Archiv der Kategorie 'Bundesheer (Österr.)'

Österreich: V-Mann an Anschlag auf Moschee beteiligt?

Laut einer Meldung von Anfang Juli 2016 prüft das österreichische Bundesheer Vorwürfe, nach denen ein „informeller Mitarbeiter“ des Abwehramtes an einen Anschlag auf eine Grazer Moschee in der Nacht auf den 6. Mai beteiligt war.
Dabei hatte ein Mann hatte einen Schweinekopf im Außenbereich der Moschee befestigt und Schweineblut verschüttet

Quelle:
* APA: Anschlag auf Moschee in Graz: Bundesheer prüft Vorwürfe, 03.07.2016, http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/anschlag-auf-moschee-in-graz-bundesheer-prueft-vorwuerfe-203373/

Österreich: brauner Berufssoldat

Das Infoportal „Stoppt die Rechten“ berichtet:

Der im April vertagte Prozess gegen einen Berufssoldaten (43) aus Oberösterreich wegen NS-Wiederbetätigung wurde am Mittwoch, 9.12. ziemlich geräuschlos vor einem Salzburger Geschworenengericht fortgesetzt. Die ihm vorgeworfenen Delikte liegen schon lang, sehr lang zurück. Eine Strafverfolgung ist trotzdem möglich, weil die NS-Wiederbetätigung einen hohen Strafrahmen hat.
Zwischen 2002 und 2006 soll der Soldat mehrmals vor Kameraden das Horst-Wessel-Lied, das ursprünglich das Kampflied der SA und später die Parteihymne der Nazis wurde, angestimmt haben. Zwischen 2008 und 2010 soll er öfters mit dem Hitler-Gruß salutiert haben.
Der Angeklagte ließ die Vorwürfe schon beim Verhandlungstermin im April nicht gelten, bezeichnete sie als Intrige einiger Kollegen beim Bundesheer. In einem anderen Verfahren gegen einen Kollegen wegen Rauferei war er nämlich als Zeuge geladen. Die Vorwürfe gegen ihn seien deshalb als Retourkutsche zu betrachten.
Die Richterin ließ deshalb im April zur Ladung von fünfzehn Zeugen vertagen. Die mediale Berichterstattung über den Prozesstermin am Mittwoch fiel sehr dürftig aus. Über die Zeugenaussagen wurde nichts bekannt. Allerdings wurde der Angeklagte von dem Vorwurf, das Horst-Wessel-Lied gesungen zu haben, freigesprochen.
Das Urteil, 15 Monate bedingt auf drei Jahre, ist noch nicht rechtskräftig. Von einem Amtsverlust des Angeklagten sah die Richterin in ihrem Urteil ab (in einem Disziplinarverfahren könnte ihm der dennoch noch blühen).

Quelle:
* Salzburg: Ein brauner Soldat, 11. December 2015; http://www.stopptdierechten.at/2015/12/11/salzburg-ein-brauner-soldat/

Dietl-Gedenkfeier in der Steiermark

Das antifaschistische Hartmut-Mayer-Archiv berichtet:

Aus Anlass des 70.Todestages des Wehrmacht-Generalobersten Eduard Dietl hat der “Österreichische Kameradschaftsbund“ (ÖKB) Ende Juni eine Gedenkfeier in der nordöstlichen Steiermark ausgerichtet. Etwa 200 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, die an der Stelle stattfand, wo Dietl am 23.Juni 1944 mit einem Flugzeug abgestürzt war. Unter den Teilnehmern befanden sich Abordnungen der „Kameradschaft Gebirgsjäger-Regiment 139“, des „Kärntner Abwehrkämpferbundes“ und der „Kameradschaft vom Edelweiß“. Einen vom Pfarrer der Gemeinde Waldbach geleiteten Gottesdienst gab es in diesem Jahr zum letzten Mal auf dieser Gedenkfeier. Der Pfarrgemeinderat von Waldbach hatte unlängst einhellig beschlossen, sein Mitwirken an der „problematischen“ Gedenkfeier für ein früheres Mitglied der NSDAP künftig einzustellen.“

Bundeswehr-Fallschirmjäger a.D. sprach 2012 auf rechten Kreta-Gedenken in Österreich

Landser - Angriff auf Kreta

Auch im eingestellten Magazin „Der Landser“ wurde dem deutschen Überfall auf Kreta gehuldigt

Aus dem Grazer Magazin „Enterhaken“ Nr. 25:

