Archiv für Dezember 2010

Soldat schreibt bei Hetzportal

Ein wohl in Eutin (Schleswig-Holstein) stationierter Truppenoffizier mit dem Pseudonym-Kürzel „J.S.“ („Ich bin Truppenoffizier mit Leib und Seele.“) hat für den rechtspopulistischen und islamophoben Blog “Politically Incorrect” (PI-News) über “Gutmenschen”, Friedensbewegte und eine von ihm fanatsierte „linksgrüne Meinungsdiktatur“ geschrieben. Dabei bedauert der u.a. dass die Soldaten ihre Dienstwaffe nicht in der Freizeit mitnehmen dürfen: „Und man darf, bis auf Ausnahmen, leider nur im Dienst Schusswaffen führen.“
Der Berufsoffizier, der nach eigenen Angaben seit sieben Jahren beim Heer ist, ist damit ein anschauliches Beispiel für einen Offizier mit politischen Ansichten der so genannten Neuen Rechten.

Quelle:
J.S.: Zwischen den Stühlen, PI-News, 23. November 2010

Slowakei: Ex-Soldat als rassistischer Mörder

In dem westslowakischen Ort Devînska Nová Ves (ein Stadtteil von Bratislava)- unweit der österreichischen Grenze – erschoss am 30.08.2010 ein Roma-feindlicher Ex-Soldat kaltblütig sechs Angehörige einer Roma-Famile mit einer Maschinenpistole. Die Familie lebte im selben Haus wie der Mörder. Nach dem Massaker richtete der bereits als Waffenfetischist und Hitlerverehrer aktenkundige Täter seine Maschinenpistole gegen sich selbst und nahm sich das Leben.

Lettland: Von der Waffen-SS in die Regierung

In Lettland ist am 8. November 2010 der 86-jährige Abgeordnete Visvaldis Lacis um Vorsitzenden des Parlamentsausschusses gewählt worden, der für den Umgang mit der russischen Minderheit im baltischen Staat zuständig ist.
Die russische bzw. russischsprachige Minderheit des Baltikum-Landes wird von größeren Teilen der lettischen Mehrheitsbevölkerung diskriminiert, u.a. wird vielen russischen Letten bis heute die Staatsbürgerschaft verweigert und Russisch ist keine gleichberechtigte Amtssprache.
Lacis ist Mitglied der extrem rechten Partei „Alles für Lettland“ und ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS. Die auch als „Lettische Legion“ bekannte 15. Waffen-SS-Division wurde 1943 aufgestellt. Viele einheimische Kollaborateure, die sich vorher an der Ermordung der jüdischen Bevölkerung Lettlands (ca. 70.000 Menschen) beteiligt hatten, wurden Mitglied. Später beteiligten lettische SS-Angehörige sich auch an der Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto, den Massenerschießungen im Bikernieksker Wald und des Konzentrationslagers in Salaspils.
Insgesamt hatte diese Einheit etwa 150.000 Mitglieder, von denen 50.000 bei Kampfhandlungen starben.
Den lettischen SS-Veteranen wird bis heute vom deutschen Staat eine Pension bezahlt, im Gegensatz übrigens zu den deutschen Angehörigen der „Internationalen Brigaden“. Außerdem unterstützen ehemalige deutsche „Kampfgenossen“ vom extrem rechten „Verband deutscher Soldaten“ in Deutschland Legions-Angehörige. Auch heute noch werden die Legionäre in Lettland als „Freiheitskämpfer“ angesehen und geehrt. Der 16. März, an dem 1942 der erste lettische Freiwilligenverband aufgestellt wurde, wird als Legionärstag begangen. Er war bis 2000 ein nationaler Feiertag in Lettland.

Quelle:
* Markus Salzmann: Lettische Regierung ernennt SS-Veteran zum Ausschussvorsitzenden, 17. November 2010, http://www.wsws.org/de/2010/nov2010/lett-n17.shtml

Extrem rechte Burschenschaft mit Nähe zur Bundeswehr-Uni in Hamburg

Auf dem linken Newsportal Indymedia erschien ein Bericht, in dem es u.a. heißt:

Am kommenden Mittwoch soll Oberst Uwe Hartmann, Leiter des Studentenbereichs der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) auf dem Haus der schlagenden Verbindung zum Thema „Der Soldat in Politik und Gesellschaft“ vortragen. Einen Teil des Publikums dürfte der Oberst schon kennen, denn unter Hamburgs Waffenstudenten befinden sich besonders viele Studenten der HSU. Schließlich schwören diese anachronistischen Männerbünde nicht für ihre persönliche Ehre mit dem Säbel, sondern auch für das Vaterland mit der Waffe zu kämpfen.

Quelle:
* Felix Krebs: Oberst, Weihbischof und Neonazis, 05.12.2010, http://de.indymedia.org/2010/12/295746.shtml