Archiv für Dezember 2009

Deutsche Militär-Zeitschrift (DMZ) Nr. 73 – Januar/Februar 2010 erschienen

DMZ Nr. 73
Im Heftinnern findet sich u.a. in der Rubrik „Landser erzählen“ ein Beitrag mit dem Titel „Dänische Freiwillige. Waffen-SS im Kaukasus“ aus der Feder von Henry Pedersen, der 1941 freiwillig der 5. Waffen-SS-Division „Wiking“ beitrat, einer Einheit für skandinavischen NS-Kollaborateure.
DMZ Nr. 73

Interviewpartner dieser Ausgabe sind:
* Generalmajor a.D. Jürgen Reichardt (* 1938), seit 2000 Präsident des „Bayrischen Soldatenbundes“.
* Prof. Dr. Martin van Creveldt aus Israel, ein Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem, der sich in der deutschen Rechten durch sein Lob für die Wehrmacht großer Beliebtheit erfreut. Van Creveldt ist regelmäßiger Autor für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und schrieb auch schon für die DMZ. Beim 8. Berliner Kolleg (Dezember 2004) des neurechten „Institut für Staatspolitik“ trat er zudem als Referent auf.

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal von:
* dem Scherzer Militär-Verlag (Schwerpunkt: sächsische Ritterkreuzträger).
* das Waffen-SS-Ehemaligen-Magazin „Der Freiwillige“.
* dem rechtsextremen Tübinger Hohenrain-Verlag.
* dem national“revolutionären“ Bublies-Verlag.
* dem Magazin „Militaria“.

Zusätzlich liegen in dem Heft noch zwei Prospekte, je eins von dem rechtslastigen Leopold-Stocker-Verlag aus Österreich und eins von einem Atlas-Verlag.

Bundeswehr wird mit Wehrmachts-Literatur trainiert

Ein Artikel in der Berliner Tageszeitung „taz“ berichtet über die Verwendung von Wehrmachts-Literatur bei der Ausbildung von Bundeswehr-Soldaten. Dabei bezieht sich die „taz“ auf einen Beitrag des Historikers Detlef Bald in der neuen Ausgabe des Hefts des „Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik“ an der Universität Hamburg mit dem Titel „Bundeswehr im Krieg – wie kann die Innere Führung überleben?“. Der Historiker analysiert darin kritisch die Ausbildungsrichtlinien und -materialien der Bundeswehr. Dabei stieß er auch auf die Bücher „Einsatznah ausbilden“ und „Üben und schießen“, die in der Grundausbildung benutzt werden und den Ausbildern als Nachschlagewerke dienen.
So wird u.a. empfohlen die „Vorstellung von Kriegswirklichkeit“ u.a. durch beispielhafte Erfahrungsberichte des deutschen Heeres im Zweiten Weltkrieg heranzuziehen. Eine positive Bezugnahme auf den Rasse- und Vernichtungskrieg der Wehrmacht also. Im Konkreten dient z.B. der Winterkampf in der Sowjetunion oder die Abwehr der Operation der Alliierten in der Normandie als vorbildhaftes Schlachtengemälde.
Auch kleine gereimte Merksätze für die Panzerabwehr der Wehrmacht werden zitiert:
„Selbst in der äußersten Erregung /
bewahre kühle Überlegung.“
Der Historiker Bald fasst zusammen: „Die ,Ausbildungshilfen‘ sind ein Machwerk der Legendenbildung. […] Perfide ist der Duktus, Vorschriften und Richtlinien aus der Zeit des Nationalsozialismus in vermeintlich unpolitischer Absicht durch Zitate in die Gegenwart der Bundeswehr zu holen und amtlich zu erklären, diese Lehren seien ,zeitlos‘. Damit werden Wehrmacht und ihre Nazi-Ideale ethisch gesäubert und enthistorisiert. Das Gütesiegel des Heeresamtes bestätigt dies.“

Quelle:
* Bettina Gaus: Bundeswehr-Lehrmaterial von der Wehrmacht. Von Stalingrad nach Afghanistan, 08.12.09,
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/von-stalingrad-nach-afghanistan/

Österreich: Gedenken mit Freikorps-Anhängern

Das Hartmut-Mayer-arxhiv des VVN-BdA NRW berichtet:

Zu den Teilnehmern an der im November durchgeführten Gedenkfeier für den ehemaligen NS-Jagdflieger Walter Nowotny auf dem Wiener Zentralfriedhof gehörte auch eine Delegation der extrem rechten „Kameradschaft Freikorps Oberland – Bund Oberland“.
Vertreter des Traditionsverbandes des berüchtigten „Freikorps Oberland“ hatten noch im Sommer eine Einladung des „Österreichischen Kameradschaftsbundes“ nach Moosburg/Kärnten zur Teilnahme am Kaiser-Arnulf-Fest angenommen. Vor der Teilnahme am örtlichen Festumzug fand man noch die Gelegenheit eines gemeinsamen Gedenkens an dem Ort, an dem Jörg Haider tödlich verunglückt war. Daran nahm auch eine Klagenfurter Stadträtin teil, so „Kameradschaftsführer“ Jürgen Popp in „Der Oberländer“ (hma).

Quelle:
* Hartmut-Mayer-Archiv: Alte Kameraden, aus: Antifaschistische Nachrichten 25/Dezember 2009

DMZ-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter als neuer Chefredakteur von „Zuerst!“?

Das Informationsportal „redok“ berichtet:

„Nun soll als Nachfolger das neue rechte Monatsmagazin mit dem Titel Zuerst! Neuland für die extreme Rechte erschließen. Als journalistische Führungsfigur soll offenbar Manuel Ochsenreiter dienen, der einst Redakteur der neurechten Jungen Freiheit war und dem norddeutschen Verleger Munier bereits seit einiger Zeit als Chefredakteur der Deutschen Militärzeitschrift dient.“
Dem widerspricht aber bnr.de, dessen „Informationen zufolge hat der Historiker Günther Deschner (Jg. 1942) die Funktion des Chefredakteurs inne.“

Berichtigung (21.12.09):

Redok schrieb nicht von Ochsenreiter als Chefredakteur, sondern „als journalistische Führungsfigur“. Ochsenreiter zeichnet laut Impressum von „Zuerst!“ verantwortlich für den Inhalt der Webseiten und verfasste auch einen Artikel für „Zuerst!“.
Der Initiator des ganzen Projektes, der Verleger Dietmar Munier, äußerte sich über Ochsenreiters Rolle bei „Zuerst!“ im Interview mit gesamtrechts.net:

Munier: Neben Dr. Deschner, dem eigentlichen „Blattmacher“, spielt Manuel Ochsenreiter eine wichtige Rolle bei ZUERST!. Ochsenreiter ist ja seit fünf Jahren Chefredakteur der Deutschen Militärzeitschrift (DMZ), was er vorläufig auch bleiben wird. Wir haben ihn dort aber durch einen zusätzlichen Redakteur entlastet, damit er seine wirklich herausragenden journalistischen Befähigungen bei ZUERST! voll zum Einsatz bringen kann. Seine Reportagen in der DMZ etwa über die Hisbollah im Libanon sind ja legendär.

Quellen:
* redok: Rechtes Monatsblatt: Medienkonzern übernimmt Vertrieb, 06.12.09, http://www.redok.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1596&Itemid=36
* am: Sprungbrett nach rechts, 10.12.09, http://www.bnr.de/content/sprungbrett-nach-rechts