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Deutsche Militär-Zeitschrift (DMZ) Nr. 71 – September/Oktober 2009 erschienen

DMZ Nr. 71

In dem Artikel „Spritzfahrt durch Ungarn“ von einem Patrick Stoll wird berichtet wie eine deutsche Re-Enactment-Gruppe mit 33 Wehrmachts-Fahrzeugen, vor allem per Krad, das Land durchquert hat. Wer bei den Fotos genauer hinschaut, entdeckt, dass dabei nicht nur Wehrmachts-Uniformen mitgeführt wurden, sondern auch mindestens eine Reichskriegsflagge. Diese benutzt heute außerhalb der extremen Rechten niemand.
Kradfahrt mit Reichkriegsflagge

Interviewpartner dieser Ausgabe sind:
* Norbert Geis (* 1939), der seit 1987 für die CSU im Bundestag sitzt. Er ist zum rechtsklerikalen Flügel der CSU zu zählen. So forderte er in Vergangenheit Gotteslästerung unter Strafe zu stellen, fühlt sich nach eigenen Worten dem „Opus Dei“ („Die Wahabiten Roms“) „freundschaftlich verbunden“ und ist Präsident der „Opus Dei“-nahen Rhein-Donau-Stiftung. Zudem ist er Kolumnist der Rechtspostille „Junge Freiheit“. Das Interview mit der DMZ verdankt er seiner ablehnenden Haltung zu der Aufhebung der Urteile gegen Wehrmachts-Deserteure. Der DMZ sagte er dazu: „Wenn man dies tut, dann rehabilitiert man automatisch Verbrecher, die bei Nacht und Nebel zum Feind übergelaufen sind“, um dort mit ihren Angaben beim Kampf gegen die Wehrmacht zu helfen. Diese Aussage gleicht der von Heinz-Christian Strache, dem Vorsitzenden der rechtspopulistischen FPÖ, der behauptete „Wehrmachtsdeserteure seien „oftmals auch Mörder gewesen.“
* Prof. Franz W. Seidler (* 1933), ein extrem rechter Militärhistoriker. Der emeritierte Ordinarius für Neuere Geschichte an der Bundeswehr-Universität München war in Vergangenheit Referent bei diversen extrem rechten und deutschnationalen Gruppen. Er ist Buchautor des extrem rechten Pour le Merite-Verlages und Beiträge von ihm erschienen in den „Burschenschaftlichen Blättern“ oder der DMZ.
* Simon Reeve, ein BBC-Journalist.

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal von:
* dem rechtslastigen Ares-Verlag aus Österreich.
* dem extrem rechten Verlag „Pour le Merite“.
* dem Scherzer Militär-Verlag (Schwerpunkt: sächsische Ritterkreuzträger).
* dem Militaria-Magazin.
* das Waffen-SS-Ehemaligen-Magazin „Der Freiwillige“.
* dem deutschnationalen, burschenschaftlichen Organ „Die Aula“ aus Österreich.
* dem Film-Versand „History Films“.
* dem rechtsextremen Tübinger Grabert-Verlag.
* der FPÖ-nahen Wochenzeitung „Zur Zeit“, die übrigens mit einem Stand auf dem neonazistischen „Fest der Völker IV“ in Pößneck angekündigt war.
Fest der Völker IV &

Quellen:
* Anton Maegerle: Konspirativer Kongress, in: BnR-Ausgabe 05/2005
* DMZ Nr. 71

Deutsche Militär-Zeitschrift (DMZ) Nr. 70 – Juli August 2009 erschienen

Die Beiträge in dieser Ausgabe der DMZ stammen von einschlägig bekannten Gestalten wie Günther Deschner, Heinz Magenheimer von der Landesverteidigungsakademie in Wien.oder Thorsten Hinz (Redakteur der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“).
DMZ Nr. 70
Interviewpartner dieser Ausgabe sind:
* Dr. Dmitry Chmelnizki (* 1953), Mitarbeiter des russischen Geschichtsrevisionisten Viktor Suworow, dessen Präventivschlags-Theorie bezüglich des deutschen Überfalls auf die sowjetunion unter dem Titel „Die Legende vom ´Überfall´“ ein Artikel in der aktuellen DMZ gewidmet ist.
* Prof. Dr. Wolf Oschlies (* 1941), der ansonsten in dem revanchistischen Wochenblatt „Preussisch Allgemeine Zeitung“ (PAZ) und dem „Eurasischen Magazin“ schreibt.

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal von:
* dem national“revolutionären“ Bublies-Verlag
* dem rechtslastigen Ares-Verlag aus Österreich
* dem extrem rechten Verlag „Pour le Merite“.
* dem Verlag Scherzers (Schwerpunkt: sächsische Ritterkreuzträger)
* dem Militaria-Magazin
* das Waffen-SS-Ehemaligen-Magazin „Der Freiwillige“
* dem deutschnationalen, burschenschaftlichen Organ „Die Aula“ aus Österreich
* der FPÖ-nahen Wochenzeitung „Zur Zeit“

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Mai-Juni

DMZ Nr. 69
Die neue ausgabe des extrem rechten militaria-Magazins DMZ Nr. 69 – Ausgabe Mai-Juni 2009 ist erschienen. In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem rechtsextremen Magazin „Der Freiwillige“, das ehemalige Organ der Waffen-SS-Veteranenorganisation HIAG.
* dem extrem rechten Pour-le-Merite-Verlag
* dem rechtslastigen Österreicher Ares-Verlages.
* Scherzers Militär-Verlag für ein Buch über „Sächsische Ritterkreuzträger“.

