Mindestens elf Personen im NSU-Umfeld dienten in der Bundeswehr

Wie die Medien berichten habe mindestens elf Personen im Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ in der Bundeswehr gedient und an damit das Waffenhandwerk gelernt. Das verweist darauf, dass in den 1990er Jahren bekennende Neonazis problemlos zur Bundeswehr gehen konnten. Das prominenteste Beispiel im NSU-Fall ist Mundlos, der sogar vom MAD befragt wurde (BraunzoneBw berichtete), offen zu seiner braunen Gesinnung stand, was aber folgenlos blieb. Im Gegenteil, Mundlos wurde sogar befördert, obwohl er mehrfach aufgefallen war. Zweimal! So war Mundlos u.a. nach einer Polizeikontrolle am 13. August 1994 in Chemnitz aufgefallen, weil er eine selbstgebastelte Visitenkarte mit dem Bild von Adolf Hitler mit sich führte. In seiner Wohnung entdeckten die Beamten NPD-Propagandamaterial und Hass-Musik. Wenige Tage nach der Durchsuchung war Mundlos durch das Singen von Nazi-Liedern in der Bad Frankenhäuser Kaserne erneut aufgefallen.
Wegen eines laufenden Strafverfahrens hätte damals eigentlich “ein Beförderungshemmnis” vorgelegen, so ein Vertreter der Behörden. In einem Artikel heißt es passend dazu: „Das Eingeständnis ist Bestandteil von neuen Akten, die eine seltsame Gleichgültigkeit der Truppe gegenüber der eindeutig radikalen Gesinnung des damals 21-Jährigen belegen.“

Quellen:
* Matthias Gebauer: NSU-Mörder Mundlos Wie die Bundeswehr den Neonazi gewähren ließ, 01.10.2012, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsu-moerder-wie-die-bundeswehr-uwe-mundlos-gewaehren-liess-a-858909.html
* Mindestens elf Personen aus dem NSU-Umfeld dienten in Bundeswehr, Thüringer Allgemeine, http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Mindestens-elf-Personen-aus-NSU-Umfeld-dienten-in-Bundeswehr-968368256