Homosexuelle in der türkischen Armee

Aus dem Artikel „Nicht türkisch, nicht moralisch“ von Constanze Letsch in der Wochenzeitung „Jungle World“ Nr. 24 vom 12, Juni 2008:

Die Türkei ist das einzige Nato-Mitgliedsland in dem sich das Militär immer noch auf das vom Amerikanischen Psychatrieverband herausgege DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) II bezieht, dass Homosexualität als Perversion und fortgeschrittene Störung aufführte. Der internationale Standart ist jedoch bereits seit 1994 das fortschrittlichere Papier DSM IV. Homosexuelle Männer werden in der Türkei weiterhin als dienstuntauglich ausgemustert, sie erhalten den Status des cürük raporu, der sie vom Wehrdienst ausschließt. Cürük heißt soviel wie »verdorben, schlecht, vergammelt«. Homosexuelle Männer, die den Militärdienst nicht ableisten möchten, müssen sich oft erniedrigenden Untersuchungen bei Militärärzten und Psychiatern unterziehen.