Seit knapp 60 Jahren treffen sich jährlich um den 20.Mai, den Jahrestag des deutschen Überfalls auf Kreta 1941, Veteranen von Gebirgsjäger- und Fallschirmjägereinheiten in Gniebing, nahe Feldbach in der Südoststeiermark. Hier wird sowohl der Eroberung Kretas durch deutsche Truppen gedacht wie auch der Eroberung der von der Roten Armee schon befreiten Stadt Feldbach durch Fallschirmjäger und Waffen-SS im Jahr 1945.
Veranstaltungsort ist die Karnerhöhe in der Gemeinde Gniebing. Das Denkmal, das im Zentrum des Aufmarsches steht, besteht aus einer 13 Meter hohen Steinsäule, auf der ein Adler im Sturzflug sitzt, auf dem Denkmal selbst sind mehrere Tafeln angebracht, darunter eine mit der Widmung: “Hier kämpften und fielen in den ersten Apriltagen des Schicksalsjahres 1945 deutsche Fallschirmjäger. Getreu ihrem Eid und Gehorsam der beschworenen Pflicht.”
In den letzten 5 Jahren schwankte die TeilnehmerInnenzahl stark. Nahmen 2008 nur ca. 30 Personen teil, waren es 2011 und 2012 rund 200. Die TeilnehmerInnen, darunter Burschenschafter und Mitglieder der KIV, der Veteranenorganisation der Waffen-SS, marschieren mit Musik, KranzträgerInnen und Fahnenabordnungen als “Schweigemarsch” zum Denkmal. Kamerad betrauert die Toten, ehrt den Heldenkampf und versichert sich gegenseitig „ewiger“ und „wahrer“ Werte. Doch welche zwei Operationen des „Dritten Reiches“ werden „gefeiert“?

In einem längeren Bericht auf dem Blog des „AK Hinterland“ wird aus der Ansprache eines Oberleutnant a.D. der Bundeswehr Jochen Haupt von 2012 zitiert, der als Repräsentant des „Bundes Deutscher Fallschirmjäger“ vor Ort war eine Rede hielt:

Am Fallschirmjägerehrenmal in Feldbach/Steiermark fand ich folgende Inschrift: ‚Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben.‘ Dem heutigen deutschen Durchschnittsbürger ist das Wort Vaterland zumindest suspekt, für ihn spielt das Vaterland keine große Rolle mehr. Militärische Tugenden werden argwöhnig beäugt, Einsatz für das Vaterland erscheint heute vielen nach Jahrzehnten der Sicherheit und des Wohlergehens eher lächerlich. Umso mehr ist davon auszugehen, dass für die Mehrzahl der hier in Gottes Frieden ruhenden Deutschen Fallschirmjäger das Vaterland in ihren Wertevorstellungen ganz vorn stand. Über 4.500 meist ganz junge Männer, viele unter 20 Jahre alt, gaben ihr junges Leben für ihre Überzeugungen.

Dass diese Überzeugungen nationalsozialistischer Art waren, wird nicht erwähnt.

* Mehr unter: http://akhinterland.wordpress.com

Österreich: Fallschirmjäger-Verein organisiert ein Gedenken an „Helden“ der Wehrmacht

Der „Verein Militärischer Fallschirmjäger Verbund Ostarrichi“ organisiert in Feldbach (Südsteiermark) ein Treffen zum Gedenken gefallener Wehrmachtssoldaten. Die „Kretafeier“ zog 2010 und 2011 etwa 200 Personen an, 2009 sind es nur 50 gewesen.
Für Zulauf soll nach Medienberichten Josef Paul Puntigam, Brigadier a. D., ehemaliger Infanteriechef des Österreichischen Bundesheeres und ehemaliger Kommandant der Jägerschule, gesorgt haben. Puntigam ist seit 2008 zum Präsidenten des Fallschirmjäger-Vereins. Außerdem ist Puntigam Mitglied der Studentenverbindung Tafelrunde Wiking und hat das Vorwort zu dem 2006 im extrem rechten Pour-le-Mérite-Verlag erschienene Bildband „Geheime Krieger“ verfasst. Der extrem rechten „Deutschen Militärzeitschrift“ stand er für die Ausgabe Nr. 52, Juli/August 2006 als Interviewpartner zur Verfügung.
Unter den Teilnehmenden befanden sich Bundesheerangehörige in Uniform ,Polizisten und Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft IV, der frühere Waffen-SS-Mitglieder angehören. Dem Heer wurde von offizieller Stelle die Teilnahme am Treffen in Feldbach untersagt. Deswegen dürfen Vereinsmitglieder bei ihren Veranstaltungen keine Uniform tragen.

Wie das Magazin „Falter“ herausgefunden hat, ist der Verein mehr als nur ein brauner Traditionsverband:

Die Soldaten sollen im Kampfanzug erscheinen, bei Polizisten ist die Uniform erwünscht. So steht es auf dem Anmeldeformular für den „Ersten Internationalen Hochgebirgsmarsch samt Schießen“, bei dem die Teilnehmer vergangenes Wochenende in der Gegend von Kaprun auf bis zu 2639 Metern Seehöhe durchs Gebirge marschierten. […] Der Milf-O klingt nicht nur militärisch, er ist auch straff organisiert und hat in den Bundesländern „Standortkommandanten“, „Kommandanten“ für die verschiedenen Bundesheerkasernen sowie für Polizei und die Justizwache und auch einen „Ansprechpartner für unsere deutschen Kameraden“. […] Oder die ausländischen Kameraden kommen zu Besuch nach Österreich. Der „bayerische Soldatenbund“ konnte auf einem Schießplatz in Niederösterreich „mit Großkalibergewehren der Marke Heckler & Koch SL 7 und Steyr AUG StG 77“ das Schießabzeichen des Milf-O „erringen“. Ermöglicht worden sei dies durch die „hervorragenden Kontakte“ eines Bundesheer-Vizeleutnants, der ebenfalls im Vorstand des Milf-O sitzt.
Überhaupt nützt dieser Verein Bundesheereinrichtungen, als wäre er Teil des Heeres, darf sich bei Tagen der offenen Tür in verschiedenen Kasernen präsentieren, hat in der „Heeresunteroffiziersakademie“ in Enns sogar eine eigene Informationsecke zur Verfügung gestellt bekommen.

