Archiv der Kategorie 'Ex-Militärs'

Münchner NPD-Stadtrat gibt sich militaristisch

Aus einem kritischen Bericht über den NPD-Stadtrat und rechtsextremen Multi-Funktionär Karl Richter:

Auch seine Jahre bei der Bundeswehr scheinen Richter stark geprägt zu haben. Das Militärische sei in seinen „Augen eine essentielle Lebensform: es wird nicht diskutiert, sondern gemacht.“, so der rechtsextreme Kommunalpolitiker gegenüber „Hier&Jetzt“. Vor diesem Hintergrund erschließt sich leichter, was Richter meint, wenn er von seinen Ratskollegen abwertend als „Rathaus-Demokraten“ spricht. Und er versäumt es auch nicht, schnippisch darauf hinzuweisen, dass „das MG 3 (…) einfach eine feine Waffe“ sei.

Quelle:
* „Das MG 3 ist einfach eine feine Waffe“ – Über Karl Richter und das Militärische als Lebensform, 04.08.2008, http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1887&Itemid=240

Oberfeldwebel ist NPD-Chef im Saarland

Ohne Kommentar ein Zitat aus der neuen Ausgabe der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“, dass den NPD-Chef im Saarland vorstellt:

Frank Franz wurde 1978 in Völklingen geboren. Er war Zeitsoldat und hat die Bundeswehr als Oberfeldwebel verlassen. Von Beruf Physiotherapeut und Programmierer, arbeitet er seit einiger Zeit erfolgreich selbständig im Bereich der Informationstechnologie. Nach dem Einzug der NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern arbeitete er am Aufbau der Fraktionsorganisation mit. […] Franz führt den Landesverband Saarland der NPD seit 2004.

NPD-Vorsitzender Saarland

Quelle:
* Interview »Wir wollen 2009 in den Landtag!«, in: „Deutsche Stimme“, 29.07.2008

Drei Militärs a.D. auf extrem rechter Veranstaltung

Vom 29. bis zum 31. August sollen die „8. Zeitgespräche“ im Raum Dresden stattfinden. Diese werden von dem rechtsextremen Sudholt-Verlagsimperium ausgerichtet. Zu diesen Verlagen gehört auch der Druffel-Verlag. Er wurde 1952 vom Ex-Reichspressechef Helmut Sündermann und seiner Frau Ursula gegründet und war Herausgeber-Ort von Biografien und Rechtfertigungsschriften von NS- Größen. Benannt ist der Verlag nach der Schwiegermutter des Gründers, Baronin Sybille von Druffel. Nach dem Tod von Helmut Sündermann im Jahr 1972 übernahm sein Schwiegersohn Gert Sudholt den Druffel-Verlag. Gert Sudholt ist bis heute der Verlagschef, er wurde 1999 wegen „Volksverhetzung“ zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Unter den angekündigten Referenten der „8. Zeitgespräche“ befinden sich auch drei hochrangige Ex-Militärs:
* Professor Dr. Günter Pöschel, Konteradmiral a.D. (außer Dienst):
Marinemeuterei und Revolution in Deutschland 1918/19 – Deutschland und die europäischen Großmächte
* Gerd Schultze-Rhonhof, Generalmajor a.D. :
Die Tschchoslowakei. Die Musterdemokratie, die keine war.
* Christian Millotat, Generalmajor a.D.:
Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und der ruhelose Balkan.

Quellen:
* Thomas Pfeiffer: Aus für „Opposition“, in: Blick-nach-Rechts-Ausgabe 17/2002
* „Deutsche Geschichte“ – Sonderheft zum „Anschluß“ von Österreich und dem Sudetenland (Sudholt-Produkt!)

