Braune Namensgeber bei der Bundeswehr

Nicht nur die Kasernen der Bundeswehr haben braune Namenspaten. Ein sehr lesenswerter Artikel von Thorsten Stegemann untersucht beleuchtet die Hintergründe des Namensgebers des „Werner-Hahlweg-Preis“, der vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung verliehen wird.
Der Militärhistoriker Werner Hahlweg engagierte sich offenbar früh im „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund“ (NSDSt), trat im Juni 1933 in die SS ein und wurde 1936 Mitglied der NSDAP. Außerdem war Hahlweg 1937 im Auftrag der Danziger Gaupropagandaleitung der NSDAP an der Ausstellung „Das politische Danzig“ beteiligt. Im Jahr 1939 wurde er einberufen, habilitierte sich, nahm am Feldzug gegen die Sowjetunion teil und schaffte es 1942 zum Dozenten für Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Kriegsgeschichte, Heeres- und Waffenkunde. Ab 1943 war er im Heereswaffenamt und übernahm später ein nicht näher definiertes „Kommando in den besetzten Gebieten“. Für was bitteschön ist dieser Mann denn ein Vorbild?

Interessant ist was auch noch in dem Artikel berichtet wird:
„Dass sich die Reihe der unseligen Querverbindungen endlos fortsetzen ließe, liegt vor allem daran, dass sie permanent aktualisiert wird. So findet in diesen Tagen am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam, das als Dienststelle der Bundeswehr und Teil der Streitkräftebasis fungiert, ein Kolloquium mit dem Titel „Neue Perspektiven organisierter Gewalt“ statt.
Dort wird der Weg des Gerhard Graf von Schwerin „vom General der Panzertruppen zum Unternehmens- und Politikberater“ nachgezeichnet. Es geht aber auch um einen mentalitätsgeschichtlichen Vergleich zwischen dem Irak-Krieg und „Großbritanniens strategischem Bombenkrieg“ in den Jahren 1939 bis 1945 oder um „ethnic cleansing and hidden retribution in the Czechoslovak Army 1944-1952″.“

Quelle:
* Thorsten Stegemann: Die Altlasten der Bundeswehr, 21.06.2012, http://www.heise.de/tp/artikel/37/37133/1.html