Quellen:
* Kerstin Scheller, Gudrun Springer: Militärverein organisiert braune Feier, Der Standard, 21. August 2012, http://derstandard.at/1345164758910/Militaerverein-organisiert-braune-Feier
* Schießübungen für Ostarrichi?, 22. August 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/08/22/schiesubungen-fur-ostarrichi/
* Nina Horaczek: An die Gewehre, an die Gewehre!, aus FALTER 34/12, http://www.falter.at/falter/2012/08/21/an-die-gewehre-an-die-gewehre/

Österreich: Armeeuniformen müssen draußen bleiben

Auf dem umstrittenen Ball des „Wiener Korporationsring“ (WKR), einem Verbund deutschnationaler Studentenverbindungen, sollen dieses Jahr keine Träger von Uniformen des österreichischen Bundesheeres auftreten dürfen. Das österreichische Blatt „Die Presse“ berichtet, dass der Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) keine Uniform am WKR-Ball in der Hofburg erlaubt. „Man wolle nicht den Anschein erwecken, dass das Heer extreme Rechte unterstützt.“
Dieses Jahr findet der WKR-Ball am 27. Januar, am Auschwitz-Befreiungstag statt. Am Rande des Balls, ohnehin ein elitäres Stelldichein, treffen sich Mitglieder der extremen Eurorechten zur besseren Vernetzung. Dieses Jahr sind u.a. Bruno Gollnisch vom französischen „Front National“.

Quellen:
* APA: Verbot für Heeres-Uniform auf Burschenschafter-Ball, 11.01.2012, „Die Presse“, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/723106/Verbot-fuer-HeeresUniform-auf-BurschenschafterBall
* apa/red: Ausgehuniform verboten, 11. Jänner 2012, http://www.news.at/articles/1202/11/316252/wkr-ball-ausgehuniform

Österreich: Soldat wegen Hitlergruß verurteilt

In Österreich wurde ein Soldat verurteilt, der als 20jähriger Gefreiter des Bundesheeres im Jahr 2000 in Bosnien Hitler-Gruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen hatte.
Nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes hatte sich der Verurteilte freiwillig zum Auslandseinsatz nahe der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gemeldet. Schon während des Assistenzeinsatzes im Burgenland im Mai 2010 hatte er sich eine Tätowierung am rechten Oberarm machen lassen, so ließ er sich SS-Runen und die Abkürzung ABK („Arische Bruderschaft Kärnten“) stechen. In Sarajevo kam dann noch „Blut und Ehre“ dazu. Bei einer Geburtstagsfeier am 17. November 2010 war es dann zu dem Hitlergruß gekommen. Bei der Heimfahrt mit einem Bundesheerfahrzeug soll der Verurteilte dann auch noch einen Kameraden mit Migrationshintergrund mit den Worten „Du Ausländersau, ich bring euch alle um“ beschimpft haben.

Trotzdem der Angeklagte eine Tätowierung entfernen ließ wurde er 18 Monaten Haft verurteilt, wovon er sechs mindestens absitzen muss.

Quelle:
* APA: Nach Hitler-Gruß. Soldat wegen Wiederbetätigung zu 18 Monaten verurteilt, 12. Dezember 2011, http://derstandard.at/1323222842393/Nach-Hitler-Gruss-Soldat-wegen-Wiederbetaetigung-zu-18-Monaten-verurteilt

Österreich: Nur 100 Personen bei Ulrichsberg-Feier

Der österreichische „Standard“ berichtet unter der Überschrift „Gedenkveranstaltung im Konzerthaus wurde zum Flop“, dass nur etwa 100 Personen am sn der Ersatzveranstaltung für das rechte Soldaten- und Veteranentreffen am Ulrichsberg im Klagenfurter Konzerthaus zusammenfanden.

Einblicke in die Treffen in den vergangenen Jahren (alle Bilder sind Screenshots aus der Film-Doku der U-Berg-Gruppe) :
Ulrichsberg 1979 a
OBEN: Ulrichsberg 1979 mit österr. Bundesheer

Ulrichsberg 1979 b
OBEN: Ulrichsberg 1979, Wehrmachts- oder SS-Veteranen

Ulrichsberg 1979 c
OBEN: Ulrichsberg 1979, SS-Obersturmführer

Ulrichsberg d
OBEN: Ulrichsberg 2005, Mithilfe des Bundesheeres

Ulrichsberg 2005 b
OBEN: Ulrichsberg 2005, Krumpendorf-Abend der SS-Veteranen

Ulrichsberg 2005 c
OBEN: Ulrichsberg 2005, Krumpendorf-Abend der SS-Veteranen

Quelle:
* APA: Ulrichsbergtreffen in Klagenfurt mit nur 100 Besuchern, 18. September 2011, http://derstandard.at/1315006655624/Ulrichsbergtreffen-in-Klagenfurt-mit-nur-100-Besuchern

