Das Soldatische in der NPD

Ohne Kommentar folgt ein längeres Zitat aus der Tageszeitung „taz“:

Udo Voigt vergleicht sich gerne mit dem Reichskanzler. Der ist weniger heikel als Hitler. Schon als Grundschüler habe er sich für Bismarck begeistert. „Er ist für mich ein politisches Vorbild“, sagt Voigt ehrfürchtig. „Er war auch ein Offizier und Soldat.“ Der Gedanke ans Militär bringt ihn ins Schwärmen. Er habe in seiner Jugend „Kriegsliteratur“ verschlungen – auch jene, die ihm sein Vater, ein SA-Mann und Wehrmachtsveteran, hinlegte. Voigt seufzt. „Ich wäre lieber Offizier als Parteivorsitzender.“
Zwölf Jahre hatte Voigt bei der Bundeswehr gedient, bevor er rausflog, nachdem er rechtsextrem agitiert hatte. Es war ein Kosmos, wo Befehl und Gehorsam galten – und wo es nicht nötig war, den Demokraten zu spielen. „In der Partei muss man jede Entscheidung vorbereiten, man muss sie diskutieren und ist einem Hinterfragungsprozess ausgesetzt.“ Für die Demokratie hatte Voigt noch nie etwas übrig – außer Verachtung. „Beim Militär wird gesagt: So wird es gemacht. Und wer nicht mitmacht, der wird vorläufig festgenommen“, schwärmt er. „Dann ist die Sache erledigt.“

Quelle:
* Astrid Geisler: Sein Kampf, in: „taz“ vom 10.05.2008, http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/das-chamaeleon/?src=TE&cHash=66678c7787