Bei Reservistenkameradschaft aktiv trotz tiefbrauner Verstrickung

Die Frankfurter Rundschau wies in einem Artikel auf mehrere Fälle hin bei denen sich Neonazis oder zumindest Männer mit einer solchen Vergangenheit weitgehend ungestört in Reservistenkreisen bewegen.

Wolfram M.
M. ist Chef der Reservisten-Kameradschaft in Großropperhausen, einem Ortsteil von Frielendorf im Schwalm-Eder-Kreis. Der heute 52-Jährige war von 1983 bis 1991 Vize-Vorsitzender der neonazistischen „Hilfsgemeinschaft für nationale Gefangene“ (HNG). Im Jahr 1980 hatte er selbst mit einem 20-köpfigen Schlägertrupp aus dem Umfeld der militanten „Volkssozialistischen Bewegung Deutschland“ in einer Frankfurter Fußgängerzone Passanten angegriffen.
Die zuständigen bei dem Reservistenverband hatten nach einer Prüfung verlauten lassen, dass es keinerlei Hinweise auf eine aktuelle extrem rechte Gesinnung gäbe. Seltsamerweise hatte Wolfram M. versucht in der Ausgabe Mai 1998 des neofaschistischen Monatsmagazins „Nation und Europa“ über eine Anzeige versucht ausgediente Bundeswehr- und Bundesgrenzschutzfahrzeuge zu verkaufen. Und in diesem Jahr „pöbelte er via Leserbrief in der örtlichen Presse gegen den Besuch von US-Präsident Barack Obama in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald“, berichtet die „Frankfurter Rundschau“.

Rainer V.
Der Postbeamte V. wurde im August 2007 von der Kameradschaft Frielendorf für seine 20-jährige Mitgliedschaft im Reservistenverband geehrt. Rainer V. ist aber nicht nur bei Reservisten, sondern auch in der extremen Rechten aktiv. Laut „Frankfurter Rundschau“ führte ihn seine „Karriere am rechten Rand, von NPD über „Republikaner“ und das rechtsextreme „Bürgerbündnis Pro Schwalm-Eder“ bis zur Splitterpartei „Ab jetzt … Bündnis für Deutschland“, für die der 57-Jährige bei der Landtagswahl 2008 antrat.“

Martin B.
Der 33jährige Martin B. nahm im September in Frielendorf an einer Reservistenübung teil. Laut „Frankfurter Rundschau“ handelt es sich bei B. um einen „polizeibekannten“ Neonazi.

Natürlich sind diese drei Fälle angesichts tausender Reservisten nur eine kleine Minderheit. Jedoch sind es nur Beispiele, eine empirische Untersuchung zu extremen Rechten und rechten Tendenzen existiert nach dem Wissen vom AK Braunzone Bundeswehr bisher noch nicht. Besonders erschreckend ist die fehlende Reaktion auf die Mitgliedschaft von Personen mit extrem rechten Hintergrund. Vielmehr werden diese auf Grund persönlicher Sympathien verteidigt. Dabei wird in den Reservisten-Verbänden der Waffengebrauch geübt. Jeder Rechte der daran teilnehmen kann, ist einer zuviel. Wer kann garantieren, dass solche Personen ihr erworbenes Wissen nicht gemäß ihrer (Hass-)Ideologie einsetzen?

Quelle:
* Joachim F. Tornau und Carsten Meyer: Neonazis bei der Bundeswehr. Braune Flecken auf der Uniform, http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2147863_Neonazis-bei-der-Bundeswehr-Braune-Flecken-auf-der-Uniform.html


1 Antwort auf „Bei Reservistenkameradschaft aktiv trotz tiefbrauner Verstrickung“


  1. 1 Bei Reservistenkameradschaft aktiv trotz tiefbrauner Verstrickung « dokumentationsarchiv Pingback am 09. Januar 2010 um 15:20 Uhr
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