Österreich: Bundesheer distanziert sich von nationalistischer Organisation

Die österreichische Armee will laut Pressemeldung zukünftig nicht mehr mit dem „Kärntner Abwehrkämpferbund“ (KAB) zusammenarbeiten. Der mitgliederstarke KAB versteht sich als deutschnationaler Interessens-Bewahrer in Kärnten gegenüber der slowenischen Minderheit. Die Bemühungen der slowenischen Minderheit um Sprach-Gerechtigkeit, beispielsweise auch bei der Verwendung der slowenischen Namen auf den Ortsschildern, werden als Vorform des Separatismus angesehen. Diese deutschnationalen Ängste existieren schon recht lange.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte es eine Abstimmung in Kärnten über den Zugehörigkeits-Wunsch der Bewohner zu Jugoslawien oder zu Österreich gegeben. Dabei verblieb ein Teil der slowenischen Bevölkerung als Minderheit bei Österreich. Im Zweiten Weltkrieg war es dann zu Zwangsdeportationen der slowenischen Minderheit in Kärnten durch die Nationalsozialisten gekommen. Aus der slowenischen Minderheit entstanden Partisanen-Einheiten, die aktiv Widerstand leisteten. Nach dem Krieg hatte beispielsweise der verstorbene Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann Haider den Konflikt beschworen, um so Stimmen der deutschsprachigen Mehrheit zu gewinnen.
Als der KAB-Chef Fritz Schretter am 10. Oktober in chauvinistischer Manier vor einer drohenden „Slowenisierung“ Südkärntens warnte, kündigte das Bundesheer in Kärnten die Zusammenarbeit auf. Bis dato hatte das Militär unter anderem die Musik bei Veranstaltungen gestellt.
Die Partei des verstorbenen Jörg Haider, das „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ), zeigte sich natürlich empört über diese Reaktion: „Das Bundesheer ist verpflichtet auch weiterhin ohne Wenn und Aber unsere heimattreuen Traditionsverbände und deren Mitglieder zu unterstützen“.

Quelle:
* Eurorex: Österreich: Bundesheer kündigt Zusammenarbeit mit Kärntner Abwehrkämpferbund auf, 23.10.2009, http://www.eurorex.info/2009/10/23/osterreich-bundesheer-kundigt-zusammenarbeit-mit-karntner-abwehrkampferbund-auf/