Archiv der Kategorie 'Ausland / in English '

ÖSTERREICH: Teilnehmerzahlen bei Ulrichsberg-Treffen weit hinter den Erwartungen

Nach zwei Jahren Pause fand dieses Jahr am 16. September auf dem Ulrichsberg in Kärnten wieder das so genannte „Heimkehrertreffen“ statt. Hier versammelten sich wie zuvor Wehrmachts- und Waffen-SS-Veteranen, Rechtspopulisten von der FPÖ und deutschnationale Burschenschafter.
Die Veranstalter hatten vollmundig verkündet, es würden bis zu 900 Gäste erwartet. In Wirklichkeit kamen aber nur 3-400 auf den Berg. Fotos zeigen leere Stuhlreihen. Das Treffen begann auch noch mit einiger Verspätung, weil es Schwierigkeiten mit dem Transport zur Gedenkstätte gab. Im Gegensatz zu den Vorjahren unterstützte das österreichische Bundesheer seit 2009 das Treffen nicht mehr mit Transport-Fahrzeugen oder auf andere Art.
Festredner war Herbert Belschan von Mildenburg, ein Waffen-SS-Veteran. Ursprünglich war der Auftritt von Mildenburg nach Protesten abgesagt worden. Laut Mitgliedern des „Arbeitskreises gegen den Kärntner Konsens“ soll der Vorsitzende der Ulrichsberggemeinschaft von einer bewussten Finte gesprochen haben, um die Medien zu beruhigen.
Auch Walter Graf, ein Vertreter der „Gedenkkameradschaft Walter Nowotny“ hielt eine Ansprache.

Quellen:
* APA/red, derStandard.at: Mitglied der Waffen-SS hielt doch Ansprache bei Ulrichsbergtreffen, 16. September 2012, http://derstandard.at/1347492645838/Mitglied-der-Waffen-SS-hielt-doch-Ansprache-bei-Ulrichsbergtreffen
* DÖW: Umstrittenes „Ulrichsbergtreffen“, Neues von ganz rechts – September 2012

Österreich/BRD: rechter Verein mit Kontakten zur Bundeswehr

Diesem Blog wurde Material zugespielt, was die Verbindung des österreichischen Brigadier a.D., über dessen rechten Verein „Militär-Fallschirmspringer Verbundes Ostarrichi“ und seine Aktivitäten „Braunzone Bundeswehr“ bereits berichtete, zur Bundeswehr belegt. In einem „1.Führungsbrief“ des Brigadier i.R. Josef Paul Puntigam hieß es demnach:

Die Zusammenarbeit mit dem Bundesheer wird intensiviert werden. Aber auch die deutsche Bundeswehr hat großes Interesse an uns. Selbst höchste Offiziere der Bundeswehr haben an uns Gefallen gefunden. Meine Kontakte zur Infanterieschule Hammelburg, zur LL/LT-Schule Altenstadt und zur Offiziersschule in Dresden tragen Früchte! 2012 besuchen wir die Führungsakademie in Hamburg.

Ostarrichi
Der zitierte „1. Führungsbrief“, welcher ein Jahr auf deren Homepage stand, ist inzwischen wieder verschwunden.

Österreich: Waffen-SS- und Wehrmachtsveteranen-Treffen auf dem Ulrichsberg wiederbelebt

Das Magazin „Profil“ berichtet von einer Neuauflage des Treffens am Ulrichsberg in Kärnten:

Der neue Organisator Hermann Kandussi will der Veranstaltung zu alten Ehren verhelfen: „Wir wollen ein europaweites Gedenken für die Gefallenen und Heimkehrer schaffen.“
Tatsächlich ist die Veranstaltung auch ein Fixpunkt für ehemalige SS-Mitglieder und Rechtsextreme.

Ulrichsberg-Treffen 2012
OBEN: Anzeige in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“

Quelle:
* Red: Ulrichsberg-Treffen soll heuer doppelt so groß werden. Veranstalter Kandussi erwartet bis zu 900 Besucher, 25.8.2012, http://www.profil.at/articles/1234/560/339822/ulrichsberg-ulrichsberg-treffen

USA: Neonazis in der US-Army

Ein Reuters-Artikel über Neonazis in der US-Army berichtet von den Unterwanderungs-Versuchen der Rechten. Nach einem Report von 2008 verfügt die Hälfte aller Nazi-Aktivisten über Militär-Erfahrung. Einer dieser Neonazis wird wie folgt zitiert:

I went into the Marine Corps for one specific reason: I would learn how shoot […]I also learned how to use C-4 (explosives), blow things up. I took all my military skills and said I could use these to train other people.