„Alter Kämpfer“ ist tot

BraunzoneBw dokumentiert eine Meldung des APABIZ Berlin:

02. Juni 2008:
Ein Leben für die Lüge

Die Nazifreakshow verliert eine ihrer Attraktionen – Der „Ritterkreuzträger“ Otto Riehs ist tot

Die bundesweite Neonazigemeinde trauert um Otto Riehs. Am 29. Mai verstarb der „Ritterkreuzträger“ im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Frankfurt am Main. Riehs war eine Ikone der Szene, einer der letzten Vertreter jener „Erlebnisgeneration“, deren Aufgabe es ist, Nationalsozialismus authentisch zu vermitteln und den neuen Nazis die Bestätigung zu geben, die legitimen Erbfolger der Nationalsozialisten zu sein. Doch sein Heldenepos ist in Teilen wohl selbstgestrickt.

Mehr lest ihr -> hier:
http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/Riehs,%20Otto.htm

Voll auf Linie

Im Stil eines Landser-Heftchen erzählt der spätere Bundeswehr- und NATO-General Johann Adolf Graf von Kielmansegg (1906-2006) von seiner Beteiligung beim Überfall auf Polen und auf Frankreich.
Da Kielmansegg in der späteren Bundeswehr eine wichtige Position inne hatte, lohnt sich der Blick in das Buch. Wie die Lektüre nämlich zeigt, handelt es sich beim Autoren nicht „nur“ um einen Mitläufer und kadavergehorsamen Wehrmachtsoffizier, es handelt sich vielmehr um einen führertreuen Nazi. Voll auf Linie eben.
Panzerschlacht-Buch
Hier ein paar exemplarische Zitate aus dem Buch „Panzer zwischen Warschau und Atlantik“:

Es war uns allen klar, Deutschland machte sich bereit, den polnischen Übermut zu brechen, der bereits über die Grenze griff. Wir hielten den Atem an, als wir des Führers letztes Angebot an Polen hörten, eine Straße und eine Eisenbahnlinie! Und wir wären keine deutschen Soldaten gewesen, wenn wir micht gewünscht hätten, daß Polen nicht annähme.

(Seite 13)

Kein Mensch schießt oder geht in Deckung, es waren ja nicht die ersten deutschen Bomber, die heute aus Polen zurückkamen.

(Seite 20, 21)

Auch die Gefangenen mehren sich, sie werden einfach nach hinten geschickt. Bewachung ist gar nicht möglich, wo es geht, werden Volksdeutsche mit der Führung beauftragt. Man kann dies alles ohne Besorgnis tun, die gefangenen Polen sind froh, daß sie das Leben gerettet haben; Entbehrung und Entsetzen der letzten Tage stehen deutlich in ihren Gesichtern geschrieben.

(Seite 48, 49)

In Wiskitki war es unglaublich. Unmöglich, darin Unterkunft zu beziehen. Die Häuser starrten vor Schmutz, die Luft war kaum zu atmen. Erklärlich wurde das wenn man die fast durchweg jüdischen Einwohner sah. Überhaupt haben wir alle es wohl kaum für möglich gehalten, daß es solche Typen, wie wir sie zwar aus dem »Stürmer«, aber doch nicht aus Deutschland kannten, in solcher Zahl und in solcher Vollkommenheit – mit negativen Vorzeichen – in Polen geben könnte.

(Seite 61)

Der Pole hat, wie er es liebt, noch bei Dunkelkeit beginnend, mit überraschend starken Kräften von Norden und Nordwesten angegriffen.

(Seite 69)

Alles sah friedlich aus, selbst die Ruinen der abgebrannten Häuser hatten irgendwie einen anderen, fast möchte man sagen unwirklichen Charakter bekommen.

(Seite 75)

Ich saß auf dem Stuhl des Oberhauptes eines Staates, den wir nicht nur einfach militärisch besiegt hatten, sondern der durch unseren Sieg ausgelöscht war aus der Geschichte, entgegen deren Sinn er, künstlich ins Leben gerufen, zwanzig Jahre lang versucht hatte zu existieren […].

(Seite 81)

Nach der Durchfahrt von Chagny und Bouvellemont hören die bis dahin deutlich zu sehenden und zu riechenden Spuren des Kampfes auf. Diese beiden Orte sind die letzten zerstörten Dörfer einer breiten Zone, in welcher sich die Durchbruchsschlacht von Sedan in den vergangenen drei Tagen abgespielt hat. In dieser Zone gibt es keinen Ort, der nicht zerschossen oder verbrannt wäre, in dem nur wenige Häuser noch die Möglichkeit einer Unterkunft bieten. Brandgeruch liegt überall in der Luft, und an vielen Stellen sind die Flammen noch nicht erloschen.

