Lesetipp: Bundeswehr-Reform aus rechter Perspektive

Die beschlossene Bundeswehr-Reform treibt auch das rechte Lager um. Bei dem SPD-nahen Informationsdienst „Blick nach Rechts“ erschien dazu unter der Überschrift Nein zur „BRD-Armee“ ein sehr lesenswerter Text von Anton Maegerle.
In dem Text wird davon berichtet, dass „das neonazistische »Freie-Netz-Süd« (FNS) um Tony Gentsch zum Schulbeginn in Bayern im September eine Kampagne unter dem Motto »Sag Nein! – zur Bundeswehr!«“ gestartet hat. Es geht aber bei dieser Kampagne nicht um eine generelle Kritik an der Armee, sondern nur speziell an der Bundeswehr, die Neonazis im „Kriegsdienst für us-israelische Interessen“ sehen. Vorwurf ist, dass „deutsches Blut für fremde Interessen“ geopfert wird und die Bundeswehr „zur Verteidigung der Heimat nicht in der Lage“ sei. Statt Auslandseinsätze fordert das extrem rechte Infoportal „Gesamtrechts“ den Einsatz im Innern in Stadtvierteln mit hohem Migranten-Anteil.
Inlandseinsatz
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Trotzdem empfahlen viele Neonazis bisher immer wieder den Wehrdienst, wegen der Disziplin, der Kameradschaft und dem Erlernen der Waffen-Benutzung.
Von Rechts attackiert auch der Reserve-Offizier Eike Erdel die Reformpläne in der September-Ausgabe der „National-Zeitung“. „Blick nach Rechts“ zitiert Erdel wie folgt: „Deutschland musste sich im Versailler Vertrag dazu verpflichten die Wehrpflicht abzuschaffen und das Heer auf 100 000 Mann zu reduzieren. Mit einer solchen Armee sollte Deutschland gegenüber den Siegermächten des Ersten Weltkrieges wehrlos gemacht werden. Ohne äußeren Zwang will nun Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Bundeswehr so weit abrüsten, dass eine Verteidigung Deutschlands unmöglich wird.“
Der ehemalige Burschenschafter Eike Erdel war ab 1993 Stadtrats- und Kreistagsmitglied für die rassistische Republikaner-Partei, Mitgründer des REPs-Hochschulverbandes und saß für sie 1997-1999 im Studentenparlament von Marburg.

Quelle:
* Anton Maegerle: Nein zur „BRD-Armee“, in „Blick nach Rechts“ vom 04.10.2010, http://www.bnr.de/content/nein-zur-ae-brd-armee-ae