Der Autor des Buches „Irregular Army: How the U.S. Military Recruited Neo-Nazis, Gang Members and Criminals to Fight the War on Terror.“ vermutet, dass gerade im „war against terror“ einerseits eine ideologische Radiklaisierung eingesetzt hat und andererseits die Armee u.a. Neonazis nutzte um ihre Reihen wieder aufzufüllen.

Quelle:
* Daniel Trotta: U.S. Military Battling White Supremacists, Neo-Nazis In Its Own Ranks, Reuters , 08/21/2012, http://www.huffingtonpost.com/2012/08/21/us-army-white-supremacists_n_1815137.html?utm_hp_ref=tw

Österreich: Fallschirmjäger-Verein organisiert ein Gedenken an „Helden“ der Wehrmacht

Der „Verein Militärischer Fallschirmjäger Verbund Ostarrichi“ organisiert in Feldbach (Südsteiermark) ein Treffen zum Gedenken gefallener Wehrmachtssoldaten. Die „Kretafeier“ zog 2010 und 2011 etwa 200 Personen an, 2009 sind es nur 50 gewesen.
Für Zulauf soll nach Medienberichten Josef Paul Puntigam, Brigadier a. D., ehemaliger Infanteriechef des Österreichischen Bundesheeres und ehemaliger Kommandant der Jägerschule, gesorgt haben. Puntigam ist seit 2008 zum Präsidenten des Fallschirmjäger-Vereins. Außerdem ist Puntigam Mitglied der Studentenverbindung Tafelrunde Wiking und hat das Vorwort zu dem 2006 im extrem rechten Pour-le-Mérite-Verlag erschienene Bildband „Geheime Krieger“ verfasst. Der extrem rechten „Deutschen Militärzeitschrift“ stand er für die Ausgabe Nr. 52, Juli/August 2006 als Interviewpartner zur Verfügung.
Unter den Teilnehmenden befanden sich Bundesheerangehörige in Uniform ,Polizisten und Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft IV, der frühere Waffen-SS-Mitglieder angehören. Dem Heer wurde von offizieller Stelle die Teilnahme am Treffen in Feldbach untersagt. Deswegen dürfen Vereinsmitglieder bei ihren Veranstaltungen keine Uniform tragen.

Wie das Magazin „Falter“ herausgefunden hat, ist der Verein mehr als nur ein brauner Traditionsverband:

Die Soldaten sollen im Kampfanzug erscheinen, bei Polizisten ist die Uniform erwünscht. So steht es auf dem Anmeldeformular für den „Ersten Internationalen Hochgebirgsmarsch samt Schießen“, bei dem die Teilnehmer vergangenes Wochenende in der Gegend von Kaprun auf bis zu 2639 Metern Seehöhe durchs Gebirge marschierten. […] Der Milf-O klingt nicht nur militärisch, er ist auch straff organisiert und hat in den Bundesländern „Standortkommandanten“, „Kommandanten“ für die verschiedenen Bundesheerkasernen sowie für Polizei und die Justizwache und auch einen „Ansprechpartner für unsere deutschen Kameraden“. […] Oder die ausländischen Kameraden kommen zu Besuch nach Österreich. Der „bayerische Soldatenbund“ konnte auf einem Schießplatz in Niederösterreich „mit Großkalibergewehren der Marke Heckler & Koch SL 7 und Steyr AUG StG 77“ das Schießabzeichen des Milf-O „erringen“. Ermöglicht worden sei dies durch die „hervorragenden Kontakte“ eines Bundesheer-Vizeleutnants, der ebenfalls im Vorstand des Milf-O sitzt.
Überhaupt nützt dieser Verein Bundesheereinrichtungen, als wäre er Teil des Heeres, darf sich bei Tagen der offenen Tür in verschiedenen Kasernen präsentieren, hat in der „Heeresunteroffiziersakademie“ in Enns sogar eine eigene Informationsecke zur Verfügung gestellt bekommen.

