Ein Deserteursdenkmal für Köln

Die Stadt Köln plant die Errichtung eines Deserteursdenkmals. Dazu hatte sie einen geschlossenen Wettbewerb unter 13 Künstlern für Entwürfe ausgeschrieben, dessen Sieger jetzt fest steht. Laut Presse habe der Sieger „die Jury wegen ihrer Sensibilität und Poetik überzeugt.“
Damit ehrt als eine der ersten deutschen Städte die Gruppe der Wehrmachtsdeserteure. Erst im Jahr 2002 wurden vom Bundestag die Urteile aus dem „Dritten Reich“ gegen Wehrmachtsdeserteure aufgehoben und die als „Verräter“ und „Fahnenflüchtigen“ rehabilitiert.
Laut Angabe des Kölner Stadt-Anzeigers gibt es in der Bundesrepublik bislang 15 Gedenkstätten für Deserteure, von denen alle bis auf eine in Berlin durch Privatinitiative zustande kamen.
Folgender Spruch wird auf dem Kölner Denkmal zu lesen sein: „Hommage an die Soldaten und Menschen, die sich weigerten, zu schießen, zu foltern, zu töten oder zu diskriminieren“.

Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg 30.000 Todesurteile gegen Deserteure ausgesprochen und 20.000 vollstreckt. Weitere wurden in so genannten «Strafbatallione» auf Himmelfahrtkommandos geschickt oder ins KZ eingeliefert (siehe Foto unten).
Deserteur-Gedenktafel

Quellen:
* dpa: Deserteursdenkmal für Köln geplant, 27.04.09, „Kölner Stadt-Anzeiger“, http://www.ksta.de/html/artikel/1240406285974.shtml
* ddp: Köln erhält Denkmal für Opfer der NS-Militärjustiz, 27.04.09, http://koeln-bonn.business-on.de/koeln-erhaelt-denkmal-fuer-opfer-der-ns-militaerjustiz_id17167.html