309 erfasste (!) rechte Vorfälle in der Bundeswehr 2013

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat im vergangenen Jahr 309 mutmaßlich rechtsextremistische Vorkommnisse überprüft. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Die Zahl der Vorfälle ist damit im Vergleich zu 2012 leicht gesunken, damals wurden 338 Fälle registriert.
Zu den „besonderen Vorkommnissen“, die dem Wehrbeauftragten im vergangenen Jahr gemeldet wurden, gehören die Schändung des jüdischen Friedhofs in Bad Pyrmont im September und ein Übergriff von Soldaten auf eine Asylbewerberunterkunft im bayerischen Kleinlangheim. Am späten Abend des 13. November 2013 drangen mehrere Bundeswehrangehörige in das Wohnheim ein und urinierten auf die Wäsche und in die Waschmaschine der dort lebenden Flüchtlinge.
In Dutzenden Fällen wurden zudem Soldaten dabei ertappt, wie sie Musik von Rechtsrock-Bands wie Landser oder Sleipnir abspielten, in Diskotheken, auf Kinderspielplätzen oder in sozialen Netzwerken mit dem Hitlergruß posierten und auf zum Teil bizarre Weise Hakenkreuze zur Schau stellten. So reichte in Rennerod im Westerwald ein Beschuldigter unter Kameraden ein Foto herum, das ein auf seinem Rücken ausrasiertes Hakenkreuz zeigte.
In Hamburg äußerte ein Zeitsoldat vor Zeugen: „Wir haben noch zu wenige Juden vergast, es sind immerhin noch welche übrig.“ Auffällig bei den Vorfällen ist, dass etliche der Beschuldigten bereits länger als drei Jahre im Dienst der Bundeswehr standen.
Nur drei Soldaten seien vorzeitig aus dem Dienst entlassen worden
Sämtliche Vorfälle wurden nach Angaben der Bundesregierung „disziplinar gewürdigt“. Aber nur drei Soldaten seien zweifelsfrei als Neonazis überführt und vorzeitig aus dem Dienst entlassen worden.

Quelle:
* Jörg Schindler: Rechte Vorfälle bei der Bundeswehr: Hakenkreuzrasur auf dem Rücken, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-neonazis-und-extremisten-auch-2013-auffaellig-a-984358.html