Quellen:
* Kerstin Scheller, Gudrun Springer: Militärverein organisiert braune Feier, Der Standard, 21. August 2012, http://derstandard.at/1345164758910/Militaerverein-organisiert-braune-Feier
* Schießübungen für Ostarrichi?, 22. August 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/08/22/schiesubungen-fur-ostarrichi/
* Nina Horaczek: An die Gewehre, an die Gewehre!, aus FALTER 34/12, http://www.falter.at/falter/2012/08/21/an-die-gewehre-an-die-gewehre/

USA: US-Soldaten bei gay pride

Zum ersten mal durften in Kalifornien US-Soldaten offiziell in Uniform an einer Homosexuellen-Parade teilnehmen.
Im letzten Jahr mussten die teilnehmenden US-Soldaten an der gay pride in San Diego noch ein neutrales Outfit tragen.

Quelle:
* Associated Press: For first time, troops get OK to march in gay pride parade in uniform, 20.07.2012, http://www.washingtonpost.com/national/pentagon-to-allow-service-members-to-march-in-uniform-in-gay-pride-parade-for-first-time/2012/07/19/gJQAu24ywW_story.html

Österreich: FPÖ beschäftigte sich mit Kosovo-Konflikt

Die rechtspopulistische FPÖ beschäftigt sich unter Beteiligung von Militär-Experten mit dem Kosovo-Konflikt:
FPÖ zum Kosovo-Konflikt

Österreich: „Kreta-Gedenken“ diesmal ohne Bundesheer?

Die österreichische Zeitung „Der Standart“ berichtet über eine umstrittene Gedenkveranstaltung in Gniebing in der Steiermark:

Am Samstag soll im steirischen Gniebing (Bezirk Feldbach) wieder eine Gedenkveranstaltung stattfinden, zu der die Vereine Kameradschaft vom Edelweiß, der Militär Fallschirmspringer Verbund-Ostarrichi und der Bund ehemaliger Fallschirmjäger einladen. Zumindest von 2009 bis 2011 nahmen dort auch Rekruten und Offiziere des Bundesheers teil, wie Fotos, die die Veteranenvereine online stellten, beweisen.
Laut Einladungstext von 2011 gedenkt man dem Überfall der Wehrmacht auf Kreta 1941 und dem als „heldenhaft“ bezeichneten Kampf gegen die Alliierten im Frühling 1945 im Raum Feldbach.
Dass das Bundesheer an Veranstaltungen teilnimmt, bei denen des NS-Regimes gedacht wird, ist durch den sogenannten Traditionserlass verboten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte dem Standard bisher nur die Teilnahme junger Soldaten im Vorjahr, erklärte diese aber damit, dass „eines 2010 verstorbenen jungen Bundesheersoldaten, der aus Feldbach stammte, gedacht wurde“. Ob dabei „gegen einschlägige Bestimmungen des Bundesheers verstoßen wurde, wird umgehend untersucht werden“, heißt es weiter. Für heuer ist die Teilnahme von Bundesheerangehörigen jedenfalls verboten. Grün-Abgeordneter Harald Walser, der das Gedenken mit jungen Soldaten aufdeckte, reicht das nicht: „Wieder reagiert der Minister nur mit Einzelweisung, es braucht nachhaltige Lösungen.“

Quellen:
* cms: Veteranenfeier: Ministerium prüft Teilnahme von Heer, Der Standart, 18. Mai 2012, http://derstandard.at/1336697148336/Steiermark-Veteranenfeier-Ministerium-prueft-Teilnahme-von-Heer
* Gniebing (Stmk) / Hörsching (OÖ) : Rechte Umtriebe beim Heer, 18. May 2012, http://www.stopptdierechten.at/2012/05/18/gniebing-stmk-horsching-oo-rechte-umtriebe-beim-heer/

USA: antimuslimischer Rassismus in der Army

Wie die „Welt Online“ berichtet hat ein Ausbilder der US-Army „ein Planspiel für den „totalen Krieg“ gegen Muslime entwickelt und im Unterricht vorgestellt“. Die Zeitung schreibt:

Ein US-Offizier hat nach Informationen des Magazins „Wired“ in Lehrstunden für Soldaten Massenmorde an Muslimen ins Auge gefasst. In einer Präsentation am Joint Forces Staff College in Norfolk (Virgina), die das Magazine im Internet veröfffentlichte, ist von einem „totalen Krieg“ gegen Muslime die Rede. Die Militärführung reagierte mit Entsetzen.