Als Interviewpartner standen der DMZ diesmal zur Verfügung:
* Dr. Stefan Scheil (* 1963), gilt als „Hofhistoriker“ der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Beiträge von ihm erschienen darüber hinaus bereits in den extrem rechten Blättern „Deutsche Geschichte“, der „Deutschen Militärzeitschrift“ und der „Konservativen Deutschen Zeitung“, aber auch in der konservativen Tageszeitung FAZ.
Als Referent angekündigt wurde er bereits auf Veranstaltungen der extrem rechten Sudholt-Verlage, für die „Staats- und Wirtschaftspolitische Vereinigung“ oder für das neurechte „Institut für Staatspolitik“.
* Dr. Marcus Junkelmann (* 1949), Historiker u.a. Dozent der Münchner Bundeswehr-Akademie.
* Mohamma Keiarishi (* 1942), einen iranischen Diplomaten. Passend zu den in Genf vorgetragenen antisemtischen Verschwörungstheorien („Weltzionismus“) des iranischen Staatspräsidenten stellt sich die DMZ mit diesem offenkundig sympathisierenden Interview hinter das theokratische Regime.

Quellen:
* Anton Maegerle: Politischer und publizistischer Werdegang von Autoren der „Jungen Freiheit“, in: Stephan Braun / Ute Vogt (Hgg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“, Wiesbaden 2007, Seite 205-206
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Mai-Juni 2009

NACHTRAG: DMZ & Stahlfron

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Ein Beitrag in dieser DMZ-Ausgabe widmet sich der „Stahlfront“-Buchserie (Eigenbezeichnung „Military Science Fiction“). Dazu gibt es ein Interview mit dem Autor, Torn Chaines. Inhalt der Liste sind beispielsweise Geschichten, in denen Reichsflugscheiben Deutschland „befreien“.
Laut der Liste der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) der indizierten Medien April 2009 fanden auch drei „Stahlfront“-Titel Eingang auf dem Index: „Die Macht aus dem Eis“, „Versenkt die Hindenburg“ und „Der zweite Bürgerkrieg“.
Der Oliblog zitiert eine „Stahlfront“-Leseprobe wie folgt:

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als Aysche Demirel zu ertragen. Von ihr begeistert sein musste er nicht. Sobald er nur an sie dachte, hatte er ihre riesige Nase vor Augen. Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Es war kein Wunder, dass Dinge wie Schleier und Burka in dem Kulturkreis erfunden worden waren, dem Demirel entstammte. Grußlos betrat er ihr Büro.

Und sagt selbst zum Inhalt:

Eine etwas obskure inhaltliche Melange die eine Alien-Invasionsverschwörung mit „Thule“-Reizwörtern, ehemaligen Waffen-SS Mitgliedern und schlecht und langweilend geschriebenen Action-Szenen mischt.

Quelle:
* Neue deutsche SF Serie „Stahlfront“: Ist der leicht angebräunte Name Programm?, http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=1534

DMZ auf der Azubi-Suche

Das extrem rechte Magazin „Deutsche Militär-Zeitschrift“ (DMZ) ist auf der Suche nach einem Azubi. Fundort der unten abgebildeten Anzeige war der rechtextreme Newsblog „Patriotische Forum Süd“.
DMZ-Azubi-Anzeige

Brauner Militärhistoriker feiert 75. Geburtstag

Auf dem Haus der extrem rechten Burschenschaft Danubia in München feierten am 15.November 2008 über 100 geladene Gäste den 75. Geburtstag des Militärhistorikers Franz W. Seidler (* 1933). Seidler ist emeritierter Ordinarius für Neuere Geschichte an der Bundeswehr-Universität München.
Seit 1973 war Seidler an der Bundeswehrhochschule tätig, zuvor war er wissenschaftlicher Direktor der Münchner Heeresoffiziersschule (1969-1972) und Referent im Bundesverteidigungsministerium (1963-1968) gewesen. Als Referent trat Seidler bei allerhand rechten bis extrem rechten Gruppen auf: Bei der „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP), der „Hamburger Burschenschaft Germania“, bei den „Bogenhauser Gesprächen“ der „Burschenschaft Danubia“, dem „Verein Unser Land“ von Alfred Mechtersheimer, dem FPÖ-nahen „Neuen Klub Salzburg“, beim Verein „Die Deutschen Konservativen“ oder der „Burschenschaft AFV! Rugia Karlsbad“ in Dresden.
Autor ist Seidler u.a. in den „Burschenschaftlichen Blättern“, dem Verbandsorgan der „Deutschen Burschenschaft“. Als Buchautor erschienen seine Bücher im „Pour le Merite“-Verlag, einem Unter-Verlag des rechtsextremen Arndt-Verlag.
Inhaltlich versucht Seidler sich vor allem in einer Apologie der Wehrmacht und ihrer Verbrechen. In einer Dokumentation des „Deutschlandfunks“ wurde ihm 1997 vorgehalten:

„die Hitlersche Ausrottungs- und Eroberungspolitik im Zweiten Weltkrieg nicht nur zu rechtfertigen, sondern sie mit vorwiegend edlen Zügen zu versehen, den Zügen eines fundamentalistischen Antikommunismus“
Ein Interview mit Professor Dr. Franz W. Seidler erscheint diese Woche auch in der neuen Ausgabe der DVU-nahen Nationalzeitung.

