Tickende Zeitbomben in der US-Army

Ein Bericht der NGO “Southern Poverty Law Center” befasst sich kritisch mit Neonazis in der US-Army. Diese nutzen die Armee als Ausbildungsstätte für besondere Waffen-, Sprengstoff- und Kampf-Fähigkeiten. „Kampferprobte“ Neonazis könnten versucht sein diese Fertigkeiten auch gegen ihre Feindbilder einzusetzen. Genau davor warnt der Report des “Southern Poverty Law Center”. Bereits vor zwei Jahren verzeichnete die NGO steigende Zahlen von Nazi-Skinheads und ähnlich Gesinnten, die in die US-Army eintraten.

Der U.S. Senator Richard Shelby, ein Republikaner aus Alabama, schrieb damals in einem offenem Brief an den damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld:
„We witnessed with Timothy McVeigh that today’s racist extremist may become tomorrow’s domestic terrorist.” (Übersetzung: “Wir sahen an Timothy McVeigh, dass der rassistische Extremist von heute der Terrorist von morgen werden kann.”)
Der Ex-Soldat Timothy McVeigh war 1995 einer der Hauptverantwortlichen für das Sprengstoffattentat in Oklahoma-City, bei dem weit über 100 Menschen getötet wurden.
Trotz dieses Briefes an Rumsfeld geschah aber nichts.
Inzwischen deutet einiges darauf hin, dass sich das Problem noch verschlimmert hat.
Ein neuer FBI-Report berichtet, dass Rechtsextreme das Militär aus zwei Gründen infiltrieren würden: 1. Um im Militär Nachwuchs anzuwerben. 2. Um sich ausbilden zu lassen.

Hier ein paar der „Einzel“fälle im Report:
* Im September 2006 versuchte der Führer der “Celtic Knights”, einer in Texas beheimateten Abspaltung der Hammerskins, von einem aktiven Soldaten in Fort Hood, Texas, Sprengstoffe und Feuerwaffen zu bekommen. Dieser Soldat, der 2006 und 2007 im Irak diente, war Mitglied der Neonazigruppe „National Alliance“.
* Im Mai postete, Army Cpl. Adrian Petty, ein Mitglied der Skinhead-Gang “Vinlanders Social Club” (VSC) verschiedene Fotos auf seiner MySpace-page, die ihn in Uniform im Irak zeigen.
* Etwa 46 Mitglieder des rassistischen Kommunikationsprojektes Newsaxon.com outeten sich als aktive Armee-Angehörige.
Einer davon schrieb online in der Sektion “About Me“: “Love to shoot my M16A2 service rifle effectively at the Hachies (Iraqis),“ und, „Love to watch things blow up (Hachies House).” (Übersetzung: „Liebe es mein M16a6 Gewehr auf Iraker abzufeuern” und „Liebe es nach Dingen Ausschau zu halten, um sie in die Luft zu sprengen (Häuser von Irakern)“

Im Irak als US-Army-Mitglieder stationierte Nazis sollen nach dem Bericht und eigenen Angaben auch rassistisch motivierte Kriegsverbrechen begangen haben.

Quelle:
* David Holthouse: ‚Killing a Brown‘. New Evidence of Extremists in the Military, Intelligence Report, Winter 2008, http://www.splcenter.org/intel/intelreport/article.jsp?aid=971