Archiv der Kategorie 'aktive Militärs'

Handelte Mundlos in der Bundeswehr mit Waffen?

Brisant klingt vor allem eine Passage: Ihm sei über Uwe Mundlos berichtet worden, „dass er über seinen Nazikameraden, Waffen und Sprengstoff aus dem Bestand von abgezogenen Rotarmisten besorgen“ könne. Ein Rekrut habe erzählt, „dass er von Mundlos eine (Pistole vom russischen Typ) Makarow gekauft hatte.“

Quelle:
* Martin Debes: NSU-Zeuge: Mundlos handelte in Bad Frankenhausen mit Waffen, Thüringer Allgemeine, 12.12.13, http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/NSU-Zeuge-Mundlos-handelte-in-Bad-Frankenhausen-mit-Waffen-774998417

Sammelband von jungrechten Offizieren präsentiert

Die drei neurechten Jungoffiziere Böcker, Kempf und Springer, die vor einiger Zeit das Studierendenmagazin der Bundeswehr-Universität bei München kaperten (BraunzoneBw berichtete) haben nun ein Sammelband herausgebracht. Der Band trägt den Titel „Soldatentum. Auf der Suche nach Identität und Berufung der Bundeswehr heute“ und ist im Olzog-Verlag erschienen. Über die Präsentation berichtete der neu Erik Lehnert, Chef des neurechten thinktanks „Institut für Staatspolitik“, berichtet auf „Sezession Online“ unter der Überschrift „Soldatentum – Böcker, Springer und Kempf präsentieren ihr Buch“:

Daß die drei Oberleutnante den Gesprächsfaden mit diesem Buch wieder aufnehmen, ist bemerkenswert und wird dadurch erstaunlich, wenn man bedenkt, daß der ehemalige Generalinspekteur Klaus Naumann und der aktuelle Vorsitzende des Bundeswehrverbandes Ulrich Kirsch Geleitworte beigesteuert haben. Bei der gestrigen Vorstellung waren neben Kirsch und den drei Herausgebern noch die Mitautoren Prof. Carlo Masala und Hauptmann Bohnert sowie der Wehrbeauftrage Helmut Königshaus nicht nur anwesend, sondern auch durch Wortbeträge beteiligt.
Über mangelnde Unterstützung können sich die Herausgeber damit nicht beklagen und es ist zu hoffen, daß es ihnen gelingt, die Wahrnehmungsschwelle zu überspringen. Das Anliegen, das sie mit diesem Buch vorbringen, ist für die Zukunft der deutschen Armee entscheidend. Es geht ihnen um eine ehrliche Antwort auf die Frage, wozu und wem sie eigentlich dienen, wenn sie sich freiwillig bereiterklären, für die Bundesrepublik den Kopf hinzuhalten. Daß es darauf keine selbstverständliche Antwort mehr gibt, zeigte die Buchvorstellung, bei der sich vor allem über die mangelnde Wertschätzung der Soldaten durch die Gesellschaft beschwert wurde.

Auch in dem Rechtsaußen-Blatt „Junge Freiheit“ wurde über die Buchpräsentation berichtet:

Knapp 50 Zuhörer, darunter auch einige Generäle, hat es am Dienstag in das Amt des Wehrbeauftragten gezogen. Hellmut Königshaus (FDP) ist erschienen, um das Buch „Soldatentum – Auf der Suche nach Identität und Berufung der Bundeswehr heute“ vorzustellen.

Quelle:
* Erik Lehnert: Soldatentum – Böcker, Springer und Kempf präsentieren ihr Buch, Sezession Online, 27.06.2013

Bundeswehr-Soldat hört im ICE Nazi-Musik

Am 29. Januar 2012 wurde auf der Zugfahrt von Berlin nach Hannover ein 20jähriger Mann mit dem Ziel Wilhelmstein-Kaserne in Neustadt-Luttmersen festgenommen, weil er herumpöbelte, Fahrgäste belästigte und auf seinem Notebook Nazi-Musik hörte. Bei dem Festgenommenen handelte es sich nach Medienberichten um einen stark alkoholisierten Bundeswehrsoldaten des Panzerbataillons 33 der 1. Panzerdivision, deren Stab ihren Sitz in Hannover hat. Nach der Beschlagnahme seines Laptops wurde der Festgenommene den Feldjägern übergeben.