Der Offizier sagte u.a., es würde sich „die Option eröffnen, den Krieg auf zivile Bevölkerung zu richten, wo immer dies notwendig ist“.
Der Generalstabschef Martin Dempsey verurteilte diese Aussagen und das Pentagon hat den Kurs inzwischen gestrichen. Allerdings bleibt der für die Lehrstunde zuständige Offizier am „Joint Forces Staff College“ in Norfolk (Virgina), ist aber vom Unterricht vorerst suspendiert.

Quelle:
* dpa/tts: Hiroshima als Vorbild. US-Offizier lehrt am College Mord an Muslimen, 12.05.12, http://www.welt.de/politik/ausland/article106294566/US-Offizier-lehrt-am-College-Mord-an-Muslimen.html

Türkei: Homophobie in der Armee

In einem Artikel in der Zeitung „Die Welt“ geht es um Homophobie in der türkischen Armee. In der Türkei gilt die Wehrpflicht und Homosexualität gilt als eines der wenigen Argumente, dass die Armee akzeptiert, um junge Männer vom Wehrdienst zu entschuldigen. In der Türkei gilt Homosexualität als „Krankheit“
In dem Artikel heißt es:

Verweigerern droht sogar Gefängnisstrafe. So mancher junge Mann kommt da auf den Gedanken, sich als schwul auszugeben, nur um dem Wehrdienst zu entgehen. Das ist aber gar nicht so leicht.
Denn die Armee hat diesen Weg, um den verhassten 15-monatigen Wehrdienst herumzukommen so schwer und erniedrigend wie nur möglich gemacht. „In der Regel werden zumindest Fotos verlangt“, sagte kürzlich ein Betroffener namens Gökhan in einer Dokumentarsendung der BBC vom 27. März. Akzeptiert würden Fotos des Kandidaten in Frauenkleidern, oder beim Sex – aber nur in passiver Rolle.
[…] Ist man erst einmal anerkannt, können die Folgen ein Leben lang nachwirken. In der Türkei weigern sich viele Arbeitgeber, ungediente Männer einzustellen. Routinemäßig fragen Unternehmen beim Militär nach, und erfahren so den Grund für die Befreiung vom Wehrdienst: „Psychosexuelle Störung (Homosexualität)“ lautet die offizielle Formel. Damit ist man dann gebrandmarkt. Entweder man bekommt den Job nicht, oder man bekommt ihn, und wird von den Kollegen verspottet. […] Warum aber die ganze Schwulen-Phobie? Es ist eine Mischung aus traditionellen Vorurteilen in der muslimischen Türkei, und aus veralteten Nato-Regeln. Die „Sag’ nichts, frag’ nichts“-Regel wurde aus den USA übernommen, und auch die Kennzeichnung von Homosexualität als „psychosexuelle Störung“ erwuchs nicht aus einheimischen Studien, sondern wurde aus einem amerikanischen Dokument aus dem Jahr 1968 übernommen.“

Quelle:
* Boris Kálnoky: Die Angst der türkischen Armee vor den Schwulen, 09.04.12, http://www.welt.de/vermischtes/article106156264/Die-Angst-der-tuerkischen-Armee-vor-den-Schwulen.html

Frankreich: 2008 Neonazi-Zelle in Armee aufgeflogen

Im Zusammenhang mit dem antisemitischen Vierfachmord in Toulouse erinnert Bernhard Schmid in einem Artikel auf „Blick nach Rechts“ daran, dass 2008 eine Neonazi-Connection in einer Kaserne in Montauban ausgehoben wurde.  Damals hatte ein französischer Soldat maghrebinischer Herkunft die Behörden alarmiert: In örtlichen Kasernen feierten Soldaten Feten mit Hakenkreuzfahnen und SS-Symbolen. Drei besonders stark belastete Militärs wurden daraufhin aus dem Dienst entlassen.

