Rechtspopulistischer Reservist

In Nordrhein-Westfalen baut sich seit einigen Jahren eine neue extrem rechte Partei auf – mit Verbindung zum Reservistenverband der Bundeswehr.

Die rechtspopulistische „Pro-Bewegung“ konnte ihre Sitze in den Kreistagen, Stadträten und Bezirksvertretungen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen bei der letzten Kommunalwahl 2009 von 15 auf jetzt 46 Sitze mehr als verdreifachen. Grundlage für den erfolgreichen Stimmgewinn am rechten Rand ist unter anderem eine gezielte Abgrenzung zu neonazistischen Parteien und Kameradschaften. Dennoch kann die laut NRW-Verfassungsschutz nur einige hundert Mitglieder zählende rechtsextreme Pro-Bewegung ihre Wurzeln nicht leugnen: Pro-Deutschland Vorsitzender Manfred Rouhs war in den 1980er-Jahren Vorsitzender der Jugendorganisation der NPD in Nordrhein-Westfalen und trat dort auch als Direktkandidat für die neonazistische Partei an. Zusammen mit Markus Beisicht gründete Rouhs auch den Kölner Kreisverband der Republikaner. Beide waren zuvor in der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ aktiv, Beisicht ist heute Vorsitzender von Pro-NRW. Ein weiterer Punkt verbindet die Rechtspopulisten mit den Neonazis: ihr Militarismus.
Pro-Funktionär Hauer
Kevin Gareth Hauer gehört zur Führungsspitze der selbsternannte „Bürgerbewegung“. Hauer, ein ehemaliges Mitglied der Republikaner, gründete vor einigen Jahren die Ortsgruppe „Pro Gelsenkirchen“, deren Vorsitzender er ist und deren Meinung er auch im Rat der Stadt Gelsenkirchen vertritt. Zudem ist Hauer stellvertretender Vorsitzender von Pro-NRW und Reservist der Bundeswehr im Rang eines Leutnants, womit er sich in der Öffentlichkeit rühmt. Hauer soll auch nicht vor Kontakten mit der NPD und freien Neonazi-Kameradschaften in Bochum-Wattenscheid zurückschrecken.

Quellen:
* N.N.: „Der Vorstand“, in: www.pro-nrw.org – letzter Zugriff am 16. Februar 2010.
* Laurin, Stefan: Pro Gelsenkirchen: Zum Glück ist es Hauer, 5. Februar 2009, in: www.ruhrbarone.de – letzter Zugriff am 16. Februar 2010.