Österreich: die Spur führt ins Bundesheer

Die Nazi-Homepage „alpen-donau.info“ ist die wichtigste neonazistische Homepage für Österreich. In den vergangenen Tagen sind Hintergrundinformationen über die Macher bekannt geworden, die teilweise in die österreichische Armee, das Bundesheer, führen.
So schreibt die Newspage „tt.com“:

Nicht zuletzt soll ein 21-Jähriger dazugehören, der die Theresianische Militärakademie besucht haben soll. Letzterer dürfte auch einer der Hauptgründe sein, warum sich das Abwehramt – offenbar nicht in Absprache mit dem BVT – so für den Fall interessiert.

Und das Blatt „Der Standart“ schreibt:

Nach Erkenntnissen des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) traten diese wiederholt bei mehreren Veranstaltungen auf, darunter beim Ulrichsberg-Treffen 2009 und beim sogenannten Dresdner Trauermarsch. Am Ulrichsberg war der Sohn des Ex-BVT-Beamten übrigens in einer Ausgehuniform des Bundesheeres erschienen.

Auch die „Kleine Zeitung“ aus Kärnten berichtet über den Fall:

Ein 22-jähriger Kärntner wird verdächtigt, hinter der rechtsextremen “alpendonau”-Seite zu stecken. Der Villacher fiel schon beim Ulrichsbergtreffen auf. Nur eine einzige Bundesheeruniform war beim letzten Treffen am Ulrichsberg im September 2009 zu sehen. Eine Uniform zu viel – denn auf Weisung von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) musste sich das Bundesheer von der “Gedenkveranstaltung” fernhalten. Der damals 21-jährige Milizsoldat Benjamin F. aus Villach verweigerte den Befehl des Ministers und präsentierte sich für alle Anwesenden sichtbar in seiner grauen Ausgehuniform. […] Benjamin F. blieb weiterhin Teil des Milizheeres – und ist es heute noch. Kein Ausrutscher Im Zuge der Ermittlungen um die rechtsextreme Website “alpen-donau.info” wird jetzt klar, dass der Auftritt von Benjamin F. am Ulrichsberg wohl nicht unter die Kategorie Ausrutscher fällt. Wie das Nachrichtenmagazin “News” in seiner donnerstägigen Ausgabe berichtet, wird Benjamin F. verdächtigt, sich im engsten Kreis der Homepagebetreiber zu befinden. Das ginge aus Ermittlungsunterlagen über die Hauptverdächtigen der Nazi-Website hervor. In den Akten soll auch vermerkt sein, dass Benjamin F. während einer Heeresübung mehrmals die Hand zum Hitlergruß gehoben hätte. Dieser Vorfall habe aber keine Konsequenzen verursacht, möglicherweise deshalb, weil der Vater von Benjamin F. zum damaligen Zeitpunkt beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) tätig war.

Quellen:
* Neonazi-Homepage: Ein Fall für die Korruptionsstaatsanwaltschaft, http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/1655551-6/neonazi-homepage-ein-fall-f%C3%BCr-die-korruptionsstaatsanwaltschaft.csp
* Die Hintermänner der Neonazi-Homepage, 08. November 2010, http://derstandard.at/1288659807831/Hintergrund-Die-Hintermaenner-der-Neonazi-Homepage
* Josef Puschitz: Milizsoldat in Nazi-Netz verstrickt, 11.11.2010, http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/2551896/milizsoldat-nazi-netz-verstrickt.story

Österreich: FPÖ lässt den Macho heraus

In einem Interview mit dem Titel „Ohne männliche Eigenschaften funktioniert Militär nicht“ hat ein Vertreter der rechtspopulistischen FPÖ das Mobbing von Frauen geleugnet.
Der ehemalige FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Oberst, sowie Ersatzmitglied in der Bundesheer-Beschwerdekommission Dr. Reinhard Eugen Bösch aus Vorarlberg kommentierte die Ergebnisse einer aktuelle Mobbing-Studie, wonach jede zweite Frau wegen aggressiven Verhaltens männlicher Kollegen das Bundesheer wieder verläßt: „Mir sind solche Fälle nicht bekannt.“
Und führte weiter aus:
„Beim Militär handelt es sich um eine streng hierarchische, auf Befehl und Gehorsam aufgebaute Organisation, welche in der Lage sein muss, auftragsgemäß auch militärische Gewalt einzusetzen. Grundlage dazu sind traditionelle männliche Eigenschaften wie Gruppenbildung, Kameradschaft und Mut zur Auseinandersetzung. Ohne diese Elemente funktioniert „Militär“ nicht.“
Das Interview erschien auf der Homepage „www.unzensuriert.at“, der Homepage des FPÖ-Mandatras und strammrechten Burschenschaftlers Martin Graf.

