Bundeswehr: Männerbund will Männerbund bleiben

In den letzten Wochen gab es mehrere Artikel, die sich dem Thema ‚Frauen in der Bundeswehr‘ widmeten.
Zum einen wurde behauptet, dass Frauen in der Bundeswehr ’schlecht integriert‘ seien. Laut einer Befragung der Bundeswehr-Männer von 2011 seien Frauen ihren Aufgaben in der Armee nicht gewachsen. Eine Kritik, die vor einiger Zeit bereits das neurechte „Institut für Staatspolitik“ formuliert hatte. Demnach würden Frauen die Kampfkraft der Bundeswehr schwächen. Es ist die Neuauflage der alten Behauptung Frauen seien für das Kämpfen ungeeignet.

Laut dem Bericht des Wehrbeauftragten registrierte die Bundeswehr im Jahr 2013 ‚nur‘ 64 Verdachtsfälle sexueller Belästigung (2012: 50). Allerdings soll das Verteidigungsministerium Daten lange zurückgehalten haben. Nach einer Studie des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr von 2011 sollen 55 Prozent der Soldatinnen bereits mindestens einmal sexuell belästigt worden sein. Dass sind weitaus größere Zahlen als die 64 Fälle, in denen sich Betroffene getraut haben, sich über ihre Belästigung zu beschweren. Die hohe Differenz erklärt sich mutmaßlich, wie in anderen Gesellschaftsbereichen auch, durch die hohen Hürden zur Beschwerde und die fehlende Sensibilität der Beschwerde-Annehmenden.

Jedenfalls scheint der Männerbund Bundeswehr trotz Zugangsmöglichkeit für Frauen ein Männerbund bleiben zu wollen.

Quelle:
* Bundeswehr Wehrbeauftragter besorgt über sexuelle Übergriffe, 28.01.2014, http://www.faz.net/aktuell/politik/bundeswehr-wehrbeauftragter-besorgt-ueber-sexuelle-uebergriffe-12773350.html