Bei der 75. Geburtstagsfeier Seidlers waren laut DMZ-Bericht folgende Personen aus der (extremen) Rechten anwesend: Konrad Löw (Unterstützer der Moon-Sekte, Autor in den rechten Blättern „Sezession“ und „Criticon“ München), Dietmar Munier (Geschäftsführer des rechtsextremen Arndt-Verlages), Herbert Fleissner (rechter Groß-Verleger), Bernd Kallina (Danubia-Mitglied), Dr. Hans Merkel (CSU-Mitglied, Danubia-Unterstützer, DMZ-Interviewpartner), Fred Duswald (Danubia-Mitglied, in den 70er Jahren Führungskader der neonazistischen NDP, Vorstandsmitglied des 1998 aufgelösten „Vereins Dichterstein Offenhausen“), Dietrich Witzel (Ritterkreuzträger, vermutlich als Oberleutnant und Chef des „Fronteinsatzkommandos 200 der Abwehr“ aktiv im Afghanistan beim Aufstacheln der einheim. Bevölkerung), Dr. Klaus Goebel (siehe Artikel weiter unten), Günter Deschner (DMZ- und „Junge Freiheit“-Autor), Oberst a.D. Klaus-Ulrich Hammel (ehemaliger Stabschef der 1. Gebirgsdivision der Bundeswehr, Aktivist für den rechtspopulist. „Bund Freier Bürger“), Hans-Ulrich Kopp (Danubia-Mitglied, Witikobund-Bundesvorstandsmitglied) und Alfred Mechtersheimer (Vorsitzender der extrem rechten „Deutschland-Bewegung“).
Einiger dieser Gestalten tauchen auch als Mitautoren der Festschrift zum Geburtstag Seidlers, Alfred Schickel (Hg.): „Kein Dogma! Kein Verbot! Kein Tabu!“, auf. Erschien en ist die Festschrift natürlich im Munier-Verlag „Pour le Merite“.

Quellen:
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Januar-Februar 2009
* Anton Maegerle: Konspirativer Kongress, in: „Blick nach Rechts“-Ausgabe 05/2005

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Januar-Februar

DMZ Jan. Febr. 2009
Die neue DMZ Nr. 67 – Ausgabe Januar-Februar 2009 ist erschienen. In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“ (Sitz: Graz) aus Österreich, was besonders von deutschnationalen Burschenschaftern gelesen wird.
* der extrem rechten Zeitung „Zur Zeit“ (Sitz: Wien) aus Österreich, die sich auf Kurs mit der rechtspopulistischen FPÖ befindet
* das rechtsextreme Magazin „Der Freiwillige“, das ehemalige Organ der Waffen-SS-Veteranenorganisation HIAG.
* dem Verlag „Pour le Merite“, der zum Arndt-Verlag gehört, mit dem die DMZ eng kooperiert.
* des rechten Österreicher Ares-Verlages.
* dem rechtsextremen Bublies-Verlag.
* Daneben gab es weitere Anzeigen des Magazins „Militaria“ (Verlag Klaus D. Patzwall).

Von dem rechtslastigen Stocker-/Ares-Verlag aus Österreich lag dieser DMZ-Ausgabe ein eigenes Verlagsprospekt bei.

Als Interviewpartner standen der DMZ diesmal zur Verfügung:
* Dr. Klaus Goebel (* 1936), Anwalt des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Josef Scheunengraber (90). Scheunengraber steht seit 15. September 2008 in München vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen am Massaker von Falzano di Cortona als Führer der 1. Kompanie des Gebirgspionierbatallion 818führend beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Massaker am 27. Juni 1944 wurden 14 italienische ZivilistInnen in einer Vergeltungsaktion getötet.
Der Scheunengraber-Anwalt Goebel ist selbst kein unbeschriebenes Blatt. Er soll sich laut „Münchener Abendzeitung“ für die „Hilfsgemeinschaft Freiheit für Rudolf Hess“ habe und war (ist?) Funktionär im Verein „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte e. V.“, der alte und neue Nazis unterstützt. Das Autoren-Duo Schröm und Röpke schreibt in seinem Buch „Stille Hilfe für braune Kameraden“ (Seite 72) zu Goebel:
„Klaus Goebel war nicht irgendein Anwalt. Ein Vierteljahr zuvor [als Jan. 1990], bei der Mitgliederversammlung der Stillen Hilfe in Rotenburg/Wümme, war Goebel auf Vorschlag des Gesamtvorstandes von der Vereinsvorsitzenden Adelheid Klug ins Kuratorium berufen worden.“
Als Anwalt verteidigte und beriet er NS-Täter (Anton Malloth, Ernst Gollak) und Holocaust-Leugner (David Irving, Bela Ewald Althans, Gerd Honsik, Germar Scheerer). Zudem war er früher Landesvorsitzender der „Deutsch-Südafrikanischen Gesellschaft“ (DSAG), die sich lange für das Apartheitsregime stark machte.
* ein anonymisierter Bundeswehr-Soldat mit dem Pseudonym „Schneider“, der unter der Überschrift „Ein Bundeswehrsoldat packt aus“ ein Interview gibt. „Schneider“ soll Anfang 20 und ein Reserveoffizier-Anwärter sein, der November 2006 bis März 2007 in Afghanistan stationiert gewesen sein soll.
* James Baque (* 1929), ein Geschichtsrevisionist aus Kanada.
* Prof. Franz W. Seidler, ein extrem rechter Militärhistoriker (siehe auch den Artikel „Brauner Militärhistoriker feiert 75. Geburtstag“).
* Imad Alawa, der Hisbollah-Sprecher im Libanon. Die Hisbolla ist eine Iran-nahe schiitische Terror-Organisation, die Israel allzugerne auslöschen würde und ebenso wie die Hamas einen Verschwörungs-Antisemitismus im Stile der „Protokolle der Weisen von Zion“ vertritt.
Ochsenreiter&Hisbollah
Im anschließenden Bericht schreibt der DMZ-Chefredakteur über seine Reise durch den Libanon, eine Art Hisbollah-Tourismus. Jedenfalls traf er Hisbollah-Vertreter und darf die Propaganda der Organisation besichtigen.

