Rechte waren in der Bundeswehr in den 1990ern geduldet und akzeptiert

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet:

Die Bundeswehr hat trotz Hinweisen ihres Geheimdienstes bis Ende der neunziger Jahre rechtsextremistische Umtriebe in ihren Reihen ignoriert. Im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages erhärtete sich der Verdacht, dass die Bundeswehr eine Art Ausbildungsstätte für bekennende Rechtsextreme war. Das Militär warb die Extremisten dann auch oft noch als V-Leute für den Verfassungsschutz an, statt sie aus dem Dienst auszuschließen. […] Der Ausschuss im Bundestag befragte am heutigen Donnerstag den früheren MAD-Abteilungsleiter für den Bereich Extremismusbekämpfung, Dieter Huth. Der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Wieland hielt ihm vor, die Bundeswehr sei eine Art Ausbildungsstätte für Rechtsextremisten gewesen. „Herr Zeuge, ist die Bundeswehr die Schule der Nation, oder ist die Schule die Schule der Nation?“ Wieder und wieder hätten Rechtsextreme in der Bundeswehr in den neunziger Jahren ihre Haltung festigen können. „Sie stellen einen Neonazi nach dem anderen unter den Soldaten fest – und machen nichts“, sagte Wieland. „Die lernen da Schießen, und dann gehen sie wieder.“ […] Wieland schilderte dem Ausschuss den Fall eines jungen Rekruten, der Wikinger-Köpfe auf seinen Oberkörper tätowierte, weiterhin die Initialen A.H. – die für Adolf Hitler stehen. Zudem hatte der Mann seine Begeisterung für die SS kundgetan. „Dem musste man es doch bei der Musterung schon ansehen!“, sagte Wieland. Der junge Mann habe trotzdem ungehindert seinen Wehrdienst leisten können. […] Danach habe ein Erlass geregelt, dass Wehrpflichtige mit rechtsextremen Einstellungen nicht mehr als Zeitsoldaten übernommen werden dürfen.

Mit „Extremisten“ sind übrigens Neonazis und Personen mit ähnlichen rechten Einstellungen gemeint.

Quelle:
* NSU-Ausschuss Bundeswehr duldete bekennende Neonazis, http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-11/nsu-bundeswehr-geheimdienst