(Seite 131)

Denn in dieser friedlichen Landschaft fehlt der Mensch. Alles ist tot und leer, nicht einmal die alten Leute sind dageblieben.

(Seite 131)

Wir können melden, daß wir den Auftrag, den die Geschichte, Deutschland und der Füher uns gestellt haben, durchführten bis zum letzten, und wir können melden, daß wir bereit sind, genauso den Auftrag durchzuführen, der als einziger noch zwischen uns und der Freiheit steht, die Vernichtung Englands.

(Seite 248)

Bleibt nur hinzuzufügen, dass die Wehrmacht bereits 1939 beim Überfall auf Polen zahlreiche Kriegsverbrechen verübte (vgl. Jochen Böhler, 2006). Gleiches gilt auch für den Frankreich-Feldzug, wo es insbesondere zu Verbrechen an farbigen Kolonialsoldaten kam 8VGL: Scheck: Keine Kameraden).

Die Homepage der Bundeswehr über Kielmansegg früheres Wirken und seine Wiederverwendung:

Graf Kielmansegg absolvierte von 1937 bis 1939 die letzte noch im Frieden stattfindende Ausbildung für den Generalstabsdienst, in den er 1940 übernommen wurde. Es folgten Verwendungen in Truppengeneralstäben in Polen, Frankreich, Russland und anschließend in der Operationsabteilung des Heeres. Er war befreundet mit Graf von Stauffenberg und wurde nach dem Attentat am 20. Juli 1944 verhaftet. Eine direkte Beteiligung an den Attentatsplänen war ihm nicht nachzuweisen. Nach der Versetzung zur Truppe führte er das Panzergrenadierregiment 111 bis zum Kriegsende, das an der Westfront eingesetzt war. Als Oberst geriet er in Gefangenschaft, aus der er Mitte 1946 entlassen wurde. Die nächsten Jahre war er journalistisch und im Verlagswesen tätig.
Mit der Ernennung zum General hatte er die höchste Sprosse der militärischen Karriereleiter erreicht. Ende März 1968 schied er aus dem aktiven Dienst aus.

(Rede zum Tode von Kielmansegg, 2006)

Quellen:
Graf Kielmansegg (Major im Generalstabe einer Panzer-Division): Panzer zwischen Warschau und Atlantik, Verlag „Die Wehrmacht“ Berlin 1941

Zum Tode von General a. D. von Kielmansegg, Berlin, 0.05.2006, http://tinyurl.com/27c6ok

Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Die Wehrmacht in Polen 1939, Frankfurt/M. 2006

Raffael Scheck: Keine Kameraden, in: DIE ZEIT 03/2006 S. 88 [http://www.zeit.de/2006/03/A-Gefangene]

brauner Bestseller von Ex-Militär

Nach einer aktuellen Werbe-Anzeige des Olzog-Verlag wurde Gerd Schultze-Rhonhofs geschichtsverfälschende Buch „1939 – der Krieg der viele Väter hatte“ bereits 30.000 Mal verkauft worden. Damit ist dieses tendenziöse Machwerk eines hohen Ex-Militärs zu einem Bestseller unter den geschichtsrevisionistischen Werken geworden.

