Die Bundeswehr entsorgt NS-Geschichte

In Bremen plant die Bundeswehr anscheinend den U-Boot-Bunker „Valentin“ zu verkaufen. In den Jahren 1943 bis 1945 starben beim Bau dieses Bunkers etwa 3.500 KZ-Häftlinge an Erschöpfung oder Mißhandlungen durch ihre Aufseher. Insgesamt wurden 10-12.000 Menschen (Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge) aus ganz Europa hier Sklavenarbeit leisten. Das Mammut-Projekt war damit Teil der „Vernichtung durch Arbeit“, dem Versuch Gefangene vor ihrem beschlossenen Tod noch bis aufs Blut auszubeuten.
Im Juni 2007 war erst eine Ausstellung über diesen Ort des Terrors eröffnet worden, der Besucher über die Vergangenheit des Ortes aufklärte.
Die Bundesmarine nutzt heute große Teile des für ihre Vorgängerin, die Hitlersche Kriegsmarine, erbauten Bunker als Materialdepot.
Nun will sich die Marine aus dem Unterhalt des Bunkers zurückziehen und ihn verkaufen. Die Existenz und regelmäßige Besuchbarkeit der Ausstellung sind damit gefährdet.

Quelle:
* Raimund Gaebelein (VVN-BdA): Gedenkort zu versteigern?, in: „Antifaschistische Nachrichten“ Nr. 06/2008, aus: Bremer Antifaschist 4-2008, http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2008/06/1gedenkort.shtml