Quellen:
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Januar-Februar 2009
* Stephan Stracke: Die stillen Helfer der NS-Kriegsverbrecher, in: „Neues Deutschland“ vom 04.12.08, http://www.neues-deutschland.de/artikel/140053.die-stillen-helfer-der-ns-kriegsverbrecher.html
* Oliver Schröm / Andrea Röpke: Stille Hilfe für braune Kameraden, Berlin 2006, Seite 72-77
* Friedrich C. Burschel: Alles andere als ein Selbstzweck. Der Prozess gegen mutmaßlichen Nazikriegsverbrecher Josef Scheungraber, erschienen in „analyse & kritik“ Nr. 532 vom 17. Oktober 2008
* AIDA München: Chronologie 2001, Eintrag vom 27. April 2001, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=147&Itemid=109

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe November-Dezember

DMZ Nr. 66
Die neue DMZ Nr. 66 – Ausgabe November-Dezember 2008 ist erschienen. In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“ (Sitz: Graz) aus Österreich, was besonders von deutschnationalen Burschenschaftern gelesen wird.
* der extrem rechten Zeitung „Zur Zeit“ (Sitz: Wien) aus Österreich, die sich auf Kurs mit der rechtspopulistischen FPÖ befindet
* dem rechtsextremen Tübinger Grabert-Verlag.
* das rechtsextreme Magazin „Der Freiwillige“, das ehemalige Organ der Waffen-SS-Veteranenorganisation HIAG.
* dem Verlag „Pour le Merite“, der zum Arndt-Verlag gehört, mit dem die DMZ eng kooperiert.
* Daneben gab es weitere Anzeigen des Magazins „Ritterkreuz-Archiv“, der Lesereihe „Schiffe – Menschen – Schicksale“ (SMS), Venatus (Messer-Hersteller), des Magazins „Militaria“ (Verlag Klaus D. Patzwall), Philipp-Militaria und M&F firearms.
* dem rechten Germania-Verlag
und des „Berliner Auktionshaus“, dass in Vergangenheit schon durch die Versteigerung von NS-Memorabilia und KZ-Überbleibseln von sich Reden machte.

Von dem Atlas-Verlag lag ein eigenes Verlagsprospekt dieser DMZ-Ausgabe bei.

Zum 75. Geburtstags des rechten Militärhistorikers Franz W. Seidler, einem emeritierten Professor von der Münchner Bundeswehr-Universität, gratulierte eine illustre Schar rechter Historiker-Kollegen und Personen.

Als Interviewpartner standen der DMZ diesmal zur Verfügung:
* Dr. Günther Deschner, ein Journalist und Autor in der „Jungen Freiheit“ und der DMZ (z.B. Nr. 49). Für den 10. Dezember 2008 ist bei der extrem rechten Burschenschaft der Raczeks Bonn laut ihrer Homepage Dr. Günther Deschner als Referent zum Thema „Das ungelöste Kurdenproblem“ angekündigt. Laut Redok war er auch bereits Gastredner beim „Lesertreffen“ der extrem rechten „Lesen & Schenken GmbH“.
Das Interviewthema mit der DMZ war der SS-Funktionär Reinhard Heydrich, über den Deschner im rechtslastigen Universitas-Verlag eine Biografie veröffentlicht hat.
* Prof. Dr. Kishore Mahbubani, der ehemalige UN-Botschafter von Singapur, einem autoritären Stadtstaates in Südostasien.
* Dr. Alfred Schickel (* 1933), Begründer und Mitarbeiter der geschichtsrevisionistischen „Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt e. V.“ (ZFI) mit Sitz in Dunsdorf. Als Autor schrieb er bereits für die DMZ, den Witikobrief oder „Junge Freiheit“.

Quellen:
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe November-Dezember 2008
* haGalil: Gebrauchte KZ-Kleidung im Angebot, Februar 1998, http://www.hagalil.com/archiv/98/02/auktion.htm
* Lutz Schnedelbach: Kripo durchsuchte Berliner Auktionshaus für Geschichte. Inhaber soll Nazi-Aufnäher angeboten haben, in: Berliner Zeitung vom 02. Juli 1998, http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0702/none/0088/index.html
* Redok: Zusammenkunft „unter Gleichgesinnten“, 27.04.2007; http://www.redok.de/index.php?option=com_content&task=view&id=654&Itemid=36

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe September-Oktober

Die neue DMZ Nr. 65 – Ausgabe September-Oktober 2008 ist erschienen. In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“ (Sitz: Graz) aus Österreich, was besonders von deutschnationalen Burschenschaftern gelesen wird.
* der extrem rechten Zeitung „Zur Zeit“ (Sitz: Wien) aus Österreich, die sich auf Kurs mit der rechtspopulistischen […]
* dem rechtsextremen Vierteljahres-Magazin „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (DGG) aus dem rechtsextremen Tübinger Grabert-Verlag.
* das rechtsextreme Magazin „Der Freiwillige“, das ehemalige Organ der Waffen-SS-Veteranenorganisation HIAG.
* dem rechtsextremen „Buchdienst Südtirol“.
* dem rechtsextremen Bublies-Verlag.
* der deutschnationalen „ARGE Landeseinheit“.
* Daneben gab es weitere Anzeigen des Magazins „Ritterkreuz-Archiv“, der Lesereihe „Schiffe – Menschen – Schicksale“