Günzel auch auf Youtube

Günzel auf Youtube
Der entlassene ehemalige KSK-Anführer Günzel ist mit einem zweiteiligen Video-Monolog auch seit neuestem auch auf der Internet-Videoplattform Youtube vertreten. Entlassen worden war Günzel wegen seiner Solidarität mit dem Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann und dessen von antisemitischen Stereotypen durchsetzten berüchtigten Rede. Seit seiner Entlassung tingelt Günzel als Referent durch die Rechte und tritt beispielsweise bei deutschnationalen Burschenschaften auf.
In seinem etwa 15 Minuten langen Video-Monolog verharmlost Günzel den Charakter des Vernichtungskrieges des „Dritten Reiches“. Den Alliierten dichtet er in ihrem Kampf einen Kreuzzugs-Charakter und er betont, dass es nach Kriegsende zum Mord an Deutschen gekommen wäre, dass es davor die unvergleichliche Ausrottungspolitik der Nazis gab erwähnt er nicht. In üblich rechter Manier behauptet er weiter, in den Prozessen von Nürnberg wäre es nicht um Gerechtigkeit, sondern um Rache gegangen.
Er beklagt, wie das eigene Volk heutzutage mit seinen Soldaten umginge und erklärt die Wehrmacht zur diszipliniertesten und besten Armee der Welt
Auch die Mär von einer beispiellosen Charakterwäsche, die die Alliierten an den Deutschen vorgenommen hätten (gemeint ist wohl deren Re-Demokratisierung und teilweise Entnazifizierung) beklagt er.
Insgesamt der übliche Aufwasch an rechten (Opfer-)Mythen und Halbwahrheiten, der über Youtube allen ungehindert zugänglich ist.

Quelle: die beiden Youtube-Beiträge von Günzel , Länge: ca. 9 Minuten

Die Falschbehauptung eines Ex-Generals und Geschichtsrevisionisten

In der aktuellen Online-Ausgabe der „Antifaschistische Nachrichten“ wird eine Behauptung des derzeit populären Geschichtsrevisionisten Generalmajor a. D. Schultze-Rhonhof geanuer unter die Lupe genommen. Die Behauptung nämlich, polnische Juden seien 1933-38 zu hunderttausenden ins benachbarte Deutschland geflüchtet. Das Motiv dieser absurden Behauptung ist schnell klar, denn damit soll widerlegt werden dass es sich beim „Dritten Reich“ um ein radikal antisemitischen Staaten gehandelt hat oder zumindest einen nicht so schlimmen wie der polnische Nachbar. Wie überhaupt Schultze-Rhonhof den totalitären Nazi-Staat als rational und friedliebend versucht darzustellen.
Michael Quelle vom VVN Stade macht sich nun die Mühe und zerrt hervor, was sich hinter der Fußnote verbirgt, auf der diese Behauptung steht. Die Fußnote führt zu dem Autor Benoist-Méchin (1901-1983), der ein französischer Militärschriftsteller war und dessen Werke auch in rechtsextremistischen Verlagen in Deutschland veröffentlicht wurden. Benoist-Méchin war ein Kollaborateur des Nazi-freundlichen Vichy-Regimes und wurde dafür zum Tode verurteilt, später aber begnadigt. Aber auch Benoist-Méchin bezieht sich nur auf eine weitere Fußnote, die zu dem Autor Erich Kern (eigentlicher Erich Johannes Kernmayr bzw. Erich Kern 1906-1991) führt. Dieser wurde auch der „Rosenberg der Hitlerjugend“ genannt und war 1939 Gaupresseamtsleiter in der Gauleitung Wien der NSDAP und später SS-Sturmbannführer. Doch selbst dieser Autor behauptet ohne Quellenangabe nur dass 557.000 Juden 1933-38 Polen verlassen haben, nicht aber dass diese nach Deutschland gegangen wären.

Michael Quelle (VVN-BdA Stade): Es bleibt dann am Ende eine Naziquelle!. Überprüfung einer Behauptung von Generalmajor a. D. Schultze-Rhonhof , in: „Antifaschistische Nachrichten“ Nr. 01/2008, http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2008/01/1schultzerhon.shtml