Quelle:
* Bernhard Schmid: Ideologisch motivierte Mordtaten, Blick nach Rechts, 20.03.2012 , http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/ideologisch-motivierte-mordtaten

Lettland: SS-Veteranen marschieren

Waffen-SS-Veteran in Riga 2012
Am 16. März sind in Riga (Lettland) erneut noch lebende Angehörige der lettischen Waffen-SS-Divisionen und ihre SympathisantInnen aufmarschiert.
Die Medien berichten von 1.500 bis 2.000 Teilnehmern des Marsches durch die Innenstadt. Davor gab es einen Gedenk-Gottesdienst im Rigaer Dom.
Den Marsch gibt es seit Jahren, er findet immer am 16. März statt, der als „Tag der Legionäre“ gilt. Als „Lettische Legionäre“ dienten 140.000 Letten in der Waffen-SS und 50.000 davon fielen im Krieg. Teile der lettischen Kollaborateure waren direkt in den Mord an den baltischen und weißrussischen Juden involviert.
Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnt etwa die Hälfte der Bevölkerung den Marsch ab.

Quellen:
* Lettische SS-Veteranen marschieren trotz Protest, tagesschau.de, 16.03.12, http://www.tagesschau.de/ausland/lettland138.html
* FOCUS Online: Umstrittenes Gedenken in Lettland: SS-Veteranen marschieren durch Riga, Freitag, 16.03.2012, http://www.focus.de/politik/ausland/umstrittenes-gedenken-in-lettland-ss-veteranen-marschieren-durch-riga_aid_724898.html
* Hannes Gaillscheg: Lettland: Marsch der SS-Veteranen in Riga, „Die Presse“, 16.03.12, http://diepresse.com/home/panorama/welt/741061/Marsch-der-SSVeteranen-in-Riga?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do

USA: Marines posieren mit SS-Flagge

In den USA ist ein Foto von US-Marine-Scharfschützen in Afghanistan aufgetaucht, die vor einer SS-Fahne posieren. Die Soldaten, die auf dem online zu findenden Foto zu sehen sind, gehörten laut Armee-Pressesprecher nicht mehr der Einheit an. Das Foto war im September 2010 in Afghanistan gemacht worden.
SS-Flagge US-Marines
Rabbi Marvin Hier von der NGO „Simon Wiesenthal Center“ bemerkt dazu:

That 70 years after the United States Armed Forces helped liberate Europe from Nazi Germany, to learn that a unit of the United States Marine Corps serving in Afghanistan adopted the SS insignia alongside the Stars and Stripes, desecrates the memory of some 200,000 Americans who gave up their lives to defend freedom against that infamous symbol. The SS units bore the principal responsibility for carrying out Hitler’s Final Solution, which led to the extermination of six million Jews including a million and a half children. In addition, members of the SS murdered unarmed American POWs from Normandy to the Battle of the Bulge.
We call on President Obama and the Secretary of Defense Panetta to immediately investigate on how such an outrage could have occurred and to discipline all those involved. In addition, it is clear that younger generations entering the US military need to be better educated about the lessons of World War II and the Holocaust. The Simon Wiesenthal Center stands ready to assist the US military in an ongoing education effort.

Quellen:
* dapd: Marines posieren mit SS-Flagge, taz vom 10.02.2012, http://www.taz.de/US-Soldaten-in-Afghanistan/!87433/
* Simon Wiesenthal Center Statement on Marine SS Flag Outrage, 09.02.12, http://www.wiesenthal.com/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=lsKWLbPJLnF&b=4441467&ct=11624277

Österreich: Armeeuniformen müssen draußen bleiben

Auf dem umstrittenen Ball des „Wiener Korporationsring“ (WKR), einem Verbund deutschnationaler Studentenverbindungen, sollen dieses Jahr keine Träger von Uniformen des österreichischen Bundesheeres auftreten dürfen. Das österreichische Blatt „Die Presse“ berichtet, dass der Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) keine Uniform am WKR-Ball in der Hofburg erlaubt. „Man wolle nicht den Anschein erwecken, dass das Heer extreme Rechte unterstützt.“
Dieses Jahr findet der WKR-Ball am 27. Januar, am Auschwitz-Befreiungstag statt. Am Rande des Balls, ohnehin ein elitäres Stelldichein, treffen sich Mitglieder der extremen Eurorechten zur besseren Vernetzung. Dieses Jahr sind u.a. Bruno Gollnisch vom französischen „Front National“.