FPÖ pro Wehrpflicht
BILD: Die FPÖ setzt sich für die Wehrpflicht ein


Quelle:

* Interview: „Ohne männliche Eigenschaften funktioniert Militär nicht“, 28. Juli 2010, http://www.unzensuriert.at/001632-interview-ohne-m-nnliche-eigenschaften-funktoniert-milit-r-nicht

Österreich: Bundesheer distanziert sich von nationalistischer Organisation

Die österreichische Armee will laut Pressemeldung zukünftig nicht mehr mit dem „Kärntner Abwehrkämpferbund“ (KAB) zusammenarbeiten. Der mitgliederstarke KAB versteht sich als deutschnationaler Interessens-Bewahrer in Kärnten gegenüber der slowenischen Minderheit. Die Bemühungen der slowenischen Minderheit um Sprach-Gerechtigkeit, beispielsweise auch bei der Verwendung der slowenischen Namen auf den Ortsschildern, werden als Vorform des Separatismus angesehen. Diese deutschnationalen Ängste existieren schon recht lange.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte es eine Abstimmung in Kärnten über den Zugehörigkeits-Wunsch der Bewohner zu Jugoslawien oder zu Österreich gegeben. Dabei verblieb ein Teil der slowenischen Bevölkerung als Minderheit bei Österreich. Im Zweiten Weltkrieg war es dann zu Zwangsdeportationen der slowenischen Minderheit in Kärnten durch die Nationalsozialisten gekommen. Aus der slowenischen Minderheit entstanden Partisanen-Einheiten, die aktiv Widerstand leisteten. Nach dem Krieg hatte beispielsweise der verstorbene Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann Haider den Konflikt beschworen, um so Stimmen der deutschsprachigen Mehrheit zu gewinnen.
Als der KAB-Chef Fritz Schretter am 10. Oktober in chauvinistischer Manier vor einer drohenden „Slowenisierung“ Südkärntens warnte, kündigte das Bundesheer in Kärnten die Zusammenarbeit auf. Bis dato hatte das Militär unter anderem die Musik bei Veranstaltungen gestellt.
Die Partei des verstorbenen Jörg Haider, das „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ), zeigte sich natürlich empört über diese Reaktion: „Das Bundesheer ist verpflichtet auch weiterhin ohne Wenn und Aber unsere heimattreuen Traditionsverbände und deren Mitglieder zu unterstützen“.

Quelle:
* Eurorex: Österreich: Bundesheer kündigt Zusammenarbeit mit Kärntner Abwehrkämpferbund auf, 23.10.2009, http://www.eurorex.info/2009/10/23/osterreich-bundesheer-kundigt-zusammenarbeit-mit-karntner-abwehrkampferbund-auf/

Österreich: braune Nester in der Armee

Unter der Überschrift „Die Traditionspflege des Bundesheeres“ versucht ein knapper Kommentar in der Tageszeitung „Der Standart“ kritisch zu reflektieren, wie es mit dem Traditionsverständnis der österreichischen Armee, dem „Bundesheer“, aussieht. So wir auch im Zusammenhang mit der Beteiligung des Bundesheeres an der Ulrichsberg-Gedenkfeier von Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen konstatiert: „Gut möglich, dass da auch unbehelligte Kriegsverbrecher transportiert wurden.“
Unter Bezug auf einen Essay in der Österreichischen militärischen Zeitschrift (ÖMZ) von General i.R. Hubertus Trauttenberg und Hauptmann d.Res.i.R. Gerhard Vogl heißt es weiter:
„Die Traditionspflege und – wichtiger – die Mentalität der Offiziere orientierte sich jahrzehntelang an der Deutschen Wehrmacht – von unkritischer Anbetung der militärischen Leistungen und einem falschen Ehrbegriff („Eid geleistet“ ) bis zu klassisch neo-nazistischer Ideologie.
Erst in den letzten Jahren begann man zaghaft die Frage zu stellen, ob man einem verbrecherischen Regime gegenüber seinen Eid halten oder „seine Pflicht tun“ (Kurt Waldheim) muss; wurden Offiziere, die im Widerstand waren und starben, mit Kasernenbenennungen, Gedenktafeln etc. geehrt. Rechte Tendenzen im Heer gibt es immer noch (und schon wieder). Einer der engsten Mitarbeiter von Generalmajor Raffetseder (Militärkdo. OÖ) behauptete, die Ernennung von General Trauttenberg zum Adjutanten von Bundespräsident Klestil sei das „Werk einer jüdischen Lobby“ . Der Militärgeistliche Superior Siegfried Lochner, der die Absolventen der Militärakademie in Wr.Neustadt betreut (und H.-C. Strache firmte), behauptet, der von den Nazis ermordete Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter verdiene praktisch nicht seinen Status als christlicher Märtyrer, weil sich Hitlerdeutschland ab 1943 in einem „Verteidigungskrieg“ (!) befunden habe. Handlungsbedarf für Kardinal Schönborn.
Das Verteidigungsministerium war lange Zeit eine Domäne der ÖVP, die auf die ländlichen Kameradschaftsbünde Rücksicht nahm, und der FPÖ, die mehr als bedenkliche Kader (u.a. einen schlagenden „Olympen“ im Heeresnachrichtenamt) unterbrachte. Das Heer ist an sich in keinem guten Zustand. Es braucht nicht auch noch die Duldung oder gar Förderung rechtsextremer Tendenzen. Deswegen war die Absage an den Ulrichsberg so wichtig; nun sollte ein weiteres Vorgehen gegen diverse „Nester“ folgen.“