Nachgelesen: Raki am Igman

Erschienen ist „Raki am Igman“, Untertitel: „Texte und Reportagen aus dem Bosnien-Einsatz der Bundeswehr“ im unbekannten Verlag „edition die Lanze“ mit Postfach im Steinheim (Bayern). Am Ende des Buches findet sich die Werbung für zwei CDs mit „Soldaten- und Freiheitsliedern“, zu bestellen unter „Die Schallquelle“, einem Label mit demselben Postfach in Steinheim, dass heute in Kempten (Allgäu) ansässig ist und immer noch als einziges Buch „Raki im Igman“ im Angebot führt. Daneben gibt es Lyrik von dem „Blut-und-Boden“-Schriftsteller Hermann Löns oder Agnes Miegel, die einst Lobhymnen auf Adolf Hitler verfasste, und diverse Musik-CDs, vornehmlich mit bündischer und Volksmusik oder Soldatenliedern. Auf einer der CDs ist die „Deutsche Gildenschaft“ als Urheber benannte. Dabei dürfte es sich um die „Deutsche Hochschulgilde“ (DHG) handeln, eine elitär-völkische Studentenverbindung, der auch der Autor Kubitschek nachweislich angehört. Da dass Buch auf der Homepage mit „Bündische in Bosnien“ beworben wird, dürfte auch der Co-Autor Peter Felser aus diesen bündischen Zusammenhängen stammen. Er ist ebenso wie Hendrik Brödenfeld, von dem die fünf Zeichnungen im Buch stammen, gelegentlicher Autor in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“.
Die Einbindung des Labels „Die Schallquelle“ in die rechte Szene beweist auch beispielsweise deren Werbung in dem „nationalrevolutionären“ Magazin „wir selbst“ 1998 und 1999 (Clemens Heni: Salonfähigkeit der Neue Rechten, Marburg 2007, Seite 437).
Laut einer Meldung des Informationsdienst „Blick nach Rechts“ (BnR) aus dem Jahr 2003 schreibt der Betreiber der „Schallquelle“, Bernd Widmer als Gast in der revanchistischen der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ und war ehemals „Leitstellenführer Süd des Bund Heimattreuer Jugend (BHJ). BnR nennt Kubitschek als zweiten „Schallquelle“-Gründer.

Raki am Igman

Das Buch selbst ist eine Sammlung von recht banalen Erlebnissen der beiden Autoren, die sie auf knapp 150 Seiten in 20 kurze Kapitel unterteilt haben. Trotz der Wiedergabe von unspektakulären Erlebnissen und Anekdoten ist das Buch auch erkennbar politisch.
Dass fängt schon im Vorwort an, in dem der Autor gegen ein, vermeintlich unbedarftes, „westliches Friedensgehirn“ (Seite 6) wettert.
Mit Pathos und nur mäßig spannend erzählt Kubitscheks kaum verhohlenes alter ego im Buch, Oberleutnant Rieboch, von seinen Erlebnissen in Bosnien-Herzegowina, wo er als Teilnehmer an einer UN-Friedenstruppe mehrere Monate verbrachte.
Interessant wird es kurz, als am Rande erwähnt wird, dass im Lager der deutschen Truppen der Text eines „Panzerliedes“ aushängt (S. 90), was noch aus Vor-Bundeswehr-Zeiten her stammt. Laut kurzer Internet-Recherche stammt das Lied aus der Feder eines Oberleutnants, der es am 25. Juni 1933 verfasste . Hier ein kleiner Ausschnitt aus diesem Opus, zum besseren Verständnis:

Für unsres Reiches Heer?
Ja Reiches Heer?
Für Deutschland zu sterben
Ist uns höchste Ehr.