Quellen:
* APA: Verbot für Heeres-Uniform auf Burschenschafter-Ball, 11.01.2012, „Die Presse“, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/723106/Verbot-fuer-HeeresUniform-auf-BurschenschafterBall
* apa/red: Ausgehuniform verboten, 11. Jänner 2012, http://www.news.at/articles/1202/11/316252/wkr-ball-ausgehuniform

USA: mutmaßliche Mitglieder des US-Marinkorps schänden Leichen

In einem Online-Video ist zu sehen wie offenbar vier Mitglieder des US-Marinekorps in Afghanistan unter Gelächter und Scherzen auf die Leichen von toten Taliban oder getöteten Zivilisten urinieren.
Eine Video-Unterschrift beschreibt die Urinierenden als Mitglieder eines Sniper-Teams aus Camp Lejeune (US-Staat North Carolina).
Inzwischen hat die Armee hat eine Untersuchung eingeleitet und es hieß, der Fall werde der Strafverfolgungsbehörde der Marine (NCIS) übergeben.
Inzwischen wurden offenbar alle an der Leichenschändung beteiligten US-Marines identifiziert.

Quellen:
* jam/sda: US-Marines pinkeln auf tote Taliban, Januar 2012, http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/US-Marines-pinkeln-auf-tote-Taliban-29014900
* dpa: Alle US-Marines nach mutmaßlicher Leichenschändung identifiziert, 13.01.2012, http://www.tagesspiegel.de/politik/skandalvideo-alle-us-marines-nach-mutmasslicher-leichenschaendung-identifiziert/6066346.html

Israel: frauenfeindliche Tendenzen in der Armee

In einem Artikel über Ultraorthodoxe in Israel in der Zeitung „Die Welt“ werden auch frauenfeindliche Tendenzen in der israelischen Armee erwähnt:

Diese Tendenz zur Radikalisierung innerhalb der religiösen Gemeinschaft hat es nun auch in eine Organisation geschafft, die sich das ganz und gar nicht leisten kann: die Armee. Der Armeechef müsse eine Entwicklung verhindern, „die die Sicherheit des israelischen Staates und die fundamentalen Werte der israelischen Gesellschaft als Ganzes“ gefährde, schrieben 19 Generalmajore der Reserve jüngst in einem Brief an Stabschef Benni Gantz.
Denn auch bei der Armee, wo man sich in Fragen der Religion bisher immer um den kleinsten gemeinsamen Nenner bemüht hatte, soll plötzlich überall die radikalste orthodoxe Interpretation gelten. Im September verließen neun männliche Kadetten eine Feier, bei der Soldatinnen sangen. Vier wurden schließlich von einem Offizierskurs ausgeschlossen, weil sie eine Entschuldigung verweigerten. Prompt verlangte der Oberrabbiner von Samarien – einem Teil des Westjordanlandes – von religiösen Soldaten, sie sollten lieber ihr Leben opfern, als singenden Frauen zuzuhören.
Ein schleichender Prozess
Nur einen Monat später mussten 100 Soldatinnen auf Aufforderung der Armeerabbiner die Feier zum Ende des Simchat-Thora-Feiertags verlassen und in einem räumlich abgetrennten Gebiet allein feiern. Liat Cohen war eine der Soldatinnen und erinnert sich: „Zwischen uns und den Jungs waren große Tische aufgebaut, wir haben ja nicht gemeinsam getanzt, sondern getrennt“, sagt sie. Und das ist seit ehedem nicht nur in der Armee, sondern selbst in vielen orthodoxen Gemeinschaften genug der Züchtigkeit gewesen.
Als die Soldatinnen sich dann darüber beschwerten, von der Musik und der Feststimmung abgeschnitten zu sein, ließen ihre Vorgesetzen die Mädchen in Bussen zurück in die Kaserne bringen: „Alle Offiziere haben nur mit den Schultern gezuckt“, erzählt Liat.

Quelle:
* Michael Borgstede: Wie Frauen aus der Öffentlichkeit verbannt werden, in: „Die Welt“, 28.12.2011, http://www.welt.de/politik/ausland/article13786527/Wie-Frauen-aus-der-Oeffentlichkeit-verbannt-werden.html

Österreich: Soldat wegen Hitlergruß verurteilt

In Österreich wurde ein Soldat verurteilt, der als 20jähriger Gefreiter des Bundesheeres im Jahr 2000 in Bosnien Hitler-Gruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen hatte.
Nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes hatte sich der Verurteilte freiwillig zum Auslandseinsatz nahe der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gemeldet. Schon während des Assistenzeinsatzes im Burgenland im Mai 2010 hatte er sich eine Tätowierung am rechten Oberarm machen lassen, so ließ er sich SS-Runen und die Abkürzung ABK („Arische Bruderschaft Kärnten“) stechen. In Sarajevo kam dann noch „Blut und Ehre“ dazu. Bei einer Geburtstagsfeier am 17. November 2010 war es dann zu dem Hitlergruß gekommen. Bei der Heimfahrt mit einem Bundesheerfahrzeug soll der Verurteilte dann auch noch einen Kameraden mit Migrationshintergrund mit den Worten „Du Ausländersau, ich bring euch alle um“ beschimpft haben.

