Archiv für November 2015

Wien: Gedenken an Wehrmachtsflieger

Novotny-Totengedenken 2015
Das österreichische Newsportal „Stoppt die Rechten“ schreibt:

„Am Sonntag. 8. November, versammelten sich am Wiener Zentralfriedhof wieder einige Dutzend Rechtsextreme am Grab von Walter Nowotny, dem NS- Luftwaffenoffizier und Nationalsozialisten. 2003 hatte der Wiener Gemeinderat per Beschluss seinem Grab den Status eines Ehrengrabs aberkannt. Seither hat der „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“ die Grabpflege und die Aufmärsche der Rechtsextremen organisiert.
Stolz verkündet der „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“, dass er seit 2012 „vom österreichischen Innenministerium offiziell mit der Grabpflege beauftragt“ worden ist. Das muss man sich einmal vorstellen: die (rote) Gemeinde Wien entzieht auf Antrag der Grünen 2003 dem Grab des NSDAP-Parteimitglieds 2003 den Status des Ehrengrabs und 2012 entscheidet das schwarze Innenministerium, dass der „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“ mit der Pflege des Grabes beauftragt und dafür auch finanziell entschädigt wird. Ein paar Hundert Euro, so der Sprecher des Innenministeriums, würden dafür vom Innenministerium aufgewendet, erklärte dessen Sprecher 2012 dem ORF.
Dafür finden die Rechtsextremen und Neonazis, wenn sie am Todestag von Nowotny aufmarschieren, ein gepflegtes Grab vor!
Eingeladen wurden sie natürlich auch vom Verein. Mit Einladungsschreiben, die auch deutlich machen, dass da ein Krieger der Deutschen Wehrmacht des NS- Regimes geehrt wird:
„Vor 71 Jahren fiel Major Walter Nowotny im Kampf gegen amerikanische Bomber-verbände.
Das offizielle Österreich hat es bis zum heutigen Tage nicht der Mühe wert empfunden Walter Nowotny mit militärischen Ehren zu würdigen. Ganz im Gegenteil“ (Fehler im Original).
Die Vereinsobleute Gerhard Pendl und Johann Herzog (FPÖ Wien, 2. Präsident des Landtages) beschreiben den Abschuss des Flugzeuges von Nowotny, bei dem er am 8. November 1944 den Tod fand, in ihrem Flugblatt etwas verklärend:
„Am 8. November 1944 verblieb Major Walter Nowotny als höchstdekorierter Jagdflieger der Wehrmacht im Felde“.
Der FPÖ-Vize Johann Gudenus nennt das die „Pflichterfüllung eines Soldaten, der von der nationalsozialistischen Propaganda vereinnahmt und missbraucht“ wurde. Was da an Nowotnys Grab alljährlich stattfindet, ist natürlich ganz was anderes. Dafür sorgt schon die FPÖ, die nicht nur im Vereinsvorstand kräftig vertreten ist, sondern auch beim Aufmarsch am Grab. Neben einigen Neonazis und einem Kameraden, der mit Ledermantel und Lederstiefeln eine ganz besondere Erinnerung pflegen wollte, waren nicht nur einige FPÖ-Mandatare zu sehen, sondern in diesem Jahr zahlreiche Delegationen des Österreichischen Kameradschaftsbundes (Spitz/Donau, Korneuburg, Laa/Thaaya, Hollabrunn, Sierndorf, Guntramsdorf, Mistelbach und Langenlois).“

Quelle:
* Besuch bei Nazi-Novotnys Grab, 11.10.15, http://www.stopptdierechten.at/2015/11/10/besuch-bei-nazi-nowotnys-grab/

österreichischer Major gibt den Bürgerkriegspropheten

Screenshot Moser
Für das extrem rechte Magazin „Info Direkt“ hat der Major Rudolf Moser ein Video-Interview gegeben , in dem er vor Bürgerkriegen warnt, die er auf die Flüchtlinge zurückführt.
„Info Direkt“ gibt zur Person von Rudolf Moser an:

„Rudolf Moser war rund 20 Jahre Kompaniekommandant der 2. Jagdkampfkompanie des Jagdkampfbataillons 522 und anschließend bis 1995 Baonskdtstv. des Jagdkampfbataillons 522. Mit Wirkung vom 4.12.2015 Versetzung in den militärischen Ruhestand – Major a.D.
Die 2. Jagdkapfkompanie hatte eine Einsatzzone von Spielfeld bis Mureck und nördlich bis Jagaberg mit dem Auftrag in der ersten Phase den Schutz der Österreichischen Staatsgrenze gegen unbefugt Eindringende auf Österreichisches Staatsgebiet sicherzustellen.“

Der Begleittext zu dem Interview wünscht sich einen „Widerstand der Offiziere“:

„Viele hoffen auf Widerstand aus den Reihen des Militärs, wünschen sich „einen Aufstand der Offiziere“. Bislang haben sich, bis auf wenige Ausnahmen, die Militärs zurück gehalten, auch wenn die Masse der Soldaten frustriert und zornig ist. Stellvertretend für dieses schweigende Heer der enttäuschten Soldaten spricht nun Major Rudolf Moser, der regelmäßig an der Grenze zu Spielfeld die Lage beobachtet.“

Fundstück: Nazi-Modemarke und NS-Gebirgsjäger

Gebirgsjäger Ansgar Aryan
Die Neonazi-Modemarke „Ansgar Aryan“ wirbt auf Facebook mit einem Bild von NS-Gebirgsjägern.
Der Traditionsbezug deutscher Neonazis auf Wehrmacht und Waffen-SS bleibt ungebrochen.

Generalmajor a.D. veröffentlicht in extrem rechten Verlag

Schwipper-Buch
Ein Generalmajor a.D. der NVA, Bernd Schwipper, hat im Verlag „Druffel & Vowinckel“ ein Buch mit dem Titel „Deutschland im Visier Stalins“ veröffentlicht. „Druffel & Vowinckel“ gehört zum Verlags-Netzwerk des extrem rechten Verlegers Gert Sudholt.
Das Vorwort stammt von Stefan Scheil, dem Hofhistoriker der stramm rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“, der neuerdings auch bei der AfD aktiv ist. Das Nachwort stammt von Generalleutnant a.D. Franz Uhle-Wettler. Franz Uhle-Wettler aus Meckenheim (NRW) war bis 1987 Kommandeur des NATO-Defence-College in Rom und soll am militärpolitischen Teil des extrem rechten Republikaner-Partei mitgeschrieben haben.
Inhaltlich geht es in dem Buch offenbar darum den deutschen Überfall auf die Sowjetunion als „Präventivschlag“ zu rechtfertigen.
Ein ‚Bernhard Schwipper‘ war bereits am Ende April, Anfang Mai 2011 als Referent bei den so genannten „Zeitgesprächen“ der extrem rechten Sudholt-Verlage angekündigt und zwar zum Thema „Wollte Stalin marschieren?“. Es dürfte sich um dieselbe Person handeln.