Auch interessant wird es, als das gute Verhältnis von deutschen Mannschaftsangehörigen mit einem, aus Deutschland stammenden, Fremdenlegionär beschrieben wird. Dieser, im Buch „Kleister“ genannt, war in der Bundeswehr Unteroffizier und NPD-Mitglied (dort: Saalordner), in der französischen Fremdenlegion nach der im Buch wiedergegebenen eigenen Aussage an einem Attentat auf den französischen Präsidenten beteiligt und nach eigener Aussage immer noch bekennender Rassist. Das Verhältnis des 1997 34jährigen Hauptgefreiten der Fremdenlegion zu den Bundeswehrangehörigen schien solch eine offenbarte Biografie nicht sonderlich zu stören (S. 91-94).
Nach mehreren Kapiteln vorangestellten Zitaten des Kriegsliebhabers Ernst Jünger (S. 26, 43) berichtete Kubitschek alias Rieboch auch von dem Vorkommnis, dass ihn zeitweilig Rang und Dienst kostete. Kubitschek war 16. August 2001 entlassen worden, wegen dieses Vorkommnis, seiner Autorentätigkeit in der nationalistisch „Jungen Freiheit“ und der Veröffentlichung von „Raki am Igman“. Allerdings wurde Kubitschek nach einer rechten Solidaritäts-Kampagne im April 2002 bereits wieder rehabilitiert. Auch im Buch schildert Kubitschek wie er als Reaktion auf die Nachricht von dem Tod Ernst Jüngers eine, mit fünf Mann schlecht besuchte, Lesung mit Texten aus Jüngers Buch „Stahlgewitter“ veranstaltet (S. 116-123).
Im 18. Kapitel („Wehrmacht“) versucht Kubitschek seine „Kritik“ an der so genannten „Wehrmachtsausstellung“ in einem als Dialog nur spärlich bekleidetem Monolog wiederzugeben (S. 124-134). Partisanenerschießungen werden da als vom Völkerrecht angeblich gedeckt verteidigt, Völkermord wird frei nach Nolte als dem Krieg innewohnende Brutalisierungstendenz relativiert bzw. als Reaktion auf sowjetische Verbrechen dargestellt („Da rollt eine Armee anders weiter als in Frankreich“, S. 129) und unhaltbare Aussagen werden gemacht:
„Was sich dort [in Ostpreußen] an willkürlicher und planmäßiger Vergewaltigung und Verstümmelung abgespielt hta, monatelang, bis nach Berlin hinein, wirst du bei der Wehrmacht nicht finden.“ (S. 131)
Es ist typisch für Rechte alle Verbrechen während der Besatzung in anti-slawischer Manier nur auf die Sowjets zu projezieren und so dass Nazi-Propagandabild von den „bloschewistisch-asiatischen Horden“ zu bedienen.
Alles in allem ein Buch, dass als Produkt eines zweier Bundeswehroffiziere auf Auslandseinsatz durchaus skandalös ist. Auch in Verbindung mit den anderen politischen Aktivitäten Kubitscheks erscheint dessen Entlassung mehr als gerechtfertigt. Sie wurde aber auf Grund einer von Rechtskonservativen bis Rechtsextremen getragenen Unterschriftenkampagne wieder zurückgenommen.