Als Interviewpartner standen der DMZ diesmal zur Verfügung:
* Günter Maschke, Jahrgang 1943, hat sich vom „Rudi Dutschke von Wien“ zu einem „Carl-Schmitt-Epigonen“ gewandelt. War Maschke früher einmal in der Linken aktiv (trat 1960 in die Deutsche Friedensunion ein, studierte in Tübingen studierte er Philosophie bei Ernst Bloch, war 1963/64 Redakteur der Tübinger Studentenzeitung „Notizen“, 1964-66 bei der radikal-linken „Subversive Aktion“ Tübingen, engagierte sich ab 1966 im SDS) so gilt er heute als deutscher Schriftsteller, Privatgelehrter und Publizist der Neuen Rechten. Zeitweise war er Mitherausgeber der rechtskonservativen „Etappe“, mehrfach war er JF-Interviewpartner ebenso war er Interviewpartner der „Deutschen Stimme“. Auch an einer Festschrift für den Holocaustleugner David Irving, die 1998 im rechtsextremen und DMZ-nahen Arndt-Verlag erschien, war Maschke beteiligt.
* Pius Leitner aus Italien, ein Politiker der italienischen, konservativen Regionalpartei „Südtiroler Volkspartei“ (SVP).
* Professor Dr. Erhard Hartung aus Düsseldorf:
Fungiert im Heft als „ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer“, was meint, dass er sich am militanten Separatismus unter deutschnationalen Vorzeichen in dieser italienischen Provinz beteiligt hat. Dabei kam es auch zu Morden an italienischen Polizisten und deutsche und österreichische Rechtsextreme unterstützen diese Separationsbestrebung massiv.
Laut dem Magazin LOTTA ist Hartung Sprecher der „Kameradschaft der ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfer“ 1967 am Mord an italienischen Grenzbeamten durch Minen beteiligt. Dafür wurde Hartung in Italien in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Hartung soll weiterhin laut LOTTA am 6. Januar 1981 am Begräbnis
des Hitler-Nachfolgers Karl Dönitz einen Kranz niedergelegt haben mit der Aufschrift: „Immerwährendes Angedenken dem letzten Kanzler des Großdeutschen Reiches
– Nationaldemokratische Partei Österreichs“.

Quellen:
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe September-Oktober 2008
* Jörg Kronauer: „Für ein wiedervereinigtesTirol!“. Die „Südtiroler Freiheitskämpfer“ gestern und heute, in: Lotta #27 – Sommer 2007, Seite 38-40

Die DMZ rommelt

Die extrem rechte „Deutsche Militär-Zeitschrift“ (DMZ) hat ihre erste Sonderausgabe dieses Jahr dem Thema „Rommel und das deutsche Afrikakorps“ gewidmet.
DMZ-Sonderausgabe zu Rommel
Das Rommel, wie jüngste Forschungsergebnisse des Autors Martin Cüppers ergeben haben, für die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Palästinas eine eigene Einsatzgruppe quasi „im Gepäck mitführte“, wird in dieser Sonderausgabe wohl kaum Erwähnung finden.
In dem 130 Seiten dicken Heft finden sich wieder Anzeigen der extrem rechten Blätter: „Zur Zeit“ (FPÖ-nahe Zeitung aus Österreich), „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (Vierteljahresmagazin aus dem rechtsextremen Grabert-Verlag) und „Der Schlesier“ (revanchistische „Vertriebenen-Zeitung), aber auch der DVU-nahe „Deutsche Buchdienst“ inseriert im Sonderheft. Daneben findet sich auch eine Anzeige des rechten Österreicher Verlages Ares / Stocker.
Als Interviewpartner standen dem Blatt diesmal der US-Stratege_Dr. Harlan Ullmann, der serbische Historiker Dushan Babac, der britische Historiker Dr. Corelli Barnett und der englische Holocaustleugner David Irving zur Verfügung.

Quelle:
* DMZ-Sonderausgabe 1/2008

DMZ schaltet Eigenwerbung in rechtsextremen Magazin

Die „Deutsche Militär-Zeitschrift“ (DMZ) hat in dem rechtsextremen Vierteljahresmagazin „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (DGG) eine Werbung geschaltet. „Bestellen sie jetzt ihr kostenloses Probeexemplar“, heißt es. DGG wird von dem rechtsextremen Grabert-Verlag (Sitz: Tübingen) herausgegeben. Der Grabert-Verlag schaltete für sich auch schon in der DMZ Anzeigen. Evtl. handelt es sich um eine Art Austausch

Quelle:
* „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ Jg. 56, Heft 2/2008, Seite 50

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Juli-August

Die neue DMZ Nr. 64 – Ausgabe Juli-August ist erschienen. In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“ (Sitz: Graz) aus Österreich, was besonders von deutschnationalen Burschenschaftern gelesen wird.
* der extrem rechten Zeitung „Zur Zeit“ (Sitz: Wien) aus Österreich, die sich auf Kurs mit der rechtspopulistischen FPÖ bewegt.
* dem Zeitschriften-Herausgeber „Mönch Publishing Group“ (Sitz: Bonn)
* dem extrem rechten Bublies-Verlag (Sitz: Schnellbach im Hunsrück), in dem z.B. „Das Grüne Buch“ des libyschen Dikators Muammar al-Gaddafi erschienen ist.
* dem extrem rechten Germania-Verlag (Sitz: Weinheim).
* dem Journal „Militaria“.

