Österreich: Hitlergruß in Kaserne ohne wirkliche Folgen

Zwei Ex-Rekruten (20, 22) standen wegen eines Hitlergruß vor dem Salzburger Landgericht, der gefilmt und danach auf Youtube gestellt wurde. Die zwei Vorarlberger Soldaten hatten im September 2007 ihr „Abrüstervideo“, also ein Video vom Ende der Dienstzeit, gedreht. Dabei waren sie betrunken gewesen („Haben eine Gaudi gehabt und gesoffen“). Die Anklage lautete auf „nationalsozialistische Wiederbetätigung“.
Doch das Ganze war keinesfalls ein „Alkoholausrutscher“, was immer noch schlimm genug wäre. Die Presse berichtet davon, dass der 20jährige Hauptangeklagte seine rechtsextreme Ideologie im Bundesheer mit Nazi-Tattoos (u.a. Hakenkreuz, den SS-Totenkopf und die Zahl 18 – steht für A.H., also Adolf Hitler) offen zur Schau getragen hätte. Vor Gericht will der Angeklagte die Szene bereits vor einem Jahr verlassen haben. Der 22-jährige Zweitangeklagte ist den Behörden auch einschlägig bekannt gewesen. Er hat bereits eine 7monatige Bewährungsstrafe wegen Nazi-Schmierereien. Auch er will inzwischen aus der Szene raus sein.
Den beiden drohten bei einer Verurteilung, Strafen zwischen einem und zehn Jahre Haft.
Wegen „nationalsozialistischer Wiederbetätigung“ erhielt der 20jährige Hauptangeklagte eine nicht rechtskräftige Zusatzfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung. Der 21-jährige Zweitangeklagte wurde rechtskräftig freigesprochen.
Das Gerichtsurteil hat auch Auswirkungen auf den Ausgang des Disziplinarverfahrens im Bundesheer. Dort droht ihnen noch zusätzlich eine Ersatzgeldstrafe.

Quellen:

* Markus Peherstorfer: Ex-Rekruten wegen Hitlergruß vor Gericht, 30. Oktober 2008, http://derstandard.at/Text/?id=1225358708576
* Video mit „Heil Hitler“: Haftstrafe und Freispruch für zwei Rekruten, 30.10.2008, http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/1606785/index.do