„Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Januar-Februar

DMZ Jan. Febr. 2009
Die neue DMZ Nr. 67 – Ausgabe Januar-Februar 2009 ist erschienen. In dem extrem rechten Zweimonats-Magazin finden sich wieder mit Anzeigen von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“ (Sitz: Graz) aus Österreich, was besonders von deutschnationalen Burschenschaftern gelesen wird.
* der extrem rechten Zeitung „Zur Zeit“ (Sitz: Wien) aus Österreich, die sich auf Kurs mit der rechtspopulistischen FPÖ befindet
* das rechtsextreme Magazin „Der Freiwillige“, das ehemalige Organ der Waffen-SS-Veteranenorganisation HIAG.
* dem Verlag „Pour le Merite“, der zum Arndt-Verlag gehört, mit dem die DMZ eng kooperiert.
* des rechten Österreicher Ares-Verlages.
* dem rechtsextremen Bublies-Verlag.
* Daneben gab es weitere Anzeigen des Magazins „Militaria“ (Verlag Klaus D. Patzwall).

Von dem rechtslastigen Stocker-/Ares-Verlag aus Österreich lag dieser DMZ-Ausgabe ein eigenes Verlagsprospekt bei.

Als Interviewpartner standen der DMZ diesmal zur Verfügung:
* Dr. Klaus Goebel (* 1936), Anwalt des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Josef Scheunengraber (90). Scheunengraber steht seit 15. September 2008 in München vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen am Massaker von Falzano di Cortona als Führer der 1. Kompanie des Gebirgspionierbatallion 818führend beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Massaker am 27. Juni 1944 wurden 14 italienische ZivilistInnen in einer Vergeltungsaktion getötet.
Der Scheunengraber-Anwalt Goebel ist selbst kein unbeschriebenes Blatt. Er soll sich laut „Münchener Abendzeitung“ für die „Hilfsgemeinschaft Freiheit für Rudolf Hess“ habe und war (ist?) Funktionär im Verein „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte e. V.“, der alte und neue Nazis unterstützt. Das Autoren-Duo Schröm und Röpke schreibt in seinem Buch „Stille Hilfe für braune Kameraden“ (Seite 72) zu Goebel:
„Klaus Goebel war nicht irgendein Anwalt. Ein Vierteljahr zuvor [als Jan. 1990], bei der Mitgliederversammlung der Stillen Hilfe in Rotenburg/Wümme, war Goebel auf Vorschlag des Gesamtvorstandes von der Vereinsvorsitzenden Adelheid Klug ins Kuratorium berufen worden.“
Als Anwalt verteidigte und beriet er NS-Täter (Anton Malloth, Ernst Gollak) und Holocaust-Leugner (David Irving, Bela Ewald Althans, Gerd Honsik, Germar Scheerer). Zudem war er früher Landesvorsitzender der „Deutsch-Südafrikanischen Gesellschaft“ (DSAG), die sich lange für das Apartheitsregime stark machte.
* ein anonymisierter Bundeswehr-Soldat mit dem Pseudonym „Schneider“, der unter der Überschrift „Ein Bundeswehrsoldat packt aus“ ein Interview gibt. „Schneider“ soll Anfang 20 und ein Reserveoffizier-Anwärter sein, der November 2006 bis März 2007 in Afghanistan stationiert gewesen sein soll.
* James Baque (* 1929), ein Geschichtsrevisionist aus Kanada.
* Prof. Franz W. Seidler, ein extrem rechter Militärhistoriker (siehe auch den Artikel „Brauner Militärhistoriker feiert 75. Geburtstag“).
* Imad Alawa, der Hisbollah-Sprecher im Libanon. Die Hisbolla ist eine Iran-nahe schiitische Terror-Organisation, die Israel allzugerne auslöschen würde und ebenso wie die Hamas einen Verschwörungs-Antisemitismus im Stile der „Protokolle der Weisen von Zion“ vertritt.
Ochsenreiter&Hisbollah
Im anschließenden Bericht schreibt der DMZ-Chefredakteur über seine Reise durch den Libanon, eine Art Hisbollah-Tourismus. Jedenfalls traf er Hisbollah-Vertreter und darf die Propaganda der Organisation besichtigen.

Quellen:
* „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) – Ausgabe Januar-Februar 2009
* Stephan Stracke: Die stillen Helfer der NS-Kriegsverbrecher, in: „Neues Deutschland“ vom 04.12.08, http://www.neues-deutschland.de/artikel/140053.die-stillen-helfer-der-ns-kriegsverbrecher.html
* Oliver Schröm / Andrea Röpke: Stille Hilfe für braune Kameraden, Berlin 2006, Seite 72-77
* Friedrich C. Burschel: Alles andere als ein Selbstzweck. Der Prozess gegen mutmaßlichen Nazikriegsverbrecher Josef Scheungraber, erschienen in „analyse & kritik“ Nr. 532 vom 17. Oktober 2008
* AIDA München: Chronologie 2001, Eintrag vom 27. April 2001, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=147&Itemid=109