* dem extrem rechten Tübinger Grabert-Verlag.
* Venatus-Messer
* dem Militaria-Magazin

Darüber hinaus ist ein DMZ-Sonderheft zum Thema „Fallschirmjäger“ erschienen.
DMZ-Sonderheft Fallschirmjäger
Dem DMZ-Sonderheft liegt auch eine CD bei, dass drei Lieder enthält: 1. „Rot scheint die Sonne“, 2. „Fallschirmjäger greifen an“ und 3. „Es war ein verwegenes Jagen“)

In dem, in Bundeswehr-Fallschirmjäger-Kreisen inoffiziell bis heute gern gesungenen Lied „Fallschirmjäger greifen an“, heißt es:

Hurra, wir starten, hurra, wir starten, / wenn die erste Morgensonne scheint, / Fallschirmjäger, Fallschirmjäger / gehen ran an den Feind!

Und im Refrain heißt es unter Bezug auf Siege der deutschen Wehrmacht:

Narvik, Rotterdam, Korinth / Und das heiße Kreta sind / Stätten unserer Siege! / Ja, wir greifen immer an, / Fallschirmjäger gehen ran, / Sind bereit, zu wagen!

Quellen:
* DMZ Nr. 8?
* DMZ-Sonderausgabe zum Thema „Fallschirmjäger“

„Narvik, Rotterdam, Korinth und das heiße Kreta sind Stätten unserer Siege!“

Während des Zweiten Weltkrieges entstand das Fallschirmjäger-Lied „Hinter den Bergen“ in dessen Refrain es heißt:
„Narvik, Rotterdam, Korinth
Und das heiße Kreta sind
Stätten unserer Siege!
Ja, wir greifen immer an,
Fallschirmjäger gehen ran,
Sind bereit, zu wagen!“
Es beschreibt also durch die Wehrmacht-Fallschirmjäger während der Überfälle auf Nachbarländer eroberte Orte. Die Besetzung dieser Gebiete gingen einher mit Gräueln, auf Kreta beispielsweise starben während der deutschen Besatzungszeit tausende Zivilisten.
Es gibt als mehr als genug Gründe dieses Lied“gut“ aus Wehrmachtszeiten in den Mülleimer der Geschichte zu werfen. Doch dem ist nicht so. Googelt man den Refrain kommt man auf die Homepage dreier Bundeswehr-Organisationen:
* Puma-Kompanie
Reservisenkameradschaft Buchholz
* Reservisten-Kameradschaft Buchholz
Der Fallschirmpionier
* IG Fallschirmpioniere“ bzw. dessen Nachrichtenblatt „Der Fallschirmpionier“. In diesem wird überdies von der Teilnahme der IG an Reenactment-Veranstaltungen zum Zweiten Weltkrieg berichtet (deutsche Besetzung der Niederlande 1940 in Dordrecht, Arnheim 1944 und Hürtgenwald 1944). Offensichtlich haben dabei die Mitglieder der IG auch Wehrmachts-Soldaten gespielt.

Quellen:
* „Der Fallschirmpionier. Nachrichtenblatt für die IG Fallschirmpioniere“ Heft 4 – 2009, Seite 4-6, 7 und 10
* Homepage der Puma-Kompanie
* Homepage der Reservisten-Kameradschaft Buchholz

Fallschirmspringer in Kontakt mit dem rechten „Ring deutscher Soldatenverbände“?

Von einer Seite für die Ex-Mitglieder des Fallschirmjägerbataillon 273:

Der Bund Deutscher Fallschirmjäger bekennt sich zu dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. […]
Er unterhält Verbindungen und Partnerschaften zu Fallschirmjägern befreundeter Nationen und sind Mitglied in der Europäischen Fallschirmjäger-Union U.E.P. Der Bund ist auch Mitglied bei Bund Deutscher Infanterie, Kuratorium Ehrenmal des Deutschen Heeres Koblenz, Ring Deutscher Soldaten und beim Bundeswehrsozialwerk e.V.

(http://www.fschjgbtl273.de/index.php?Ziel=FschJgBund)
Gemeint ist vermutlich der „Ring deutscher Soldatenverbände“.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: unbestimmt
Quelle: Homepage des Fallschirmjägerbataillons 273

+++ Ergänzung +++
Ring Deutscher Soldaten“ (RDS) – Berlin
Laut Kennern und auch am Namen deutlich erkennbar ist handelt es sich beim RDS um ein lokales Überbleibsel des rechten „Ring deutscher Soldatenverbände e.V.“.