Deutsche Militär-Zeitschrift (DMZ) Nr. 71 – September/Oktober 2009 erschienen

DMZ Nr. 71

In dem Artikel „Spritzfahrt durch Ungarn“ von einem Patrick Stoll wird berichtet wie eine deutsche Re-Enactment-Gruppe mit 33 Wehrmachts-Fahrzeugen, vor allem per Krad, das Land durchquert hat. Wer bei den Fotos genauer hinschaut, entdeckt, dass dabei nicht nur Wehrmachts-Uniformen mitgeführt wurden, sondern auch mindestens eine Reichskriegsflagge. Diese benutzt heute außerhalb der extremen Rechten niemand.
Kradfahrt mit Reichkriegsflagge

Interviewpartner dieser Ausgabe sind:
* Norbert Geis (* 1939), der seit 1987 für die CSU im Bundestag sitzt. Er ist zum rechtsklerikalen Flügel der CSU zu zählen. So forderte er in Vergangenheit Gotteslästerung unter Strafe zu stellen, fühlt sich nach eigenen Worten dem „Opus Dei“ („Die Wahabiten Roms“) „freundschaftlich verbunden“ und ist Präsident der „Opus Dei“-nahen Rhein-Donau-Stiftung. Zudem ist er Kolumnist der Rechtspostille „Junge Freiheit“. Das Interview mit der DMZ verdankt er seiner ablehnenden Haltung zu der Aufhebung der Urteile gegen Wehrmachts-Deserteure. Der DMZ sagte er dazu: „Wenn man dies tut, dann rehabilitiert man automatisch Verbrecher, die bei Nacht und Nebel zum Feind übergelaufen sind“, um dort mit ihren Angaben beim Kampf gegen die Wehrmacht zu helfen. Diese Aussage gleicht der von Heinz-Christian Strache, dem Vorsitzenden der rechtspopulistischen FPÖ, der behauptete „Wehrmachtsdeserteure seien „oftmals auch Mörder gewesen.“
* Prof. Franz W. Seidler (* 1933), ein extrem rechter Militärhistoriker. Der emeritierte Ordinarius für Neuere Geschichte an der Bundeswehr-Universität München war in Vergangenheit Referent bei diversen extrem rechten und deutschnationalen Gruppen. Er ist Buchautor des extrem rechten Pour le Merite-Verlages und Beiträge von ihm erschienen in den „Burschenschaftlichen Blättern“ oder der DMZ.
* Simon Reeve, ein BBC-Journalist.

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal von:
* dem rechtslastigen Ares-Verlag aus Österreich.
* dem extrem rechten Verlag „Pour le Merite“.
* dem Scherzer Militär-Verlag (Schwerpunkt: sächsische Ritterkreuzträger).
* dem Militaria-Magazin.
* das Waffen-SS-Ehemaligen-Magazin „Der Freiwillige“.
* dem deutschnationalen, burschenschaftlichen Organ „Die Aula“ aus Österreich.
* dem Film-Versand „History Films“.
* dem rechtsextremen Tübinger Grabert-Verlag.
* der FPÖ-nahen Wochenzeitung „Zur Zeit“, die übrigens mit einem Stand auf dem neonazistischen „Fest der Völker IV“ in Pößneck angekündigt war.
Fest der Völker IV &

Quellen:
* Anton Maegerle: Konspirativer Kongress, in: BnR-Ausgabe 05/2005
* DMZ Nr. 71