Archiv für November 2011

Na Endlich! Neonazis raus aus dem Reservistenverband!

Wie die Medien berichten wurden acht extreme Rechte, mehrheitlich NPD-Mitglieder, aus dem Reservistenverband der Bundeswehr in Sachsen, der insgesamt 1.600 Mitglieder hat, entfernt:

Der sächsische Reservistenverband der Bundeswehr hat sich nach der mutmaßlichen Neonazi-Mordserie von acht Mitgliedern getrennt, die in der NPD oder der rechtsextremen Szene aktiv sind.
Neben dem Landtagsabgeordneten Winfried Petzold, der in der Leipziger Odermannstraße ein Bürgerbüro betreibt, sind darunter auch weitere NPD-Kader aus der Region.

Durch ihre Mitgliedschaft im Reservisten war es den Rechten erlaubt Waffen zu besitzen. Insgesamt sollen Sachsens Rechte im Besitz von über 150 Schusswaffen sein.

Quelle:
* Robert Nößler: Leipziger NPD-Funktionäre nach Neonazi-Morden aus Reservistenverband
ausgeschlossen, 23.11.11, http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/leipziger-npd-funktionaere-nach-neonazi-mordserie-aus-reservistenverband-ausgeschlossen/r-mitteldeutschland-a-114661.html

Neben Inlandsgeheimdienst VS jetzt offenbar auch der Bundeswehrgeheimdienst MAD in Rechtsterrorismus-Affäre verwickelt

Die Tagesschau berichtet online:

Zudem ermittelte nach ARD-Informationen auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr im Umfeld der drei Neonazis. Eine Verbindung könnte der Sprengstoff sein, den das Trio zum Bau von Rohrbomben eingesetzt hatte. Die Explosivstoffe könnten aus Bundeswehr-Beständen stammen. Laut „Focus“ wurde der MAD kurz nach dem Untertauchen des Trios 1998 über dessen Aufenthaltsort informiert. Ein V-Mann des MAD habe diese Information damals an eine Außenstelle der Behörde in Leipzig weitergegeben – die Information sei aber in der MAD-Zentrale in Köln liegengeblieben.

Quelle:
* Tagesschau-Meldung, http://www.tagesschau.de/inland/rechtsterrorismus110.html

Rommel kein Nazi-Opfer, sondern Nazi-Täter

Zitate aus dem lesenswerten Artikel „Generalabrechnung“ über den Kult um Rommel in Heidenheim:

„Sicher ist: Er war ein heftiger Bewunderer Hitlers und hat den Aufstieg der Nationalsozialisten ausdrücklich begrüßt. Er befehligte eine Panzerdivison beim Angriffskrieg gegen Frankreich, ab Februar 1941 bekämpfte er in Libyen und Ägypten die britischen Truppen, zeitweise mit Erfolg. Hitler protegierte Rommel, innerhalb von nur elf Jahren stieg dieser vom Major zum Generalfeldmarschall auf. Hitlers Vertrauen dankte Rommel mit Ergebenheit.
Sicher ist auch, dass Rommel kein Antisemit war. Er hat allerdings nie öffentlich gegen judenfeindliche NS-Politik protestiert. Als er sich – spätestens im Frühsommer 1944 nach der erfolgreichen Invasion der Alliierten in der Normandie – zumindest innerlich von Hitler distanzierte, tat er das keinesfalls aus moralischen Gründen. Ihn störte nicht der Diktator, sondern dessen Erfolglosigkeit.“

„Heidenheim ist nicht die einzige deutsche Stadt, die noch an Erwin Rommel erinnert. 22 Straßen und Wege tragen seinen Namen, 15 davon in Baden-Württemberg, dazu zwei Kasernen der Bundeswehr. Das liegt ganz wesentlich an zwei Mythen. Der erste lautet: Rommel führte einen sauberen, ritterlichen Krieg, verhielt sich auch dem Feind gegenüber anständig. Der zweite besagt, Rommel habe mit dem Widerstand sympathisiert, sei gar in die Pläne der Attentäter um Claus Schenk Graf von Stauffenberg involviert gewesen. Beides muss heute stark bezweifelt werden.“

