Mittenwald & bundesweit: entwürdigende Aufnahmerituale

Der Beschwerdebrief eines ehemaligen Soldaten, der von April bis September 2009 in Mittenwald stationiert war, deckte auf, dass in Mittenwald im Juni 2009 offenbar drei bis heute aktive Gebirgsjäger und einige Ehemalige ihn „außerhalb der Dienstzeit und außerhalb der Kaserne“ Soldaten gezwungen hätten, Alkohol bis zum Erbrechen zu trinken und rohe Schweineleber zu essen, um in der internen Hierarchie des Bataillon 233 aufzusteigen. Ebenso mussten die Neulinge nackt Kletterübungen machen. Diese Aufnahme-Rituale soll es seit Ende der 1980er Jahre geben.

Inzwischen haben sind nach den Medienberichten über 50 weitere Fälle aufgetaucht, vor allem durch Hinweise ehemaliger Soldaten. Militär und Politik sprechen trotz dieser Lawine von „Ausrutschern“ und „Einzelfällen“. Seltsam aber, dass die Aufnahmerituale in der Bundeswehr sogar eigene Bezeichnungen haben. Solche kruden Aufnahmerituale passen übrigens gut in die Analyse der Bundeswehr als archaischer Männerbund.
Aufnahmeritual in der Bundeswehr
OBEN: Internetfundsache

Quelle:
* Christof Schnürer: „Tiefpunkt meines Soldatenlebens“, in: Garmisch-Partenkirchener Tagblatt vom 11. Februar 2010