Archiv für September 2010

Österreich: Ulrichsbergtreffen fand statt

Wie das rechte Onlinemagazin „Blaue Narzisse“ in einem Artikel schreibt fand vom 18. bis 19. September 2010 in Krumpendorf bei Klagenfurt in Kärnten (Österreich) die 50. Ulrichsberg-Gedenkfeier statt. Diese gibt es seit 1959, fiel aber letztes Jahr im offiziellen Rahmen aus.
Ausrichter war die Ulrichsberggemeinschaft, dessen Präsidenten Engelbert Tautscher auch die offizielle Begrüßung.
Das österreichische Bundesheer hat auf Grund von Protesten seine logistische und personelle Unterstützung zurückgezogen.
Laut „Blaue Narzisse“ sollen „rund 600 Teilnehmer zum Festakt nach Krumpendorf und am darauffolgenden Tag nach Herzogstuhl, wo die Hauptfeier in diesem Jahr stattfand“ gekommen sein. Gekommen waren Studentenverbindungen und FPÖ- bzw. FPK-Mitglieder, u.a. der Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch und der Vizekanzler a.D. Herbert Haupt.
„Blaue Narzisse“ berichtet auch von einem „am späten Tage abgehaltene Kameradschaftsabend“.
Möglicherweise handelt es sich dabei um das Treffen von SS-Veteranen im Hotel Krumpendorferhof im Rahmen des Ulrichsbergtreffen.

Lediglich 30 Gegendemonstranten protestierten gegen das Spektakel. Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr mehr Protest.

Quelle:
* „Blaue Narzisse Online“

„Treffen der Generationen“: Jungnazi trifft Altnazi

In der extrem rechten Szene gab es schon immer Versuche die eigenen Gewissheiten durch Zeitzeugen-Veranstaltungen zu erneuern und zu verbreiten. Langsam sterben die Mitglieder der Erlebnis-Generation des Zweiten Weltkrieg aus. Um die jüngere Neonazi-Generation in ihrer verzerrten Geschichsbetrachtung noch einmal zu bestätigen organisieren Neonzis in Thüringen eine Veranstaltung mit dem Titel „Treffen der Generationen“. Hier treten Landser quasi live auf und erzählen von ihren „Abenteuern“ und „Heldentaten“ oder allgemein wie toll doch für sie das Dritte Reich war. Damit gewinnt NS-Geschichte natürlich an Authentizität. Die Macher von „Treffen der Generationen“ schreiben selbst über ihre Motive:
„Da die Zeit immer weiter voran schreitet und die Zeitzeugen des letzten großen Krieges immer weniger werden, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diese Treffen zu veranstalten um die jungen Generationen, welche nicht Zeuge der damaligen Zeit sein konnte, ein Bild aus erster Hand zu vermitteln. In einer Zeit, in der die Medien immer wieder über unsere Väter und Großväter falsche Tatsachen behaupten und sie als Verbrecher darstellen, erachten wir diese Veranstaltungen als zwingend notwendig um die wahren Erlebnisse von den Zeugen dieser Zeit zu hören.“

NPD pro Wehrmacht
BILD: Auch die NPD verteidigt die „Erlebnisgeneration“

Verantwortlicher für die Homepage ist ein Patrick Weber und sein Germania-Versand mit Postfach in Sondershausen.

Treffpunkt dieses „Treffen der Generationen“ war immer das Hotel „Romantischer Fachwerkhof Kutz“, auch genannt „Erlebnisscheune“ in Kirchheim bei Erfurt (Ilm-Kreis). In der „Erlebnisscheune“ fanden auch bereits NPD-Veranstaltungen und NSBM-Konzerte statt.

Bisher fanden drei „Treffen der Generationen“ statt:

Für den 9. Oktober 2010 ist nun das vierte „Treffen der Generationen“ geplant voraussichtlich „wird unter anderem ein Ritterkreuzträger sprechen“ und es soll einen Infostand des extrem rechten Monatsmagazin „Zuerst!“ geben.

Das erste „Treffen der Generationen“ fand am 6. Februar 2010 statt. Es trat „ein ehemaliger Jagd- und Transportflieger der deutschen Luftstreitkräfte“ auf und danach spielte „Liedermacher Max“, vermutlich Maximilian Lemke aus Jena-Altlobeda.

Das zweite „Treffen der Generationen“ fand am 10. April 2010 statt. Diesmal referierte Hauptmann Walter Heinlein, Kommandeur der Panzerartillerie in der 2. Panzerdivision „Guderian“.

Das dritte Treffen der Generationen fand am 3. Juli 2010 statt. Es sollen 120 Gäste teilgenommen haben. Es gab einen Infostand des braunen Hochglanzmagazins „Zuerst!“.
Als Referenten trat ein ehemaliger Angehöriger der 13. Gebirgs-Division „Handschar“ der Waffen SS, die Himmler mit Hilfe des berüchtigten Mufti von Jerusalem unter bosnischen Muslimen rekrutierte.
Star des Abends war aber vor allem der 97jährige Oberst a.D. Hajo Herrmann, der u.a. Mitglied im Führungsstab der Luftwaffe war, „wo er nicht nur mit Hermann Göring sondern oftmals auch mit Adolf Hitler selbst zu tun hatte“, wie es in einem Veranstaltungsbericht heißt. Weiter heißt es dort „Nach seinem Redebeitrag standen spontan alle Gäste von ihren Plätzen auf und sagen das Lied der Legion Condor.“ Junge Nazis huldigten mit diesem Ständchen einem einem der letzten Mitglieder der deutschen Unterstützungseinheit „Legion Condor“ im spanischen Bürgerkrieg für den Diktator Franco. Hajo Herrmann (* 1913) aus Düsseldorf war nämlich 1935 bis 1945 Jagdflieger in der Wehrmacht und speziell war 1936-37 Bomberpilot der Legion Condor. Weiter war er im Zweiten Weltkrieg an der Bombardierung von Polen (beim Überfall, England (besonders London), Malta, Griechenland, der Sowjetunion (Murmansk) und Norwegen beteiligt. Er wurde 1942 Mitglied in Hitlers Luftwaffenführungstab und zum Vertrauten des NS-Ministers Hermann Göring. Bis zum Kriegsende erreichte er den Rang eines Oberst und er erhielt die NS-Auszeichnung Ritterkreuz (1940) mit Eichenlaub (1943) und Schwertern (1944).
Herrmann war bis 1955 in sowjetischer Gefangenschaft und begann nach seiner Freilassung ein Jura-Studium. Als Rechtsanwalt vertrat er viele Altnazis, Neonazis und Holocaustleugner (u.a. Otto Ernst Remer, David Irving, Fred A. Leuchter). In dem rechten Hörverlag „Vox Libri“ aus Nettetal ist vor kurzem ein Hörbuch von ihm erschienen.
Nach Herrmanns Auftritt spielte noch Sleipnir alias Marco Laszcz aus Gütersloh.

Quelle:
* Homepage von „Treffen der Generationen“