Aufstand der Generäle

Laut der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) hat der Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) einen Protestbrief von 32 ehemaligen Generalen der Bundeswehr erhalten. Darin protestieren diese dagegen, dass der „Ehrenhain“ in Munster verändert werden soll. In Munster befindet sich ein Ausbildungszentrum der Bundeswehr, an dessen Standort sich ein „Ehrenhain“ mit Gedenksteinen auch an Wehrmachts-Einheiten befindet. Letztes Jahr nun, filmte ein TV-Team wie am Volkstrauertag auch ein Kranz für eine SS-Panzerdivision niedergelegt wurde. Die in einer Sendung verwendeten Bilder führten zu einem Skandal, woraufhin sich die Bundeswehr-Führung veranlasst sah den Gedenkort umzugestalten, sodass Wehrmachts-Bezüge verschwinden.
In dem ausschnittsweise von der JF zitierten Brief wird der Anlass für diese Maßnahme als „lächerlich unbedeutender Vorfall“ bezeichnet. Weiter heißt es in einer sehr rechtskonservativer Tonlage:

„Wenn schon die Mehrheit des deutschen Volkes seine in den Kriegen gefallenen Soldaten vergißt
und in vielen Kirchen die Gedenktafeln mit den Namen der Kriegstoten entfernt werden, ist es zumindest die Anstandspflicht der heutigen Soldaten, ihrer gefallenen Vorgänger zu gedenken und ihnen eine ehrende Erinnerung zu erweisen. […] In einem Land, in dem seit einiger Zeit mit Steuergeldern Gedenksteine für Deserteure errichtet werden, wirkt das dienstlich angeordnete Abbauen von Gedenkstätten für die Soldaten, die ihre Pflicht bis in den bitteren Tod hinein erfüllt haben, wie ein Faustschlag des Verteidigungsministers in das Gesicht seiner Soldaten.“

Die Aktion wäre überdies „ein klares Signal an junge Idealisten und Patrioten in Deutschland, sich dem Staat nicht mehr für den Militärdienst zur Verfügung zu stellen“.