Strukturelle Homophobie in der US-Army: zum Beispiel Dan Choi

Die US-Armee hat einen Offizier gefeuert, weil dieser im TV öffentlich erklärt hatte, dass er schwul ist. Dan Choi, ein Student auf der Elite-Akademie West Point, der fließend arabisch spricht und erst vor kurzem von einem Einsatz im Irak zurückgekehrt, hatte nur offen gesagt, was in seiner Einheit jeder schon wusste und niemand für ein Problem hielt.
Die „Berechtigung“ Soldaten zu feuern, die sich öffentlich als homosexuell outen geht auf das Gesetz „Don´t Ask Don´t Tell“ zurück, wonach SoldatInnen zwar homosexuell sein, sich aber nicht öffentlich dazu bekennen dürfen. Seit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes 1993 unter Bill Clinton wurden etwa 13.000 Soldaten auf seiner Grundlage entlassen.
Theoretisch könnte der Präsident Obama in seiner Rolle als Oberkommandant, dass Gesetz de facto außer Kraft setzen, wenn er nach Paragraph 12305 jeden von der Entlassung bedrohten homosexuellen Soldaten als unverzichtbar für die nationale Sicherheit erklären könnte. Damit wäre die Entlassung gegenstandslos.
Laut Taz hat eine Umfrage der Washington Post 2008 ergeben, dass 75 Prozent der Befragten nichts gegen Schwule und Lesben in der Armee haben. Eine Umfrage unter Militärangehörigen wäre allerdings zu einem anderen Ergebnis gekommen: Nur 26 Prozent sagten, dass Homosexuelle in der Armee willkommen seien.

Quelle:
* Ralf Sotschek: Obama entlässt schwulen Offizier, in: taz vom 14.05.09, http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/obama-entlaesst-schwulen-offizier/