Quellen:

* Hans Rauscher: Die Traditionspflege des Bundesheeres, in: „Der standart“, 02.09.09, http://derstandard.at/fs/1250691754448/Die-Traditionspflege-des-Bundesheeres
* Siehe auch: Feiger Fortschritt: Veteranen der Waffen-SS feiern am Ulrichsberg 50-jähriges Jubiläum, 22.8.2009, http://www.profil.at/articles/0934/560/249316/feiger-fortschritt-veteranen-waffen-ss-ulrichsberg-50-jaehriges-jubilaeum

Österreich: erst Ulrichsberg ohne Armee und dann Totalausfall

An dem seit 1958 stattfindenden Treffen von Wehrmachtssoldaten und Angehörige der Waffen-SS auf dem Ulrichsberg in Kärnten dürfen Angehörige des österreichischen Bundesheers nicht teilnehmen. Das hat der österreichische Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) dem Bundesheer verboten, weil es dort zu wenig Distanz zu NS-Gedankengut gebe. Das fällt dem Verteidigungsminister relativ spät ein, nachdem sich Bundesheer und österreichische Politiker über Jahrzehnte an der Feier beteiligt hatten.
Wirklich konsequent ist das Verbot ohnehin nicht. Laut Nachrichtenmeldung erlaubte Darabos, dass Soldaten in ihrer Freizeit an dem Treffen teilnehmen.

Inzwischen wurde das für den 20. September geplante 50. Ulrichsberg-Treffen erst einmal ganz abgesagt, soll aber bald in einer Halle nachgeholt werden. Offiziell wurden die Proteste von Gegnern des Treffens als Grund für die Absage benannt. Aber es dürfte auch die Absage des Militärs, dass bisher Musik und den Shuttle-Transport stellte, und die Anzeige gegen den geschäftsführenden Obmann (Vorsitzenden) der Ulrichsberg-Gemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, wegen NS-Wiederbetätigung (konkret wegen Verkauf von NS-Devotionalien) eine Rolle gespielt haben. Präsident Rudolf Gallob (SPÖ) und Obmann Peter Steinkellner traten zwischenzeitlich zurück.
Wenig überraschend: Die beiden rechtspopulistischen Parteien FPÖ und BZÖ bedauerten die Absage.

Hintergrund: Der Dachverband „Verein für die Heimkehrergedenkstätte Ulrichsberg“ (Ulrichsberggesellschaft) mit Sitz in Klagenfurt richtet die alljährliche Ulrichsberg-Gedenkfeier aus. Die Generalversammlung der Ulrichsberg-Gemeinschaft besteht aus den Vertretern von 40 Mitgliedsvereinen. Darin sind u.a. vertreten: die „Kameradschaft der Ritterkreuzträger“, die „Kameradschaft ehemaliger Gebirgsjäger“, die Vertriebenenlobby „Volksdeutschen Landsmannschaften“ (VLÖ), der „Österreichische Kameradschaftsbund“ oder der deutschnationale „Kärntner Abwehrkämpferbund“.

Quellen:
* Bundesheer darf nicht zum Wehrmacht-Treffen, in: „Der Focus“, 25.08.09, http://www.focus.de/politik/ausland/ns-gedankengut-bundesheer-darf-nicht-zum-wehrmacht-treffen_aid_429364.html
* Klaus Höfler: Ulrichsbergtreffen abgesagt: „Berg kann ja nichts dafür“, 27.08.09, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/504453/index.do?from=gl.home_politik
* red/APA: Veranstalter sagen Ulrichsberg-Treffen ab, in: „Der Standart“, 27. August 2009, http://derstandard.at/fs/1250691370275/Kaernten-Veranstalter-sagen-Ulrichsberg-Treffen-ab
* Walter Fanta, Valentin Sima (Hg.): „Stehst mitten drin im Land“. Das europäische Kameradentreffen auf dem Kärntner Ulrichsberg von den Anfängen bis heute; Klagenfurt 2003, 195-203
* DÖW: Nazi-Devotionalienhändler in Ulrichsberggemeinschaft, Neues von ganz rechts – Juli 2009, http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/2009_07/ulrichsberg.html

Österreich: Soldaten im Kosovo nach Hitlergruß entlassen

Ein 41jähriger Unteroffizier und sechs weitere Berufssoldaten aus der österreichischen Kaserne Pinkafeld im Burgenland wurden entlassen, weil sie im Februar 2009 bei einer Feier im Camp Casablanca im Kosovo Hitlergrüße gezeigt und „Lieder mit nationalsozialistischen Passagen“ (OÖ-Nachrichten) gesungen hatten. Diese Aktivitäten fallen in Österreich unter das so genannte „Verbotsgesetz“, dass eine NS-Wiederbetätigung verbietet.