Trotzdem der Angeklagte eine Tätowierung entfernen ließ wurde er 18 Monaten Haft verurteilt, wovon er sechs mindestens absitzen muss.

Quelle:
* APA: Nach Hitler-Gruß. Soldat wegen Wiederbetätigung zu 18 Monaten verurteilt, 12. Dezember 2011, http://derstandard.at/1323222842393/Nach-Hitler-Gruss-Soldat-wegen-Wiederbetaetigung-zu-18-Monaten-verurteilt

Tschechien: Armee will „Extremisten“ ausfiltern

Nach zwei Jahren Arbeit hat das tschechische Verteidigungsministerium eine Anweisung herausgegeben die linke und rechte „Extremisten“ anhand ihrer Symbolik (z.B. in Form von Tattoos) erkennen helfen soll. Diese Anweisung war notwendig geworden nachdem zwei tschechische Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren, durch Nazi-Symbolik an ihren Helmen aufgefallen waren. Ein anderer Soldat hatte Tattoos mit SS-Symbolen.
Weitere Beispiele wären der Neonazi Vladimír Holub diente auch in der 4th Rapid Response Brigade im Irak oder Jan Brhel, ein Neonazi von Teplice, ebenfalls Mitglied in derselben Brigade.

Quelle:
* ROMEA: Czech Army battles extremists in its own ranks, 25.10.11, http://www.romea.cz/english/index.php?id=detail&detail=2007_2912

Österreich: Nur 100 Personen bei Ulrichsberg-Feier

Der österreichische „Standard“ berichtet unter der Überschrift „Gedenkveranstaltung im Konzerthaus wurde zum Flop“, dass nur etwa 100 Personen am sn der Ersatzveranstaltung für das rechte Soldaten- und Veteranentreffen am Ulrichsberg im Klagenfurter Konzerthaus zusammenfanden.

Einblicke in die Treffen in den vergangenen Jahren (alle Bilder sind Screenshots aus der Film-Doku der U-Berg-Gruppe) :
Ulrichsberg 1979 a
OBEN: Ulrichsberg 1979 mit österr. Bundesheer

Ulrichsberg 1979 b
OBEN: Ulrichsberg 1979, Wehrmachts- oder SS-Veteranen

Ulrichsberg 1979 c
OBEN: Ulrichsberg 1979, SS-Obersturmführer

Ulrichsberg d
OBEN: Ulrichsberg 2005, Mithilfe des Bundesheeres

Ulrichsberg 2005 b
OBEN: Ulrichsberg 2005, Krumpendorf-Abend der SS-Veteranen

Ulrichsberg 2005 c
OBEN: Ulrichsberg 2005, Krumpendorf-Abend der SS-Veteranen

Quelle:
* APA: Ulrichsbergtreffen in Klagenfurt mit nur 100 Besuchern, 18. September 2011, http://derstandard.at/1315006655624/Ulrichsbergtreffen-in-Klagenfurt-mit-nur-100-Besuchern

USA: Ex-Marine schwerbewaffnet und auf der Flucht

Charles Dyer, ein Ex-Marine und Mitglied einer Miliz in Oklahoma (paramilitärische, rechte Verbände in den USA) löste eine landesweite Fahndung aus.
Die Behörden befürchten, dass Charles Dyer auf der Flucht und schwer bewaffnet ist. Ursprünglich sollte Dyer sich am Montag vor Gericht einfinden, weil er wegen der Vergewaltigung eines siebenjährigen Familienmitgliedes
In der Vergangenheit hatten Dyers und seine Gesinnungsgenossen mehrfach Drohungen geäußert.

Quelle:
* Dana Hertneky: Oklahoma Ex-Marine Sparks Nationwide Manhunt, News 9, 16.08.11,
http://www.news9.com/story/15272659/oklahoma-ex-marine-sparks-nationwide-manhunt