Im Innern der DMZ liegt zudem ein Werbeprospekt von „Lesen&Schenken“, dass diverse – offenbar ausrangierte – Armeeartikel, v.a. Kleidung, bewirbt.

Haupt-Interviewpartner dieser DMZ-Ausgabe sind:
* Dr. Hans Merkel, ein bayrischer Ex-Ministerialdirigent (CSU). Merkel ist Mitglied in der Burschenschaft Arminia-Rhenania zu München, war bereits Referent bei der extrem rechten Burschenschaft Olympia zu Wien (2002) oder der Danubia zu München und er war einer der Haupt-Initiatoren der Kampagne „Initiative Akademische Freiheit“, die sich für den Danuben Sascha Jung einsetzte, der wegen seiner Zugehörigkeit zur vom Verfassungsschutz beobachteten Danubia nicht in Staatsdienste übernommen wurde. Als Festreder bei der „Thomaskneipen“-veranstaltung der Burschenschaften in Nürnberg 2004 ließ sich Merkel über das Holocausdenkmal in Berlin aus: „Das Innenleben des Reichstags, verehrte Korona, wird man in einer Zeit besserer deutscher Charakterverfassung von seinem Bolschewikenschmuck wieder befreien können. Was uns aber bis auf weiteres leider bleiben wird, ist das im Bau befindliche Berliner Holocaustmal.“
Außerdem ist Merkel als Beisitzer Mitglied des Landesvorstandes Bayern des rechtslastigen „Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V.“.
Im DMZ-Interview zum Thema 20. Juli 1944 outet sich Merkel u.a. als Bewunderer des Altnazis Hans-Ulrich Rudel.
* China-Experte Dr. Albrecht Rothacher (Thema: Tibet), Direktor an der Asien-Europa Stiftung (ASEF) in Singapur und Lehrbeauftragter für Europäische Studien an der National University of Singapore. Rothacher scheint auch Gelegenheitsautor in der ultrarechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ und ihrem österreichischen Schwesterblatt „Zur Zeit“ zu sein. Laut dem Artikel „Ex-Jagdflieger im „Haus der Heimat““ des Hartmut-Meyer-Archivs war Rothacher Ende März auch Besucher einer Veranstaltung des FPÖ-nahen „Neuen Klub“ in Wien. Hierbei trat der 95jährige ehemalige NS-Jagdflieger, Oberst a.D. Hansjoachim Herrmann als Referent auf (BraunzoneBw berichtete).
* Kyle Cassidy (Thema: sein Bildband „Bewaffnetes Amerika“)

Seltsam ist, dass ein DMZ-Artikel (Werner Landhoff: Das Attentat) aus der neuen DMZ sich vollständig auf der Homepage der rechtsextremen Kulturvereinigung „Gesellschaft für Freie Publizistik“ (GfP) zu finden ist. Sicher ist das nicht ohne Absprache geschehen.

Quellen:
* hma: Ex-Jagdflieger im „Haus der Heimat“, aus: Antifaschistische Nachrichten 08/April 2008, http://www.nrw.vvn-bda.de/hma/an_2008_08.htm
* aida-Archiv: Burschenschaftliche Solidarität im Innenministerium?, 25.3.08, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1054&Itemid=151&limit=1&limitstart=0
* DMZ Nr. 64 – Ausgabe Juli-August
* Homepage der Olympia, der Danubia und der „Initiative Akademische Freiheit“
* Homepage des „Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V.“
* Homepage der rechten Zeitungen „Junge Freiheit“ und „Zur Zeit“
* Homepage der rechtsextremen Kulturvereinigung „Gesellschaft für Freie Publizistik“ (GfP)

