Lettland: alljährliches Waffen-SS-Veteranen-Treffen

In Lettlands Hauptstadt Riga sind trotz eines vom Stadtparlament ausgesprochenen Verbots am 16. März Veteranen der lettischen Waffen-SS aufmarschiert. Träger dieses Umzuges, der seit 1994 stattfindet, ist vor allem der Veteranenverband „Daugavas Vanagi“. Lange Zeit genoss dieser Umzug sogar die Unterstützung von Teilen der lettischen Politik, die am 1998 per Mehrheit im Parlament den 16. März zum Gedenktag erklärt hatte. Erst nach internationalen Protesten wurde der Gedenktag 2000 wieder gestrichen.
Der Informationsdienst „Blick nach Rechts“ schreibt zu den Hintergründen:

Am 16. März 1943 hatte die lettische Legion der Waffen-SS erstmals an Kämpfen gegen die Rote Armee bei Leningrad teilgenommen. Die lettische Waffen-SS bestand aus rund 146 000 Männern. Lettische Kollaborateure und deutsche Einsatzkräfte ermordeten 70 000 der 85 000 lettischen Juden. Die lettischen Veteranen pflegen enge Kontakte zu Gleichgesinnten in der Bundesrepublik. Noch vor wenigen Jahren waren „Lettland-Reisen“ ein fester Bestandteil der Jahresplanung des Hamburger Landesverbandes der Waffen-SS-treuen HIAG Hamburg unter Führung von Franz Schmitz. Angesagt bei Reisen dieser Art waren neben der Teilnahme an Aufmärschen so genannte Kameradschaftstreffen oder der Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs in Saldus. Umgekehrt nahmen Letten im Mai 2000 am 50-jährigen Jubiläum der HIAG Hamburg teil. Am 16. März 2006 waren Aktivisten des neonazistischen „Freundskreises Halbe“ beim Waffen-SS-Treiben in Riga vor Ort.

Quelle:
* am: , in „Blick nach Rechts“ vom 11.03.2010, http://www.bnr.de/content/waffen-ss-treiben-in-riga