Archiv für Juni 2008

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg?

Das ein Bundeswehrangehöriger als eigenständiger Führer Bundeswehrsoldaten durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg führen soll, stößt auf Kritik.
Diese Kritik kam von den freien Museumspädagogen, die eine Instrumentalisierung für militärisch-politische Zwecke befürchten. Als einer der freien Museumspädagogen anfing sich zu weigern Bundeswehr-Angehörige zu führen, wurde ihm durch die Gedenkstätten-Leitung gekündigt. Die Überlebendenorganisation „Amicale Internationale KZ Neuengamme“ bzw. die „Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V.“ protestierte gegen die Entlassung und das Wirken eines Soldaten als Guide. Es handle sich dabei eine „Instrumentalisierung, um Soldaten auf Auslandseinsätze vorzubereiten.“

Quellen:
* Andreas Speit: Neuer Skandal in KZ-Gedenkstätte Neuengamme: Guide ist nicht gleich Guide, in: taz vom 05.06.08, http://www.hagalil.com/01/de/Antisemitismus.php?itemid=2370
* Bert Wahls (für den Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme): Eine Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V., Hamburg, den 6.6.2008, http://www.hagalil.com/01/de/Antisemitismus.php?itemid=2378 & http://www.ag-neuengamme.de/Erkl_AGN.pdf

Hitlergruß von österreichischen Soldaten mit Folgen

Ein Hitler-Gruß von zwei Soldaten aus Vorarlberg in einer Salzburger Kaserne führt zu einer Anklage wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung.
Ein 20-jähriger hatte 2007 während seines Grundwehrdienstes in der Salzburger Schwarzenbergkaserne „Heil Hitler“ geschrien und den Hitlergruß gezeigt. Die Sache war herausgekommen, weil sein Kompagnon und Mitangeklagter die Szene mit einer Handy-Kamera gefilmt diese dann auf der Internet-Plattform „YouTube“ gelandet waren.

Quelle:
* APA/Red.: Nazi-Videos: Ex-Rekruten angeklagt, DiePresse.com, 09.06.08, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/389582/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do

Blutiges Eisernes Kreuz

Gerade wird in der Politik eine Debatte geführt, ob man den Orden „Eisernes Kreuz“ nicht wieder einführen könnte. Befürworter finden sich vor allem im Verteidigungsministerium und in der Bundeswehr.
Der Historiker Dieter Pohl vom Münchner Institut für Zeitgeschichte belegt nun an Hand von neu ausgewerteten Akten, daß dieser Orden auch an Verantwortliche für Holocaust-Massaker verliehen wurde.
Beispiele wären die SS-Offiziere Rudolf Lange (verantwortlich für den Mord an 60.000 Juden) und Friedrich Jeckeln (verantwortlich u.a. für das das Massaker von Babi Jar).
Ebenso wurde auch Jürgen Stroop, der Zerstörer des Warschauer Ghettos, mit dem „Eisernen Kreuz“ ausgezeichnet. Damit dürfte feststehen dass das EK keine „Auszeichnung“ darstellt.
Aber auch ohne die einzelnen blutigen Verleihungs-Beispiele war das EK immer eines, ein Zeichen und Mittel des deutschen Militarismus.
zerkratztes EK

Quelle:
* Dieter Pohl: Orden für Massenmord, ZEIT ONLINE 24/2008 S. 92, http://www.zeit.de/2008/24/Eisernes-Kreuz

Ritterkreuzler ohne Bürgermeister

Die antifaschistische Newspage „redok“ berichtet in einem aktuellen Artikel, dass der Bürgermeister der bayerisch-schwäbischen Stadt Leipheim Christian Konrad (CSU) sich aus der umstrittenen „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR) zurückziehen will.
Seit 1999 besteht durch einen Erlass des Bundesverteidigungsministerium für die Bundeswehr ein Kontaktverbot zur OdR. Kein Wunder, denn laut „redok“ referierten schon mehrere einschlägige Bekannte aus der Rechten bei dem Verband von Hitlerordensträgern. Darunter waren: General a.D. Reinhard Günzel, Franz Uhle-Wettler.
Das „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“ wurde 1939 eingeführt und existierte damit exklusiv nur in der Nazi-Wehrmacht. Über die Verleihung entschied Adolf Hitler persönlich.
Der Leipheimer Bürgermeister Konrad hatte erst vor kurzem die Kriegsschuld Deutschlands angezweifelt und sich dabei auf das tendenziöse Werk „Der Krieg, der viele Väter hatte“ berufen.

Quelle:
* redok: Rechter Rand Rückzug von den Ritterkreuz-Trägern, 11.06.2008, http://www.redok.de/content/view/1145/36/

„Alter Kämpfer“ ist tot

BraunzoneBw dokumentiert eine Meldung des APABIZ Berlin:

02. Juni 2008:
Ein Leben für die Lüge

Die Nazifreakshow verliert eine ihrer Attraktionen – Der „Ritterkreuzträger“ Otto Riehs ist tot

Die bundesweite Neonazigemeinde trauert um Otto Riehs. Am 29. Mai verstarb der „Ritterkreuzträger“ im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Frankfurt am Main. Riehs war eine Ikone der Szene, einer der letzten Vertreter jener „Erlebnisgeneration“, deren Aufgabe es ist, Nationalsozialismus authentisch zu vermitteln und den neuen Nazis die Bestätigung zu geben, die legitimen Erbfolger der Nationalsozialisten zu sein. Doch sein Heldenepos ist in Teilen wohl selbstgestrickt.

Mehr lest ihr -> hier:
http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/Riehs,%20Otto.htm