Verwendete Literatur

Götz Kubitschek, Peter Felser: Raki am Igman, Steinheim 1999

Meldungen (über die Schallquelle), Blick nach Rechts – Ausgabe 11/2003

AutorInnenverzeichnis der „Jungen Freiheit“

Braunes von Ex-Militärs unterm Weihnachtsbaum

In der aktuellen Ausgabe des braunen Magazins „Deutsche Geschichte“ (6/2007) wird auf der farbigen Cover-Innenseite ein Weihnachts-Spezial der besonderen Art angeboten. Neben Himalaja-Salz („Salz der Erde“) oder Himalaja-Duschgel werden zwei DVDs als potenzielles Weihnachtsgeschenk angepriesen. Beide DVDs sind Dokumentationen von Auftritten zweier extrem rechter Referenten aus dem Bereich Militär. Bei dem einem handelt es sich, angepriesen als „Kamerad Schweiger“, um das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Herbert Schweiger, der als Referent vor allem gerne bei der NPD auftritt. Bei jüngeren Neonazis ist er deshalb beliebt, weil er als noch lebender Waffen-SSler so etwas wie Authentizität verkörpert. Bei Sudholt jedenfalls wird sein Vortrag „Deutschland und Rußland im Blickpunkt europäischer Zukunft“, gehalten am 9. November 2007, angeboten (Preis: 14 Euro).
Auf einer gemeinsamen Veranstaltung der rechtsextremen Organisationen „Junge Landsmannschaft Ostdeutschland“ (vormals: „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“), dem NPD geführtem „Nationalen Bündnis Dresden“ und dem NPD-Kreisverband Dresden am 6. November 2007 hatte Schweiger diesen Vortrag schon vor angeblich 90 ZuhörerInnen (Eigenangabe!) zum Besten gegeben. Die Videoaufzeichnung vom 9. November stammt von einer ähnlichen Veranstaltung, nämlich von einer Veranstaltung mit dem NPD-Kreisverband Stollberg, an der angeblich 50 Personen (Eigenangabe!) teilnahmen.
Die zweite DVD dokumentiert einen Auftritt von Ex-KSK-General Reinhard Günzel, der wegen seines Lobes für die antisemitisch durchsetzte Rede des Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann aus der Bundeswehr entlassen wurde. Dieser stammt vom 13. Oktober 2007 und heißt „Sprechen wir über Deutschland“ (Preis: 14 Euro).
Bestellt werden können die beiden DVDs über die Linda Sudholt Online Versandbuchhandlung mit Sitz in Inning am Ammersee (Bayern). Linda Sudholt ist die Gattin von Gert Sudholt, der Betreiber der rechtsextremen Verlagsgesellschaft Berg, der auch zweimonatlich die „Deutsche Geschichte“ herausgibt.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Dezember 2007
Quellen:
„Deutsche Geschichte“ 06/2007, Seite 2

Bericht vom NPD-Kreisvorsitzenden Jens Baur auf der NBDD-Homepage (07.11.2007)

Bericht auf der rechtsextremen Homepage „Freies Netz Chemnitz“ (16.11.2007)

Militär-Referenten bei der rechtslastigen Preußischen Gesellschaft

Die Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. hatte in den letzten Jahren folgende Referenten aus bzw. über den Bereich Militär:

18. Juli 2007
Thema: „Vernetzte Sicherheitspolitik“ (Rolle und Aufgaben der Bundeswehr im 21. Jahrhundert)
Referent: General Wolfgang Schneiderhan (Generalinspekteur der Bundeswehr)

18. April 2007
Thema: „Über echte und falsch verstandene Toleranz im Umgang mit dem Islam“
Referent: Pater Lothar Groppe (Militärpfarrer a. D., Dozent an der „Führungsakademie der Bundeswehr“, aktiv in der „Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft“, Autor in: „Junge Freiheit“, Criticon, „Der Schlesier“, „Erneuerung und Abwehr“)

21. März 2007
Thema: „Preußen und Christentum“
Referent: Dr. Rolf Sauerzapf (Kirchenrat i.R., ehemaliger evangelischer Militärpfarrer bzw. Grenzschutzpfarrer, aktiv im Hilfskomitee Südliches Afrika, beim Preußeninstitut e.V. und bei der „Stimme der Mehrheit“)

12. Juli 2006
Thema: „Bundeswehr – Die geduldete Armee“
Referent: Clemens Range (Inhaber der Kommunikationsagentur „Translimes Media“, Chefredakteur der revanchistischen „Preußischen Allgemeinen Zeitung – Ostpreußenblatt“, Oberstleutnant der Reserve)

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Juli 2006 bis Juli 2007
Quelle: Homepage der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V.

Auftritt des Generalmajors a.D. Schultze-Rhonhof in Lüneburg verhindert

Der am 20. Oktober in Lüneburg geplante Vortrag von Gerd Schultze-Rhonhof soll nach Angaben eines Beitrages auf Indymedia ausfallen. Verhinderter Veranstalter war der „Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum – Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung“.
Antifa und VVN-BdA hatten dagegen erfolgreich protestiert.
Schultze-Rhonhof versucht in seinem Buch mit dem bezeichnenden Titel „Der Krieg der viele Väter hatte“ die Alleinschuld Deutschlands an zweiten Weltkrieg zu leugnen und vertritt diese „Thesen“ in Vorträgen meist vor rechtskonservativen bis neonazistischen Publikum.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: 20. Oktober 2007
Quelle: Lüneburg: Geschichtsfälscher-Vortrag fiel aus, 20.10.2007, http://de.indymedia.org/2007/10/197432.shtml