Alle Jahre wieder: Der Volkstrauertag

Seit 1934, also unter den Nationalsozialisten, firmiert der Volkstrauertag unter dem Titel „Heldengedenktag“ und ist es natürlich bei den Neonazis geblieben.
Ein „Helden“gedenken war es aber teilweise schon vorher gewesen, wie viele Grab- und Ehrenmals-Inschriften zeigen: „Fürs Vaterland fielen“, „Unsere Helden im Weltkriege“, „Die dankbare Gemeinde ihren Helden, die für das Vaterland starben“ usw.
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Seit 1950 gibt es nun wieder den Volkstrauertag. Dieser findet immer an einem Wochenende Mitte November statt, dieses Jahr ist es der 15. Und 16. November.
Große Gedenken an diesem Tag stehen meist unter der Regie des mitgliederstarken „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ (VDK), der lange Zeit – teilweise bis heute – intensiv mit Veteranen-Verbänden (Sogar der Waffen-SS-Ehemaligen Organisation HIAG) einerseits und der Bundeswehr andererseits zusammenarbeitete. Vereinzelt kam es in den Reihen des VDK zu rechten Vorkommnissen. Vordergründig aber ist der VDK überparteilich und unpolitisch. Doch liegt hier das Politische im vermeintlich Unpolitischen. Es werden nur selten Kontexte angegeben und Soldaten werden gemeinhin als Opfer des Krieges dargestellt. Was die Soldaten, deren Gräber der VDK in Osteuropa pflegt und hegt, denn überhaupt außerhalb von Deutschland verloren hatten, wird selten gesagt. Zwischen gefallenen Soldaten und ihren Opfern wird kaum ein Unterschied gemacht. Im Grab sind alle vereint.

So werden wie jedes Jahr auch dieses Jahr Weltkriegs-Veteranen, Bundeswehr-Mitglieder, Reservisten und Angehörige ihr kritikloses Gedenken begehen. Manchmal mischen sich auch extreme Rechte darunter. Solche extrem rechts durchmischten Zusammenkünfte sind in Vergangenheit bekannt geworden in:
* Dresden auf dem Heidefriedhof.
* Köln auf dem Lichthof vor „Maria im Kapito“. Hier sollen u.a. Mitglieder „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ teilgenommen haben.
* Berlin auf dem Friedhof am Columbiadamm (ehemaliger Neuer Garnisionsfriedhof).

Daneben organisiert die extreme Rechte aber auch eigene Gedenkfeiern, die offen dem NS-Heldengedenken nacheifern. Solche Neonazi-Heldengedenken finden in jedem Bundesland an meist eher abgelegenen Kriegsgräbern statt. Da diese Gedenken nur für die Szene organisiert werden, sind solche Treffen auch nur in der Szene bekannt.
In den letzten Jahren wurden bekannt, die neonazistische Heldengedenken in:
* Halbe als Erinnerung an die letzte große Kesselschlacht des zweiten Weltkrieges. Die Gedenk-Veranstaltung in Halbe gehörte in den letzten Jahren zu den bundesweit bedeutsamsten Neonazi-Aufmärschen. Im Jahr 2005 nahmen 1.600 Besucher daran teil, in den Jahren danach wurde eine zentrale Veranstaltung immer wieder verboten. Unbemerkt und unangemeldet trafen sich in Halbe aber immer wieder kleinere Gruppen.
* In Hameln am Grab der KZ-Aufseherin Irma Krese.
* In Rheinau-Memprechtshofen am „Ehrenmal Panzergraben“.

Eine Ausnahme von diesen öffentlichkeitsscheuen Treffen bilden zwei Nazi-Heldengedenken in Bayern für die öffentlich geworben wird:
* 15.11.08: Heldengedenken bzw. Demonstration der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) in Gräfenberg.
* 15.11.08: Heldengedenken „Freie Nationalisten München“ in München. Eine Demonstration unter dem Motto „Ruhm und Ehre dem deutschen Soldaten!“ .
Ab 13 Uhr wollen die Neonazis ab U-Bahnhof Goetheplatz einen „Trommelmarsch mit Gedenkkranz zum Grab des unbekannten Soldaten“ veranstalten.