„Am 14.10.1944 wurde Rommel als Verschwörer gegen Hitler zum Selbstmord gezwungen.
Ganz falsch ist das nicht, bloß irreführend. Tatsächlich fuhren an besagtem Tag zwei hochrangige Generäle zu Rommels Anwesen. Sie konfrontierten ihn mit Aussagen verhörter Widerstandskämpfer, die seinen Namen genannt hatten. Rommel bestritt jede Beteiligung, wurde aber vor die Wahl gestellt: Suizid oder Anklage vor dem Volksgerichtshof. Er entschied sich für die Zyankalikapsel. Dass er wirklich von dem Bombenanschlag vom 20. Juli wusste, gilt heute als unwahrscheinlich. Auch die Witwe und Sohn Manfred, später Oberbürgermeister von Stuttgart, haben das nach Kriegsende bezeugt.“

Quelle:
* Generalabrechnung, 13.11.2011, http://www.tagesspiegel.de/zeitung/generalabrechnung/5827484.html

Frauenfeindlichkeit ist doch kein Kavaliersdelikt: Uni Trier schmeißt Militärhistoriker raus

Die Gast-Professur dieses Wintersemester von Prof. Dr. Martin van Creveldt für das „Historisch-Kulturwissenschaftliche Zentrum“ der Uni Trier ist nach Protesten infolge eines skandalösen Vortrages vorzeitig beendet worden. Martin van Creveldt kommt aus Israel, wo er bis zu seiner Emeritierung 2008 Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem war. Martin van Creveldt gilt Kritikern als Wehrmachts-Apologet und flirtete in Vergangenheit häufiger mit der extremen Rechten in Deutschland. Er ist regelmäßiger Autor für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“, schrieb aber bereits auch schon für die extrem rechte „Deutsche Militärzeitschrift“ und das neurechte Strategieblatt „Sezession“. Zudem gilt er als „Ikone der Zeitschrift eigentümlich frei“, einem rechtsliberalen Magazin. Als Referent trat er bereits beim 8. Berliner Kolleg (Dezember 2004) des neurechten „Institut für Staatspolitik“ in Erscheinung.

Martin van Creveldt soll sich in Trier während seines Vortrags massiv frauenfeindlich geäußert haben. Ein Blog zitiert in u.a. mit folgenden Worten:

„Wie bei der feministischen Literatur zu diesen Themen hängt alles davon ab, wie sehr manche Damen Sex hassen”

(über Vergewaltigungen)

„Sie sind es, die dann auf die Wiederkehr der Männer warteten, für ihr Überleben beteten, sie mit offenen Schenkeln willkommen hießen, wenn sie heimkehrten”

„alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten”

Hochschulgruppen nannten die Thesen von Martin van Creveldt „frauenfeindlich, militaristisch, antiisraelisch, vulgärwissenschaftlich und methodisch primitiv“. Nach den Protesten wurde van Crevelds Vertrag als Gastdozent nach nur einer Vorlesung „wegen gegenseitiger Vorbehalte“ aufgelöst.

Quellen:
* Zitate nach : http://www.16vor.de/index.php/2011/10/18/wenn-ich-menschen-sage-meine-ich-manner/
* Wenn Männer sich schlagen, erregt das die Frauen, 02.11.2011, in: „Welt Online“, http://www.welt.de/kultur/history/article13693394/Wenn-Maenner-sich-schlagen-erregt-das-die-Frauen.html#

Tschechien: Armee will „Extremisten“ ausfiltern

Nach zwei Jahren Arbeit hat das tschechische Verteidigungsministerium eine Anweisung herausgegeben die linke und rechte „Extremisten“ anhand ihrer Symbolik (z.B. in Form von Tattoos) erkennen helfen soll. Diese Anweisung war notwendig geworden nachdem zwei tschechische Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren, durch Nazi-Symbolik an ihren Helmen aufgefallen waren. Ein anderer Soldat hatte Tattoos mit SS-Symbolen.
Weitere Beispiele wären der Neonazi Vladimír Holub diente auch in der 4th Rapid Response Brigade im Irak oder Jan Brhel, ein Neonazi von Teplice, ebenfalls Mitglied in derselben Brigade.

Quelle:
* ROMEA: Czech Army battles extremists in its own ranks, 25.10.11, http://www.romea.cz/english/index.php?id=detail&detail=2007_2912