Bundeswehr-Rechtsaußen-General verstorben

In der Nacht vom 27. auf den 28. April 2009 ist in Rendsburg der ehemalige General Günter Kießling verstorben. Er dürfte vor allem durch die so genannte „Kießling-Affäre“ bekannt sein, die sich im Zeitraum Dezember 1983 bis Januar 1984 ereignete. Damals wurde der Offizier Günther Kießling wird wegen angeblicher Homosexualität als „Sicherheitsrisiko“ entlassen. Später wurde Kießling rehabilitiert. Nicht wegen des homophoben Charakter des Vorganges, sondern weil Kießling nicht homosexuell war.

Kießling war einer der letzten Personen mit Wehrmachts-Vergangenheit in der Bundeswehr. In der Wehrmacht war er zuletzt Leutnant und in der Bundeswehr wurde er bis 1971 der bis dato jüngster General. In den Jahren 1982/83 war Kießling stellvertretender NATO-Oberbefehlshaber in Europa und ging 1984 als Vier-Sterne-General a.D. in den Ruhestand.

In der Zeit nach seinem aktiven Dienst fiel Kießling durch zahlreiche rechte Aktivitäten auf.
So war er 1994 Mitbegründer der rechtspopulistischen Partei “Bund freier Bürger”. Auch als Referent trat er bei allerhand rechtslastigen Gruppen auf. So bei der Burschenschaft Germania (1989), dem ultrarechten „Gesamtdeutschen Studentenverband“ (GDS), bei CAUSA (eine Unterorganisation der Mun-Sekte), bei der geschichtsrevisionistischen „Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“, beim ultrarechten „Freundeskreis für Kultur- und Zeitgeschichte“, bei der extrem rechten Burschenschaft Olympia Wien (05.11.1989, Festrede zum 130. Stiftungsfest), beim „Deutschen Seminar“ oder bei den „Weißensee-Gesprächen“, die das „Freiheitliche Bildungswerk“ (FPÖ) veranstaltet.
Für die ultrarechte „Deutsch-Russländische Gesellschaft“ (DRG) trat er nicht nur als Festredner auf, sonder war er auch Kuratoriumsmitglied. Ebenso war auch eine Zeit lang Beiratsmitglied im extrem rechten „Neuen Deutschen Nationalverein“. Auch seine Auftritte bei Burschenschaften waren kein Zufall, war doch Kieling selbst Mitglied der Burschenschaft Spandovia Berlin (anderen Angaben nach auch der Sugambria bzw. Germania Bonn). Ebenso war er Ehrenmitglied des Veteranenverbandes der 298. Infanteriedivision der Wehrmacht.

Beiträge von ihm erschienen in diversen rechten Blättern wie dem revanchistischen „Ostpreußenblatt“, der Zeitschrift „Europa“, dem national“revolutionären“ Magazin „wir selbst“, der österreichischen „Aula“, der ultrarechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“, aber auch in der Volksbund-Mitgliederzeitschrift “Stimme & Weg” (3/2001).

Trotz dieser rechten Aktivitäten, würdigte der derzeitige Verteidigungsminister Jung Kießling als verdientes Bundeswehr-Mitglied, dass auch nach seiner Entlassung aus dem Dienst, der Bundeswehr eng verbunden gewesen sei (!).

Quellen:
* Jan Phillip: Der Burschenschafter, in: Der Rechte Rand Nr. 104 – Jan./Febr. 2007, Seite 17
* Jens Mecklenburg: Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, Seite 480/81