„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Mai-Juni

Die neueste Ausgabe der extrem rechten „Deutsche Militärzeitschrift“ ist erschienen und wartet mit drei größeren Interviews auf:
* Zum „Eisernen Kreuz“ darf sich der Reinhard Günzel aus Beckingen (im Saarland) äußern. Günzel war 2000 bis 2003 Brigadegeneral des „Kommando Spezialkräfte“ (KSK), solidarisierte sich dann mit der von antisemitischen Stereotypen durchsetzten Rede des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, der als Reserveoffizier bei Günzels Truppe seine Reserveübung abgelegt haben soll, und wurde für seine Solidarität mit Hohmann entlassen.
Seitdem tritt er immer wieder in rechten Kreisen als Referent auf. So bei: „pro Köln“, der Münchner Burschenschaft Danubia (04.07.04), den Göttinger Burschenschaften Holzminda & Burschenschaft Hannovera (2003), dem „Institut für Staatspolitik“ (Mai 2004), dem 8. Berliner Kolleg (Dezember 2004) des genannten „Institut für Staatspolitik“, bei dem rechtsklerikalen Verein „Die Wende“ (13.04.07), bei der Prager Burschenschaft Teutonia zu Regensburg (03.05.07) oder bei der Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken war Günzel zumindest als Referent angekündigt.
* Ebenfalls zu Wort kommen darf Prof. Dr. Franz W. Seidler, der nach Angaben des „Blick nach Rechts“ bereits Referent bei der rechtsextremen „Gesellschaft für freie Publizistik war und auch schon bei den extrem rechten Burschenschaft Germania in Hamburg und Danubia in München aufgetreten sein soll. Der Militärhistoriker Seidler ist emeritierter Ordinarius für Neuere Geschichte an der Bundeswehr-Universität München.
* Aus der Reihe der üblichen DMZ-Interviewpartner sticht diesmal der DMZ-Interviewpartner Prof. Dr. Mohssen Massarrat, u.a. Mitglied im Attac-Beirat und Professor für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück, heraus.
Doch die DMZ haben mit Massarrat nicht einen „Fehlgriff“ getan, sondern gewollt einem Interviewpartner ausgewählt, der der Linie des Blattes fern steht.
Mag es inhaltlich auch nur wenige Gemeinsamkeiten zwischen diesem Interviewpartner und DMZ-Redaktion wie DMZ-Stammleserschaft geben, aber eine Funktion hat das Interview trotzdem erfüllt. Sie verschafft der DMZ Renomée. Neben rechten Interviewpartnern wie dem aus der Bundeswehr entlassenem KSK-Chef Günzel (Januar/Februar 2006, Nr. 49) oder dem Ex-CDU-Hinterbänkler Henry Nitzsche (März/April 2006, Nr. 50), können die DMZ-Macher so auf vermeintliche Entlastungszeugen verweisen. Dieses System hat Prinzip und ist gewollt, durch das Einspannen politisch fernstehender Personen als Interviewpartner, versucht man sich als meinungspluralistisch und diskussionsoffen darzustellen.
Soviel zur Funktion des sechsseitigen Interviews für die DMZ. Das enthebt Massarrat aber nicht der Verantwortung. Er hätte sich besser einmal kundig getan, wem er da Frage und Antwort stand.
Allerdings gibt es in diesem Interview auch ein paar bedenklichere Punkte. So wird Israel von Massarrat nicht nur als der „verläßlichste Brückenkopf der USA“ bezeichnet. Masserat versucht auch in einer Art Kalter-Kriegs-Logik zu erklären, warum der Iran ein Anrecht auf Atomwaffen habe. Begründung, so nämlich Massarrat, sei ein durch israelische Atomwaffen geschaffenes Sicherheitsdilemma. Dass zudem am Ende des Interviews für ein verstärktes „deutsches Selbstbewußtsein“ von Seiten Massarrats plädiert wird, hat vermutlich auch dem üblichen DMZ-Leser gefallen. Als gutes Beispiel wird dann auch noch Schröders Zurückhaltung im letzten Irakkrieg benannt. Derselbe Schröder der im Jugoslawienkrieg noch Deutschland kräftig mitmischen ließ. Das war dann tatsächlich deutsches Selbstbewußtsein, nämlich nur Kriege zu führen, die der eigenen Nation dienlich sind. Unter Schröder hieß das damals „Deutscher Sonderweg“.
Auf das Nachhaken von Kritikern dieses Interviews erklärte Mohssen Massarrat immerhin per Email:

„Ich bin natürlich auch enttäuscht und verärgert darüber, dass der Chefredakteur der Zeitschrift auf meine dezidierte Frage der politischen Zuordnung der Publikationen lediglich das rechtskonservative Umfeld genannt und unterschlagen hat, dass sie von der Bundesregierung als rechtsextremistisch eingestuft wird.
Ich würde jedenfalls in Zukunft niemals derartigen Medien ein Interview geben. Pazifismus, dem ich mich verpflichtet fühle, und Kriegsverharmlosung schließen sich grundsätzlich aus.
Ungeachtet des Ortes, stehe ich zu jedem Satz meines Interviews. Insofern sollte der Interviewtext lediglich als Analyseanregung genutzt, jedoch im Kontext von DZM nicht weiterverbreitet werden.“

Den Fehler, auf Grund mangelhafter Recherche der DMZ für ein Interview zur Verfügung gestanden zu haben, kann insofern etwas korrigiert werden, als der Interviewpartner sich öffentlich von der DMZ distanziert. Getan hat das in Vergangenheit z.B. die FDP-Politikerin Birgit Homburger (September/Oktober 2006, Nr. 53).

Ansonsten auch in dieser Ausgabe wieder mit dabei sind folgende extrem rechen Dauer-Anzeigenkunden: Der Germania-Verlag aus Weilheim, die FPÖ-nahe österreichische Wochenzeitung „Zur Zeit“, das deutschnationale Studentenmagazin „Die Aula“ aus Österreich oder der „Buchdienst Südtirol“ aus Nürnberg.

Quellen:
* Anton Maegerle: Konspirativer Kongress, in: „Blick nach Rechts“ (BnR) – Ausgabe 05/2005
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Mai-Juni

Deutsche Militärzeitschrift Nr.62 März – April 2008

In der neuesten Ausgabe des extrem-rechten Militari-Magazins „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ) gibt es wieder eine Reihe von Interviews. Neben den DMZ-Stammautoren Hans-Joachim von Leesen und Dr. Heinz Magenheimer aus Wien, kommen auch Dr. Harlan Ullman und der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Raidel (* 1941) zu Wort. Raidel verteidigt den Bundeswehreinsatz zur „lösung“ von „Ressourcenfragen“.
In dieser DMZ-Ausgabe finden sich wieder diverse Werbe-Anzeigen rechter Verlage (Arndt, Germania-Verlag) und rechter Zeitungen („Zur Zeit“) und Zeitschriften („Die Aula“).