Quellen:
* dapd: Bundeswehrsoldat beschallt ICE mit rechtsextremer Musik, 30.01.2012, http://www.derwesten.de/panorama/bundeswehrsoldat-beschallt-ice-mit-rechtsextremer-musik-id6297765.html
* Soldat hört Rechtsrock im ICE, 30.01.2012,
http://www.sn-online.de/Nachrichten/Hannover/Uebersicht/Soldat-hoert-Rechtsrock-im-ICE

Braune Einsprengsel im olivgrünen Vorfeldgeflecht der Bundeswehr

Die rechtskonservative „Preussische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V.“ hat am 15. Januar 2012 in Berlin im Hilton-Hotel ihren Neujahrsempfang abgehalten. Dafür wurde auch in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ per Anzeige geworben. In dieser Anzeige wird auch Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, als Ehrengast angekündigt.
In einem Bericht in der „Preußisch Allgemeinen Zeitung“ vom 28.Januar zu dem Neujahrsempfang heißt es:

Als Ehrengast und Festredner begrüßte Tschapke den Wehrbeauftragten des Deutschen
Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP). Dieser bekannte sich in seiner Rede uneingeschränkt
zu den preußischen Tugenden. So führte er aus, Gehorsam und Pflichterfüllung seien einst die
Eckpfeiler der preußischen Armee gewesen und hätten auch für die Bundeswehr zu gelten.

JF-Anzeige Neujahrsempfang
Beim Neujahrsempfang waren neben der „Jungen Freiheit“ oder der ihr nahe stehenden „Bibliothek des Konservatismus“ auch der „Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V.“ und das „Wachbataillon beim Bundesminister der Verteidigung“ mit einem Stand vertreten.

Bundeswehr-Studimagazin fest in neurechter Hand

Die neue Ausgabe von „campus“, der „Zeitschrift des studentischen Konvents“ der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München ist erschienen. Die letzte Ausgabe von „campus“ war umstritten, weil der neue Chefredakteur, Oberleutnant Martin Böcker aus München, und mehrere weitere Mitarbeiter der rechten Strömung der „Neuen Rechten“ zuzuordnen sind (BraunzoneBw berichtete), die sich an der antidemokratischen „Konservativen Revolution“ orientiert. So trat Böcker als Autor für die neurechten Online-Formate „Blaue Narisse“ und „Sezession“-Blog (seit 3. Dezember 2009) und die Print-Formate „Sezession“ und „Junge Freiheit“ in Erscheinung. Böckers politische Orientierung schlug sich auch massiv inhaltlich im ersten Heft unter seiner Ägide als Chefredakteur nieder, in dem sich u.a. eine Anzeige des extrem rechten Thinktanks „Instituts für Staatspolitik“. Trotz laut gewordener Kritik konnte sich Böcker auf dem Posten als Chefredakteur halten.

campus 02-2011

Die zweite „campus“-Ausgabe unter Böckers Verantwortung trägt das Titelthema „Offizierskorps und Gesellschaft – Wer nicht redet, wird nicht gehört“.
Der Chefredakteur Martin Böcker beklagt in seinem Leitartikel unter der Überschrift „Wirkung geht vor Deckung“ die „Marginalisierung des Soldaten“ und fordert den (politisch) eigenmächtigen Soldaten, der sich als Teil der Elite versteht. Als Gewährsmann wird der Rechtsschreiber Gerd-Klaus Kaltenbrunner und dessen Elite-Definition herangezogen. Mit Verweis auf Kaltenbrunner wird sich auf dessen Absage an die „„humanitaristischen Werten“ wie „Mündigkeit, Emanzipation, Gleichheit“. Martin Böcker nennt diese Werte, „Werte, die in einer funktionierenden Armee nicht im selben Maße umgesetzt
werden können, wie in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft – auch und gerade, wenn die Armee diese Gesellschaft schützt.“ Böcker beendet seinen Leitartikel mit der Forderung:

Dazu müssen deutsche Offiziere aus dem Schatten der reinen Funktions-Elite heraustreten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs beanspruchen, in Teilen also selbst Elite werden.