Quelle:
* http://www.nachrichten.at/nachrichten/ticker/Bundesheer-Kosovo-Nationalsozialismus-Wiederbetaetigung-Burgenland;art449,241252

Österreich: Hitlergruß in Kaserne ohne wirkliche Folgen

Zwei Ex-Rekruten (20, 22) standen wegen eines Hitlergruß vor dem Salzburger Landgericht, der gefilmt und danach auf Youtube gestellt wurde. Die zwei Vorarlberger Soldaten hatten im September 2007 ihr „Abrüstervideo“, also ein Video vom Ende der Dienstzeit, gedreht. Dabei waren sie betrunken gewesen („Haben eine Gaudi gehabt und gesoffen“). Die Anklage lautete auf „nationalsozialistische Wiederbetätigung“.
Doch das Ganze war keinesfalls ein „Alkoholausrutscher“, was immer noch schlimm genug wäre. Die Presse berichtet davon, dass der 20jährige Hauptangeklagte seine rechtsextreme Ideologie im Bundesheer mit Nazi-Tattoos (u.a. Hakenkreuz, den SS-Totenkopf und die Zahl 18 – steht für A.H., also Adolf Hitler) offen zur Schau getragen hätte. Vor Gericht will der Angeklagte die Szene bereits vor einem Jahr verlassen haben. Der 22-jährige Zweitangeklagte ist den Behörden auch einschlägig bekannt gewesen. Er hat bereits eine 7monatige Bewährungsstrafe wegen Nazi-Schmierereien. Auch er will inzwischen aus der Szene raus sein.
Den beiden drohten bei einer Verurteilung, Strafen zwischen einem und zehn Jahre Haft.
Wegen „nationalsozialistischer Wiederbetätigung“ erhielt der 20jährige Hauptangeklagte eine nicht rechtskräftige Zusatzfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung. Der 21-jährige Zweitangeklagte wurde rechtskräftig freigesprochen.
Das Gerichtsurteil hat auch Auswirkungen auf den Ausgang des Disziplinarverfahrens im Bundesheer. Dort droht ihnen noch zusätzlich eine Ersatzgeldstrafe.

Quellen:

* Markus Peherstorfer: Ex-Rekruten wegen Hitlergruß vor Gericht, 30. Oktober 2008, http://derstandard.at/Text/?id=1225358708576
* Video mit „Heil Hitler“: Haftstrafe und Freispruch für zwei Rekruten, 30.10.2008, http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/1606785/index.do

Ullrichsberg-Feiern und der Protest dagegen

Am 21. September 2008 fand auf dem Ullrichsberg bei Klagenfurt/Celovec in Kärnten/Koroška (Österreich) die Ulrichsbergfeier von Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen und jüngeren Sympathisanten statt. Es war nicht nur die 50. Ullrichsbergfeier, es war auch das österreichische Gedenkjahr an 70 Jahre an die Annexion Österreiches durch NS-Deutschland. Laut AFP nahmen 500 Personen an der Feier teil, darunter auch Neonazis und Burschenschaften. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Österreich sondern auch aus Deutschland, den USA oder den Niederlanden.
Die begleitende Blasmusik wurde wie immer vom Bundesheer gestellt.
Bundesheerund Wehrmachtsveteranen
Doch auch Protest regte sich. So gab es von den Kritikern des „AK gegen den Kärntner Konsens“ einen Infopoint in der Innenstadt von Klagenfurt, einen Antifaschistischer Stadtspaziergang mit ca. 150 TeilnehmerInnen und ein Zeitzeuginnengespräch mit Katja Sturm-Schnabl, dem Mitglied einer von den Nazis zwangsdeportierten Familie.
Der Protest am Ort selbst wurde von militanten Nazis angegriffen. Laut Pressemitteilung wurde am Vormittag des 20.09. „eine Gruppe AntifaschistInnen in Krumpendorf/Kriva Vrba von etwa 15-20 vermummten Neonazis angegriffen, als sie versuchte eine Aktion am Bootsanlegesteg durchzuführen, um gegen den vormittäglichen Schiffsausflug der Ulrichsberggemeinschaft zu protestieren. Einige Personen mussten mit Verletzungen im Gesicht ins Krankenhaus gebracht werden.“
Auch sonst scheinen die rechten Gegner vor nichts zurückzuschrecken, am 19.09. ging schon eine Bombendrohung gegen einen AktivistInnen-Bus des AK gegen den Kärntner Konsens ein.

