Deutschnationale Bundeswehr-Aktive und –Reservisten mit Rocker-Attitüde

Wolfsgarde Srennshot
Den eigentümlichen Namen „Wolfsgarde“ trägt eine Gruppe von Personen, die wie Motorrad-Rocker („Wir sind Soldaten, wollen ein bißchen Rocker sein“) auftreten und für eine Mitgliedschaft eine militärische Ausbildung voraussetzen. Laut ihrer Homepage besteht die Gruppe mit Anschrift in Oberhausen aus Bundeswehr-Soldaten und Ex- Bundeswehr-Soldaten:

Wir sind eine Armee-Club Bruderschaft, deren Mitglieder aus Reservisten oder -angehörigen und ehemaligen Bundeswehrangehörigen besteht, repräsentierend, Heer, Luftwaffe, Marine.

Diese „Wolfsgarde Bruderschaft Deutschland“ behauptet 1965 in Kassel in der  Fuldatal Fritz Erlen Kaserne gegründet worden zu sein, als Nachfolger der „Ehrenkreuz Reuß Bruderschaft“.

Nun wäre das alles nichts Besonderes würde die „Wolfsgarde“ auf ihrer Homepage nicht deutlich deutschnationale Töne anschlagen:

Wir denken deutsch, wir träumen deutsch. Selbst unsere Ängste, Gebete und Hoffnungen sind in keiner anderen Sprache. Wir lieben auch in deutsch, sind geboren in Deutschland, leben und arbeiten in Deutschland und werden vermutlich auch dort sterben. Wir dienten in einer Verteidigungs- und Friedenssicherungsarmee, wurden auf das deutsche Grundgesetz vereidigt. Es gabt [Fehler im Original] die Wehrpflicht in unserem Land, aber egal, ob einer unserer Soldaten sein Leben verliert, der sich verpflichtet hat oder seinen Wehrdienst ableistet, so hat er doch den Auftrag unsere Werte zu verteidigen. Daher ist ein offenes Wort an all die hirnlosen Spinner, die uns in eine Nazi-Schublade stecken wollen, hier unumgänglich.

Die Gruppe bedient den üblichen, rechten Schlussstrich-Diskurs:

Wir haben genug davon das uns eingehämmert wird, das in Deutschland als Deutscher geboren zu werden, automatisch Arschloch heißt. Wir gewähren uns einfach die Frechheit einen gesunden Patriotismus auch wieder fühlen zu dürfen.

Die „Wolfsgarde“ vertritt mit ihrem Motto „Stolz, Ehre, Treue – Vaterland und Freundschaft“ eine Mischung aus soldatischen und nationalistischen Einstellungen. Das ihr Motto an die Waffen-SS-Parole „Ruhm und Ehre“ erinnert wird ignoriert.

Diese Kleinstgruppe ist ein gutes Beispiel dafür das im Umfeld der Bundeswehr rechte, nationalistische und männerbündische Gruppen existieren, die nicht nazistisch sind und sich als weitgehend unpolitisch verstehen („Deutschland ist unser Vaterland. Das hat mit Nazi sein genauso viel zu tun, wie Schlampen und Hurenböcke mit Anstand, nämlich nix !“).