Als Interviewpartner stand dem Magazin der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld zur Verfügung, dessen Gast-Vortragsreihe in Trier auf Grund seines vulgären Antifeminismus und Sexismus nach Protesten abgebrochen werden musste (BraunzoneBw berichtete).
Auf die Frage „Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung deutscher Offiziere?“ antwortet van Creveld:

Ihre Offiziere haben Angst. Und das auch aus guten Gründen, schließlich kann der kleinste Fehler zur Folge haben, dass er als „Extremist“ gebrandmarkt und wie ein wildes Tier zur Strecke gebracht wird. Das Ergebnis ist, dass man keine Bundeswehr-Einrichtung betreten kann, ohne sofort mit diesem Geruch von Bürokratie, politischer Korrektheit und Unterwürfigkeit konfrontiert zu werden.

Unter dem Titel „Entschieden für die Tapferkeit“ schreibt Böckers Gesinnungsgenosse Lars Kempf über Tapferkeit „nicht nur ein pathetischer Anspruch an den Soldaten, sondern“ als „ethisches Fundament.“ Kempf will im Kampf das Nachdenken ausgeschaltet wissen:

So relevant die Fragen nach Gewissen und Verantwortlichkeit im Vorfeld sein mögen, führen sie im Gefecht selbst bloß zu Irritationen und stiften Verwirrung.

Zu der Bundeswehr-Werbekampagne „Wir. Dienen. Deutschland“ hat Böcker einen lobenden Kommentar verfasst:

Diese implizit vermittelte Erkenntnis [Deutschland zu dienen] bringt dem Soldaten die Achtung entgegen, die der irgenwie eher so pazifistische Bionade-Intellektuelle nicht aufbringen kann. […] Vielleicht könnte dieser Zusammenhang, würde er in der Kampagne deutlicher hervorgebracht, nicht nur für den Dienst in den Streitkräften, sondern auch für den Dienst der Streitkräfte werben.

Fazit: So genannte „Neue Rechte“, Sympathiegänger der antidemokratischen „Konservativen Revolution“, haben das Studimagazin an einer Universität gekapert, an der etwa die Hälfte des deutschen Offiziersnachwuchses ausgebildet wird. Die rechte Wortergreifungsstrategie im Rahmen des geschriebenen Wortes schlägt sich auch inhaltlich nieder. Ganz unverhohlen und vor allem offenbar auch ohne dabei aufgehalten zu werden arbeitet eine rechte Jungoffiziers-Riege an der rechten, politischen Verschiebung ihrer Offizierskameraden.

Militärpfarrer schreibt in neurechten Blatt

Im typisch nationalistischen Duktus beklagt der Ulrich Kronenberg, der als Militärseelsorger
Soldaten der Bundeswehr im Feldlager von Kabul (Afghanistan) betreute, in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (Nr. 47/2011), dass Tod von Soldaten in der Bundesrepublik nicht mehr ausreichend gewürdigt werde und versucht dabei dem Soldatentod noch einen Sinn zu geben:

Das deutsche Volk hat allen Grund, sich in Ehrfurcht und Demut vor seinen toten Söhnen zu verneigen, anstatt in „höflichem Desinteresse“ zu verharren und die trauernden Angehörigen zu vergessen. Das ist mein Wunsch zum Volkstrauertag 2011.


Quelle:

* Ulrich Kronenberg: Volkstrauertag. Anteilnahme statt Phrasen, in: „Junge Freiheit“ Nr. 47/2011

Bundeswehrsoldat gründete rechte Organisation mit

Laut einer Kurzmeldung war in Kassel ein Bundeswehrsoldat an der Gründung der extrem rechten „Deutschen Hilfsorganisation“ (DHO) beteiligt.

