MAD mit von der Partie

Das Spiegel-Magazin berichtete:

Wie aus LfV-Akten hervorgeht, führte die Behörde – neben dem 2001 enttarnten V-Mann Tino Brandt – eine weitere Quelle, die Informationen zu dem Neonazi-Trio lieferte. So gab die „Gewährsperson ,Tristan‘“ dem LfV bei einem konspirativen Treffen am 25. März 2001 den Hinweis, dass die Gesuchten in Chemnitz untergetaucht seien. Mundlos unterhalte dort „intensive Kontakte“ zur örtlichen Sektion des Neonazi-Netzes „Blood & Honour“ (B&H) und sei besonders mit zwei B&H-Aktivisten befreundet, deren Namen er ebenfalls angab. „Diese Information“, so notierte ein LfV-Beamter damals handschriftlich auf dem Treff-Vermerk, „ist es wert, einen neuen Versuch zu starten, die ,Drillinge‘ zu lokalisieren“. Die Spur hätte womöglich zum Erfolg führen können: Tatsächlich waren Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe zunächst nach Chemnitz geflohen, wo ihnen B&H-Kameraden konspirative Wohnungen vermittelten (SPIEGEL 34/2012). Auch sonst gab das damalige NPD-Mitglied „Tristan“, das während seiner Bundeswehrzeit vom „Militärischen Abschirmdienst“ angesprochen und offenbar an das Thüringer LfV übergeben wurde, wichtige Tipps.

Quelle:
* Thüringer Verfassungsschutz besaß eine weitere Informationsquelle zum rechten Terror-Trio; 26.08.2012, http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/verfassungschutz-offenbart-weitere-quelle-fuer-terror-trio-a-852102.html