Quelle: Hartmut-Meyer-Archiv: CSU-MdB in der „DMZ“, Februar 2008, http://www.nrw.vvn-bda.de/hma/an_2008_04.htm

DMZ-Chefredakteur gibt NPD-Blatt Interview

Der Chefredakteur des stark angebräunten Militärmagazins „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ), Manuel Ochsenreiter, stand der NPD-Monatszeitung „Deutsche Stimme“ für ein ausführliches Interview zur Verfügung. Kaum verwunderlich, ist doch der NPD-Hausverlag, in dem die „Deutsche Stimme“ erscheint, ein treuer Anzeigenkunde in der DMZ.
In der aktuellen Februar-Ausgabe der „Deutschen Stimme“ berichtet Ochsenreiter über den von ihm mit herausgegebenem Sammelband „Staatsmord in Bagdad“. Dabei geht es um die Hinrichtung des irakischen Diktators Saddam Hussein. Dieser erhält neben Kritik im Interview auch einiges Lob:

Im Gegensatz zu anderen Staatschefs dort, die ausschließlich in die eigene Tasche wirtschaften, ließ Saddam das Volk teilhaben am Aufschwung des Landes. Krankenhäuser, Schulen, Straßen und Eisenbahnen wurden gebaut, Elektrizität erreichte auch entlegene Ortschaften. Die Frauen bekamen die gleichen Löhne wie die Männer, eine Landreform wurde durchgeführt und das Volk alphabetisiert.
Allerdings herrschte er auch mit unnachgiebiger Härte über das Land.

Letztlich deutet sich aber im Interview an, dass es in dem Buch gar nicht so sehr um den Irak geht, sondern die Hinrichtung Husseins eher Projektionsfläche ist:
Es geht nämlich darum, dass versucht wird die „Nürnberger Prozesse“ gegen die NS-Funktionäre, deren die Alliierten noch lebend habhaft werden konnten, als ungerecht und angebliche Siegerjustiz darzustellen.

Bei beiden Tribunalen ging es nicht um Rechtsfindung, sondern nur um eine vordergründig rechtliche, aber dafür sichere Verurteilung der Angeklagten im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. In beiden Fällen waren die Angeklagten bereits vorverurteilt worden. Bei beiden Prozessen handelte es sich um Siegerjustiz. Nürnberg bildet – wenn man so will – die Grundlage für Prozesse dieser Art.

Die Verurteilung und Hinrichtung Husseins wird da zur angeblichen Konstante einer US-Außenpolitik. Letztlich geht es aber implizit auch darum die Nachkriegsordnung, die auf den Urteilen von Nürnberg fußt, zu erschüttern.
Wer sich einmal näher mit den Nürnberger Prozessen beschäftig, wird schnell feststellen dass es sich mitnichten um eine blanke „Siegerjustiz“ handelt. Vielmehr war es ein monatelanger fairer Prozess mit festen juristischen Standarts (unabhängige Verteidigung, Beweisaufnahme etc.). Schon dass vom Todesurteil bis zum Freispruch sehr unterschiedliche Urteile gesprochen wurden, widerspricht der der gern wiederholten rechten Phrase von der „Siegerjustiz“.

Quelle: Tribunale von Nürnberg und Bagdad als blanke Siegerjustiz, DS-Gespräch mit dem Publizisten Manuel Ochsenreiter, in: Deutsche Stimme vom Februar 2008, online eingesehen

Deutsche Militärzeitschrift Nr.61 Januar – Februar 2008

In der Ausgabe Januar/Februar 2008 der DMZ finden sich Interviews mit folgenden Personen:
* Gulbuddin Hekmatyar, afghanischer „Widerstandskämpfer“. In dem Harenberg Länderlexikon 95/96 findet sich zu Hekmatyar folgende Angabe (Seite 26):

* 1950 (1951?) in der Provinz Kunduz. 1977 gründete Hekmatyar die Mudschaheddin-Organisation Hesb-e-Eslami. Die USA unterstützen den islamischen Fundamentalisten gegen die Kommunisten im Bürgerkrieg. Am 7.3.1993 wurde Hekmatyar Premierminister, trat sein Amt jedoch nie offiziell an.

Die DMZ scheut sich also nicht ausgewiesene Islamisten zu Wort zu kommen. Kein Einzelfall. Gab doch schon der DMZ-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter am 17.05.2005 dem islamistischen und deutschsprachigen Portal „Muslimmarkt“ ein ausführliches Interview.
* Christoph R. Hörstel, Journalist und Afghanistan-Experte.
* Alexander Rahr, Kaukasus-Experte und Publizist.
* Wilhelm Tieke, einem freiwilligen Waffen-SS-Mitglied (Jahrgang 1923).

In dieser Ausgabe findet sich Werbung für die rechtsextreme Zeitung „Der Schlesier“, das ebenfalls sehr rechte Magazin „Die Aula“ (Österreich) und die extrem rechte Wochenzeitung „Zur Zeit“, die der FPÖ nahe steht.
An Verlagen werben neben dem renommierteren Militär-Verlag „Bernard + Graefe“, auch der rechtsextreme „Pour-le-Mérite-Verlag“ (Selent) aus dem Verlagskomplex von Diemar Munier, der Ares-Verlag von Leopold Dvorak-Stocker (Österreich), der NPD-eigene Verlag „Deutsche Stimme“ oder der „Buchdienst Südtirol“ (Nürnberg) in dieser DMZ-Ausgabe.
Kleinere Anzeigenkunden in dieser Ausgabe waren ein HJB Verlag & Shop KG mit Sitz in Radolfzell, der Romane herausgibt, die die in rechten Kreisen beliebte Mär von in der Antarktis überwinternden Nationalsozialisten zum Thema haben, und der Nordheide-Versand, der ein besonders treuer DMZ-Anzeigenkunde ist.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Ende Dezember 2007
Quelle: Deutsche Militärzeitschrift Nr.61 Januar – Februar 2008