Quellen:
* AFP: Waffen-SS-Veteranen an Wehrmachtdenkmal in Österreich geehrt, http://afp.google.com/article/ALeqM5jFeByDCDPiU7UMPz5bqFAhlGZG7g
* Flora Eder: Mörder richten nicht, in: Jungle World Nr. 39, 25. September 2008, http://jungle-world.com/artikel/2008/39/23858.html
* Homepage: http://www.u-berg.at/2008/index.htm
* Blog-Erlebnisbericht: Wo gings hier zum Ulrichsberg?, http://wutimbauch.wordpress.com/2008/09/21/wo-gings-hier-zum-ulrichsberg/
* Walter Fanta, Valentin Sima (Hg.): „Stehst mitten drin im Land“. Das europäische Kameradentreffen auf dem Kärntner Ulrichsberg von den Anfängen bis heute; Klagenfurt 2003, besonders: Seite 80-83

Hitlergruß von österreichischen Soldaten mit Folgen

Ein Hitler-Gruß von zwei Soldaten aus Vorarlberg in einer Salzburger Kaserne führt zu einer Anklage wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung.
Ein 20-jähriger hatte 2007 während seines Grundwehrdienstes in der Salzburger Schwarzenbergkaserne „Heil Hitler“ geschrien und den Hitlergruß gezeigt. Die Sache war herausgekommen, weil sein Kompagnon und Mitangeklagter die Szene mit einer Handy-Kamera gefilmt diese dann auf der Internet-Plattform „YouTube“ gelandet waren.

Quelle:
* APA/Red.: Nazi-Videos: Ex-Rekruten angeklagt, DiePresse.com, 09.06.08, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/389582/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do

Braune Lektüre beim österreichischen Militär

Aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage an die Präsidentin des Nationalrates von Österreich vom 6. März betreffs „revisionistische Literatur in der Österreichischen Militärbibliothek (ÖMB)“ ergibt sich, dass in der ÖMB allerhand braune Werke liegen.

Folgende Bücher wurden in den Kalenderjahren 2005 bis 2007 gekauft und stammen aus extrem rechten Verlagen:
* Sutkus, Bruno: Im Fadenkreuz: Tagebuch eines Scharfschützen; Munin Verlag; 2005
(angekauft 2005). Dienstexemplar.
* Kannicht, Joachim: Ideologie gegen Wehrmacht-Tradition: wohin treibt die Bundeswehr
* Die Politik bestimmt die Richtung; Grabert Verlag; 2005 (angekauft 2005).
* Meiser, Hans: Das Tribunal: der größte Justiz-Skandal der Weltgeschichte; Grabert
Verlag; 2005 (angekauft 2006). Dienstexemplar.
* Zemella, Günter: Moral Bombing: die Chronologie des Luftterrors 1939-45; Grabert
Verlag; 2006 (angekauft 2006).
* Brinkmann, Karl: Grundfehler der Relativitätstheorie; Hohenrain Verlag; 1988 (angekauft
2005).
* Motzkuhn, Robert: Der Kampf um das Öl: Weltvorräte, Ölmultis und wir; Hohenrain
Verlag; 2005 (angekauft 2006). Dienstexemplar.
* Schneider, Reinhard: Die Kaiserliche Schutz- und Polizeitruppe für Afrika:
Felduniform; Ausrüstung; Bewaffnung; Druffel & Vorwinckel-Verlag; 2005 (angekauft
2006).
* Eppich, Martin: Abgehauen: Als blinder Passagier 1947 auf der „Queen Mary“ von
Southampton nach New York; Druffel & Vorwinckel-Verlag; 2007 (angekauft 2008)
* Melisch, Richard: Der letzte Akt: die Kriegserklärung der Globalisierer an alle Völker
der Welt; Hohenrain Verlag; 2007 (angekauft 2008). Dienstexemplar.

Insgesamt wird angegeben man habe vom Grabert-Verlag in der Zeit von 1971 bis 2008 49 Bücher erworben (Ankauf bzw. Schenkung), wovon 4 Exemplare wieder entfernt worden wären.

Quelle:
* Anfragebeantwortung: Rechtsextreme, rechtsrevisionistische und deutsch-revanchistische Literatur wird keinesfalls systematisch beschafft, sondern dient ausschließlich – wenn erforderlich – als Quelle einer kritischen wehrwissenschaftlichen Forschung, 3738/AB XXIII. GP – Anfragebeantwortung, eingelangt am 05.05.2008

Bundesheer-Angehörige drehen Nazi-Video

In der Salzburger Schwarzenberg-Kaserne haben Bundesheer-Angehörige ein Nazivideo gedreht und unter dem Titel „NAZI… zustände in der SCHWAZRENBERGKASERNE“ auf YouTube hochgeladen.
Zu sehen sind stark Alkoholisierte beim Hitlergruß

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: September 2007
Quellen: Mbu: Österreich: Soldaten üben Hitlergruss, 05.09.07, http://www.20min.ch/digital/webpage/story/30564610
apa, KURIER: Neues Skandal-Video beim Bundesheer, 05.09.2007, http://www.kurier.at/nachrichten/oesterreich/106938.php

Bundesheer wieder mit dabei auf dem Ulrichsberg

Das österreichische Bundesheer leistete auch dieses Jahr (logistische) Unterstützung bei dem berüchtigten Ulrichsberg-Treffen von Weltkriegsveteranen aus Wehrmacht und Waffen-SS und deutschnationalen Verbänden wie Studentenverbindungen.

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: September 2007
Quelle: APA: Ulrichsberg-Treffen: Bundesheer leistet logistische Unterstützung, http://www.ikg-wien.at/IKG/Members/irene/1104751983285/1189624186841?portal_skin=News&id=1189624186841