Quelle:
* Amtsgericht verurteilt rechtsextremen Kameradschaftschef. Strafe für Hakenkreuze und Angriff auf Polizei, http://www.hna.de/nachrichten/stadt-kassel/kassel/strafe-hakenkreuze-angriff-polizei-1397262.html

Antifeministischer Vortrag in Kiel

Das Rechtsaußen-Blatt „Junge Freiheit“ Nummer 31-32/2011 berichtet von dem Vortrag von Martin van Creveldt in Kiel. Er trat dort für die „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“ und den „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr“ an der Hermann-Ehlers-Akademie auf, dem Ableger der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Schleswig-Holstein. Er referierte vor allem über den Inhalt seines Buches „Das Wesen des Krieges“, dass in deutscher Übersetzung im äußerst rechtslastigen Ares-Verlag aus Österreich erschienen ist. Das Publikum bestand angeblich aus 100 Menschen, darunter auch drei Generale. Die „Junge Freiheit“ gibt auch van Creveldts antifeministischen Aussagen zum Thema Frauen in den Streitkräften wieder:

Eine Nation könne zwar auch ohne eine Kriegskultur noch über Streitkräfte verfügen, doch seien solche Streitkräfte höchstens noch „wilde Haufen ohne Manneszucht, ohne soldatische Regeln, die kaum noch kämpfen, sondern höchstens Greuel verursachen“. Am schlimmsten aber sei es, wenn die Streitkräfte Opfer des Feminismus würden.

Das solche rechten Töne von Martin van Creveldt kommen überrascht Kennen nicht. Der Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem gilt als Wehrmachts-Apologet und war Autor für die rechten Blätter „Junge Freiheit“ (regelmäßig), „Deutsche Militär-Zeitschrift“ und Sezession, zudem gilt er als „Ikone der Zeitschrift eigentümlich frei.“
Er war im Dezember 2004 auch schon bei dem extrem rechten „Institut für Staatspolitik“ zu Gast.

Quellen:
* „Junge Freiheit“ 31-32/2011
* Frank Brendle: „In Kameradschaft treu“. Die Bundeswehr zwischen Tradition und Reform, in: „Antifaschistisches Info-Blatt“ Nr. 77 – 4/2007, Seite 9

Neurechte Offiziere an Bundeswehruni in München

Martin Böcker aus München war anfangs Betreiber des rechten Interview-Blogs „www.dasgespraech.de“ und schrieb später für rechte Blätter wie „Junge Freiheit“ und „Sezession“. Boeckers bei Sezession Zudem nahm er auch an einer Kranzniederlegung am Grab des rechten Vordenkers Oswald Spengler teil. Außerdem gibt er bereitwillige zu, er besuche regelmäßig „guten Gewissens“ Veranstaltungen des ultrarechten thinktanks „Institut für Staatspolitik“ (IfS).

Nun sorgte Böcker für Furore. Er ist nämlich nicht nur Student an der Bundeswehr-Universität in München, sondern auch der neue Chefredakteur des Studierenden-Magazins seiner Universität.
Campus 1-2011
In der Ausgabe Nr. 131 des Magazins „Der Rechte Rand“ findet sich in dem Artikel „Rechtsum im »Institut für Staatspolitik«“ (Seite 22) von Robert Andreasch folgender Abschnitt:

Eines hat [Martin] Böcker freilich mit [Götz] Kubitschek gemeinsam: Jener war, was Böcker noch ist: Soldat, das heißt genauer studierender Offizier an der Universität der Bundeswehr (Fachbereich Staats- und Sozialwissenschaften) in Neubiberg bei München. Zusammen mit Leutnant zur See Felix Springer (Autor für »Sezession« und JF) und […] Larsen K[…] (Autor in JF und »Blaue Narzisse«) bildet Böcker den Kern der Münchner IfS-Aktivisten. Das rechte Trio stellt keine Ausnahme dar: Ein größerer Trupp von Soldaten/Studierenden der Bundeswehruniversität besucht zusammen mit Burschenschafter regelmäßig rechte Veranstaltungen in München, ob von der »Bürgerbewegung Pax Europa« oder beispielsweise von »Politically Incorrect«.

