Archiv für Dezember 2017

Helfer des mutmaßlichen Rechtsterroristen Franco A. will für AfD arbeiten

Maximilian T. aus Seligenstadt war Oberleutnant in der zweiten Kompanie des Jägerbataillons 291 im elsässischen Illkirch und studierte an der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München. Maximilian T. gilt als Helfer des mutmaßlichen Rechtsterroristen Franco A.
Ermittler fanden bei ihm eine Liste mit dem Titel „Politik und Medien“ mit möglichen Anschlagszielen. Er war offenbar auch in Wien dabei, als A. eine Waffe auf dem Flughafen versteckte. Deswegen ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen ihn wegen möglicher Beihilfe für Franco Albrecht.
Trotzdem ist war T. seit Anfang Dezember 2017 unter Auflagen im Stab der deutsch-französischen Brigade in Mülheim eingesetzt.
Gleichzeitig ist T. auch AfD-Mitglied. Nun hat sich T. bei seiner Partei als Mitarbeiter im Bundestag beworben. Die FAZ schreibt:

„Seinen Vorgesetzten legte Oberleutnant Maximilian T. kürzlich einen Antrag für eine Nebentätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Bundestag vor.
[…] Im Sommer hob der Bundesgerichtshof den Haftbefehl gegen T. auf, da die Richter keinen dringenden Tatverdacht sahen.
[…] Die Anwälte T.s bestreiten jegliche Beteiligung ihres Mandanten.
Ein Sprecher der AfD-Fraktion teilte mit, von einer geplanten Mitarbeit des Oberleutnants T. sei „bisher nichts bekannt“. Die Rechtspopulisten hatten zunächst auch die Parteimitgliedschaft von Maximilian T. mehrere Monate lang geleugnet.

Quelle:
* Rechtsextremismus : Mutmaßlicher Helfer von Franco A. will für AfD arbeiten, 16.12.2017, http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextremismus-mutmasslicher-helfer-von-franco-a-will-fuer-afd-arbeiten-15343674.html

Aufruf zum Dienst in der Bundeswehr in extrem rechten Magazin

Das extrem rechte „Arcadi Magazin“ aus Leverkusen inszeniert sich als rechtes Lifestyle-Magazin. In der ersten Printausgabe, die im Oktober 2017 erschien, findet sich auch ein Beitrag über die Bundeswehr aus der Feder von Raphael Roth.
Pro-Bundeswehr in Arcadi 1/2017
Darin schreibt Roth u.a.:

„Es klingt martialisch, aber es ist wahr: das oberste Handwerk eines Soldaten ist das Töten. Als Soldat sollte man damit rechnen, irgendwann töten zu müssen oder selbst dran zu glauben.“

Roth ruft zum Dienst in der Bundeswehr auf und kritisiert „das verklemmte Verhältnis der Bundeswehr mit ihren Vorgängern“ und „die Entmilitarisierung der Gesellschaft.“

Zu kritisch: Ausstellung in Dresdner Militärmuseum abgesagt

Seit der Neueröffnung des Militärhistorischen Museum in Dresden 2011 gab es immer wieder kritische Ausstellungen in diesem Museum. Doch damit scheint nun Schluss zu sein.
Von Anfang an gab es gegen den neuen kritischen Geist auch innerhalb der Bundeswehr Widerstand.
Im Frühjahr 2017 wurde der bisherige fortschrittliche Museumsdirektor, Matthias Rogg, versetzt. Angeblich auf eigenen Wunsch. Im Sommer 2017 folgte Rogg der zivile wissenschaftliche Leiter, Gorch Pieken. Nun wurde bekannt, dass Ende Juli 2017 eine geplante Sonderausstellung mit dem Titel „Gewalt und Geschlecht“ abgesagt wurde. Offenbar passt den Verantwortlichen die linksliberale Agenda nicht mehr. Das Museum hielt die Absage geheim, offenbar um einen Skandal zu vermeiden. Nun kam es trotzdem noch dazu.
Die Ausstellung bleibt abgesagt. Zwei Jahre Vorbereitungen und erhebliche finanzielle Mittel wurden dadurch ‚verbrannt‘.
Die derzeitige Museumsführung leugnet inhaltliche Gründe für die Absage. Andere Beteiligte widersprechen aber dieser Darstellung.
Angeblich soll die Ausstellung nun doch noch stattfinden. Eröffnungsdatum ist der 26. April 2018.

Quellen:
* Peter Richter: Granatwerfer mit Kennzahl, Süddeutsche, 7. Dezember 2017, http://www.sueddeutsche.de/kultur/museum-granatwerfer-mit-kennzahl-1.3782097
* Stefan Locke: Wieder mehr marschieren, FAZ, 17. Dezember 2017

MAD-Mitarbeiter verlässt die AfD

Hendrik Rottmann aus Köln ist Betriebswirt, Offizier der Streitkräftebasis und arbeitet als Controller für den Bundeswehr-Geheimdienst „Militärischer Abschirmdienst“ (MAD). Erst vor kurzem trat er aus der AfD aus, weil diese ein „Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker“ sei. Zuvor war er Vorsitzender des Kölner AfD-Kreisverbands, Mitglied des Stadtrats und erfolgloser OB-Kandidat.
Rottmann ist mit dem inneren Zustand der AfD unzufrieden: Die AfD ist bereits zu einer etablierten Partei geworden, die sich in der Hauptsache in parteiinternen Querelen und Machtkämpfen befindet“.
Inhaltlich dürfte er weniger Probleme mit der AfD gehabt haben. Noch am 29. Januar 2017 twitterte er „Deutschland erwache“, eine alte Nazi-Parole.
Rottmann: Deutschland erwache!

Quelle
* Oliver Görtz: Kölner tritt aus AfD aus „Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker“, „Kölner Stadtanzeiger“, 19.12.17, https://www.ksta.de/koeln/koelner-tritt-aus-afd-aus--sammelbecken-fuer-verschwoerungstheoretiker--29322348