„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe März-April

DMZ Nr. 68

Die neue DMZ Nr. 68 – Ausgabe März-April 2009 ist erschienen. Die Titelstory lautet „Waffen-SS im Einsatz“ und besteht aus den üblichen unkritischen Helden-Mythen.
Unter der aussagekräftigen Überschrift „Operatives Genie“ wird der Hitler-General Erich von Manstein vorgestellt.

In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“ (Sitz: Graz) aus Österreich, was besonders von deutschnationalen Burschenschaftern gelesen wird.
* der extrem rechten Zeitung „Zur Zeit“ (Sitz: Wien) aus Österreich, die sich auf Kurs mit der rechtspopulistischen FPÖ befindet
* das rechtsextreme Magazin „Der Freiwillige“, das ehemalige Organ der Waffen-SS-Veteranenorganisation HIAG.
* die revanchistische „Vertriebenen“-Zeitung „Der Schlesier“
* dem rechtsextremen Tübinger Grabert-Verlag
* Daneben gab es weitere Anzeigen des Magazins „Militaria“ (Verlag Klaus D. Patzwall) und eine Einlage des Atlas-Verlages, der für Zinnsoldaten Werbung machte, und des „Berliner Auktionshaus“, dass in Vergangenheit schon durch die Versteigerung von NS-Memorabilia und KZ-Überbleibseln von sich Reden machte.

Als Interviewpartner standen der DMZ diesmal zur Verfügung:
Ochsenreiter & PLO
* Abbas Zaki, PLO-Botschafter
* Patrick J Buchanan, US-Politiker und ein rechter Neo-Isolationist und Geschichtsrevisionist aus den USA, der in seinem jüngstem Buch Deutschlands Schuld am Zweiten Weltkrieg negiert. Seine Bücher erschienen im Bonus-Verlag („Irrweg Einwanderung“, 2007; „Der Tod des Westens“, 2002) und dem „Pour le Merite“-Verlag („Churchill, Hitler und der unnötige Krieg“, 2008) des rechtsextremen Verlegers Dietmar Munier, der eng mit der DMZ kooperiert. Buchanan bezeichnete AIDS als „Vergeltung der Natur für widernatürliche Handlungen“ von Homosexuellen.
* Zafer Mokadem (* 1944), Sprecher des „irakischen Widerstands“, also einer terroristischen Organisation im Irak. In diesem Fall handelt es sich um einen Vertreter des baathistischen Flügels des „Widerstandes“.

Ochsenreiter & Saddam-Fan
Die Achse zwischen Saddam Hussein – europäische Nationalisten
Der DMZ-Chefredakteur nahm laut DMZ-Bericht an einer Gedenk-Veranstaltung für den irakischen Diktator Saddam Hussein teil, die zum zweiten Jahrestag der Exekution Husseins in Tripoli (Nord-Libanon) stattfand. Bei dieser Begegnung in Tripoli übergab Ochsenknecht Abdul Al-Rafei den Sammelband „Staatsmord in Bagdad“, dessen Herausgeber er ist, an Abdul Al-Rafei.

Zu Husseins Leb- und Regentschafts-Zeiten gab es enge Kontakte zwischen europäischen Rechtsextremisten und dem Irak.
Eine eigene Pro-Saddam-Außenpolitik in Form von offiziellen Besuchen betrieben die bekannten Rechtsextremen Schirinowski (Russland), Le Pen (Frankreich) und Haider (Haider). Aber auch der damalige REP-Europaabgeordnete Prof. Emil Schlee (* 1922) aus Deutschland reiste im November 1990 reiste nach Bagdad und traf dort Saddam Hussein.
Der deutsche Neonazi-Führer Kühnen wollte 1991 im Golfkrieg sogar für Saddam eine Söldnereinheit („Die Legion“) aufstellen. In Anlehnung an die deutsche „Legion Condor“, die im spanischen Bürgerkrieg auf Seiten Francos und im Auftrag Hitlers kämpfte. Schwedischen Neonazis wollten eine „Legion Wasa“ aufstellen. Doch der Krieg war früher vorüber als die europäischen Neonazis zum „Krieg spielen“ anreisen konnten.
Es entstanden rechten NGOs um vorgeblich den vom US-Boykott gebeuteltem Irak (in Wahrheit trug Saddam Hussein wohl mehr zu den negativen Auswirkungen des Boykotts bei) zu helfen.
Aus den Reihen den französischen „Front National“ (FN) gründete sich die französische Organisation „S.O.S. Enfants d‘Irak“ unter der Leitung von Jany Le Pen, der Ehefrau des FN-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Es folgte die Gründung der „Irakisch-Österreichischen Gesellschaft“ Anfang Mai 2001 mit starker FPÖ-Beteiligung. Der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider (damals noch FPÖ) war ab 2002 sogar Präsident der Gesellschaft.
Die Motive waren aber vermutlich weniger wohltätiger, als vielmehr ideologischer (Antiamerikanismus) und finanzieller Natur. Bekannt ist heute, dass Saddam Hussein den russischen Rechtsradikalen Schirinowsky finanzierte.

Quellen:
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe März-April 2009
* Lutz Schnedelbach: Kripo durchsuchte Berliner Auktionshaus für Geschichte. Inhaber soll Nazi-Aufnäher angeboten haben, in: Berliner Zeitung vom 02. Juli 1998, http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0702/none/0088/index.html
* Michael Whine: An unholy Alliance – Nazi Links with Arab Totalitarism, in: Benz, Wolfgang; Wetzel, Juliane (Hrsg.): Antisemitismus und radikaler Islamismus (= Antisemitismus: Geschichte und Strukturen 4). Essen 2007, Seite 173-184
* Anton Maegerle/Heribert Schiedel: Krude Allianz. Das arabisch-islamistische Bündnis mit deutschen und österreichischen Rechtsextremisten, http://www.doew.at/frames.php?/thema/rechts/allianz.html
* Ingo Hasselbach, Winfried Bonengel: Die Abrechnung. Ein Neonazi steigt aus, Berlin 4. Auflage 2005, Seite 52 und 53