Der genannte Martin Böcker ist nun der neue Chefredakteur der Studierendenzeitung „Campus“ Organ des Studentischen Konvents an der Bundeswehr-Universität in München.
Bereits im Editorial von „Campus“ kündigen der Oberleutnant und seine Gesinnungsgenossen an, den Schutz der Pressefreiheit „werden wir schamlos ausnutzen.“

Böcker nennt auch den „Dienst“ der Frauen in der Bundeswehr „dankenswert, edel und gut“, schreibt aber zugleich von „der misslungenen Integration der Frau in den Streitkräften“. Im Heft führt der Redakteur und Leutnant zur See, Felix Springer, diese antifeministische These weiter aus:

Unbestritten ist, dass sich die körperlichen Anlagen männlicher und weiblicher Soldaten grundlegend unterscheiden, damit auch die reale Leistungsfähigkeit. […] In der militärischen Ausbildung sind entweder doppelte Maßstäbe oder eine Absenkung des allgemeinen Leistungsniveaus die Folge. Beides wirkt negativ auf den Kampfwert

Die Auswirkungen der Neubesetzung des Chefpostens bei „Campus“ zeigen sich sogleich. Das IfS konnte eine ganzseitige Anzeige in dem Magazin schalten.
Immerhin: Die Uni-Präsidentin erklärte laut „Süddeutsche“ eine Anzeige wie die des „Instituts für Staatspolitik“ werde es in Campus nicht mehr geben.
Doch Böcker ist nicht der einzige braune Passagier an Bord von „Campus“. So berichtet das AIDA-Archiv:

Doch Martin Böcker ist nicht allein bei „Campus“ eingestiegen: Mindestens ein weiterer „Campus“-Redakteur ist als Autor für „Sezession“ tätig, ein dritter schreibt für die extrem rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und das IfS-nahe Online-Portal „Blaue Narzisse“.

Quellen:
* Maria Holzmüller Bundeswehr: Rechtsruck im Uni-Magazin Rechter Aktivist leitet Zeitung an Bundeswehr-Uni, 14.07.2011, http://www.sueddeutsche.de/karriere/bundeswehr-rechtsruck-im-uni-magazin-rechter-aktivist-leitet-zeitung-an-bundeswehr-uni-1.1120199 & http://www.sueddeutsche.de/karriere/bundeswehr-rechtsruck-im-uni-magazin-rechter-aktivist-leitet-zeitung-an-bundeswehr-uni-1.1120199-2
* DWK/rb: Rechter Aktivist lenkt Zeitung an Bundeswehr-Uni, 14.07.2011, http://www.welt.de/regionales/muenchen/article13487682/Rechter-Aktivist-lenkt-Zeitung-an-Bundeswehr-Uni.html
* Robert Andreasch: Skandal an Bundeswehr-Uni in Neubiberg, AIDA-Archiv, 14. Juli 2011, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2444:skandal-an-bundeswehr-uni-in-neubiberg-&catid=43:weitere-rechte-aktivitn&Itemid=151
* Andreas Speit: Lufthoheit über den Seminaren, taz, 18.07.2011, http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2011%2F07%2F18%2Fa0027&cHash=fb013a5a50

„Afghanistankonferenz“ bei Burschenschaft in Würzburg

Am 18. April fand bei der Burschenschaft Adelphia in Würzburg eine so genannte „Afghanistankonferenz“ statt, an der nach Eigenangabe 40 Personen teilnahmen. Die Burschenschaft Adelphia ist ein rechter Männerbund, der Mitglied in dem sehr rechten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) ist. Bei dieser „Afghanistankonferenz“ traten der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Spatz und Oberstleutnant Carsten Spiering auf, die zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr referierten.
In einem Bericht heißt es, dass Carsten Spiering, der ehemalige Pressesprecher von Oberst Klein, „von dessen innerer Zerrissenheit in den entscheidenden Minuten des Angriffs auf die beiden gestohlenen Tanklaster. Als überzeugter Christ sei es für ihn eine besondere Überwindung gewesen, diesen Angriff zu befehlen, welcher aus militärischer Sicht allerdings alternativlos und somit absolut notwendig gewesen sei […]“.

