Ein Kommentar zum Kommentar

Unter den noch nicht freigeschalteten Kommentaren auf meinen Blog fand sich vor kurzem auch ein Kommentar von einem Herrn Lars Burks. Da ich seinen Kommentar nicht schnell genug freischaltete, wurde ich in einem zweiten Kommentar als Feigling gescholten.
Dieser Blog ist kein Diskussionsforum (siehe auch „Das Kleingedruckte“, oben). Der Beitrag stellte keine echte inhaltliche Ergänzung dar und wurde daher nicht freigeschaltet. Ebenso waren ihm zahlreiche Schreibfehler sehr abträglich.
Ich werde den Kommentar trotzdem ausschnittsweise sogar auf die Startseite holen und ihn selbst noch einmal kommentieren.

Ich schrieb in dem Artikel „Deutsche Soldaten halfen 1973 beim Angriff auf Israel“:

Viele Ausdrucksformen des DDR-Antizionismus waren auf jeden Fall klar erkennbar antisemitisch. So wurde beispielsweise der Nazijäger Simon Wiesenthal aus Österreich bei der Stasi als „Angehöriger des israelischen Geheimdienstes“ geführt.

Herr Burks schrieb auf meinen Beleg für DDR-Antizionismus:

Simon Wiesenthal war Jude! Richtig?!
Es ist für mich schlecht vorstellbar das Simon Wiesenthal in seiner Aufgabe mit seinem Institut keine Kontakte oder Zusammenarbeit mit dem Israelischen Geheimdiensten hatte! Das würde ich keinesfalls kritisieren, sondern würde es eher als geboten und normal halten!
Aber selbst wenn dem nicht so war, ist die obenstehende Behauptung er währe Agent des israelischen Geheimdienstes nur eine “Behauptung”, schlimmstenfalls eine Verleumdung!
Den Antizionismus der DDR will ich auch nicht bestreiten, aber wo bitte geht aus der oben genannten Formuliereung und Behauptung “Antisemitismus” hervor?

Das die Stasi Herrn Wiesenthal als Angehörigen des israelischen Geheimdienstes führte ist sehr wohl Beleg für den real existierenden Antisemitismus der Stasi. Simon Wiesenthal war österreichischer Staatsangehöriger, der tatsächlich Kontakt zum Mossad hatte, z.B. als er ihm die Adresse Eichmanns mitteilte. Kontakte sind aber noch keine Zugehörigkeit. Einen österr. Juden als israelischen Geheimdienst-Mann einzuordnen zeigt aber, dass die Stasi in diesem Fall das antisemitische Stereotyp der jüdischen Disloyalität pflegte. Juden wurde und wird in diesem Fall vorgeworfen, ihre Loyalität gehöre nicht zuvorderst dem Staat, in dem sie wohnen, sondern der jüdischen Gemeinschaft bzw.ab 1947 dem Staat Israel. Unter solchen Vorwurf fanden die antisemitischen Slansky-Prozesse in Prag (Anklage „zionistische Verschwörung“) oder die öffentliche Erhängung von neun Juden im Iran (Anklage „Mossad-Agenten“) statt. Ein Pendant zu dem Slansky-Prozessen gab es übrigens auch in der DDR:
Das DDR-Politbüromitglied Paul Merker wurde mit Leo Bauer und Bruno Goldmann 1952 als „zionistischer Agent“ „enttarnt“.

Herr Burks schreibt weiter:

Das die DDR mit “Zionismus” als Ideologie und seiner Verkörperung dem Israelischen Staaat mit “kapitalistischem bürgerlichen Parlamentarismus” nicht ideologisch konform ging, lag im ihr einen Weltbild begraben! Da dürfte doch verstehbar sein!

Das der deutsche Staat DDR Israel ablehnte (ebenso die Entschädigungszahlungen an Holocaust-Überlebende) und stattdessen Gruppen unterstützte, die sich die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben hatten, ist für mich nicht verständlich.

Bevor sie ihren Protest in Grundschulkind-Schrift und stereotyp-behaftetet Art
formulieren, empfehle ich Ihnen sich erst einmal kundig zu machen.

Wenn Sie, Herr Burks, schreiben: „Simon Wiesenthal war Jude! Richtig?!
Es ist für mich schlecht vorstellbar das Simon Wiesenthal in seiner Aufgabe mit seinem Institut keine Kontakte oder Zusammenarbeit mit dem Israelischen Geheimdiensten hatte!“, und damit Jude-Sein mit israelischer Geheimdienst-Tätigkeit verbinden, scheinen sie ohnehin nicht ganz frei von antisemitischen Tendenzen zu sein.