Diese eindeutige Pro-Bundeswehr-Veranstaltung illustriert erneut das Nähe-Verhältnis zwischen Bundeswehr und Studentenverbindungen auf das der Arbeitskreis „Braunzone Bundeswehr“ bereits früher in einem Artikel in dem IMI-Magazin „Ausdruck“ ausführlicher eingegangen ist.

Auf dem Haus der Burschenschaft Adelphia Würzburg fanden in Vergangenheit auch immer wieder Vorträge mit rechtslastigen Referenten statt. So referierte bei einer DB-internen Tagung vom 11. bis zum 13. März 2011 auf dem Haus der Adelphia zum Thema „Lage in Deutschland“ auch auch Harald Seubert, der kooptierter Beisitzer im deutschnationalen „Studienzentrum Weikersheim“ und seit 2010 Präsident des ultrarechten „Preußeninstituts“ ist. Am 6. Dezember 2007 referierte der Burschenschaftler und CSU-Funktionär Hannes Kaschkat zum Thema „Berufsfreiheit und Staatskontrolle. (am Beispiel B! Danubia München und Sascha Jung)“. Kaschkat wurde 1997 stellvertretender Vorsitzender des extrem rechten Vereins „Unser Land – Wissenschaftliche Stiftung für Deutschland“ und ist oder war Vizepräsident der „Gesellschaft für die Einheit Deutschlands e.V.“ (GED).

Quelle:
* Michael Christl: „Afghanistankonferenz“ auf dem Adelphenhaus in Würzburg, 01.04.11

Marine-Elitesoldat und JN-Mitglied

In der im schleswig-holsteinischen Eckernförde stationierten „Boardingkompanie“ der „Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine“ gibt es laut Medienberichten ein braunes Ei im Nest. Gemeint ist der 23jährige Julien L. aus Lörrach, der sich als Zeitsoldat für vier Jahre in der „SEK Boardingkompanie, Team Nr. 5“ verpflichtet hat. In Lörrach war Julien L. Gründungsmitglied des dortigen JN-Stützpunktes. Der Leiter des Stützpunktes, Thomas Baumann, geriet in die Schlagzeilen, als eine Hausdurchsuchung den Verdacht bestätigte, dass er bombenfähiges Material horte. Seither sitzt Baumann in Haft. Zu genau diesem verhinderten Bombenbastler unterhielt der Marine-Elitesoldat Kontakte.
Über Konsequenzen ist noch nichts bekannt.

Quelle:
* Stefan Schölermann: Reportage: Ein Neonazi als Bundeswehr-Elitesoldat, NDR Info, 24.09.09, http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/nazibundeswehr100.html

Militär-Referenten bei der rechtslastigen Preußischen Gesellschaft

Die Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. hatte in den letzten Jahren folgende Referenten aus bzw. über den Bereich Militär:

18. Juli 2007
Thema: „Vernetzte Sicherheitspolitik“ (Rolle und Aufgaben der Bundeswehr im 21. Jahrhundert)
Referent: General Wolfgang Schneiderhan (Generalinspekteur der Bundeswehr)

18. April 2007
Thema: „Über echte und falsch verstandene Toleranz im Umgang mit dem Islam“
Referent: Pater Lothar Groppe (Militärpfarrer a. D., Dozent an der „Führungsakademie der Bundeswehr“, aktiv in der „Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft“, Autor in: „Junge Freiheit“, Criticon, „Der Schlesier“, „Erneuerung und Abwehr“)

21. März 2007
Thema: „Preußen und Christentum“
Referent: Dr. Rolf Sauerzapf (Kirchenrat i.R., ehemaliger evangelischer Militärpfarrer bzw. Grenzschutzpfarrer, aktiv im Hilfskomitee Südliches Afrika, beim Preußeninstitut e.V. und bei der „Stimme der Mehrheit“)

12. Juli 2006
Thema: „Bundeswehr – Die geduldete Armee“
Referent: Clemens Range (Inhaber der Kommunikationsagentur „Translimes Media“, Chefredakteur der revanchistischen „Preußischen Allgemeinen Zeitung – Ostpreußenblatt“, Oberstleutnant der Reserve)

Neuigkeitswert bzw. Aktualitätsgrad: Juli 2006 bis Juli 2007
Quelle: Homepage der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V.